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Erprobtes Zubehör für die BMW F 700/800 GS und ab 2018 auch für die F 750 & 850 GS:
Hier finden Sie alles, was den GS-Fahrer bewegt. Von Fußrasten über Gepäcksysteme bis hin zu Blinkern oder einem Diagosegerät: Alles was besprochen wird, wurde auch getestet.


02.07.2018 09:11 von Markus Golletz

Fazit F 750 GS Test

F 750 GS on Tour
F 750 GS on Tour

 

Die F 750 GS ist ein hochwertig verarbeitest Motorrad in der Tradition von BMW. Anfängliche Schwierigkeiten und Kinderkrankheiten wird man in den Griff bekommen. Beim Test haben wir davon nur durch den kurzfristig anberaumten Rückruf der allerersten Modelle (Steuerkettenspanner?) mitbekommen. Beim Test gab es keinerlei Probleme.


Zum Stichwort Motorenfertigung in China kann man zu diesem Zeitpunkt noch nicht viel sagen. BMW arbeitet schon seit 2007 mit Loncin zusammen. Qualitäts-Standards werden dort eingehalten. Die 2. Generation der Motoren der G-Modelle (XChallenge, XMoto, XCountry) wurden bereits ab 2006/7 dort gefertigt. Vermutlich geht es den BMW Aktionären bei der 'Neuen' darum, von den Lohnkosten her preisgünstiger zu produzieren.

 

Gute Lichtausbeute: Mit Sonderausstattung LED Licht

 

Punkten tut die F 750 GS hauptsächlich durch ihre Assistenzsysteme und die damit verbesserten Fahreigenschaften. Die Liste ist lang. Damit gelingt es BMW, Wetterunbill und widrigen Witterungseinflüssen, sowie mangelhaften Reifen ein wenig von ihrem Risikopotential zu nehmen. Über Sound, Haltbarkeit und Produktionsstätten lässt sich viel streiten, es gibt aber auch viele Meinungen, selbst unter Journalisten eines Verlages. Thilo Kozik und Till Kohlmey vom Tourenfahrer widersprechen sich da teilweise in ihren persönlichen Einschätzungen zur F. Der eine findet den Sound gelungen, der andere hält in für einen schlechten Abklatsch der Husqvarna Nuda, etc. (vgl. TF und MotorradAbentuer in ihren Sommerausgaben 2018).

Die alte F 800 GS bleibt auch nach Markteinführung der Neuen ein zuverlässiges Motorrad mit eigenem Charakter. In ihre Konstruktion flossen im Laufe der Jahre viel Modellpflege und Verbesserungen ein. Probleme mit Wasserpumpe, Lichtmaschine oder der seltsame Bremsflüssigkeitsbehälter der ersten Modelle wurden korrigiert. Auch Fahrmodi kamen noch hinzu. Die F 800 GS wird künftig nur noch als Adventure zu haben sein.

 

Das bisher einzig erkennbare Manko an der neuen GS sind ihre Pfunde. Wir würden uns einen ]Knopf (wahlweise elektronisch / analog ;o) wünschen, um spätestens bei Geländefahrten 15-20 kg Ballast abzuwerfen. 

 

Preise 2018

Eine ausgereifte F 800 GS mit Rotax-Motor ist derzeit mit allerlei Sonderausstattung für 11.000€ zu bekommen. Zwischenden neuen 750 GS und 850 GS besteht schon vom Grundpreis eine große Divergenz: 9.620 vs. 12.375€ werden derzeit aufgerufen.

 

Comfort-Paket mit Hauptständer, Keyless Ride, RDC Sensoren und heizbaren Griffen kostest 760€ extra, auch das aktuelle Licht Paket kostet 290€ Aufpreis. Weiter ginge es mit Dynamik Paket und Tourenpaket (850€, mit ESA, Tempomat Gepäckbrücke - ohne Koffer) und schon  und schon steht der Zeiger bei 12.000€. Handschutz schläft mit 200€ und die Vorbereitung für ein BMW Navigationsgerät mit weiteren 200€ zu Buche, der Navigator VI kostet selber auch um die 850€. Der Preis des Testmotorrades ohne Koffer, und Nebenkosten liegt daher bei um die 13.600€ (inkl 4 Paketen und 21 Sonderausstattungen).

