NEWS, Tests & Werksbesuche in Italien

Tour zu den Motorradwerken Italiens 2016, 2013 und 2009



In Norditalien liegen fast alle Produktionsstätten des italienischen Motoradbaus. Im 'Land der Motoren' (oder 'Silicon Valley') kommt man in Kontakt mit viel Leidenschaft, Herzblut und unkonventionellen Lösungen. Stolz und Lokalkolorit führen zu einer hohen Fertigungstiefe; die meisten Zulieferer kommen aus Italien. 2016 gibt es ein paar Änderungen, denn auch der Anteil von Zulieferern aus China steigt. Trotzdem werden die Motorräder in Italien gebaut.
Die Landkarte ist gepflastert davon, zwischendrin immer wieder auch noch eine Automobile Traumfabrik wie Ferrari oder Lamborghini und Maserati. 2009 machten wir uns das erste Mal auf, diesen Herstellungsorten einen Besuch abzustatten, 2013 war die Zeit reif, ein Update einzuholen. Dabei besuchten wir u.a. TM-Racing in Pesaro, Fantic, Umberto Borile und die legendären Vertemati Brüder. Im Juli 2016 fahren wir mit einer 650er SWM Enduro und einer 1200 Ducati Monster von Zupin (Chiemsee) zur heutigen SWM Produktionsstätte in Biandronno bei Varese und ziehen einen historischen Vergleich. Auf dem Weg besuchen wir weitere Zuliefer- und Motorrad-Zubehör Betriebe.

Hier zum Blog, bzw. der englischen Version von 2009:

[BLOG: Achtung, ggf. von unten nach oben lesen!]

 

Die vorherigen Werksbesuche von Markus Golletz und Jörg Jeske führten im Juli 2013 und zu Ostern 2009 (siehe Blog weiter unten) zu den Werken von Moto Guzzi, Husqvarna, Cagiva, Gilera, Vertemati, MV Agusta, Moto Morini, Ducati, NCR, Aprilia, Bimota, TM-Racing, Umberto Borile, Yamaha Italia und Benelli. Viel Spaß beim aktuellen Blog! 


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Tagebuch / BLOG 2009-2016

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Sonderheft Motorräder aus Italien

Anflug vom Monte Grappa ins Land der Motorräder
Anflug vom Monte Grappa ins Land der Motorräder

Im MO Sonderheft Motorräder aus Italien 2013 erscheinen noch im Herbst umfangreiche Reportagen und Berichte von dieser Reise zu Italienischen Motorradwerken. Der genaue Erscheinungstermin wird noch bekannt gegeben!

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MV Agusta - der Schlussakkord

Als wir beim Pförtner des MV-Werkes in Schiranna stehen, fährt ein schwarzer BMW Z4 vor. Entsprechend elegant steigt Alessia aus und begrüßt uns bei MV Agusta, wir sollen ihr folgen. Während der Pförtner noch mit Papieren beschäftigt ist, brausen wir hinter ihr über das ehrwürdige Gelände am Vareser See.  Der Pförtner ruft uns noch hinterher, doch das Zauberwort heißt Alessia und schon können wir passieren.

Alessias Büro liegt direkt neben dem von Giovanni Castiglioni: Sohn des verstorbenen Claudio, Nachfolger und ebenfalls Motorradmäzen in Italien.

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Hatte MV Interesse am Husqvarnawerk? Alessia verneint. Oder sagte sie eher „noch nicht“? Jedenfalls scheint die nagelneue von BMW neu gebaute Werkshalle akut trotz enorm gesteigerter Absatzzahlen von MV nicht von Interesse zu sein. 92% Zuwachs attestiert Motociclismo MV, die Zahlen lauteten ungefähr 4000 Stück in 2011, knapp 8000 in 2012 und 2013 könnten es noch mehr werden. Boomen tut es auch auf dem US Markt, für den die meisten der zur Auslieferung fertigen Modelle bestimmt sind. Gerüchten zufolge macht sich MV fit für die Börse, um mehr Kapital aufzunehmen. Aber das ist bisher nur ein unbestätigtes Gerücht...

Die Produktion gestaltet sich modern und trotz nur 145 Beschäftigten ständig im Absatz gesteigert. Brutales sind auch billiger geworden, günstigstes Modell ist die F3 675 Brutale, die mit den z. Z. wegen hohen Yen Kurs teuren Japanern neuerdings auch preislich konkurrieren kann. 

Betriebsrundgang: wir sehen die mechanische Bearbeitung von Zylinderköpfen, die komplizierten Bohrungen für radiale Ventile, die Vermessung der Teile und die Montage von Rahmen und Motor.

Die Fertigungstiefe ist hoch, außer Gussteilen und Standards wie Gabeln oder Federbeinen wird viel selbst hergestellt. Die Motoren sind allerdings im Laufe der Zeit dank Fertigungsoptimierungen leichter herzustellen. Auch die Rahmen kommen (nicht von Verlicchi) sondern aus der Nachbarschaft. Die neue MV Rivale sehen wir hingegen nicht. Deren Produktion wird gerade vorbereitet und beginnt anscheinend erst im Herbst 2013.

Eine Berufsausbildung ist in Italien nicht so ohne weiteres üblich, unsere Stichprobe ergibt aber, das viele (alle?) der in der Montage/Fertigung beschäftigten zumindest mehrjährige Erfahrungen und/oder eine schulische Metall-Grundausbildung absolviert haben. Um die Kollegen am anderen Ende des Sees ist man besogt: Bei MV und Husqvarna bediente man sich jahrelang dem selben Pool von Mitarbeitern, die mal hier und mal da arbeiteten. Nun werden fast 250 von Ihnen bei Husqvarna arbeitslos.

