Endurostiefel für alle Fälle

Über das Jahr hinweg testete MR unter verschiedensten Bedingungen Motorradstiefel für die Motorradreise. Vom reinrassigen Cross-Stiefel bis zum gemäßigten Endurostiefel reichte die Bandbreite. Mehrere Tester mit unterschiedlichen Ansprüchen konnten so ihr Urteil abgeben. Der Schwerpunkt der Testauswahl liegt abseits befestigter Wege.

 

Weitere Motorrad Stiefeltests hier auf MR

 

Glaubensfrage: Stiefel oder Wanderschuh

Ob man auf einer Tour mit Enduro-, Sport- oder Wanderstiefeln Motorrad fährt, ist so etwas wie eine Glaubensfrage in der Motorrad-Szene. Wer auf Sicherheit nicht verzichten möchte, geht Kompromisse bei der Fortbewegung auf Schusters Rappen ein. Nur wenige Stiefel versprechen universelle Fähigkeiten: genug Bewegungsfreiheit und trotzdem optimalen Schutz. Entscheidend für den Komfort ist eine gute Passform. Wie unser Test zeigt, geht Probieren über Studieren, denn die Größenangaben fielen nicht sehr einheitlich aus und viele der italienischen Stiefel sind auf einem schmalen Leisten gefertigt. Selbst Topprodukte leierten etwas aus und italienische Modelle fielen kleiner aus als erwartet.

Viele italienische Crosstiefel fielen kleiner als erwartet aus.

Im Test trafen Stiefel von Axo, BMW, Dainese, Alpinestars, Sidi und Gaerne, Stylmartin, sowie Daytona aufeinander.

Die Ansprüche und Kriterien sind bisweilen widersprüchlich, denn Tourenfahrer haben andere Ansprüche an einen Stiefel als Enduristen, die - wann immer es geht - abseits asphaltierter Straßen unterwegs sind. Beurteilt wurden Sicherheit, Komfort, Anziehprozedere und die Handhabung, on- und offroad.
Kann man Schalthebel und Bremse noch gefühlvoll bedienen, sind genug Protektoren an den richtigen Stellen vorhanden? Oder: kann man mit dem Stiefel auch eine Besichtigung ohne Qualen überstehen? Schlussendlich geht es auch um das Fußklima, um die Temperaturen, die je nach Einsatz im Stiefel vorherrschen.

Zu den getesteten Cross- und Endurostiefeln gehören der Axo Boxer MX, der über Louis vertrieben wird, der Alpinestars Tech 3 und die BMW Rally Modelle GS Pro und II. Im Sortiment für den gemäßigten Einsatz, dafür aber mit Gore-Tex Membrane, spielen der bewährte Daytona Trans Open GTX, der Dainese MIG II, Stylmartin Impact Pro (2017), sowie der klassische Trialstiefel ‚Balance oiled‘ von Gaerne aus Italien.

Bei Enduro- und Cross-Stiefeln kommt es besonders auf die Faktoren Sicherheit, Beweglichkeit und Steifigkeit der Konstruktion an. Sohlen haben nur wenig oder ein Schuppen-Profil (Cross-Sport), damit sie nicht bremsen oder sich im Untergrund verhaken. Steifigkeit ist wichtig, wenn es um die Landung nach dem Sprung geht. Die Beweglichkeit ist nur gewünscht, um schalten und bremsen zu können und um einen guten Kontakt zum Motorrad zu bewirken. Wer einmal nach einem Sturz seinen Fuß unter einem Alu-Koffer eingeklemmt hatte, wird auch für sichere Protektoren an Schienbein und Knöchel plädieren. Die meisten dieser Stiefel sind Lederkonstruktionen mit Plastikprotektoren und 4 Schnallen.

geklebte oder genähte Sohle?

Die hochwertigen Stiefel habe meist die klassische zwiegenähte Sohle, bei der Brandsohle und Obermaterial miteinander vernäht sind. Diese robuste Bauweise wird nur noch in Italien fabriziert, weil nur dort die alten und robusten Maschinen dafür vorhanden sind.

