Wenn es trocken bleiben soll ...

 

Mit einem ganzen Bündel an soften Packtaschen und Säcken sind wir 2016/2017 durch die Gegend gefahren. Die Idee dabei: Leichtes Gepäck und einen schweren Kofferträger vermeiden. Das Angebot ist mittlerweile sehr reichhaltig geworden und außerdem kann man im Sommer auch 'branchenfremdes' Zubehör verwenden.

Unsere Erfahrungen mit SW-Motech Drybag 700, Legend Gear Messenger Bag LR 3, Enduristan Blizzard Packtaschen & Tornado Rolle, Ortlieb Duffle RS & den neuen Endurance Click+Velcro Packtaschen, dem älteren Modell Moto Zip'N GO by Touratech lest ihr hier:

 

Enduristan Blizzard

Die Blizzard Taschen (in drei Größen lieferbar) werden dort positioniert, wo eigentlich der Sozius sitzt und kommen daher nicht zwangsläufig mit dem heißen Endrohr in Kontakt. Zusätzlich gibt es noch die festschraubbaren Inferno Heat Shields (26 €), die einen Abstand zur Satteltasche herstellen. Die Größen der Blizzards mit Rollverschluss fangen bei 12 Liter an. M bietet zusammen 17 Liter und L 2x 12 Liter Druckvolumen. Freundlich und hell ist auch die rote Innenausstattung. Befestigungsschlaufen und Kompressions-Gurte, für festen kompakten Sitz. Sind reichlich vorhanden. Die Sozia muss also schnell fahren lernen.

Softbags: nichts anbrennen lassen!

Verwendet werden die Enduristan Family Schnallen, die man auch nachkaufen kann. Insgesamt ein gutes Konzept. An welche Enduros die Taschen ohne die Verwendung von Inferno Heat Shields passen, muss man hingegen ausprobieren. An vielen Enduros (SWM 650 Enduro) geht es auch so.

 

Enduristan Tornado 2

Die Tornado Rolle gibt es in 4 Größen (20, 32, 51, oder 82 Liter), die Preise spielen sich zwischen 52-79 EUR ab. Mittlerweile wird auch der Schulterriemen mitgeliefert, ohne Aufpreis, wie es zu Beginn der Fall war. Der Vorteil dieser Ortlieb-ähnlichen Bauweise ist der quer angebrachte Rollverschluss, der zum einen Dichtigkeit und schnelles Auffinden des Inhaltes ermöglicht. Ortlieb hat eine ähnliche Tasche mit Quer-Reißverschluss im Programm: Zip’n Go die kostet allerdings 120 €, die Tornado 2 liegen preislich zwischen 50 und 80 EUR.

 

Info:

Größe S = 20 l

Größe M = 32 l

Größe L = 51 l

Größe XL = 82 l

 

2500 Kilometer mit dem SW-Motech Drybag

Ein ähnliches Konzept verfolgt das Drybag 700 von SW Motech. Es ist nur größer, vorgeformt, hat außen noch mehr Anbringungsmöglichkeiten und wird mit Befestigungsgurten geliefert. Im Juli 2017 waren wir damit 2 Wochen auf einer Ducati Hypermotard unterwegs.

 

Josh war zufrieden, denn das Drybag ermöglicht auch an Motorrädern, die sonst keinen Gepäckunterbringungsmöglichkeiten bieten, eine fette Tasche zu montieren. Alle Strapse werden mitgeliefert. Besonders gut ist es, wenn das Motorrad noch Gepäckhaken am Heck hat, dann lässt sich die Tasche hervorragend befestigen.

 

Etwas mehr Stauraum bietet die Tasche durch ihre Hufeisen-Form: die seitlich ausgeformten Taschen hängen nicht zu tief herunter, damit sie nicht mit dem Auspuff kollidieren, längst-Rollversschluss, für gute Zugänglichkeit und jede Menge Laschen um weitere Gegenstände daran zu verzurren. Das Material (500D Polyester mit PVC-Beschichtung) wirkt robust, der Preis ist relativ okay (129,95 €). Die 70 Liter Hecktasche hat außerdem in der Mitte noch einen Reißverschluss mit Dehnfalte, um spezielle Anpassungen an die Sitzbank vornehmen zu können. Neben den 4 Schlaufgurten ist auch ein Tragegurt im Lieferumfang enthalten. Online gibt es auch noch eine Anbauanleitung (pdf). SW Motech erlaubt sogar, die Tasche mit verschiedenen anderen zu kombinieren. Wir haben nicht daran auszusetzen, außer das Räder oder ein Tragesystem fehlt.