 

Pro & Contra

  • großer Lenkeinschalg dank konventioneller (Showa-)Gabel, die tadellos funktioniert
  • elektronische Helferlein a la Carte, die helfen mit fahrtechnisch schwierigen Situationen umzugehen (meist: Sonderausstattung)
  • absolut stabiles Straßenfahrverhalten
  • verbesserter Kettenspanner, stabile Achsen
  • gutes LED Licht (SA) breite Ausleuchtung, bewährtes BMW Koffersystem für die Reise
  • Vernünftige, bewährte Reifendimensionen
  • ausreichend Platz für den Sozius

 

  • kein verminderter Spritverbrauch im Vergleich zum Vorgänger
  • nicht unbedingt wartungsfreundlich: Zündkerzen, Ventile, Kettenwechsel
  • mehr Gewicht: F 800 GS 2007: 204 kg, F 750 GS 2018: 224 kg


26.06.2018 08:57 von Markus Golletz

F 750 GS im Fahrmodus

 

Endlich Regen! Wir haben es probiert: Vollgas aus dem Stand. Modus DYNAMIC: Die GS startet mit leichten Schlupf durch, im Cockpit flackern ein paar Lämpchen (ASC, DCT). In leichter Schlangenlinie geht es stetig vorwärts. Ähnliches wiederholt sich beim nächsten Ampelstart bei Nässe - diesmal im Modus ROAD. Etwas ausgeprägter das Ausbrechen des Hecks, doch die Elektronik fängt alles wieder sicher ein. Der Fahrer muss nur ruhig bleiben. Auch beim Bremsen, denn die dazugehörigen ABS Modi sind auch an den Fahrmodus angepasst. Am meisten Schlupf lässt das ENDURO-Setting zu. Das dürfte auch im Gelände gelungen sein, doch dazu später. Absolut gelungen ist die Abstimmung des RAIN-Modus. Hier tastet die Elektronik (zumindest auf der nassen Straße) sehr feinfühlig das gerade noch Machbare ab. Das Motorrad bricht nicht aus, die Abriegelung per Zündung stellt genau so viel Kraft zur Verfügung, wie die Straßenoberfläche gerade noch in ihrer Reibung zum Rad vertragen kann. Im Ergebnis bleibt die GS ihrer Spur absolut treu und kommt vermutlich im kürzest möglichen Abstand auf Wunsch sicher wieder zum Stehen. Bravo. Der Fahrer muss nur ruhig bleiben und beherzt zugreifen.

Möglich werden die verschiedenen Motorcharakteristiken durch die elektronische Drosselklappensteuerung (ride by wire). Sie übersetzt die Gasbefehle je nach Fahrmodus, die in den Mappings hinterlegte Zündkurve tut den Rest.
Die Bremse wirkte auf den ersten Metern weniger schwammig - wie an der alten GS - vielleicht auch deshalb, weil ähnliche Komponenten (gleiche Brembo Bremszangen wie F 800 GS) verwendet werden. 

 

 

Einen Tag vorher, auf Heidesand, sah die Geländekür nicht ganz so bravurös aus. Allein die Sitzhaltung ist viel gebeugter als auf der F 800 GS und Reifen und deren Dimensionen schränken das Mögliche sowieso schon hardwareseitig etwas ein. Vor allem merkt man aber die zusätzlichen Pfunde der F 750 GS. Auf der anderen Seite war aber alles möglich, was die Sandwege der Amelinghäuser Heideflächen zu bieten haben. Allen voran fährt die alte BMW XChallenge (gänzlich ohne Elektronik) souverän voran. Beim Tausch auf die aktuelle F 1200 GS fällt deren bessere Sitzposition für Gelände-Aspiranten aus, aber das Telelever wurde definitiv nicht für Geländefahrer gebaut. Beim leichten anbremsen kaum noch Federwirkung. das kann die Showa Gabel der F 750 GS besser.