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Trotz Alessias Anruf bei Husqvarna werden wir von der neuen Pförtnerin nicht eingelassen. Sie ist zwar freundlich und telefoniert für uns, doch weswegen auch immer hat niemand für uns Zeit. Im Showroom dürfen wir nicht fotografieren und wir werden von der Empore stumm von zwei Mitarbeitern beobachtet. Informationen gibt es auch keine. Vorn auf dem Parkplatz stehen teure Autos mit Österreichischem und Münchner Kennzeichen... Ein Motorradfahrer kommt zum Werkstor gefahren und verschwindet bald wieder. Er hatte auch bei Husqvarna gearbeitet und ist nun arbeitslos. Eine seltsame Stimmung umschleicht uns, vor 4 Jahren herrschte hier noch Aufbruchstimmung, nun nur noch ein Showroom und ein bisschen Ersatzteilfertigung? Immerhin soll dieser Ort zu einer 'Niederlassung' für Husqvarna in Italien werden - die Motorräder des Jahrgangs 2013 kommen dann aus Österreich. Das Angebot in Österreich zu arbeiten hat kaum ein ehemaliger Husqvarna-Malocher angenommen.

Fragen über Fragen. Warum hat nur niemand Interesse an einer intakten Belegschaft und einer mit BMW Geldern gebauten neuen Mototorradfabrik? (Fortsetzung folgt).

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Vertemati's neuer Motor

Die Vertemati Brüder sind nicht mehr die Jüngsten. Das manifestiert sich auch auf der angestaubten Homepage. Vor 4 Jahren hatten Sie uns abblitzen lassen, nun sind wir anscheinend willkommen. Die Mail Kommunikation klappte sehr gut und empfangen werden wir im Geburtshaus und der anliegenden Werkstatt in Triuggio bei Milano directamente. Interessanterweise schicken Guido und Alvaro Vertemati seine neuen Gehilfen vor. 4 Jungs, frisch von der Uni, präsentieren uns, dass es in der Motorenentwicklung der Vertemati’s auch anders geht.

Mit Computer, CAD Zeichnungen und jeder Menge High-Tech. Guido gesellt sich dazu und wir bewundern einen neuen Motor, der ungemein klein baut, 2-Zylinder hat und bei dem alles, was den Liter Hubraum leistungsfähig macht aus dem Vollen gefräst ist. Sogar der Rahmen oder das Motorgehäuse, das aus nur einem einzigen Stück bestecht. Die Vertematis sind ja traditionell Meister des herausnehmbaren Kasettengetriebes, das auch hier seinen Platz finden wird. Fotos sind von diesem Motor trotzdem unerwünscht, denn er wird für einen Privatier und Mäzen exklusiv gebaut. Vielleicht fällt eine Kleinst-Serie dabei ab. Zu sehen kriegen wir nur altes Eisen: besser: Kleinserien der bisher verkauften Einzylinder Modelle.

Die Vertematis zeigen, was sie eigentlich können: Motoren bauen, und zwar von Kindesbeinen an. Alles weitere, was Vermarktung, Serienfertigung, wie damals bei VOR oder auch was Werbung angeht scheint bisher nicht der Gebrüder Metier. Zu schwedischen Zeiten hatten die Gebrüder Erfahrungen als italienischer Husaberg-Importeuer gemacht, doch das ist lange her. Die Enduro- und Motard-Modelle (BX), die Sie 2006-2009 für Benelli konstruiert hatten, gingen nie in Serie, auch wenn er in Pesaro oder auf der EICMA in den Showräumen gezeigt wurde: Guidos kurzer Kommentar: Die Chinesen halt. Interessanterweise fanden wir 2018 die Prototypen Motorräder in unserer Nähe wieder: Beim Benelli Bauern Wilfried Blöthe am Steinhuder Meer. 

Guido erklärt uns, warum ein leistungsfähiger Einzylinder auch nur eine Nockenwelle braucht: Kipp- und Schlepphebel so wie ein Unicam Motor haben weniger Reibung und sind im kritischen Drehzahlbereich um 7-8000 U/Min noch nicht überfordert. Sie sind zwar teurer zu fertigen, machen den Motor aber niedriger und schaffen so mehr Platz.

Wie es weiter geht? Die Welt darf gespannt sein auf den neuen (und ersten?) Vertemati Zweizylinder-Renner, wenn er denn je gebaut wird. Gut aussehen tut er ja, leicht ist er auch und reichlich mit Edlem und Carbon geziert und fast aus dem Vollen hergestellt. Man wird ihn in der italienischen Presse bald zu sehen bekommen, doch vorerst wird es beim Träumen bleiben: Über Preise haben wir nicht geredet …


Guido Vertemati erklärt Motoren

Schön jedenfalls zu sehen, das die Vertematis generationsübergreifend arbeiten können: Hier steht ein Alter mit Kittel und kurzen Hosen an der Drehbank, dort kommt eine Frau mit Haushaltsschürze und serviert etwas, mittendrin die Mittzwanziger, die anscheinend gut am Computer und im Design sind. Organisiert wirkt das alles weniger, typisch italienisch sind eher die gewachsenen Strukturen eines Kleinbetriebs.

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Beta, Moto Guzzi & Ducati 2013

Zwischen Florenz, Bologna und Milano

Es ist nicht so einfach am Ball zu bleiben, wenn sich die Ereignisse überschlagen. Deswegen hier die aktuellen News, direkt aus Milano. Wir wohnen hier im Atelier eines Freundes, und unternehmen von hier aus unsere Werksbesuche. Zuvor waren wir auf Besuch zwichen Florenz (Beta) und Bologna (Ducati, Moto Morini).

