NEWS, Tests & Werksbesuche in Italien

Tour zu den Motorradwerken Italiens 2016, 2013 und 2009



In Norditalien liegen fast alle Produktionsstätten des italienischen Motoradbaus. Im 'Land der Motoren' (oder 'Silicon Valley') kommt man in Kontakt mit viel Leidenschaft, Herzblut und unkonventionellen Lösungen. Stolz und Lokalkolorit führen zu einer hohen Fertigungstiefe; die meisten Zulieferer kommen aus Italien. 2016 gibt es ein paar Änderungen, denn auch der Anteil von Zulieferern aus China steigt. Trotzdem werden die Motorräder in Italien gebaut.
Die Landkarte ist gepflastert davon, zwischendrin immer wieder auch noch eine Automobile Traumfabrik wie Ferrari oder Lamborghini und Maserati. 2009 machten wir uns das erste Mal auf, diesen Herstellungsorten einen Besuch abzustatten, 2013 war die Zeit reif, ein Update einzuholen. Dabei besuchten wir u.a. TM-Racing in Pesaro, Fantic, Umberto Borile und die legendären Vertemati Brüder. Im Juli 2016 fahren wir mit einer 650er SWM Enduro und einer 1200 Ducati Monster von Zupin (Chiemsee) zur heutigen SWM Produktionsstätte in Biandronno bei Varese und ziehen einen historischen Vergleich. Auf dem Weg besuchen wir weitere Zuliefer- und Motorrad-Zubehör Betriebe.

 

Hier zum Blog, bzw. der englischen Version von 2009:

[BLOG: Achtung, ggf. von unten nach oben lesen!]

 

Die vorherigen Werksbesuche von Markus Golletz und Jörg Jeske führten im Juli 2013 und zu Ostern 2009 (siehe Blog weiter unten) zu den Werken von Moto Guzzi, Husqvarna, Cagiva, Gilera, Vertemati, MV Agusta, Moto Morini, Ducati, NCR, Aprilia, Bimota, TM-Racing, Umberto Borile, Yamaha Italia und Benelli. Viel Spaß beim aktuellen Blog! 


Der »Italienische-Motorradwerke-Blog« als RSS-Feed  tl_files/templatepicts/feed.gif

 

Italienische Motorradnews, Blog seit 2009



24.09.2018 15:08 von Markus Golletz

Vespa Elettrica, MV Agusta Brutale RR

Vespa Elettrica 2018
Vespa Elettrica 2018

 

2018ist mal wieder ein Jahr der doppelt besetzen Motorradmessen: EICMA und INTERMOT finden in der selben Jahreszeit im Abstand von 30 Tagen statt. Da die EICMA die größte Zweiradmesse ist, werden die Hersteller ihre Highlights eher dort vorstellen. Zwei Italobikes haben wir uns rausgegriffen: Die Updates zu der Benelli Brutale RR 800 und die erste Elektro-Vespa von Piaggio, die noch in diesem Jahr ausgeliefert werden soll.

 

September 2018 ist der Produktionsstart der Vespa Elettrica in Pontedera / Toscana. Es ist kein großes Geheimnis, das bei Rollern die kleineren Hubräume der europäischen Marken schon längst aus dem entfernten Asien kommen. Doch welchen Hubraum hat so ein kleiner Stromer? Bei der Motorleistung werden Werte zwischen 2-4 Kw Spitzenleistung angegeben, (andere sprechen von 8 Kw), das Elektro-typisch hohe Drehmoment liegt bei satten 200 Nm. An einem E-Roller ist[ naturgemäß alles elektronisch, vor allem die Steuerung des Motormanagements. Von den Werten spielt die Elketrische Wespe eher in der 50 ccm Klasse, der Führerschein A1 (125 ccm) spricht eher für ein kleines Motorrad.