 

Stylmartin Impact Pro

Ein Stiefel, der ähnlich wie der Gaerne Balance oiled einen Kompromiss darstellt: Zwischen Bequemlichkeit und Enduro-Tauglichkeit. Stylmartin nennt ihn dann auch einen 'Trialboot'. Man zieht ihn gerne an, die drei Schnallen lassen sich per Hebelmechanismus gut einrasten. Der Stiefel besteht aus einem hohen Lederanteil und einer ebenen, profilierten Gummisohle. Die Machart zeichnet sich durch eine zwiegenähte Bauweise (Sohle und Lederoberschuh vernäht) aus. Der Impact Pro ist ein wenig voluminöser und höher als der Balance oiled, bietet also etwas mehr Halt. An seiner Innenseite finden wir abriebfestes Gummi, damit das Leder nicht durchschmort. Der Stiefel fällt für italienische Verhältnisse relativ groß aus und wird in der Slowakei gefertigt. Innen drin steht aber auch 'Montebelluna', was auf Teilproduktion in Italien hinweist.

Drei Farbvarianten stehen zur Auswahl, wer doch mehr Leder wünscht, muss zu dem Impact RS ausweichen, der dem Balance oiled noch näher kommt.

Was wir bisher noch nicht testen konnten, ist die Wasserfestigkeit des Impact Pro. Zuviel würden wir da nicht erwarten, es wird aber die hauseigene Antex Membran verwendet. Unser Empfehlung: Für alle Tage und den leichten Enduroeinsatz. Geeignet auch als Enduro-Tourenstiefel.

Schöne Webseite: Stylmartin.it | Impact Pro | Händlersuche bei Gran Canyon Bike GmbH

 

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Axo Boxer MX

Der Axo Boxer MX-Stiefel hat für schlanke Waden eine hervorragende Passform, liegt leicht und geschmeidig an und ist besonders in der zwiegenähten Sohle und im Knöchelbereich sehr stabil. Trotz Wassersperre gelang beim Reinigen des Stiefels etwas Wasser in den Schuh. Der trägt sich aber wegen seiner nur 1515 g sehr bequem und macht auch mal einen Fußmarsch mit. Allerdings will so ein genähter Stiefel eingetragen werden, damit das Knöchelgelenk beweglicher wird. Das Leder hat sicher nicht die Qualität wie das des Gaerne Balance, ist aber an der Oberfläche versiegelt. Möglicherweise wird an manchen Stellen auch der Lederersatzstoff Lorica verwendet. Falls einmal eine der 4 stabilen Plastikschnallen kaputt geht, gibt es bei Louis Ersatz (26 EUR). Der Axo Boxer kostete als Auslaufmodell bei Louis zuletzt 129,95 EUR und ist damit der günstigste Stiefel im Test.

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BMW Rallye Stiefel

Gleich zwei Enduro-GS- Modelle sind von BMW zu haben. Der ältere hört auf den Namen Rallye GS II, der neuere ist das Modell Rallye GS Pro. Der GS II ist nur noch als attraktiver Restposten im Handel. Beide Stiefel sind zwiegenäht, der ‚Pro‘ ist eine komplette Neukonstruktion, die je Schuh zwar fast 300 g schwerer ist, aber mit kleinen Fehlern des Rallye II aufräumt: Ein hygienischer, waschbarer Innenschuh und besser bedienbare Aluminium-Schließer machen zusammen mit dem Wegfall des inneren Schnürsystems den Einstieg leichter. Das Gelenksystem am Knöchel wurde ebenfalls verbessert (kein Quietschen mehr). Insgesamt wurden die Übergänge glatter, was die Gefahr des Verhakens beim Offroad-fahren vermindert. Die innen liegende Schnürung des GS II ist zwar nicht schlecht, verlängert aber das Anziehprozedere. Manchmal verklemmt sich dabei das Schienbeinschild. Beim neuen Rallye GS Pro trägt ein Innenschuh zu einer universaleren Passform und mehr Komfort bei. Beim (vorsichtigen) Dampfstrahlen bleiben beide Stiefel überwiegend dicht. Velourleder ist beim GS Pro nur noch an der Schafft-Innenseite eindeutig zu identifizieren, sonst wird mehr auf Kunstwerkstoffe gesetzt. Die Schaftweite beim Rallye Pro wurde auf den Einsatz von Orthesen abgestimmt. Die BMW Stiefel werden vom norditalienischen Fabrikanten Diadora (Forma) hergestellt.