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Moto Morini: Nach den letzten Meldungen auf MR gab es wilde Spekulationen, ob bei Moto Morini überhaupt noch Motorräder gebaut werden, oder ob hier nur noch 'Reste' abverkauft werden. Von uns aus gibt es eine Entwarnung: Überaus freundlich werden wir von Elisabetta Capotosti und Adriane Intoci empfangen. Doch es herrscht überwiegend Stille in der derzeit gratis zur Verfügung gestellten Fabrikanlage von Franco Motori. 1,5 Motorräder werden zur Zeit werktags gebaut, die Bestellungen gehen per Internet (Marketing) ein. Motorenbauer Franco Lambertini ist längst gegangen (der nun 70 Jährige wendet sich anderen Projekten zu (!). Die auf sein Zeichenbrett zurückzuführende Konstruktion der Corsaro 1200 Veloce wird nun von alten Mitarbeitern unter der Führung der Mailänder Bankierfamilie Capotosti modellgepflegt und vermarktet. Gran Passo, Scrambler 1200, Corsaro 1200 Veloce sind derzeit im Angebot und können auch 'auf Probe' gekauft werden. Zum 75. Moto Morini-Geburtstag kommt nun die lang angekündigte Rebello Giubileo auf den Markt. Auch sie wird es bei MotoMorini Rent oder Longrent für kurzoder lang zu kaufen/mieten geben.

Wir konnten einen Runde mit den bärenstarken 1200er Granpasso's drehen und uns von der Modellpflege überzeugen. Bei einem Bike diesen Temperaments würden Deutsche Biker nur ein wenig Regelelektronik für Bremsen und Schlupf vermissen. Aber auch das könnte schon in Arbeit sein.

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Ducati: Hier sieht es wegen der nicht vorhandenen aktuellen Rennerfolge vordergründig düster aus, doch genaugenomen ist Ducati auch nach der Audi-Übernahme gut aufgestellt. Über neue Modelle (gerade gibt es eine Menge) und über Rennsport wird wenig gesprochen, trotzdem ist das Ducati Werk DER Technologieträger von allen von uns besuchten Werken. Schließlich produziert man genausoviel Motorräder wie die gesamte Piaggio Gruppe (Derbi, Moto Guzzi, Aprilia, Laverda ...) zusammen. Das Roller-Geschäft natürlich ausgenommen.Trotzdem: die Stimmung könnte besser sein. Über Valentino redet man nicht gerne und grundsätzlich geht es dem Unternehmen wegen Multistrada, Monster und Hypermotard gar nicht schlecht. Uns wird ein Interview mit Bernhard Gobmeier, Ducatis Rennchef (Ducati Corse), angeboten, das in der MO zu lesen sein wird.

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Betamotor: Vorher hatten wir das Vergnügen in der Toskana und vor Ort mit Betamotor Export Manager Frank Schroeder zu sprechen. Auch dort verzeichnet man trotz Krise satte Zuwächse. Der Grund sind eine gesunde Firmenpolitik und fast konservative, aber grundrobuste Vergaser-Enduros, die sich nach und nach auch in Deutschland durchsetzen. Auch Ersatzteilverfügbarkeit und Liefergeschwindigkeit (Express ankreuzen!) sind Grund für den Erfolg, aber auch die Geschehnisse um Husqvarna: Beta springt mit den neu entwickelten Zweitaktern in die Bresche (die Husqvarna hinterlassen hatte) und verkauft 2000 Motorräder dieser Art. Unsere Meinung ist, das Betamotor zu den meist unerschätzten Marken in Deutschland gehört. 

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Moto Guzzi: Schauen wir uns diesmal gleich doppelt an: Daniele empfängt uns im Piaggio-Building in Milano Downtown, dort gibt es Infos satt: Für die Werksführung ist alles vorbereitet und es macht auf uns den Eindruck, als ob er kein Blatt vor den Mund nimmt: Wir werden ziemlich viele unfertige Motorräder sehen, denn derzeit besteht ein selbstverschuldetes Zuliefererproblem. An einigen Modellen fehlen Elektrikteile, bei anderen hapert es am Zylinderkopf. Der gesamte Lagerbestand ist abverkauft, so dass schon etwas Eile besteht. Im Showroom und im  Vorzimmer wird die neue Capo Nord ausgestellt und erklärt: Sie hat ein elektronisch einstellbares Fahrwerk wie die Multistrada S und macht einen guten Eindruck auf uns. Das Aprilia in Deutschland keiner starken Marke ist, liegt für viele immer noch an der Ersatzteil Misere. An fehlenden Rennerfolgen kann es jedenfalls nicht liegen, denn die RSV4 scheint derzeit das perfekte Superbike. Dennoch fehlt es Piaggio/Aprilia an legendären Fahrern, so Daniele Torresan. Mehr als diese zwei Modelle werden gerade nicht ausgestellt, derweil beantwortet Daniele unsere Fragen nach den Produktionszahlen: Piaggio verkauft nämlich mit all seinen Marken (Moto Guzzi, Aprilia, Vespa, Gilera, Derbi oder das auf Eis gelegte Laverda) genauso viele Motorräder wie Ducati. Das eigentliche Geschäft, erfahren wir beinahe im Nebensatz, sind die Roller die fast mit Faktor 10 in die Rechnung eingehen. 

