CTEK MXS 0.8 (XS 800) Motorrad-Ladegerät
Von Säureschichtung und sulfatierten Zellen
Mit maximal 800 mAh Ladestrom ist das Ladegerät der schwedischen Firma CTEK genau das Richtige für Motorradbatterien. Denn der Ladestrom sollte nur ein Zehntel der Nennleistung (in Ampere) betragen. Motorrradspezifische Problemfälle und Standschäden können damit behandelt werden: Sulfatierte Zellen in der Batterie treten als typischer Standschaden auf. Sie äußern sich bei Blei Akkus durch harte oder weiß gewordene Platten.
Achtung, bei CTEK wurden seit Dezember 2010 Typenbezeichnungen der Ladegeräte vereinfacht: Aus dem XS 3600 wurde das MXS 3.6, aus dem XS 800 das XS 0.8 und das MXS 5.0 ersetzt das Multi XS 4003.
Bleisufat-Kristalle lagern sich an und verringern die aktive Oberfläche der Metallplatten. Das führt zu einer schlechteren Reaktionsfähigkeit der Batterie. Stark sulfatierte Zellen nehmen keine Ladung mehr auf. Meistens entsteht Sulfatierung bereits dann, wenn die Spannung im Stromspeicher unter einen Wert von 12,3 Volt abfällt. Für solche Fälle startet das MXS 0.8 (ehemals XS 800) einen Versuch der Entsulfatierung, der sich durch ein Klackergeräusch (Pulsmodus) und ständiges Umschalten zwischen den beiden Dioden am Gerät bemerkbar macht. Nur bei schneller Wiederaufladung kann das Sulfat wieder an die Säure abgegeben werden.
Dem kann das Gerät zumindest teilweise abhelfen. Allerdings können die Kristalle durch Erschütterungen von den Elektroden abfallen, was zu einer Schlammschicht am Boden der Batterie führen kann. Wenn die Schlammschicht so hoch wird, dass sie beide Elektroden überbrückt, entsteht ein Kurzschluss, die Akkuzelle ist zerstört.
Das Gerät kann auch als Überwinterungsprogramm permanent angeschlossen bleiben. Mitgeliefert wird ein Batterieanschlusskabel mit Ringkabelschuhen und Stecker zum Ladegerät. Alternativ sogar ein Indikator-Stecker ‚Eyelet‘, der per Ampel-Diode den aktuellen Ladestand des Akkus und somit ggf. Handlungsbedarf anzeigt.
Die Säureschichtung in Blei-Akkus ist ein anderes Problem: Ist die Säure und das Wasser in der Batterie geschichtet, tritt ein relevanter Kapazitätsverlust durch die Entmischung der Elektrolyte ein: Die dichtere Säure lagert sich unten ab, die dünnere oben. Bei Vliesakkus tritt dieses Problem wegen der geschlossenen Bauform zumindest nur vermindert auf. Das CTEK Gerät erkennt auch diese Situation und versucht über ein Pflegeprogramm eine Regeneration.
Wunder kann das Gerät auch nicht erwirken, nur macht es sich schnell bezahlt, wenn die Batterie auf einmal die doppelte Lebensdauer hat. Bei der Benutzung bitte unbedingt darauf achten, dass die Batterie offen ist (falls möglich).
Gut gefallen haben im Test die einfache Handhabung und die sehr gut isolierten Klippzangen für die Batteriepole. Als Zubehör kann man zum Gerät einen Indikatorstecker ‚Comfort Indikator Eyelet‘ ordern (7,50 EUR)
Features und Daten XS 800/MXS 0.8
- 4-stufig vollautomatisch primär geschaltet mit IUoUp-Kennlinie (MXS 5.0 = 8 Ladeabschnitte)
- Lädt Blei-Säure-Batterien (Offene, MF, GEL und AGM) von 1,2Ah bis 32Ah, 1,2-100Ah Erhaltungsladung.
- Erhaltungsladung mit Pulsen verlängert die Lebensdauer und erhöht die Leistung der Batterie.
- Lädt auch vollkommen entladene Batterien.
- Pulse zum Auffrischen von Batterien mit leichtem Sulfatgehalt.
- Niedriger Rückstrom, niedriger Rauschwert und Unabhängigkeit von der Eingangsspannung (220-240V).
- Hohe Effektivität: 85%
- Lieferung mit zwei austauschbaren Anschlusskabeln, einem mit Polklemmen und einem mit Ringkabelschuhen.
- Kann monatelang angeschlossen bleiben, ideal für Saisonfahrzeuge.
- 5 Jahre Garantie
Das Gerät ist für Gel-, MF- und Bleiakkus konzipiert und kostet zwischen 43 und 50 EUR im Fachhandel. Das MXS 3.6 (früher XS 3600) mit ähnlichen Features kann man auch für das Auto mitbenutzen. Beim MXS 3.6 kann man zwischen drei verschiedenen Ladeströmen wählen. Preis: 70 EUR
M.G.

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