Preis: 129,95 € (Polo)

 

Legend Gear Messenger Bag LR 3

Die Legend Gear Kollektion bei SW spricht eine Menge Menschen an. Die Reine Funktionalität steht nicht im Vordergrund, sondern ein passendes (Reto) Design, dazu ausgewählte Materialien und Farben. Das Messenger Bag ist dann aber doch technisch sehr ausgefeilt, es kann wasserdicht und offen verwendet werden, kann mit Zusatzgurten als Hecktasche firmieren, oder einfach für Sport und Freizeit verwendet werden. Zum Messenger Bag macht die Umhängetasche auch ein schmaler Hüftgurt, der in der Tasche verstaut werden kann.

 

Speziellen Platz gibt es in der Tasche für Notebook, Tablett oder Smartphone, soll alles dicht sein, wird einfach der wasserdichte Manschettenverschluss an der Öffnung zugezogen. Die Tasche ist nicht vorgeformt sondern im Tornister Stil ziemlich gerade. Nappaleder und Gurtbänder, wie sie auch in Autos verwendet werden, finden Verwendung. Insgesamt der ‚legend‘, aber auch etwas schwer.

Materialien:

40 x 30 x 10 cm (12 l Volumen) | geeignet für DIN A4 | mit Schultergurt

Material: Napalon-Kunstleder & gewachstes Canvas, Boden: 1680D Nylon, Rückseite: 420D HD Nylon, wasserabweisende Innenbeschichtung, Haken aus eloxiertem Aluminium

Preis: (Polo: 170 EUR)

 

 

Eagle Creek Duffel

Der Hauler Duffle ist nicht für das Motorrad spezifiziert, Eagle Creek hat da aber eine tolle Rolle zusammengebaut: Eigentlich gar keine Rolle, eher eine praktische Seesack-Tasche mit quadratischem Grundriss, mit vielen Henkeln, Rucksack-Tagegurten und sehr vielen, hochwertigen Reißverschlüssen. Die Nähte des Spritzwasser geschützten Haulers sind abgeklebt, werden aber einer Dauerregenfahrt nicht standhalten. Dafür haben sie weit mehr zu bieten als ein einfacher Sack mit Rollverschluss. Gut zu gebrauchen ist der Cargo Hauler Duffe als Reisetasche, für eine trockene Camping Tour auf dem Motorrad, auf Radtouren, bzw. für den Transport in Autos, Flugzeug, Bahn, etc.

Cargo Hauler Duffel | 45 Liter bis 120 l, Preise ab 99-140 EUR (Globetrotter)

 

 

Ortlieb

Den Duffle RS haben wir nun ausgiebig getestet. Er ist das beste Reisegepäckstück, was unserer Meinung nach derzeit auf dem Markt ist. Vor allem, wenn man kombinierte Reise vor hat, die einem neben dem Biken auch eine Anreise per Auto, Flugzeug oder Bahn versprechen. Dann kann sein Trolley-Seesack Konzept alle Vorteile ausspielen. Das Ortliebs Verschlusslösung mit einem Wasserdichten Längs-Reißverschluss die beste Lösung ist, hat der Sack sowieso schon bewiesen. Eine Ausnahme dürfte die Tour in Wüstengegenden sein, denn mit (zu viel) Sand haben Reißverschlüsse nicht gut Kirschen Essen. Der RS Duffle ist lediglich etwas schwer, sonst haben wir mit seiner 85 L Variante auf Motorradreisen die besten Erfahrungen gemacht.