Werksrundgang in Mandello: California Custom und Cali Touring könnten die neuen Cashcows von Moto Guzzi werden. Besonders gut in USA und Deutschland verkauft, gibt es für die Traditionsmarke mit 7000 Einheiten 2012 zunächst einmal Entwarnung. Tja wenn da nicht die temporären Lieferschwierigkeiten einiger Zulieferer wären. Der Fehler kann auch in der Planung von Moto Guzzi liegen, aber das ist noch nicht raus. Das Werk mit 130 Beschäftigten befindet sich derzeit in Kurzarbeit, hofft aber in Kürze wieder mit Nevada, Griso, V 12, Stelvio & Co voll durchstarten zu können. Um Gerüchten entgegenzuwirken: alle Guzzis kamen und kommen ausschließlich aus Mandello - dort wo der Adler kreist ...

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Wie es weitergeht? Das alles hier wird noch viel ausführlicher. Vor allem im Sonderheft der MO Italienische Motorräder, das im September erscheint. Morgen sind wir bei MV / Cagiva und Giovanni Castiglioni. Vielleicht reicht es auch noch auf eine Runde zu Husqvarna am Lago di Biandronno, wo man die (Rest-) Belegschaft treffen könnte. Die ist zu Recht derzeit nicht gut zu sprechen auf den Deal zwischen BMW, Pierer und KTM. Ich reise mit einer KTM 690, trotzdem wäre ein Gespräch mit dem Betriebsrat anscheinend sehr interessant...

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Borile, TM, Fantic & bis Bologna

Die südlichen Motorradwerke

Wir haben es geschafft, fast ohne Ausfälle (außer Dainese) alles zu sehen, was wir uns vorgenommen hatten. 

Borile: Wer kennt schon die kleine Motorradschmiede von Umberto? Umberto Borile baut seit 1988 professionell und in Handarbeit Motorräder. In Eugena Vo ist sein Hauptquartier und unser Besuch bei Ihm hat uns sehr beeindruckt. In Italien vergeht kaum eine Ausgabe von Motorradzeitschriften, ohne das ein Bike von Ihm vorgestellt wird. Wir konnten die Multiuso und den Caferacer ausprobieren und einen ausführlichen Blick in Umbertos künstlerische Werkstatt werfen. Später auch noch einmal den Scrambler in Milano bewundern. 

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Erstes Bild von der Borile Enduro (mit 350 Ducati Einzylinder!)

TM-Racing: Beeindruckendes Motorradwerk mit 35-jähriger Geschichte! Hier wird alles nur Erdenkliche noch selbst hergestellt: Federbeine, Gabeln, Felgen, etc. Bei TM kommt man in den Genuss von individuell handgebauten Production Racern, von der Stange ist fast nichts. Auffällig sind die eigens gefertigten und per Fräse veredelten Teile. Federungskomponenten können individuell zusammengestellt werden. In Deutschland macht Mikes Bike Shop den Vertrieb für TM (Fortsetzung folgt).

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Fantic: Wer hätte das gedacht: Der Kaffeemaschienen-Produzent Frederico Fregnan kaufte 2003 die Marke Fantic, die in den '80er Jahren mit den Caballero Enduros Furore machte. Elektra Kaffeemaschinen, die Marken SWM und RG gleich mit dazu. In Deutschland gibt es leider derzeit keinen Vertrieb der Marke, Gespräche mit Zupin soll es aber gegeben haben. Vorserienmodelle für 2014 konnten wir bereits sehen: 250 2T, 300 2T und 250 4T und die Fantic TR 125 Six Days. Markenzeichen sind der rote Kupplungsdeckel und der Aufschrift 'Fantic Scuderia'. Alle 2014er Modelle sind nun nach dem 25.7.2013 veröffentlicht worden. Es werden edle Teile aus Norditalien verwendet, die Produktionstiefe ist allerdings gleich null. Wir wären gespannt auf einen Test, doch ohne Generalimporteuer dürfte das alles die Deutsche Motorpresse nicht interessieren.

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Bei Ducati waren wir auch noch. Dort ist man auf fehlende Rennerfolge angesprochen missgestimmt. Das Audi geführte Unternehmen wirkt auf uns, die wir bisher nur kleine Motorradfirmen angeschaut haben aber wie das VW-Werk in Wolfsburg. Hier ist auch richtig was los, was Führungen angeht. Ein hingucker ist auch das Ducati-Museum, das einzige seiner Art, das direkt im Werk verankert ist. Ducati lebt Rennen, ohne die enge Anbindung daran ist die rote Marke kaum zu denken. Wünschen wir ihnen in Zukunft wieder mehr Erfolge bei SBK und Moto-GP!

Ach ja, und Spaß haben wir auch noch dabei: denn langsam hält der Italienische Sommer, was man sich von ihm landläufig verspricht ... Die Fahrt auf der SS 304 Adriatica von Venedig nach Pesaro bei all dem LKW Verkehr ist weiß Gott kein Zuckerschlecken, wir wurden aber durch den Besuch bei TM-Racing und einem Sprung in die Adria dafür entschädigt... Was es morgen noch gibt: Der Besuch bei Beta und Moto Morini, die beide Überraschungen zu Tage brachten.

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Dolomiten bis Proseccogebiet ...

Donnerstag 27.6. bis Samstag, 29. Juni 2013

Die Route führte uns über die Dolomitenpässe Pordoi und Falzarego ins Friaul zum RIfugio Prodenone und weiter durch die Belluneser Alpen und Nevegal in das Proseccogebiet, wo wir auf den italienischen Stiefelhersteller Gaerne Treffen. GaErne bedeutet ‚Gazzola Ernesto‘ und der 80-jährige Firmengründer ist tatsächlich noch in der Firma anzutreffen. Die Geschicke des Familienunternehmens leitet inzwischen seine Tochter Marta Gazzola, mit der wir einen Rundgang durch die Produktion machen. Bei Gaerne wird noch viel Leder verarbeitet (aus der Toskana) und ein Markenzeichen ist die von Hand genähte Sohle der MX-Modelle. Gerade wird die Fabrikhalle erweitert, ein Nachfolger des SG 12 Stiefels scheint aber noch nicht in Sicht.  