 

 

Nachtrag: Nach 2 Jahren im Crosseinsatz ist der BMW Stiefel GS II am Ende: Im Knickbereich eingerissen und Sohle und Brandsohle bis aufs letzte (wegen Kicken) durchbrochen. Das lässt Fragen nach Herstellungsqualität und den verwendeten Materialien aufkommen. Wir hätten mehr erwartet.


Preis für den Rallye GS Pro: 325 EUR
BMW Rallye GS Pro Gewicht: 2275g (Gr. 45)
BMW Rallye GS II Gewicht: 1987 g (Auslaufmodell)

Bewertung: beide gut, Rallye GS II abgesehen vom Gewicht eine Nuance besser

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Alpinestars Tech 3 & Dainese MIG II

Der Alpinestars Tech 3 gehört zu den beliebtesten (Einsteiger-) Cross-Stiefeln im Alpinestars-Programm. Es gibt ihn in einer geklebten Konstruktion mit Crosssohle als Tech 3 oder auch mit der Zusatzbezeichnung ‚All Terrain‘ (AT) in der Enduroversion mit genähter und profilierter Sohle samt Stahlschleifern. Sein günstiger Preis kommt aufgrund fehlender Features wie Innenschuh und Metallschließen zustande. Mit dem normalen (geklebten) Tech 3 kommen auch Anfänger gleich gut zurecht, weil der Stiefel kaum eingetragen werden muss. Seine Passform ist universell, seine Verarbeitung entspricht nicht der der genähten Stiefel, geht aber in Ordnung. Beide Modelle kosten ca. 170 EUR und sind für Piste, Enduro oder auch die Fahrt auf der Straße gleichermaßen gut geeignet.


Für nasse Tage und den vornehmlichen Straßeneinsatz kristallisierten sich der Daytona Trans Open GTX und der Dainese MIG II als eine gute Wahl heraus. Mit seinem italienischen Chic und einer guten Passform für schmale Füße kann der Dainese Stiefel auf der Straße überzeugen. Seit dem der Daninese Virunga D-WP nicht mehr ohne weiteres verfügbar ist, müssen Dainese-Fans auf den Gore-Stiefel MIG II oder den Longbow ausweichen. Der MIG II hat eine leichte, geklebte Vibramsohle, einen mittelhohen Schaft mit Schaum-Schienbeinschutz und eine abgedeckte Reißverschluss-Leiste. Nennenswerte Protektoren findet man sonst nur am äußeren Knöchel. Das Innenleben des in Rumänien hergestellten Stiefels wird von der Gore-Tex-Ausstattung und einem herausnehmbaren Fußbett dominiert. Wer es mit dem MIG II abseits geteerter Straßen nicht übertreibt, hat auch auf verregneten Touren einen treuen Begleiter. Einen sommerlichen 10 Tage-Trip nach Südengland absolvierte der Stiefel ohne Beanstandungen. Im Langzeittest schneidet der Tech 3 sogar als Pries/Leistungs-Sieger ab.
[Preis: 187 EUR]
Dainese:
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Alpinestars:
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Daytona Trans Open GTX