 

 

Trotzdem muss man der 750er einen Achtungserfolg zollen. Die 850er GS wird einiges davon besser können. Wenn nur nicht das Übergewicht wäre!

Nach einer Weile meiden wir die Sandwege, es ist auf Dauer schon etwas anstrengend. Gut, dass es auch noch matschig ist. 
Das Enduro-Mapping der 750er GS ist hingegen ebenfalls gelungen. Die Gasannahme ist etwas verzögerter, weicher, dem DCT wird etwas mehr (am meisten) Schlupf erlaubt und schlussendlich ließe sich das ABS (z. B. bei Gefällefahrten) ja auch noch ausstellen.

Loncin Motor: Wie eine zahme Nuda

Der Motor begeistert auch hier, besonders dem Wechsler von einer alten 800 GS. Den Hubzapfenversatz haben sich einige schon länger gewünscht, um dem Twin etwas mehr Charakter einzuhauchen. BMW hatte es in der Endphase seiner italienischen Episode (Husqvarna 2007- 2013) ja geschafft, dem Rotaxmotor in der 900 Nuda zusätzliche Pferde und eben den untypischen Hubzapfenversatz samt Zündfolge eines V-Motors anzuerziehen. 
Schlußendlich erinnert der neue GS Motor auch an die kultivierten DCT Langhub-Motoren der Honda NC 750 oder des X-ADV Großrollers. Hubzapfenversatz und Spritverbrauch sind übrigens ähnlich.

 

Spritverbrauch: 4,1 l sind möglich

Dann geht es wieder on the Road weiter. Später auch in einer sehr entspannten Landstraßenphase, ohne Autobahn und hektische Manöver. Und siehe da, der Durchschnittsverbrauch sinkt sofort auf die Werksangabe von 4,1 Liter. Der Rückweg über die Autobahn korrigierte den Wert schnell wieder auf einen mit einer 5, vorne. Im Schnitt hatte man das mit dem Rotax Motor auch geschafft. 

 



22.06.2018 12:06 von Markus Golletz

Schaltassistent Pro

Schaltassistent Pro an der BMW F 750 GS
Schaltassistent Pro an der BMW F 750 GS

 

In manchen frühen Tests bekommt der Schaltassistent Pro Kritik ab. Kritisiert wird besonders das ruppige Herunterschalten.

BMW selbst wirbt aber auch nur damit, das durch den Assistenten (keine Automatik) 70-80 % aller Schaltvorgänge ohne Kupplung ausgeführt werden können. Die 'Halbautomatik' wird mit oder ohne Assi über Fußkraft am Schalthebel ausgeführt.

Nun ist es so, das der Assistent auch an anderen BMW Motorrädern verbaut wird und dort z. T. etwas geschmeidiger funktioniert. Das liegt aber auch an der Unterschiedlichkeit der Motorräder in punkto Getriebe oder Motorbauform. Zu den 20-30% der Schaltvorgänge gehören neben dem Anfahren auch Situationen im Schubbetrieb oder bei hoher Drehzahl in kleinen Gängen. Da bekommt der Assistent mit den naturgemäß vorhandenen starken Lastwechseln Probleme.

Auch bei betätigter Kupplung oder wenn der Schalthebel vor dem Schaltvorgang nicht korrekt in der Ausgangsstellung verweilt (Hebel an Schuhwerk anpassen!) geht der Schaltvorgang nicht sehr geschmeidig vonstatten. Wer etwas experimentiert, wird schnell herausbekommen, das manchmal das kurze Gas wegnehmen oder auch Zwischengas beim runterschalten beim Schalten ohne Kupplung sehr zuträglich sein können.

 

 

Noch etwas anderes: Trotz Datenfülle im Bordcomputer vermissen wir den Wert für den Momentanverbrauch. Wo ist der nur geblieben? Wir vermuten, er wird noch nachgerüstet (per Kodierung, oder Software-Update). 