 

 

Endurance Click & Velcro

Relativ neu sind diese beiden Spielarten von Ortlieb Backrollern. Sie ermöglichen, wie schon dem alten Ortlieb Satteltaschen, das Anbringen von Softbags einmal ohne jeglichen Gepäckträger (Velcro) oder nun auch das Adaptieren an Kofferträger jeglicher Art (Click). Die Taschen selbst sind immer ähnlich aufgebaut, haben eine verstärkte Rückseite und einen Rollverschluss. Bei Ortlieb Endurance Velcro werden die Taschen einfach über die Sitzbank gelegt, der Klettverschluss der Sitzbank angepasst und die Klickverschlüsse über dem Nummernschild und an den Soziusrasten befestigt – fertig. Endurance Click geht noch viel einfacher. Die untere Halterung passt universal (und verstellbar) in alle Kofferträgerlaschen, die obere Halterung entspricht den Ortlieb Backrollern, wie man sie vom Fahrrad kennt. Ein Federbelasteter Verschluss umgreift dabei das Kofferträgerrohr.

 

Beide Gepäcktaschen sind zwar nicht Diebstahlsicher, aber sehr belastbar, wasserdicht und vor allem im Vergleich zu Koffern relativ leicht. Beim Sturz sinkt dabei auch das Verletzungsrisiko durch scharfkantige, schwere Koffer. Ideal also für leichtere Enduros und Offroad Touren.

 

 

Airpaq – der upcycling Rucksack

Ein kleines Schmuckstück unter den Packmöglichkeiten. Aus fehlproduzierten Auto-Airbags und Gurtbändern hergestellt, bietet der Upcycling Rucksack Platz für 21 Liter Gepäck. Das Tragesystem ist von daher auch aus Sicherheitsgurten zusammengenäht mit Polsterung und Einstellern versehen. Ein wenig erinnert der Airpaq an den Fjällräven Kult-Rucksack Kanken, ein kompakten einfachen Daypack, den man überall sieht (16 Liter, ab 60 EUR).

Außen, unter dem mittleren senkrechten Gurt befindet sich noch eine stylische Reißverschluss-Tasche, in die z.B. Portemonnaie oder Telefon passen.

 

Der Stoff der Außenhaut stammt ebenfalls von einem Airbag. Für den weißen Rolltop mit Magnetverschlüssen wird auch der Airbag Stoff verwendet, für das den Korpus dann gefärbter Airbag Stoff. Airbagstoffe bestehen überwiegend aus Silikon beschichtetes Nylon (Polyamid 6.6). Das Außenmaterial ist also nicht wasserabweisend, eher durchlässig. Für den Innensack wird hingegen ein wasserabweisendes Material verwendet. Airbags sind aber nicht wasserdicht, sie lassen die Luft entweichen. Nun nimmt der Rucksack beim Fahren im Regen Feuchtigkeit auf und ist auch nicht so einfach abwischbar, wie bei glatten Materialien. Die Macher von Airpaq empfehlen daher die Handwäsche, ggf. auch in der Waschmaschine, wenn alle harten Gegenstände (Schnallen, Versteller) vorher entfernt worden. Bitte dann auch inside out waschen! Michael Widmann von Airpaq wird auch bald ein Video (Youtube Kanal) dazu nachreichen. Airpaq wird in einer europäische Produktionsstätte gefertigt.

Beruhigt das Gewissen: Der Airpaq

Der Airpaq-Prototyp wird ständig optimiert und weiterentwickelt.
Unsere Anregungen: dem kleinen Rucksack einen Brust und Hüftgurt sowie eine gummierte Unterfläche zu spendieren sind bereits angekommen. Der Brustgurt ist beim Biken besonders wichtig, damit es durch abrutschende Gurte nicht zu Fahrbeeinträchtigungen kommen kann (gefesselt!).

 

Der Gurtverschluss ist zwar sehr stylisch und relativ schwer aber er macht eine Menge des handgenähten Spirit des Airpaqs aus. Fazit: Nicht für das Motorrad gemacht, aber eine schicke upcycling Lösung: auch für das Gewissen.

Verbesserungsvorschläge: Brust- und Hüftgurt, gummierte Unterseite, besserer Versteller für den Verschluss.

 

Letzte Änderung: 15.09.2017
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