Bei den detaillierten technischen Daten gibt sich Piaggio etwas bedeckt: Da ist werden 'Reifenhöhe' Führerscheinklasse (A1) und Fahrzeughöhe millimetergenau angegeben, echte Fahrzeugdetails erfährt man aber nicht. Die Elettrica wird 130 kg wiegen und auf 12 Zoll Räder rollen, mehr ist eigentlich auf den Datenblättern bisher nicht veröffentlicht. Das Chassis sieht nach Leichtmetall aus, Federungselemente simpel, so wie die hintere Trommelbremse. Vielleicht hat sie wenigstens einen LED Scheinwerfer, das hatte man am E-Roller iONEX von Kymco vermutlich 'aus Kostengründen' weggelassen. Geht auch, nur macht das ein Konzept, bei dem der Kunde nach Innovation und Reichweite fragt (und dabei viel Geld in die Hand nimmt) unglaubwürdig.

 


"Discover the Power ob Silence" Ob sich das durchsetzen wird?

 

Ab Anfang Oktober können die ersten Fahrzeuge bestellt werden. Die Bestellung erfolgt ausschließlich online, so wollen es die Vermarkter bei Piaggio. Die Elettrica wird laut Piaggio im High-End Segment angeboten, was bei Piaggio sicherlich bedeutet, das unter 5-6000€ nichts zu holen ist. Ein stolzer Preis, für einen kleinen Roller, der anscheinend für Hipster und die elektrische Avantgarde gemacht ist, obwohl andere Märkte bereits voll sind von kleinen Stromern.

Als Reichweite kann man von 100 km, das Hybridmodell Elettrica X soll es auf 200 km bringen. Geladen wird der Akku 4 Stunden lang an einer normalen Steckdose, dann soll 'vollgetankt' sein.

 

Infos Vespa Elettrica

 

Brutale 800 RR Sondermodell 'Pirelli'
Brutale 800 RR Sondermodell 'Pirelli'

 

MV Agusta 800 RR Modelle

6 verschiedene MV Agusta Brutale Dreizylinder bietet MV derzeit an. neben der 'einfachen' Brutale 800 sind die anderen eher Sondermodelle. Damit setzt der angeschlagene Konzern einen Trend fort, der nicht mehr auf Masse, sondern auf schon fast Custombike ähnliche Produktion abzielt. Neben dem Grundmodell für 13900€ 'Starting price' steigt der Anfangspreis bei den Sondermodellen schnell auf 20.000€. Zu den Sondereditionen gehören die Brutale 800 RR America, die Brutale 800 RR LH 44 oder die Brutale RC. Auch Pirelli sponsert eine Sondermodell.

 

Was es dafür gibt? Hier ein paar Details aus der Komponentenliste: Sachs- und Marzocchi Federungselemente, einen wunderschönen Gitterrohrrahmen, Brembo Radial-Stopper und ein Trockengewicht von 175 kg, wie es sonst nur Ducati zustande bringt. Der Dreizylinder leistet 103 PS und wurde komplett überarbeitet. Dabei kommt ein neues Getriebe zum Einsatz, elektronische Motorsteuerung und ein verbesserter 'Traktionskontrolle Algorithmus'.

 

 
MV Brutale America: 2018 und 1973

 

Designmäßig ist MV traditionell an vorderster Front. Die America Version knüpft an eine MV von 1973, die 750 S an, das macht was her.

 

In unseren Tests (F4-Zylinder) fiel immer der Spritverbrauch der MV's unangenehm auf. Sonntagsfahrer und Racer machen sich nicht so viel Gedanken darüber, aber wenn man auf gleicher Strecke in Begleitung anderer Motorräder immer das doppelte tankt, wird's schon auffällig. Bei den F4 Modellen ermittelten wir um die 8 Liter (!) bei den 800er Dreizylinder sollen es laut Hersteller 6,7 Liter sein, die EURO 4-konform durch die Ansaugtrichter gurgeln. Mehr dazu nach den Messen EICMA (6.-11.11.2018, Milano) und Intermot (3.-7.10.2018) in Köln.