 



19.06.2018 15:06 von Markus Golletz

Die feinen Unterschiede

Unterschiede Rahmen und Motor
Unterschiede an Rahmen und Motor

 

Schaut man sich die Konstruktionen von damals (F 800/700 GS, anno 2007) und heute, F 850/750 GS, anno 2018, genauer an, trifft man auf viele Unterschiede. Nicht alles ist anders und neu, z. B. hatte LED- und CAN-Bus Technik schon damals Einzug gehalten.

Am wohl eindrucksvollsten ist das Cockpit im Dashboard-Stil, eine Art Tablet, das alle Daten und Anzeigen programmatisch zusammenfasst. Auch der per RDK Reifendrucksensor ermittelte Reifendruck wird nun serienmäßig angezeigt (Pflicht bei EURO 4). Sogar die Navigation kann hierüber auf zweierlei Weise geschehen, im Roadbook-stil per BT-Verbindung mit dem BMW Connectivity App (Kartendaten D: 1,6 GB, für Offline-Nutzung herunterladbar) oder über den rund 815 € kostenden BMW Navigator VI. Hier entspricht die Geräte-Bedienung ungefähr den Zumos 660 oder 395, BMW ermöglicht aber auch die Bedienung per Lenkerschalter und Drehregler.

 

Grundsätzlich anders sind nun Motor und Rahmen.

 

Der Ölfilter wanderte an eine geschützte Stelle unterhalb der Kupplung, die Wasserpumpe sieht wesentlich größer aus und die Soziusfußrasten sitzen nun (endlich) an geschraubten Aluminiumauslegern.

 

 

Besser und stabiler gelöst scheint auch die Achsaufnahme in der hinteren Schwinge. Der Achsdurchmesser wuchs etwas und die Schiene für den Verstellmechanismus des Kettenspanners ragte nun in einen Hohlraum der Schwinge hinein. Die Einstellschraube kommt ohne Kontermutter aus. Seiten- und Hauptständer sind wie so oft bei BMW vorbildlich.

Dadurch, das der Tank nicht mehr am Heck sitzt, ist selbiges wesentlich schmaler geworden. Der Auspuff Endtopf ist leider immer noch relativ voluminös, was mit Koffern damals wie heute für Asymmetrie und Überbreite sorgt. Die Neue ist wegen des schlanken Hecks etwas schmaler. Tatsächlich wirkt die F 750 GS im Fahrbetrieb trotz Übergewicht etwas handlicher und vom Motor etwas spritziger als die 800er GS. Das Vorderrad bekommt im Solo-Betrieb etwas mehr Last ab, was das ganze Fahrwerk etwas 'gieriger' auf Kurven macht. Im Soziusbetrieb relativiert sich das alles wieder etwas.

 


Hmm: 10 Schrauben und die Achse lösen, um das Ritzel zu wechseln?


18.06.2018 18:44 von Markus Golletz

Noch eine neue F 750 GS

Austausch wegen Rückruf

Offroad mit Gepäck: bedingt geeignet
Offroad mit Gepäck: bedingt geeignet

 

Statt einer gelben haben wir nun eine schwarze F 750 GS - mit Navi und Handprotektoren. Der Motor läuft genauso, wie bei der ersten, die zurückgerufen wurde. Wenn die F länger steht, dann rasselt es bei den ersten Kurbelwellenumdrehungen etwas, danach tritt der Twin Hubzapfen-versetzt und kraftvoll an. Ein BMW Navigator VI (made by Garmin)  ist noch montiert, der wahlweise über die Lenker-Armatur oder am Gerät selbst bedient werden kann, der 5 Zoll-TFT-Farbtouchscreen bringt es auf 800 x 480 Pixel, was aber bei seiner harten und glänzenden Touch-Oberfläche brillanter rüberkommt, als bei den normalen matten resistiven Screens. Multitouch ist aber nicht möglich. Doch dazu später.