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KTM & MV freuen sich auf ein wenig Auslauf durch die Hügel des Proseccogebietes, dann geht es hinauf auf die von Paragleitern besiedelten Hänge des Monte Grappas. 28 Serpentinen sind es von der venezianischen Ebene auf einer Nebenstrecke zu seinem Gipfel und die Ausblicke sind wie aus dem Flugzeug auf die Ebene. Hier trifft man viele motorisiere und unmotorisierte Biker, insgesamt ist es aber entspannter als in den im Sommer überlaufenen Dolomiten.

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Morgen geht es zu Umberto Boriles Motorradmanufaktur in der Nähe von Padova. Das trifft sich gut denn der Edelstahlauspuff der KTM muss geschweißt werden (Spannungsriss). Übrigens, die 690er verbraucht nur halb so viel Benzin wie die Brutale, die mit einem Verbrauch (selbst im Blümchenpflückermodus) von 8 l nicht gerade den Eco-Pokal holt. Mit dem Motor ist Josh aber hochzufrieden…

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Für den Ducati Besuch am kommenden Freitag zeichnet sich ggf. ein Interview mit Berhard Gobmeier (General Manager Ducati Corse) ab ...

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Motorradwerke Tour Italien gestartet

Italienische Momente: Factory Tour gestartet
Italienische Momente: Factory Tour gestartet

Alle Termine sind gemacht: Borile, Breganze (Laverda), TM Racing, Beta, Moto Morini, Ducati, Vertemati, Moto Guzzi, MV und vielleicht Husqvarna, wo noch gestreikt wird, stehen auf dem Programm. Näheres von unterwegs in den nächsen 14 Tagen! Wir werden berichten.

  • Ein Blick auf die Karte!


und los geht's: 

Schnatterkalt, Josch klappern sogar die Zähne auf der Autobahn. Wir sind um halb sieben auf der A2 unterwegs. Die KTM zieht voll beladen ihre Bahn.

Irgendwann breche ich einen Überholvorgang ab, weil mir der Sprit wegbleibt.

Thomas Eckelt ist ein netter Mann, der sofort das Motorrad für uns bereit hat: eine MV Agusta Brutale 1090 RR. An der KTM finden wir schnell die Ursache für die Spritarmut: zwei versteckte Benzinhähne des Zusatztanks waren geschlossen.

Die Brutale hingegen hat 156 PS und 2 Mappings, neue Tourenreifen und am Auspuff schon eine Abvibrierte Schutzblechaufhängung. Egal, wird abgebaut und eine Stunde später sind wir bei steigenden Temperaturen mit ca. 50 anderen Bikern am Autozugterminal. Ein Rentner fährt mich (vor dem DB Büdchen stehend) mit seinem Auto sanft an. Ein Kreidler Florett-Pärchen wartet auf den Autozug nach Villach, sie wollen den Großglockner erklimmen?

Dann wird verladen, gegessen und ab 15 Uhr geht es im Schneckentempo der Deutschen Bahn los. Rhein, Lorelei, Main … Gähn 1000 Campingplätze und unzählige Wohnmobilisten, sauber gescheitelte Weinberge.

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Markus Golletz & Jörg Jeske

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In einer Woche geht es los!

Brutale und KTM 690 startklar

Nur noch eine Woche, dann starten wir nach Italien zu einer neue Motorradwerke Tour! Viele Termine sind gemacht, eine KTM 690 und eine MV Agusta Brutale 1090 RR sollen startklar für uns sein. Das Thermometer geht auf Anschlag - was will man mehr? Es wird aber auch angesichts der vielen Termine und der Hitze eine kleine Strapaze werden - wir sind ja schließlich nicht auf Urlaub, sondern müssen interviewen, fotografieren, herumfahren, wenn andere am Strand liegen. Mir kommen die Tränen, werden einige denken, oder? 

Wir freuen uns jedenfalls auf die Tour und werden hier berichten. Von Düsseldorf geht es nach Bozen, dann eine Transfer-Etappe ins Prosecco-Gebiet, wo wir Gaerne besuchen. Als erstes steht dann Borile auf dem Programm, Dainese und und und...

Motorradwerke '13
Motorradwerke '13

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Bimota und Breganze

Bimota DBx 1100: V2 Enduro
Bimota DBx 1100: V2 Enduro

Die Bimota DBx wird exklusiv in Rimini in Italien gebaut. Befeuert wird das handgemachte Motorrad von einem lufgekühlten Ducati 1100 V Motor. Doch das Beste zuerst: Bimota erreicht ein Trockengewicht von 175 kg. In dieser Gewichtsklasse rangieren normalerweise Einzylinder-Enduros. Doch wollen wir auch die Kehrseite dieser Medaille nicht vergessen. In Deutschland kostet so ein Burner 24 000 €.


Wer es eine Nummer kleiner (und günstiger) möchte, schaut sich mal die 2012 veröffentlichte BBx 300 (100 kg) mit Zweitaktmotor an. Auch ein Modell mit 495ccm in Viertaktausführung (BBx 508, 115 kg) soll zu bekommen sein. 