 



09.08.2018 10:32 von Markus Golletz

Brutale, F3 und RVS 2018 zurück in die Werkstatt

Zurück in die Werkstatt: Brutale, F3 und RVS
Zurück in die Werkstatt: Brutale, F3 und RVS

 

Die im Frühjahr gebauten Modelle  müssen zum Tausch von Gabelteilen zurück in die Werkstatt. Es handelt sich um ein Problem an der Steckachse. Betroffen sind nur Motorräder des Produktionszeitraumes zwischen 12. März und 30. April 2018. Weitere Infos: Bike & Business.



05.07.2018 12:06 von Markus Golletz

Benelli Leoncino 500 Test im Juli 2018

Italobike aus China

Leoncino, das 'Löwchen'
Benelli Leoncino, das 'Löwchen'

 

Seit gesten ist sie da, die lange angekündigte Benelli Leoncino. Benelli, das ist ein großer Name aus dem adriatischen Italien. Doch das 'Löwchen', genau das bedeutet Leoncino, ist eines der ersten Motorräder von Benelli, das komplett in China gebaut wird. Verkauft wird sie hier zu einem Preis, der mit einer 5 vor der Tausend anfängt. All das machte und neugierig, dem kleinen Löwen mal auf die Tatzen zu schauen.

 

Zum spät abendlichen LED Lichttest mit dem Leoncino gleich eine kleine Anekdote. Verkehrskontrolle (keine Papiere dabei, au weia). Dem einen Polizisten gefiel die Benelli so gut, das er gleich mal eine Runde um den Kreisel fahren wollte. Meine Frage, ob er einen Helm brauche, verneinte er.

 

Anscheinend gehen den kleinen Motorrad doch ein paar emotionale Reize aus. Auf den ersten Blick erkennt man ihre Anleihen an die Ducati Scrambler, unverkennbar jedenfalls das italienische Design. Alle Leuchten sind in LED ausgeführt, neben abschaltbaren ABS hat es sich dann aber mit Elektronik, sonst ist vieles Heavy Metal, das zeigt auch die Wage mit 207 kg. Selbst der augenfällige Nummernschildhalter besteht aus mehreren Stahlrohren. 

 

Vom Motor geht sofort ein sonores Twin-Brummen aus, die Auspuffanlage ist aus Edelstahl, Fern-Abblendlicht und Standlicht (kein TFL), sind akzeptabel und tageslicht-weiß.

 

Bei Benelli wächst die Flotte mit dem Motor des Leoncino oder der TRK 502 kontinuierlich, anscheinend hat man Vertrauen in die Motorbaukunst des Mutterkonzerns QJ (Qianjiang), einem großen Hersteller mit über 10.000 Beschäftigten.

2009 besuchten wir in diesem Blog das Benelli-Werk in Pesaro. Damals fand dort noch die Montage statt.

*Alles weitere im MR Benelli Leoncino 500 Testblog!*

 

 

 

Informationen und Links

 

 


Fahrbericht und Details von Motoreetto


04.10.2017 09:20 von Markus Golletz

Mondial Geschichte und neue 125er Motorräder

Schicke 125er mit italo-chinesischen Einbaumotoren

Mondial HPS 125i
Mondial HPS 125i

 