 

Im leichten Gelände macht sich der Lenkungsdämpfer, das Enduro-Mapping und technische Extras wie Traktionskontrolle oder ASC positiv bemerkbar und täuschen so etwas um das höhere Gewicht (bis zu +12 kg gegenüber F 800 GS) hinweg. Größtes Manko bleiben das 19 Zoll Vorderrad und die Serienbereifung. Aber wie gesagt, die Elektronik macht einiges wett. Es sei denn, man bekommt Schlagseite, dann würden nur 'automatische Stützräder' etwas helfen. Nicht mit dabei ist auch ein Bodenblech, das man bei Offroad-Ambitionen zum Schutz von Getriebe und Krümmer unbedingt besorgen sollte.

Besser als die F 700 oder F 800 GS fährt sich die neue auf der Straße. Da zieht sie unbeirrbar ihre Spur, untermalt von einem dezenten, aber kraftvollen Sound. Mechanisch hingegen ist der Motor nicht leiser als der alte Rotax 800er. Der 2018er Motor wir im Stand von einem dezent hörbaren Klickern begleitet. Vermutlich setzt da die erste Modellpflege, quasi vor Auslieferung an. GS Foren berichten von Schwierigkeiten mit dem Steuerkettenspanner am Loncin Motor. 

 


ESA ZF Pumpe: verändert das Fahrwerk drastisch

 

Mit den Möglichkeiten, vom Lenkerende das hintere Federbein zu verändern, kann man drastisch in die Fahreigenschaften eingreifen. Die Einstellung 2 Personen und Gepäck z.B. macht das Heck deutlich höher (und härter) und macht so das Motorrad auf extremen Kurvenstrecken handlicher (gerade wenn Solo gefahren). Bringt man es auf eine Formel, punktet die 10 Jahre neuere GS gegenüber dem alten Paralleltwin mit Abwechslung (V-Sound) und vielen elektronischen Helferlein, die alle im Tablet-artigen Cockpit zusammenfinden. Kraftstoffverbrauch und Gewicht - da hat sich hingegen nicht viel getan. Das Fahrgefühl ist aber ein neues, besonders auf der Straße.

 

 



15.06.2018 11:51 von Markus Golletz

F 750 GS unterwegs

Unterwegs in Thüringen
Unterwegs in Thüringen

 

Das fahren macht Spaß, auch wenn hier im Vergleich zur alten GS ein paar Pfunde mehr mit dabei sind. Vieles, was vorher gesagt wurde, muss jetzt neu überdacht, erprobt und erfühlt werden.

Zum Beispiel das Fahrwerk: Auch wenn vorne eine konventionelle Showa Gabel arbeitet, gibt es daran nichts auszusetzen. Das BMW ESA täuscht ein wenig darüber hinweg, das zwar hinten, am ZF-Gasdruckfederbein alles vorhanden ist, was man sich nur wünschen kann, es vorne aber absolut keine Einstellungsmögichkeiten gibt. Das war auch schon an der F 800 GS so und fiel nie negativ auf.

 

Gestern ging es über 600 km durch den Harz und zurück schnelle Straßen. Neu ist (für mich) der Tempomat und die vom Cockpit möglichen Einstellungen für den Fahrkomfort. Die Federvorspannung kann nur im Stand auf Knopfdruck verändert werden, Fahrmodi und Dämpfereigenschaften auch während der Fahrt. Bei der Testfahrt zeigt der Computer einen Durchschnittsverbrauch von 5l auf 100 kam (4,1l Werksangabe), sehr ähnlich der alten F 800 GS. Subjektiv ist aber mehr Dampf vorhanden, das wird vor allem durch die Zündfolge, Sound und dezente Ansauggeräusche unterstrichen. Ich bin gespannt, ob die Soundkenner die neuen BMW-Klänge von echten V-Twins unterscheiden können. Die F fährt sehr zielgenau dorthin wo man möchte, an der Kyffhäuser Strecke setzte sogar mal der Fuß auf - das ist mir schon lange nicht mehr passiert.

 

Blipper oder Quickshifter?

