Midland Intercom next Generation

Helmgeflüster

Intercom von Helm zu Helm über 1,6 Kilometer Entfernung? Vor ein paar Jahren konnte man das nur mit Hilfe von Funkgeräten. Heute bietet fortschrittliche Bluetooth-Technik in Verbindung mit gebührenfreiem Funk weitaus bessere Möglichkeiten.

 

Der Anbau ist einfach, wenn auch nicht professionell: Lautsprecher werden mittels Klett-Pads in den Ohraussparungen des Helmes befestigt und tragen nicht dick auf. Als Mikrophone stehen jeweils zwei Varianten zur Auswahl: Schwanenhals (für Jet- und Klapphelme) oder ein anklettbares für Integralhelme. Das Intercom selbst kann mittels Schraubplatte oder per Klebeplatte sinnvollerweise an der linken Helmseite befestigt werden. Nach dem Verbinden der Kabel sollten selbige im Helmfutter vergraben werden. Je nach Einbausituation stehen die Teile etwas vor und können bequem blind auch per Handschuh bedient werden. Angenehm ist die in drei Stufen einstellbare VOX-Funktion, die das Mikro beim Sprechen automatisch an und später abschaltet. Hier können drei Empfindlichkeiten eingestellt werden. Bei uns hat es mit der Grundeinstellung geklappt. Im Vergleich zum Vorgängermodell hat das BT-Next eine deutlich größere Reichweite und vermutlich einen größeren Akku. Der hält je nach Tourenlänge und Sprechhäufigkeit circa 1 - 3 Tage. Koppelt man alle möglichen Geräte, entscheidet das BT-System eigenständig über deren Prioritäten und Lautstärken. Eingehende Anrufe und Navigationsansagen haben dabei Vorrang.

 

Auch das ‚pairen‘ mit einem dritten Gerät funktionierte tadellos. Das alles sind gute Leistungen für ein System in dieser Preislage. Etwas kritischer sollte man hingegen die Dauerhaltbarkeit der Komponenten beurteilen. Nicht austauschbare Akkus können über den Winter schnell mal den Batterietod sterben und auch die (verbesserten Winkel-) Stecker sind nicht für häufiges und blindes An- und Abstecken (kann beim Laden notwendig werden) optimiert.

 

Auch die Bedienung klappte beim Fahren gut, Laut-Leise-Tasten sind gut ertastbar, bei einigen Helmen traten nur durch den Fahrtwind Verwirbelungen auf, die Geräusche verursachten. Manchmal nervten auch die Kabel, die sich nicht ‚barrierefrei‘ verlegen ließen. Hier kann man bei SW-Bike (Steffen Walther) individuell um Rat fragen. Insgesamt ist das BT Next von Midland ein gelungenes Update mit verbessertem Funktionsumfang im Vergleich zum Vorgänger Midland G8 Intercom bzw. BT-2. Seit  2012 sind optional noch eine Lenker-Fernbedienung und die Möglichkeit, mit Intercom's anderer Hersteller zu kommunizieren hinzukommen.

 

Plus & Minus

Plus

  • Reichweite (1600 Meter)
  • Kommunikation bis 4 Personen
  • Aktuelle Bluetooth-Technologie DSP
  • Mehrere koppelbare Geräte (Telefon, GPS, MP3 Player)
  • Ab 2012: Möglichkeit der Kommunikation auch mit anderen Anlagen wie z. B. Cardo
  • Ab 2012: Als Zubehör soll es ein Fernbedienung für den Lenker geben

 

Minus

  • Akku nicht wechselbar
  • Stecker für Headset nicht sehr haltbar
  • BT kann Windgeräusche verursachen, exponierte Antenne

Fazit

Neben anderen Geräten die auf dem Markt sind (baehr, N-COM, Carberg, oder Schuberth Rider Communications System (das sich sehr gut an der Helmunterseite in Schuberth Helme integrieren lässt) bietet das Midland MT-Next die besseren Funktionen. Im BT-Komfort und bei der Reichweite hat Midland derzeit die Nase vorn. Der häufige Nutzer wünscht sich nur etwas mehr Dauerhaltbarkeit und Ersetzbarkeit von Komponenten wie Akkus und Stecker.

 

Letzte Änderung: 04.02.2017
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