GPSMAP 276 Cx: Garmin 5-Zöller mit viiielen Knöpfen

Zumo 595 und GPSMap 276 Größenvergleich
Zumo 595 und GPSMap 276 Größenvergleich

 

2016 erblickte das GPSMap 276 Cx das erste Mal die Satelliten über sich. Es war die Wiedergeburt eines schon mal da gewesenen GPS-Gerätes, im inneren mit neuer Technik angereichert – gemacht für Freunde von brillanten Bildschirmen. Und es hatte eine Tastaturbedienung, Wischgesten sind dem GPSMap unbekannt.
Sicher, von Form und Gewicht hat man es eher mit einer Blackbox in den Dimensionen eines kleinen Ziegelsteins zu tun, doch: der hat Performance und hält lange durch.


Eigentlich wollten wir an dieser Stelle den 2019 neuen 7-Zoll-Overlander, gemacht für 4x4 Fahrer testen, aber Garmin riet uns ab: zu groß (sehen wir ein), keine Halterung vorhanden, nur IP5X (also nur staubdicht). Anhand von den Daten und der Größe nicht wirklich für das Motorrad gedacht. Jedoch gibt für ähnliche Geräte neuerdings eine RAM-Mound Halterung und tatsächlich eine Bluetooth Fernbedienung, wie wir sie uns auch für das GPSMap 276 Cx wünschen (Carpe Iter Control).

Mit seiner Größe und dem 5 Zoll Display ist für das GPSMap der verfügbare Platz an den meisten Motorrädern auch vollständig ausgereizt. Kleines Manko ist dabei, das man das GPSMap nicht hin eine Horizontale schwenken kann. Dann wären die Bedienknöpfe allesamt unten, was Vorteile hätte.

Man merkt dem Navi an, das es für den teilstationärer Einsatz konzipiert wurde: für die Fischerei, für 4x4, für den sitzenden Beifahrer oder die Beifahrerin als Navigator.

 

Erfreulich, dass die Halterung vom BMW Navigator Adventure bzw. den Montana Geräten von Garmin beibehalten wurde.  Ram Mount sorgt für den festen Sitz, eine Kabelsatz ist auch dabei. Im Auto hat man das Gerät richtigerweise für so schwer erachtet, dass es nicht an der Windschutzscheibe, sondern am Armaturenbrett befestigt wird.

 

Vom Einsatzzweck ist das GPSMap also ein echter Allrounder, mit der Einschränkung, dass er (oder sie) während der Fahrt für Motoradfahrer kaum sicher bedienbar ist. Das ist ein Problem beim Motorradfahren, genauso wie das gesamte Kapitel Bedienung beim Fahren. Niemals sollte man den Blick länger von der Fahrbahn abwenden müssen. Sicher, einen Wegepunkt kann man schnell setzen, aber selbst das verschieben der Karte wird zu einer Odyssee. Der Curser muss mit der Multiwippe an den richtigen Bildschirmrand geschoben werden und dabei permanent gedrückt bleiben. Das ginge mit Touch wesentlich einfacher.

 

 

Kommen wir zu den Highlights: Der 5-Zoll-Bildschirm ist aus jedem Winkel und jederzeit ablesbar und offenbart zu Zumos & Co ein völlig neues Navigationserlebnis. Alle bekannten Topo-Karten werden dadurch noch knackiger wiedergegeben, denn, die Vermutung wird nun zur Sicherheit: Die Zoomstufen der Karten reagieren auf die Auflösungsmöglichkeiten des Monitors. So hat man viel mehr Details schon in einer größeren Ansicht als auf einem resistiven Touchscreens. Bemerke, der Screen des GPSMap 276 Cx ist gänzlich berührungs<u>un</u>empfindlich.

9 Knöpfe und eine 4-Wege-Wippe auf der Vorderseite erlauben viele Direktzugriffe, das freut die Tastsinne und den eingewöhnten Benutzer.  Die Brillanz der Abbildung rührt von den 65536 Farben, und der Auflösung von 800 x 480 Punkte her (Zumo 595: WQVGA 480 x 272).

 

Kann alles, was Zumos auch können - aber ...

 

Im Prinzip kann der 276er (fast) alles, was auch die Zumos können, zuzüglich Wifi und astronomische Daten, Gezeiten, etc. selbst Zwischenziele, was wir fürs Motorradfahren für eine wichtige Standartfunktion halten, sind möglich. Doch das WIE ist hier entscheidend. Eine BT-Tastatur anzuklemmen funktioniert nicht, auch die Garmin Programme Smartphone Connect Mobile App (nur Benachrichtigungen), Explore oder Connect bringen keinen nennenswerten Vorteil geschweige denn erlauben sie es, gezielt Daten vom Telefon zu übertragen. Was soll das? Hier könnte man zumindest teilweise die schlechte Bedien-Ergonomie ausgleichen. Auch eine Spracheingabe wäre zeitgemäß in Zeiten, in denen Mobiltelefone schon komplette Transkriptionen beherrschen.

 

Wir haben eine Reihe von Karten auf den Zumo installiert. Topo Karten, OSM Karten, Karten von anderen Drittanbietern. Hier brilliert Garmin wieder, weil es alles zulässt. Auch wenn es bei zu wilden Kombinationen aus Birds Eye Select, Custom Maps und OSM basierter Teilkarten zu Komplikationen bis hin zu Abstürzen kommen kann, kann man immer schrittweise Karten ausknipsen oder einblenden, bis das Navi wieder störungsfrei funktioniert. Im Zweifel immer einen City Navigator auf dem Gerät speichern (und die anderen Karten auf der microSD-Karte, dann hat man immer ein einsatzfähiges Gerät. Zu den Highlights der Drittanbieterkarten gehören übrigens die OSM basierten Maps wie Garmin Freizeitkarte, Openfietsmap, oder die Straßenrouting tauglichen Openstreetmap.nl.