Was ist eigentlich mit Laverda? Seit Jahren hält der Piaggio-Konzern die Marke. Unter dem Label werden original nur Landwirtschaftliche Maschinen produziert. Doch eine winzige Manufaktur nimmt für sich in Anspruch, würdiger Nachfolger zu sein: Breganze, derzeit nur über Facebook zu erreichen, ist ein typisch Italienischer Kleinserien-Hersteller der mit Leidenschaft zu Werke geht. Wenn die Einladung erfolgt, schauen wir uns den auf der Motorradwerketour 2013 einmal an.

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Morini, Eagle Bike, Rebello und Lambertini

Wer arbeitet bei Moto Morini?

Lambertini & MR Redaktion / Bologna 2009
Lambertini & MR Redaktion / Bologna 2009

 

2011 ersteigerte der Bieter 'Eagle Bike' Bolognas zweite Traditionsmarke Moto Morini. Hinter Eagle Bike steht kein fernöstliches Konsortium, sondern zwei Mailänder Unternehmer: Sandro Capotosti und Ruggeromassimo Jannuzzelli. Ersterer war ehemaliger Präsident der Mailänder Investementbank Banca Profilo, letzterer hat seine Lorbeeren als Geschäftsführer des Verlagshauses Camuzzi verdient. Die beiden bekamen bei knapp 2 Millionen den Zuschlag und ließen die Produktion wieder anlaufen. Vor allem der Vertrieb wurde umgebaut. Motorräder sind hauptsächlich über das Internet oder direkt ab Werk zu bekommen. Neuste Idee ist die Moto Morini long rent Formel 50, bei der für eine Probezeit von 18 Monaten der halbe Neupreis bezahlt wird. Erst dann kann man entscheiden, ob man tauscht, kauft oder aussteigt. Wie es im Werk aussieht und ob Franco Lambertini noch dort arbeitet, werden wir wohl bei einem Besuch im Juli berichten können. Ab 2013 wird es das Jubiläumsbike Rebello 1200 Giubileo zum 75 Moto Morini Geburtstag geben.

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Streik bei Husqvarna

Keine Nuda für Motorradwerke 2013

In Biandronno wird gestreikt!
In Biandronno wird gestreikt!

+++ Update: Neuer Produktionsstandort von Husqvarna wird Mattighofen (KTM). Dort sollen sich Husqvarna und der ehemals schwedische Partner Husaberg wieder vereinen. Husaberg war lange Jahre Edelmarke von KTM geworden. Zu Recht befindet sich die italienische Belegschaft im neuen, von BMW erbauten Husqvarnawerk in Biandronno/Varese im Streik. Hier stehen nach dieser Meldung Entlassungen an.Von Pierer Industries verlautet lediglich, das hier weiterhin Ersatzteile hergestellt werden. Das lässt Raum für Spekulationen: Verkauft Pierer als nächstes das von BMW erbaute Werk an MV/Cagiva? Was andere als Wiedervereinigung feiern, sieht in Italien anders aus: hier wird gestreikt weil 212 von 239 Mitarbeitern entlassen werden sollen. +++

 

Beim Generalimporteur Zupin zeigt man sich zumindest besorgt. Details werden nicht kommuniziert, den Rest kann man sich aber denken. Nach dem Verkauf von Husqvarna von BMW an Pierer (Eigener von KTM) hängt nicht nur bei Husqvarna der Haussegen schief. Das Kartellamt muss nun sicher auch klären, ob BMW sein Technologie-Input (Motoren, etc.) wieder aus Husqvarna herausextrahieren darf, oder KTM es schafft, das Huasqvarna weiterhin mit BMW Komponenten beliefert wird. Diese Annahme ist rein spekulativ, und sicher wird BMW das im Vorfeld abgeklärt haben. Leidtragende ist derzeit vor allem die Husqvarna-Belegschaft, die von BMW zwar ein neues Werk gebaut bekam, die aber jetzt mit der Ungewissheit leben muss, nicht zu wissen ob Sie unter der Ägide von Pierer überhaupt noch mit einem Standort Italien gebraucht wird. Eine harte Nuss für eine Traditionsmarke, die seit 1986 in Italien verweilt (vorher Schweden). 

Die Ersatzteilversorgung scheint jetzt gesichert. Warten wir es ab und drücken der Belegschaft und dem deutschen Generalimporteur Josef Zupin die Daumen!

Die MR Redaktion

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Morini wieder online, auch Hardwareseitig ...

Moto Morini Rebello 1200 Giubileo
Moto Morini Rebello 1200 Giubileo

Vorhang auf für die neuen Moto Morinis

Moto Morini ist wieder da, mit dem Scrambler, der neuen Rebello 1200 Giubileo, der Corsaro 1200 Veloce und der Granpasso 1200. Es soll sich was getan haben an den potenten und schluckfreudigen Motoren, einzigartig ist das Design und die Handarbeit, in der die mittlerweile kleine Firma passioniert Motorräder baut.

75 Jahre gibt es nun Moto Morini, ein Jubiläum, dass das Werk feiern will. Tragen Sie doch dazu bei, das es noch weitere Jubiläen bei Moto Morini gibt und kaufen Sie sich eine Zwinkernd!

Infos:

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Morini unterm Hammer: Hyosung hat Interesse?

Moto Morini wird versteigert

Moto Morini Gran Ferro
Moto Morini Gran Ferro

MR besuchte die Werkhallen von Motori Franco Morini und Moto Morini in Bolognas Vorort Casalecchio di Reno im Frühjahr 2009.