Eine alte italienische Motorradmarke bringt neuerdings stylische 125er auf den Markt. Ende 2016 übernahm die MSA GmbH den Vertrieb für die italienische Traditionsmarke F. B Mondial (F.B. = Fratelli Boselli). Die Marke wurde 1929 von den Boselli Brüdern (Pisanischer Adel) in Mailand gegründet. Es folgte ein Umzug nach Bologna. Ab 1940 etwa war eine erhöhte Produktion mit seinerzeit modernen Produktionsmitteln zu beobachten. 1943 wurde bei der Bombardierung des Bologneser Bahnhofs auch die Fabrik teilweise zerstört. Nach dem II. Weltkrieg setzen die beiden Familien Drusiani und Boselli nach Rekonstruktion des Gebäudes die Produktion fort. So wurde unter den Marken FB Mondial und später Mondial Moto in Folge Motorräder bis 250 ccm gebaut. Piloten wie Nello Pagani, Carlo Ubbiali, Walter Villa, Bruno Ruffo und Tarquinio Provini gewannen auf ihnen (Mondial 48 SS 3M) Titel in den unterschiedlichsten Rennen. Ende der 1950er Jahre, als sich Gilera und Moto Guzzi aus den Wettbewerben zurückzogen, brachte es Mondial auf 10 internationale Rennerfolge.

 

Bei dem Relaunch der Marke 2002/3 wurde ein Modell namens Piega 1000 (Mit Honda VTR 1000 bzw. HRC 1000 SP1 Motor) als Prototyp auf der EICMA vorgestellt, darunter auch die Varianten Piega Evo, RZ Nuda e RZ Starfighter. 2004 musste die Mondial Piega Spa Konkurs anmelden.

 

 zum Test

 

Piero Caronni und später Cesare Galli nahmen sich der Markennamen "Mondial" und "F.B Mondial" an. Seit 2014, so ist beim Importeuer MSA Motor zu lesen, entwickelt und produziert F.B Mondial wieder Motorräder. Zum Start präsentiert MSA zwei neue, Modelle der italienischen Marke: Mondial HPS 125i und SMT 125i. Beide Fahrzeuge bieten feinstes Motorrad-Design im klassisch italienischen Stil und modernste Technik.

 

Mondial SMX 125

 

Die beiden italienischen Webseiten bilden die unterschiedlichen Bauperioden ab:

Mondial Piega von 1998 - 2012 findet man auf der Seite www.mondialmotors.it und die historischen Modelle bis 1998 auf der Seite www.fbmondial.com. Die beiden aktuell in Deutschland lieferbaren Modelle auf der Seite www.fbmondial.de

 

Der deutsche Importeur MSA Motor Sport Accessoires GmbH in Weiden ist neben Kymco und Hyosung auch für Marken wie Quadro, Shad und Fahrrad (Helm) Marken zuständig.

 

Die aktuellen 125er Modelle werden von Vierventil Einspritz-Einzylindern (11 kW) angetrieben und kosten ab 3500€. Die Motoren werden in Italien entworfen und in China gefertigt. Der Name HPS leitet sich von "Hipster"ab. Die Motoren sind eine Lizenzproduktion von Piaggio und werden an identischen Produktionsstätten hergestellt, wo auch Aprilia die RS 125 Modelle und Zündapp seine Einzylinder herstellen lässt. Bei der SMX 125 sind Ähnlichkeiten zur Zündapp ZXM 125 bei Rahmen, Auspuff und Motor kaum zu übersehen. Für 2018 ist ein 250er Einzylinder-Modell zu erwarten, soviel gibt MSA schon bekannt.

 

Infos



20.09.2017 09:06 von Markus Golletz

Benelli TRK 502 und 302R

Chinesische Flitzer und Reisemotorräder

302R

 

Soeben hat Benelli die neue 302R vorgestellt. Für uns kommt das fast überraschend, aber man wird in Zukunft mehr auf Überraschungen aus China gefasst sein müssen. Auch diesen Sommer kam die TRK 502 auf den Markt, ein Motorrad, das einer Ducati Multistrada sehr ähnlich sieht, allerdings nur über einen 500 ccm Zweizylinder Motor verfügt und unter 6000€ zu haben ist. Die TRK 502 ist in Deutschland sogar Stufenführerschein tauglich (48 PS bei entsprechenden Leistungsgewicht).