Ist der BMW Schaltassistent Pro ein Blipper oder Quickshifter? Um es kurz zu machen, das Lesen dieses Artikels hätte Klarheit gebracht. Im Bordcomputer suchte ich die Funktion für den 'Schaltautomat' der ja nur ein Assistent ist. Einmal daran gewöhnt möchte ich ihn bei diesem Motorrad nicht mehr missen. Vom aussetzen der Zündung beim Schalten merkt man absolut nichts. Welche Schaltvorgänge nicht so gut klappen, habe ich selbst ausprobiert, aber selbst im Schiebebetrieb geht da einiges. Mir ist nur noch nicht klar, ob der Assi auch beim Runterschalten minimal Zwischengas gibt, es hört sich gelegentlich so an. Das Loncin Getriebe (s. Youtube min 3:45), scheint das alles locker wegzustecken. Der Motor ist auch kein Leichtbau-Aspirant, sondern kommt vom Standing sehr solide rüber.

Derzeit gibt es unter den 233 BMW F 850 GS und 188 BMW F 750 GS  in Deutschland ausgelieferten Modelle eine Rückrufaktion und einen Auslieferungsstopp. Unser Tester wird auch ausgetauscht, daher gehen wir davon aus, dass das Motorproblem behoben ist. Um welches Bauteil es sich handelt, wurde bisher nicht kommuniziert.

 



11.06.2018 12:01 von Markus Golletz

Neu eingetroffen: F 750 GS zum Test

Neue Twin GS

Garagensound: F 750 GS

neu (hinten) alt (vorne)
neu (hinten) alt (vorne)

 

Nun
ist sie da, für 3 Wochen zum Test. Die günstigere der beiden neuen BMW F GS-Modelle. Am einfachsten zu erkennen an der 'normalen' Telegabel und den Gussrädern. 

Vor allem interessiert, wie sie fährt, was neu, was besser ist und auch was alt & bewährt geblieben ist.

So ganz kann man die F 750 GS nicht mit der F 800 GS vergleichen, denn die BMW F *50er Modelle sind ja die mehr für den Straßeneinsatz konzipierten BMWs. Die F 850 GS war ausgebucht, daher ging es nicht anders.
Da davon auszugehen ist, dass es bei den Komponenten F 850 GS / F 750 GS Bj. 2018 nicht so viele Unterschiede (außer bei Reifendimensionen oder am Fahrwerk) gibt.

Hier nun der vergleichende Testblog. Zuerst lassen wir die Bilder sprechen. Näheres in den nächsten 3 Wochen gibt es mehr, ausführliche Blog-Beiträge!

Fetter Sound auch ohne Auspuffklappe

Die F 750 ist mit der Komfortsitzbank etwas niedriger als die F 850 (830 zu 875 mm). Dann fällt das Farb-TFT Display auf, in dem alle Informationen zusammenlaufen. Der Druck auf den Starter zeigt, das auch 2018 der Edelstahlauspuffanlage von Lafranconi noch lautstarke Rhythmen entfleuchen. Als wir mit den Mitarbeitern eines Hannoverschen BMW Service-Betriebes begutachten, fällt auch die asymmetrische Form der Aluschwinge auf. Auf der rechten Seite ist der Holm bananenförmig gebogen, damit der fette Edelstahl-Auspuffsammler noch irgendwie Platz findet. Eine Auspuffklappenregelung gibt es nicht, nur kommt trotzdem beinahe echter V2-Sound aus der 2 in 1 Anlage, weil Zündfolge und Hubzapfenversatz einen V-Motor imitieren. Der Lafranconi-Sound ist voll Okay, wofür ein Akrapovic Dämpfer gut sein soll, scheint eine reine Stilfrage.


Trotz vieler Knöpfe findet man sich schnell zurecht: rechts Fahrmodi, links eher Bordcomputer mit Fahrwerks- und ABS Einstellungen. Unsere F ist voll ausgestattet, man zeigt den Testern, was alles so geht. Unter einer Abdeckung am Lenker sitzt auch die eCALL Taste (oder SOS-Taste), die einen'intelligenten' Notruf absetzt. 3 Szenarien sind vorgegeben, wobei ein Kontakt mit dem BMW Notruf-Center hergestellt wird oder bei schwereren Unfällen eine automatisierte Rettung in Gang gesetzt wird. Die Taste arbeitet mit Sensoren am Fahrzeug zusammen und hat ein eigenständiges Mikrophon und einen Lautsprecher. Der Aufpreis im BMW Konfigurator beträgt dafür 310€. Im Motorrad ist eine SIM Karte verbaut, für die Nutzung entstehen keine zusätzlichen Kosten. Wie ein Schadensfall abgerechnet wird, wissen wir aber nicht.