Nun soll mitte April eine Versteigerung, an der auch der koreanische Hersteller Hyosung und mindestens zwei weitere Investoren Interesse bekundet haben, eine Lösung bringen. Hyosung verspricht sich dabei Synergien zu seinen bisherigen Produkten. Ein anderer Versuch ist es, mit einer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach der Werkhallen Strom zu erzeugen und damit ausreichend Geld einzunehmen, um die Produktion wieder ins Laufen zu bringen. Dafür verantworlich zeichnen der österreichische Ex- Autorennfahrer Thomas Bleiner und ein weiterer Investor. Ob das geht und wie das funktionieren soll, sei dahingestellt. Entscheiden wird der bologneser Insolvenzverwalter Piero Aicardi.


In Deutschland liegt das Moto Morini Geschäft seit geraumer Zeit brach. Italien hat leider derzeit eine weitere Marke (wie auch Laverda), von der nur eine Internetseite existiert.

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Design-Café bei Husqvarna

Gespräch mit Raffaele Zaccagnini | Design-Chef bei Husqvarna

Die Husqvarna Studie SMQ
Die Husqvarna Studie SMQ: Scrambler oder SuMo?

Die Husqvarna SMQ ist eine Designstudie aus der Feder des Designers Raffaele Zaccagnini. Für MR stand er Rede und Antwort, spricht über das freche Design der Studie und erklärt wissenswertes über Designstudien an sich.

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'Traumfabriken'-Reportage in MO Sonderheft

Erscheinungstermin: 19. März 2010 MO-Sonderheft 'Motorräder aus Italien'

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News von der Motorradmesse EICMA

Update zu italienischen Motorradwerken

Neuigkeiten aus Italien von der EICMA hier auf MR!

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120 Jahre Firmengeschichte in Pontedera

Zu Gast bei Piaggio

Mindestens zwei Motorradhersteller gibt es in der Toskana: Piaggio ist der der Größte von ihnen. Obwohl ursprünglich durch seine Roller bekannt, versammeln sich unter dem Piaggio-Dach mittlerweile Marken wie Moto Guzzi, Aprilia, Laverda, Gilera, Puch und Derbi.

Die Besichtigung der gigantischen Fabrikationslinien erwies sich allerdings als schwierig. Piaggio erweist sich als sehr eigen, was Besichtigungen angeht. Äußerlich sind großformatige Umbaumaßnahmen auf dem Gelände im Gange. Alte Werkshallen sind zu Parkplätzen umfunktioniert, bei einigen sind die Dächer demontiert. Der große Piaggio Konzern lässt sich trotz der luftigen Fassade nicht so leicht hinter die Kulissen blicken. Über die Zukunft von Laverda ist bis dato auch nichts zu erfahren. Die exklusive Führung durch das benachbarte Piaggio Museum macht vieles wieder wett. Im Museum wird anlässlich des 60sten Geburtstages (2007) viel Wert auf die Geschichte der Vespa gelegt, auch Ape und Gilera kommen nicht zu kurz. Die Fondazione Piaggio, die Piaggio Stiftung hat dieses Museum überhaupt erst möglich gemacht.

Elena Colombini führt mich durch das Stiftungsarchiv, hier findet man alles von Dokumenten über die Anfänge Enrico und Rinaldo Piaggio’s, erst als Holzlagerunternehmer, Schiffbauer später auch mit Helikopter- und Flugzeugkonstruktionen zu tun hatten. Während Piaggio in der Vorkriegsära mit Werken in Finale Ligure, Sestri Ponente (Genua) und in Pisa sowie Nola gut aufgestellt war, wurde 1916 das große Werk im toskanischen Pontedera gebaut. Im ersten Weltkrieg verließen auch einige Rüstungsgüter die Fabrikhallen, dann beginnt die Erfolgsgeschichte der Nachkriegsfahrzeuge.

Die erste serienreife Vespa (ital.: Wespe, 1946) wurde vom Flugzeug- und Helikopter- Ingenieur Corradino d'Ascanio (im Auftrage von Enrico Piaggio) erfunden (Name des ersten Prototypen: Paperino, vom engl. Donald Duck), ging aber erst nach einer optischen Überarbeitung als ‚Vespa‘ in Serie. Bereits 1956 waren eine Million Exemplare (2. Million: 1960) verkauft. Gedacht als einfaches, stabiles und zuverlässiges Nachkriegsmobil traf das Gefährt genau den Geschmack der Zeit. Die dreirädrige Ape (Biene) wurde der Vespa 1947 zur Seite gestellt. Seit 1997 werden die dreirädrigen Modelle für den asiatischen Markt in Indien gebaut.

Von der Idee her sollte die Vespa einen Direktantrieb und einen gekapselten Motor bekommen. Reifenwechsel sollte ähnlich einfach wie bei einem Automobil sein. Mit der Blechkarosse und etwas Flugzeug-Optik ließ sich das vom Helikopter Konstrukteur d’Ascanio sehr gut realisieren. Piaggio wurde mit der Vespa regelrecht zum Senkrechtstarter der Nachkriegszeit. 10 Jahre später versuchte sich Piaggio an einem Kleinwagen namens Vespa 400 (dem Trabant nicht unähnlich, aber schicker), doch als es dann zu einer taktischen Hochzeit zwischen der Fiat Industriellen Familie Agnelli und der Piaggio Familie kam (1959), wurde Italiens Fahrzeugmarkt quasi aufgeteilt: Fiat baut die 4-rädrigen und Piaggio die 2-rädrigen Vehikel. Dreiradfahrzeuge wie die Ape kamen weiterhin aus Pontedera.
Der Archetyp eines Mofas, die ‚Ciao‘ erblickte 1967 das Licht der Welt. Sie ist eines der wenigen Zweiräder, das Jahrzehntelang nahezu unverändert gebaut wurde.