 

Die neue 302R drückt 38 PS bei 10.000 U/Min auf die Straße, leistet 27,4 Nm bei 9000 Umdrehungen und schaltet per 6 Gang Getriebe. Ihr Gewicht: 190 kg fahrbereit. 14 Liter Tank, 2-Zylinder-Reihenmotor DOHC flüssigkeitsgekühlt, ABS. Alle weiteren Informationen hier.

Interessant ist, das Benelli nun schon das zweite Motorrad vorstellt, das nicht in Pesaro, sondern beim Mutterkonzern QJ (Quijiang) in China hergestellt wird, einem großen Hersteller mit 10.000 Beschäftigten.

 

 



01.06.2017 13:14 von Markus Golletz

Die SWM SuperDUAL 650 ist da!

SWM Super DUAL: T und X - Ausführung

Wie am letzten Wochenende in Biandronno bekannt wurde, wird es die SWM SuperDUAL 650 in 2 Ausführungen geben, T wie Touring und X wie Offroad-Enduro. Damit wäre die Reifenfrage geklärt, die X rollt auf 21/18 Zoll Enduro-Rädern, die T auf 19/17 Zoll Felgen, beide wie auch bei der RS aus Aluminium. Unklar bleibt, ob das Hinterrad einen Ruckdämpfer spendiert bekommt.

 

 

 

 

Hier weitere Details:

Motor: 600 ccm, 54 PS, wie SWM RS 650 R, EURO 4,

Gabel: Fast Ace ø45 mm USD Gabel mit 220 mm Federweg, Zugstufe einstellbar, Federung hinten: ZF Sachs Federbein (Soft Damp), voll einstellbar, inkl. hydraulischer Federverstellung, Federweg: 270 mm,

T-Version: Arrow (Carbon?) Doppelauspuff, geänderte Auspuffführung gegenüber der X-Version: Edelstahl, wie RS 650 R.

Einscheibenbremsen (Ø 300, 220 Brembo) mit ABS,

Hauptständer, Gepäckbrücke und die für den Fahrer leicht konturierte Sitzbank (Sitzhöhe 890 mm) und eine Scheibe gehören bei beiden Versionen zur Grundausstattung dazu, das Leergewicht liegt bei 169 kg.

Ausstattung (optional): Givi Trecker Koffer und Givi Kofferträger, diverse Sturzbügel, LED Zusatzscheinwerfer, Motorschutzblech.

Lieferbar soll die SWM SuperDUAL schon ab Juli 2017, der im Video erwähnte Preis ab 7490 €, 8390€ mit Touring Kit (in Italien), Zupin als Deutschland Importeur wird man dazu noch interviewen müssen.

Gerüchte über Moto Morini

Letzte inoffizielle News, auch zur EICMA 2017 ist, das SWM die von Franco Lambertini konstruierten Moto Morini V2 Motoren der Corsaro aufgekauft haben könnte. Als falsch stellt sich im Januar 2018 auch heraus, das Shinerey bei Moto Morini eingestiegen ist. Man wird also die Saison 2018 abwarten müssen, was es bei Moto Morini zu sehen gibt.

Moto Morini tritt derzeit mit dem Solagen "100% made in Italy" auf. Neben den 1200 Modellen wird auch eine limitierte Serie von E-Bikes angeboten. Unter Oneoff bietet Moto Morini in Kleinserie auch 'Customizing ab Werk' an. Zu sehen ist dort eine Art Corsaro Scrambler 1200.

 



01.12.2016 12:49 von Markus Golletz

Interview: MV Agusta

Daniele Torresan, MVA, Matteo Maresi

Daniele Torresan | MVA 2016
Daniele Torresan | MVA 2016

News: aktuelle Situation bei MV Agusta 2016/2017:

 

Interview mit Daniele Torresan am 5.10. 2016 auf der Intermot.