 

Zu den Bildern:
Neu: Bordcomputer, Keyless System, Bremsscheiben Shims, Antenne für Notruf, Schaltautomat, LED Scheinwerfer mit TFL, Motor von Loncin, Lenkungsdämpfer, Mappings, ESA (nur hinten), etc.
Altbekannt oder kostengünstig: Bremszangen der 800 GS, Lenker nicht konifiziert, wenig Bordwerkzeug

 



14.05.2018 14:55 von Markus Golletz

Fahrerausstattung 2018

Enduro Sommerhandschuhe, Legend Helm und Jacke AirShell neon

BMW Fahrerausstattung 2018
BMW Fahrerausstattung 2018

 

Den neuen Legend Helm, made in Italy, gibt es in weiß, Tricolore und in einer nineT Ausführung.

Das Herstellungsland ist Italien und in puncto Sicherheit hat der Classic Helm mit integrierten Nackenbänder und guten Schladämpfwerten die Neuzeit schon an Bord. Der Retro Helm-Sonnenschild mit Druckknöpfen klappert etwas im Wind, aber sonst macht der Fieberglashelm (glasfaserverstärkte Helmschale) einen soliden Eindruck. Markant sind die verchromte Helmabschuss-Kante und die BMW-Prägung im Brillenhalter, so wie das Emblem im Helm-Inneren. Wer den Doppel-D Helmverschluss mag, hier ist er retromäßig wieder mit von der Partie.

 

2018 ist auch das Jahr, in dem die BMW Fahrerausstattung ihr 40-jähriges Jubiläum feiert. Dazu wurde kurzfristig die neue Jubiläums-Serie 'Since 78' aufgelegt, die viele Anleihen an die 70ies hat. Ab August 2018 verfügbar.

 

Im Interieur finden wir echtes Leder. Leider sind die Spalte zwischen den Polsterungen für den Einschub von Brillenbügeln etwas außerhalb der Norm geraten. Mit handelsüblichen (Fahrrad-) Sonnenbrillen-Bügeln gab es leichte Probleme. Daher anscheinend nicht erste Wahl für Brillenträger (ausprobieren).

 

  • Gewicht: 1050g, natürlich mit ECE 22-05 (auf dem Markt seit 2014)
  • Größen 54 (XS) – 61 (XL)
  • Verchromte Helmabschlusskante
  • Material: Außenschale aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK) . Dämpfende Innenschale aus EPS (expandiertes Polystyrol), ohne Visier
  • Hergestellt in Italien
  • Preis: 280-330€

 

 

 

 

Den Handschuh BMW Rallye GS gibt es für rund 75 €. Er ist für die warme Jahreszeit optimiert, sitzt gut und hat ordentlich Gripp. Der Komfort kommt zustande wegen einer Kombination von Stretch, Neopren und einer Lochung zwischen den Fingern. Mit dabei auch echtes Kangerooleder an der Innenhand, und gedoppelte Finkerkuppen, eine davon mit Silikon bedruckt. SuperFabric und Schaumeinsätze an der Oberseite machen den Handschuh für den Offroad-Trip sicher.

 

Nachdem es nicht die Lac Rose Jacke Venture Neon werden sollte, die in der Dakar-Gaston Rahier-Version nur auf 1000 Exemplare limitiert ist, testen wir die AirShell Sommer-Jacke in ihrem Neongelben Outfit.

 

Ihre Mesch-Einsätze lassen sich ohne eingezipptes Futter nicht verschließen und ermöglichen eine gute Kühlung. Der getestete Komfortbereich liegt zwischen 30 bis 22°C. Ganz anders, wenn das Gore-Tex Futter eingezippt ist. Zwar wird dann keine Winterjacke daraus, aber das Air Shell Jacke ist in der Übergangszeit und auch bei leichten Regen fahrbar.