1986 kauft Piaggio die schwächelnde Traditionsmarke Gilera, die immer schon für Rennmotorräder vom Schlage der Saturno, Quattro und Otto Bulloni oder Rondine stand. Vorher verkaufte Gilera ihr 4-Zylinder Know-how an MV Agusta die daran sehr erfolgreich anknüpfen konnten. Gilera war auch in den 80er Jahren mit den RC Einzylindern bei Paris-Dakar und Pharaonen Rallye erfolgreich. 1993 wird die Produktion von Arcore ins Piaggio Werk nach Pontedera verlegt. Piaggio erhält den Nimbus der Marke die fortan für sportliche Fahrzeuge wie z. B. den Gilera Runner stehen.
Letzter Punkt meiner Führung sind die neuen Dreiradroller MP3 und Fuoco (Gilera), die auf den kommenden Messen in einer Ausführung mit Hybridantrieb (mit Lithium-Ionen-Akku) zu sehen sein werden.

Auf dem Außengelände stehen Fahrzeuge von Weltenbummlern, Vespas und eine Ape mit der Giorgio Martino und Paolo Brovelli 1998 von Lissabon nach Peking gefahren sind…

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Betamotor's kleine Armada

Roller, Enduros und Supermotos aus der Toskana

Betamotor liegt in den sanften Hügeln des Chianti eingebettet. Moppeds, Trialmaschinen aber auch waschechte Enduros und Supermotos erblicken hier das sanfte Licht der Toskana. Dorthin zog man, als die Fabrikationsstätte in Florenz zu eng wurde. Heute arbeiten 110 Angestellte in Rignano sull’Arno wo man in den1990 Jahren hinzog. Am deutschen Markt ist die Marke mit 1000 Einheiten (2008) noch nicht so bekannt, das mag daran liegen, das in Deutschland vornehmlich hubraumstärkere Zweiräder bevorzugt werden. Die größten Hubräume reichen bei Beta bis 525 ccm. Alessia Bonci ist freundlich und beginnt den Rundgang im zentralen Ersatzteillager, von dem aus quasi die ganze Welt beliefert wird. In den modernen Produktionshallen werden in zwei Produktionsstraßen wechselweise die geforderten Modelle montiert, auf Halde, nicht immer auf Bestellung, wie Alessia betont. Betamotor ist ein reiner Monatagebetrieb mit vielen örtlichen Zulieferern. 
Die krisenhaften Erscheinungen des Jahrgangs 2008 sind überwiegend überwunden, seit Juli 2008 ist auch die Kurzarbeit vorbei und es wird wieder voll gearbeitet. Dazu gibt es zur EICMA einen neuen 4-Takmotor und eine die dazugehörige Enduro die auf den Arbeitstitel RR4T MY10 hört und bis 525 ccm motorisiert werden kann. Der Motor soll der erste Beta-4takter sein, der nicht von KTM gefertigt wird. Mit den Mattighofenern hat man insofern eine Kooperation, als das man von dort 4-Taktmotoren bezieht und im Gegenzug für kleinere Hubräume Motoren liefert. Nur die kleinrädrigen Kindercrosser, die kommen wohl für ganz Europa aus Fernost – auch wenn bekannte Markennamen ihre Motorgehäuse zieren.
In einem Raum werden Stichproben zur Qualitätskontrolle von Zulieferteilen gezogen, auf dem Motorprüfstand bekommen komplett montierte Motorräder und Roller den letzten Schliff. Betamotor ist einer von den kleinen, wie etwas Moto Morini oder Bimota, mit einem sehr speziellen Publikum. Obwohl man viel von den kleinen Beta-Supermotards hört ist der Betamarkt dafür traditionell in Frankreich angesiedelt. Dort gehen auch kleine Hubräume oder die Motorräder mit den Suzuki DR 350 Motor. Auf die Frage, ob wir denn auch das Herz der Fabrik besichtigen können, die Forschung und Entwicklungsabteilung, muss selbst Pressefrau Alessia passen: Da komme sie selber nur mit Sondergenehmigung hinein. So bleibt also die Frage offen, ob Beta allein, oder zusammen mit den anderen Großen Italiener im Entwicklungs- und Designcenter von San Marino ihre Motorräder kreieren. Am Ende steht ein Gespräch mit dem Marketingleiter Stefano Soldani, auf dessen Schreibtisch sich viele europäische Motorradzeitschriften türmen. Man wird von Betamotor hören, spätestens im November in Milano!

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Motorradwerke Tour wird fortgesetzt

Unterwegs zu Piaggio und Betamotor

antikes Piaggio Logo
altes Piaggio Logo
Im September wird die Tour zu Italiens Motorradwerken fortgesetzt. Im Sattel einer Touratech BMW XChallenge geht es zu den toskanischen Werken von Piaggio (Pontedera) und Betamotor (Florenz). Dann werden aus den bisher 12 gar 14 besuchte Werke, und selbst das sind noch nicht alle. MR wird berichten und im Frühjahr erscheint dann im MO Sonderheft 'Motorräder aus Italien' eine ausführliche Reportage.
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Krisenhafte Erscheinungen auch bei österreichischen Nachbarn

KTM reduziert Werbeetat

Nicht nur einige der italienischen Motorradwerke haben an der Absatzkrise zu knapsen. Auch von KTM hört man Rezessives. Der Amerikanische Markt scheint für KTM total zusammengebrochen sein. Das führt zu Konsequenzen auch für den Deutschen Markt: Werbemittel werden reduziert, Motorräder müssen von den Händlern komplett vorfinanziert werden und nicht alle Vereinbarungen werden rückwirkend seitens KTM eingehalten. Aus Mattighofen wird berichtet, das es auch Entlassungen, zuerst bei den Leiharbeitern gegeben hat.

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