Etwas kostspieliger, aber auch wesentlich aufwändiger verarbeitet, ist der Daytona Trans Open GTX. Während der MIG II nur 937 g wiegt, ist der Daytona mit 1434 g pro Schuh viel solider, allein schon wegen der verstärkten Zehenkappe, des Daytona Trans Open-typischen Doppelreißverschlusses für einen leichten Einstieg und einer robusteren Sohle. Der Daytona macht das Rennen, wenn der Weg auch mal abseits von Asphalt durch das Gehölz führt. Hier bietet er besseren Schutz und Komfort. Sehr angenehm ist am Trans Open das Einstiegssystem mit zwei Reißverschlüssen und dem teilweise gedoppelten Stiefelschaft aus 2,8 mm dickem, wasserabweisenden Chrom-Vollrindleder. Bei einem Winterausflug bekam der Trans Open Bestnoten was seine Wasserfestigkeit und Wärmeleistung angeht. Mit dem Trans Open wird auch mal ein längerer Fußmarsch nicht zur Qual. Vorsicht nur bei der Größenwahl. Das Testmodel weitete sich etwas und fiel schlussendlich sehr groß aus. Ist der Stiefel zu groß, hebt man beim Gehen mit der Ferse von der Sohle ab, was zu Scheuerstellen führen kann. Trotz Stretch-Zonen am Schaft kann man den Stiefel nicht enger stellen, weil keine Querschnallen vorhanden sind. So kommen wir zu unserem letzten Testkandidaten, der in vieler Hinsicht ein guter Kompromiss aus allen ist: der Gaerne Balance Trial-Stiefel.
[Preis: 324,95 EUR bei Louis]

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‚Gaerne Balance oiled‘ – Multitalent nicht nur für Trialer

Überraschend vielseitig ist der Trial Lederstiefel Gaerne Balance in der geölten Version. Sein Schnitt erinnert an eine Kreuzung aus Enduro- und Straßenstiefel. Im Trialsport ist die größtmögliche Bewegungsfreiheit äußerst wichtig. Deswegen hat der Stiefel glatte Oberflächen (ohne Schalthebelverstärkung), ist wie der Trans Open nur etwa 34 cm hoch, hat Schienbein- und Knöchelprotektoren und drei neu gestaltete, robuste Aluminium-Schließer. Ausgekleidet mit einer Drytech-Membran und aus dem besten Rinder-Oberleder von Vincenza gefertigt, ergibt sich ein äußerst schicker Stiefel mit Allroundeigenschaften: Man fährt sicherer als mit einem Straßenstiefel, der Fuß ist vor Regen geschützt, man hat den Schutz eines Endurostiefels und eine gute Bewegungsfreiheit dazu. Auch die gerade Sohle aus Gummi-Krepp wartet mit guten Abroll-Eigenschaften auf. Sie ist steif genug für das Ankicken mit dem Kickstarter, trotzdem trägt der Balance nicht so dick auf wie ein Cross-Stiefel, bei dem mitunter der Schalthebel verstellt werden muss. Zu bedenken bleibt lediglich, dass die Trial-Kreppsohle keinen Absatz hat (Abrutschgefahr beim Kicken) und dass die Drytech-Membran es manchmal etwas zu gut meint: es entsteht etwas Kondenswasser. Auf dem Tourer kommt man mit dem Gaerne Stiefel sofort gut zurecht. Der Spritzguss-Schienbeinschutz macht für gelegentliche Off-Road-Exkursionen ebenfalls einen passablen Job. Herausragendes Merkmal am ‚Balance oiled‘ ist aber die einzigartige Qualität des Oberleders, die dem Stiefel Geschmeidigkeit, Zähigkeit und eine gute Wasserresistenz beschert. Die Membran verdient hingegen nicht das Prädikat wasserdicht.
Als ‚Balance Pro Tech‘ und ‚Classik‘ gibt es den Stiefel in verschiedenen Farben mit der gleichen Vibramsole, allerdings in einer anderen Lederqualität.
[Preis: ca. 261 EUR]

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Sidi Crossfire

(Gastkommentar Jörg Jeske April 2015)

Sidi Crossrire haben einen exzellenten Ruf was die Haltbarkeit angeht. Der amtierende Motocrossweltmeister fährt SIDI Crossfire. Was die Haltbarkeit angeht kann ich das nicht ganz unterschreiben da sich bei meinem Modell nach einen halben Jahr die Sohle abgelöst hat. Das konnte ein Schuster mit der richtigen Presse zum Glück wieder dran kleben.