 

Das GPSMap routet je nach Wahl der Karte zuverlässig, auch auf abseitigen Routen. Ein dicker Akku mit 4400mAh Akku kann unter optimalen Bedingungen für bis zu 16 Stunden reichen. Selbst dann kann er gegen handelsübliche Akkus oder Batterien ausgetauscht werden.

 

Dahtlos

Wifi bringt etwas für Geräte-Updates, für die Bluetooth Schnittstelle haben wir nur die Kopplung mit dem Smartphone für ‚Smart Notifications‘ und die drahtlose Weitergabe von GPS-Dateien herausbekommen, also eine reine Monitorfunktion für wichtige Handy Nachrichten. Hier besteht noch Ausbaubedarf.

 

 

Das Killer Argument

Außer, dass keine Hochkant-Umschaltung vorhanden ist, liegen entsprechend alle Bedienelemente auf der rechten Seite. Beim Motorradfahren bedeutet das den Griff über das Display, weil nur die linke Kupplungshand zum Bedienen zur Verfügung steht. Das macht die (unerlaubte) Bedienung auf dem Motorrad während der Fahrt weitestgehend unmöglich.

 

Navigation

Selbst die gute alte Abbiegevorschau ist wieder da, wie einige sie noch aus Zeiten des Universalgenies GSPMap 60 CSx kennen. Es gibt eine Horizont- und Kompass-Seite. Leider sind nur vier teiltransparente Datenfelder möglich, Themes und weitere Datenfelder können ggf. aber verändert oder bei Garmin downgeloaded werden. Piep-Geräusche als Abbiegehinweis können aktiviert werden, die sind teiltransparent. Sprachausgabe etc. ist auf dem üblich hohen Garmin Standard. Hier gibt es nicht zu meckern, mit dem GPSMap kommt man sicher ans Ziel. Spezielle Motorrad-Features gibt es aber auch nicht. Wir meinen nicht die zweifelhaften Motorrad-POI’s sondern z. B. welche Kategorie von Wegepunkten (Tankstelle, Hotel, etc.) man sich vornehmlich anzeigen lassen möchte. Dafür gibt es Sprachausgabe, Wetterradar, Live-Track oder Garmin Connect Funktionen deren Kompatibilität zumindest per Firmware nachgerüstet wurde.

 

 

Fazit: Das wäre ein top Gerät, wenn man die Sozia es während der Fahrt bedienen könnte. So nur gut geeignet, wenn man nach Tracks fährt und das Gerät während der Fahrt kaum bedienen muss. Mit der Ausstattung hat es Garmin gut gemeint, der große Speicher für Routen und Wegepunkte war längst fällig und ist ein Ärgernis bei den Zumos, Micro USB und das fehlende Hochformat ist hingegen ein Versäumnis. Wer auf regelmäßig auf großartige Bedienung während der Fahrt verzichten kann, für den ist so ein halbstationäres großes Navigationsgerät genau richtig. Klare Sache, für die Zukunft müssen Sprachsteuerung und Lenkerfernbedienung her, damit man so ein Display wie das des GPSMap 276 Cx ungetrübt bei der Navigation genießen kann. In diesem Sinne kurios ist, das Anfang des Jahrtausends, als die mobile Navigation noch in den Kinderschuhen steckte, alle GPS Geräte so funktionierten, wie das GPSMap. Kaum jemand konnte sich vorstellen, zukünftig auf resistiven Touchscreens herumzutippen. Auf dem GPSMap 60 CSx, der Referenz, die 2005 das erste mal die Satelliten entdeckte, ging das auch ganz hervorragend. Nun haben sich die Zeiten, die Technik und die Gewohnheiten stark geändert.

 

 

Technische Daten

7.2 GB eingebauter Datenspeicher, davon belegen die vorinstallierten Karten 3.7 GB, so dass 3.5 GB zur Verfügung stehen

wiederaufladbaren Akku, durch drei handelsübliche AA-Batterien, oder durch 12 V extern aus Zigarettenanzünder im Auto

250 umkehrbaren Routen, 10.000 Wegpunkte mit Namen, Daten: GPI, FIT, GPX JPG,

 

 

Zubehörprogramme

Garmin Connect: zuständig nur für Handbücher, etc. aber keine Geräte-Einstellungen

Garmin Express: Speicherbelegung, keine Sicherungen, Daten können nicht heruntergeladen werden

Im Test die Softwareversion 4.80.0.0 (Ende 2019)

 

 

  • Kein Hochformat, kein Touch, 415g Gewicht
  • Langsamer Prozessor (bei Topo Karten)
  • Bedienelemente rechts: Beim Motorradfahren bedeutet das den Griff über den Monitor
  • Veralteter Mini-USB-Anschluss

 

 

  • Gezeiten und Astronomische Daten
  • Sonnenlicht resistenter 5 Zoll Bildschirm
  • Abbiegevorschau bei Annäherung
  • Text-to-Speech Sprachausgabe
  • Wetterkarte mit Niederschlagsradar über Wifi (!)
  • Voll konfigurierbares Wifi und BT
  • Virb Fernbedienung (Video und Foto)

 

 

Weiterer Testbericht:

 

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Letzte Änderung: 06.12.2019
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