Test Canon EOS 7D Mark II

Canon lässt der betagten EOS 7D umfangreiche Updates angedeihen. Sie kommt nun mit einen der empfindlichsten Autofokus-Systeme mit Gesichtserkennung und einem weitere Megapixel an Auflösung daher.

 

In Sachen innovativer Bedienung ging die EOS 7D immer besondere Wege. Der Rate-Knopf und ein weiterer AF Wahlschalter kamen diesmal hinzu, das Programmwahlrad ist nun gegen versehentliches Verdrehen gesichert. Viele Tasten sind frei konfigurierbar oder abschaltbar. Am Gehäuse wuchs geringfügig sonst sind nur geringfügige Änderungen festzustellen, mit der Ergonomie werden sich Canon User sehr vertraut fühlen. Im APS-C Segment darf die Bildqualität auch nicht zu gut werden, denn dann wäre ja die Vollformatklasse in Gefahr. Auch die EOS 7D II lotet die Grenzen der APS-C Klasse aus, verschiebt aber nicht deren Grenzen.

 

Die Neue kann dank halbelektronischen Verschlusses schnellere Reihenaufnahmen als die 7D, sie hat ein hoch auflösenderes Display und misst die Belichtung nun per 150.000-Pixel-RGB-Sensor mit 252 Messfeldern – das ist eine Vervierfachung der bisherigen Werte. Aus dieser Verbesserung resultiert auch die Flacker-Erkennung (‚Flicker‘ leuchtet im Display). Die Kamera findet z. B. bei Neonlicht den hellsten Zustand (zwischen 100 und 120 Hz) heraus und löst dann aus. Die Trefferquote steigt. Das Fotografieren wird durch viele kleine Modifizierungen einfacher und verbessert das Handling und die Möglichkeiten für den Fotografen.

 

Der nun zweimotorige Verschluss- und Spiegelantrieb ermöglicht eine Bildrate von 9,5 pro Sekunde, das ist fast ein Wert wie bei Mirrorless Kameras. Eine abschaltbare GPS-Funktion inklusiver Digitalkompass ist nun genauso integriert wie die zeitgemäß fällige USB-3.0-Schnittstelle. Ein eingebautes WiFi fehlt in dieser Ausführung. Kernstück der Neuerungen sind der verbesserte Autofokus, der nun mit 65 Kreuzsensoren und dem sogenannten iTR AF-System (nutzen (iTR AF = intelligent Tracking Recognition Autofocus) arbeitet. Farb- und Gesichtsinformationen bewegter Motive sollen erkannt und störungsfrei nachverfolgt werden können. Dieses Feature (und seine umfangreichen Konfigurationsmöglichkeiten) gefielen und bei der Motorradfotografie, sie kommen insbesondere Sportfotografen zugute. Mirrorless Kameras bieten derzeit schon 90% Abdeckung des Sucherbildes über eine Kombination von Phasen- und Kontrast-Autofokus.

 

Schlechtes Wetter oder der Motorradtankrucksack kann dem nun noch besser spritzwassergeschützten Magnesiumgehäuse der 7D II kaum noch etwas anhaben. Die Dichtstellen gegen Staub und Wasser wurden wesentlich verbessert.

 

Für über 200.000 Auslösungen soll der Verschluss der Neuen ausgelegt sein (7D: 150.000). Durch zwei separate Motoren, von denen einer für den Spiegel-Antrieb und der andere für den Verschluss zuständig soll eine größere Effizienz möglich sein. Die Einschätzung können wir nicht uneingeschränkt teilen, denn am Ende hält die gleiche Akkuladung in der alten 7d wesentlich länger als in der Mark II- Ausführung. Der neue Akku ist nur leicht modifiziert, passt aber weiterhin in die älteren Kameras mit LP-E6N Akkus.

 

In der Praxis stellt sich heraus, dass der schnelle Phasenautofokus nur mit lichtstarken Objektiven alle 65 Kreuzsensoren bedienen kann. Im Videobereich soll die 7D MK II dank optimierter Objektverfolgung eine ganz große Leuchte sein, leider konnten wir das nicht testen.

 

Minus

  • Akku: Vorsicht! In der On-Stellung wird der Akku über Nacht leer gesaugt wenn man die automatische Abschaltung im Menü nicht auf ca. 1 Min. steht. Der Akku hielt insgesamt kürzer als beim Vorgängermodell, das könnte dem agilen AF oder dem neuen Verschluss geschuldet sein.
  • Mäßige aber kaum relevante Auslöseverzögerung bei schlechtem Licht
  • Kein WiFi, keine Panorama-Funktion
  • Hoher Preis, wenig Abgrenzung zur günstigeren 70D (Die hat ein Kunststoffgehäuse)

 

Plus

  • 100% Sucher
  • Schneller und konfigurierbarer Autofokus
  • Schnelle Bildfolge: gut für HDR
  • Endlich mit eingebautem Timer
  • Vielfältige Möglichkeiten den AF zu konfigurieren, z. B. auch, sich durch Objekte im Vordergrund nicht irritieren zu lassen
  • GPS Modul

 

Fazit:

Die EOS 7D MK II ist ein gelungenes Update zur betagten 7D von 2009. Etwas mehr Pixel und ein paar mehr innovativere Zugaben oder gar Motiv- und Szenenprogramme, wie bei der Nikon D750 hätten aber sicher auch gut getan. Die 7d MII ist damit eine sportliche Kamera, die mit etwas Vorbereitung auch Schnappschusstauglich ist. Ihre Stärken sind bewegte Motive, ihre Schwäche bleibt ein wenig ihr Rauschverhalten. Wir wünschten uns ein Klappdisplay und eine bessere Zusammenarbeit mit dem Handy.

An Robustheit ist auch die neue als Arbeitstier kaum zu überbieten und etwa gleichwertig mit den APS-C Nikon Kameras. Gegenüber den Alpha 7 Kameras von Sony lasten fast alle aktuellen DSLR Kameras schwer im Handgelenk, doch bieten sie dem ambitionierten Fotografen durch ihre Einstellmöglichkeiten und den optischen Suchern mehr Möglichkeiten für die individuelle Bildgestaltung. Direkte Konkurrenz kommt 2016 von Nikon mit der APS-C Kamera D500: Sie bietet schnelle Bildserien, High-ISO und 153 Sensoren für die Fokussierung und ein Touchdisplay.

Letzte Änderung: 23.12.2017
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