Nach einer Saison zeigt die Sohle aber schon Ermüdungserscheinung so dass sie bald ausgewechselt werden sollte, dabei sollte wieder beachtet werden das ZAP-Fußrasten nicht gerade Sohle schonend sind. Bei meinem anderen Paar Sidi reißt das Schnallenplastik ein, was sich von Jahr zu Jahr ganz langsam vergrößert. Die Passform ist gut, der Tragekomfort würde ich als ausreichend beziffern. Ein Crossstiefel sollte vorne flach sein, damit es keine Probleme beim Schalten gibt. Der Crossfire ist flach, dass wenn man gewohnt ist geräumiges Schuhwerk zu tragen es vorne unbequem wird. Auch kann er den Komfort eines Stiefels mit Innenschuh nicht bieten. Dafür ist er dank Gelenk sehr beweglich.

Endtäuscht bin ich von der Firma SIDI ein wenig da wir ein SIDI Flexforce gekauft hatten (Auslaufmodell) aber man nach einem halben Jahr keine Schnallen (einfach gerissen)  nach mehrmaligen hin und her mehr geliefert bekommt.

Von anderen ist zu hören, dass ein Crossfire ohne Probleme 5 Jahre Crossbetrieb mit macht ohne schwächen zu zeigen.

Ich bin hin und her gerissen ob ich ein Alpinstars ca. 150 € günstiger vor ziehen würde da der Stiefel mich von der Passform/Komfort  überzeugt hat.  Ich hatte mit dem Schalten keine Probleme, da er vorne geräumig baut. Er hat kein Gelenk ich fühlte mich aber in dem Stiefel sicher.

 

Alpinestars, Gaerne, Sidi: Nachbarn aus dem Prosecco-Gebiet

Wie an einer Perlenkette aufgereiht liegen die Werke der drei großen Namen Alpinestars, Gaerne und SidiTreviso. Warum das so ist, erklärt Manfred Emig, der seit 4 Jahren MV-Trading Gaerne Direktvertriebsleiter für Deutschland ist:

80% der Stiefelhersteller Europas sind im Veneto angesiedelt

In Vicenza liegt die größte Ledergerberei Europas und deshalb haben sich rund 80% der Stiefelhersteller Europas hier angesiedelt. Kurze Wege zu den Produktionsstätten sicherten günstige Herstellungsbedingungen. Auch wenn Alpinestars einen Teil der Produktion 2006 nach Asien und Rumänien auslagerte, werden in der italienischen Provinz Treviso immer noch die High-End-Produkte der Stiefelbaukunst hergestellt. In manchen Fällen wurde die Produktion aus Fernost wieder zurückgeholt, wie die Oberklasse von Gaerne hat sich ausschließlich auf ‚Footware‘ spezialisiert: Motorrad-, Wander- und Fahrradschuhe sind die hauptsächlichen Artikel. Carlo Moro von Gaerne SPA gibt uns zu verstehen, dass vermutlich auch andere Stiefel dieses Tests aus italienischer Produktion stammen. Die Machart mit Doppelnaht trotz extremer Materialdicken wird praktisch ausschließlich in der Provinz Treviso gefertigt. in unmittelbarer Nachbarschaft nahe dem italienischen Alpinestars-Stiefeln, mit deren Fertigung es in Fernost offensichtlich Probleme gab.


Fazit: Sehr hilfreich ist für Motorradreisende der Blick über die herkömmlichen Kategorien hinaus. Auch wenn man bei den Marktführern Alpinestars und Daytona schnell fündig wird, brachte der Trialstiefel Balance oder der Preistipp Axo Boxer eine angenehme Überraschung mit sich. Insgesamt präsentieren sich alle Stiefel auf hohem Niveau. Nur über den genauen Einsatzzweck sollte man sich im Klaren sein. Denn ein Besichtigungsprogramm bei 35°C macht genauso wenig Spaß wie ein Offroad-Abstecher mit Straßenstiefeln.

Letzte Änderung: 29.08.2017
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