 

 

 

BMW Airshell Jacke (Neon): Preis: 410 €



15.03.2018 12:15 von Markus Golletz

Der andersartige F800GS Adventure Video Test aus Canada



12.02.2018 13:29 von Markus Golletz

Motoscan BMW Diagnose-Adapter (OBD II) #Tankrestreichweite

Kodieren und Rückstellen mit MotoScan

Tankrestreichweite umkodieren
Tankrestreichweite umkodieren mit Motoscan

 

Lange haben wir danach gesucht. Das es an der GS Möglichkeiten gibt, die Service-Intervalle zurückzustellen, hatte sich spätestens seit dem GS911 Adapter ergeben. Doch Motoscan.de bietet nun auch per Handy-App preisgünstig (aber Modellabhängig) verschiedenste Funktionen. Neben dem Reset (Remember Datum einstellbar) des Serviceintervalls kann auch elektronisches Zubehör hinzugefügt werden, Sebsttests getätigt, aber auch Funktionen im Bordcomputer per Kodierung hinzugefügt werden.

Notwendig dazu sind neben einem Adapterkabel (29€), ein BT-Adapter (UniScanCar Adapter ab 49 €) und eine Motoscan Professional- oder Vollversion (29,99/49€).

 

Das Restreichweiten-Problem gelöst

Die ersten F 800 GS-Modelle zeigten im Bordcomputer an, wie viele Kilometer die Restreichweite des Tanks sein wird. Diese Funktion wurde seitens BMW ab ca. Baujahr 2011 umkodiert zu: der zählte nun nur noch die Kilometer, ab Beginn der Reserve. 80 bis vielleicht 100 km könnten da möglich sein. Eine Restreichweite (#Restwegzähler) schwankt natürlich je nach Gasstellung und Fahrweise. Daher hatte BMW, vielleicht auch aus rechtlichen Gründen, auf die heute übliche Funktionsweise zurückgestellt. Die berechnete Restreichweite der Tankfüllung entfiel damit ersatzlos.

Auf unsere Anfrage, wie, bzw. ob man das auch wieder umstellen könne, gab es von BMW nur abschlägige Antwort. Nun haben wir eine Lösung gefunden!

 


Original und Fälschung: Diagnose Adapter

 

Über die Motoscan-App in der Funktion Kombi-> Kodieren kann bei manchen Modellen der F 800 GS diese Funktion wieder freigeschaltet werden. Wir kodierten dabei Tankreichweite und Tankrestreichweite auf 'aktiv' und hatten somit die alte Möglichkeit der Reichweitenanzeige wieder im Cockpit freigeschaltet!

Ähnliches berichten K-Fahrer, die ebenfalls nicht genutzte Funktionen im Bordcomputer fanden und freischalten konnten.

Was sich noch genau kodieren lässt, kann ich leider nur anhand meiner 2011er GS 800 feststellen. Es kam z. B. die Frage auf, ob sich z. B. nachträglich einen Gelände ABS aktivieren lässt. Hierfür sollte man sich an das Motoscan Forum halten.

Neu 2018 sind die Funktionen E'ntlüftung von ABS' (bei fast allen ABS Modulen inzwischen möglich). In Vorbereitung sind die Kalibrierungen für ESA Federbeine und Foliensensor für die Tankfüllstandsanzeige.

Info: 

 für die MotoScan App!

 

 

Ein Versuch mit einem billig Adapter (ELM 3227 min) schlug fehl. Es gab schon bei der BT Verbindung Fehlermeldungen.

 

Gibt es etwas zu ergänzen? Nur zu!

Kommentar von Peter Distler | 31.05.2015

Mich würden mal die Touratech Tractive Federbeine im Vergleich zu den originalen ZF-Sachs Beinen interessieren. Sonst finde ich MR gut gemacht und auch die kleinen Tipps am Rande bringen es. Weiter so!
Peter

Letzte Änderung: 20.03.2018
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