28.04.2018 12:10 von Markus Golletz

Streckensperrungen in Deutschland

Keine Durchfahrt wegen Lärm?
Keine Durchfahrt wegen Lärm?

 


Streckensperrungen für Motorräder in Deutschland haben auch 2018 Konjunktur. Im Frühjahr 2018 teilte der Märkische Kreis in Lüdenscheid mit, dass ab 2018 die L707 (Nordhelle) für Motorradfahrer in der Zeit von 01.04. - 01.10 gesperrt wird. Der BVDM wird Klage einreichen. Einen Erfolg mit einersehr motorradfreundlichen Begründung konnte der BVDM hingegen bei der von Sperrung bedrohten L87 bei Bramsche erreichen. Die Sperrung sei nicht zulässig, weil eine einseitige Sperrung einer öffentlichen Straße eine 'einschneidende Maßnahme' sei, die nicht allein aufgrund von Interessen-geleiteten Zeugen (Anwohnern) durchgesetzt werden kann.


Doch zur Saison wird es auch dieses Jahr wieder zu (teils tätlichen) Auseinandersetzungen zwischen Erholungssuchenden und Motorradfahrern kommen. Gipfel tun sie manchmal in Sabotage-Akte an beliebten Motorradstrecken, dort wurden in der Vergangenheit auch schon mal bei Nacht und Nebel ausgelegte Nägel oder Öl in Kurven gefunden. Muss es soweit kommen?

 

Die Gründe für das aneinander geraten sind in der hohen Fahrzeugdichte, dem große Bestand an älteren Motorrädern und im synchronen Freizeitverhalten aller beteiligten Gruppen zu suchen. An sonnigen Wochenenden wollen alle zu den selben Orten und dann entsteht der Interessenkonflikt. Der Osten Deutschlands kommt in puncto einseitiger Sperrungen für Motorräder weitaus glimpflicher davon.


Motorräder sind in den letzen Jahren wieder lauter geworden. Schuld sind die Klappensteuerungen in den Auspuffrohren, die quasi genau um den Prüfzyklus herum gebaut werden. Seitens des Gesetzgebers hält man an dem nur leicht modifizierten, nicht Praxis gerechten Messzyklus fest, aus Europa wird auch keine Einigkeit signalisiert. Letztendlich kann vor allem der große Motorrad-Fahrzeugbestend vor mit Baujahr vor 2017 nach Herzenslust manipuliert werden. Reell wird das keine Milderung der Situation bringen und auch keine Verbesserung der Geräuschemissionen. 'Verbesserungen' ist sicherlich diskussionswürdig, aber auch, dass es so nicht weitergehen kann auch.

 

Der Tourenfahrer 5/2018 hat sich ausführlich mit der Problematik beschäftigt (Ulli Böckmann) und einen hervorragenden Artikel mit vielen Originaltönen abgeliefert. Darunter auch von IVM, BUND und BVDM.

 

Der BVDM hat hier dazu ebenfalls eine differenzierte Meinung und ist aber gegen Streckensperrungen, die weder eine Lösung für die Lärmproblematik noch für das Unfall-Geschehen bringen juristisch aktiv. Auch die Biker Union sammelt dazu bei ihrem Roadcheck Daten.

 

Lösung in Sicht?

 

Was kann also der Einzelne oder die Gruppe unternehmen? Einmal, den hier genannten Motorradverbänden zuarbeiten, disziplinierter und antizyklischer und letztendlich leiser fahren. Das Gespräch mit anderen Erholungssuchenden suchen und sich für sportliche 'Exesse' eher auf abgesperrtes Terrain bewegen. Und auch mal die Überlegung starten: Muss ich für das neue Bike unbedingt einen 'sportlicheren' Auspuff kaufen.

 

 

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