 

Sein letzter Arbeitstag 2016 war der 30. Januar, kurz darauf kamen die Meldungen über eine vermeintliche MV Pleite. Erfolg und Niedergang liegen oft nahe beieinander, denn das Giovanni Castiglioni geführte Unternehmen (25% Mercedes-AMG Anteile) hatte noch vor 3 Jahren die Produktion stark erhöhen können. Ein Vergleichsantrag wurde im Frühjahr gestellt, für die Belegschaft tritt seit dem der Italienische Staat in Form eines Überbrückungs- oder Kurzarbeitergeldes (Cassa Integrazione) ein. Das beträgt allerdings maximal 1000 € pro Monat, doch ein Großteil der Belegschaft muss mit wesentlich weniger Vorlieb bringen, wie uns Daniele erzählt. Erst nach einem Jahr, wenn das Kurzarbeitergeld ausläuft, ist ab Januar 2017 mit weiteren wirtschaftlichen Entscheidungen zu rechnen. Doch noch im November 2016 erklärte MV, man habe einen russischen Investor der Black Ocean Group als neuen Teilhaber und Geldgeber gewonnen.

 

Dünne Finanzdecke

 

MV muss nun einen mehrjährigen Business-Plan vorlegen und aufzeigen, wie eine Pleite wirkungsvoll abzuwenden ist. Vermutlich war es soweit gekommen, da MV die Produktion weiter aufstockte, aber nicht genug abverkaufte, um die Zulieferer zu bezahlen. Es entstand ein Millionenausstand der schließlich zum Produktionsstillstand führte. Zulieferer wir Brembo waren z.B. nicht bereit, als Schadensersatz schon gelieferte Bremsenteile wieder zurück zu nehmen.

Businessplan: Pleite wirkungsvoll abwenden

Laut Daniele ist die Ersatzteilversorgung für Endkunden aber gesichert, allein schon, weil bei MV Motorrad- und Ersatzteileproduktion parallel läuft müsste das Lager gefüllt sein. Wer und wann bei MVA von Kurzarbeit betroffen ist, hängt stark von der individuellen Tätigkeit, den aktuellen Erfordernissen und der Abteilung ab. Bei unserem Besuch im Juli kamen wir nur bis zum Pförtner doch am Werkstor und auf dem Parkplatz ging es gespenstisch ruhig zu.

 

MVA: Krisengeschüttelt auch in der Vergangenheit

 

Es wäre nicht die erste Krise, die MV (Meccanica Verghera) übersteht, denn es gab schon einige in der Firmengeschichte. Nur die Krisenintervalle werden immer kürzer: ob 1980, 2004, 2008, 2011 oder 2014, immer sind auch namenhafte Firmen wie Proton, Piaggio oder Harley-Davidson involviert. Was 1992, als Claudio Castiglioni die Namensrechte an MV kaufte begann, und 1997 mit der F4 750 und von Massimo Tamburini kulminierte, wird Anfang 2017 eine weitere Nagelprobe bestehen müssen.

 

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Vor der AMG-Ära setze MVA auf attraktive Dreizylinder-Volumenmodelle, deren Entwicklung viel Geld verschlang. Glaubt man der Firmenleitung, dann waren die Auftragsbücher noch gut gefüllt. Im letzten Jahr wurden unter AMG-Einfluss vermehrt teure Sammlerstücke und Sondereditionen gebaut. Gleichzeitig mussten neue Kredite aufgenommen werden. Man sprach von 40 Millionen Schulden bei Zulieferbetrieben, eine Rechnung, die langfristig nicht aufgehen kann. Am 22.3.2016 ging Giovanni Castiglioni für einen Vergleichsantrag vor Gericht. Seitdem wird bei einer On-Off-Produktion nach einem weiteren Investor gesucht. Gleichzeitig wird mit den Gläubigern über einen Teilerlass der Schulden verhandelt. Auch Mercedes-AMG zeigte sich zwischenzeitig willig, ihr Kapital zu erhöhen, aber Giovanni Castiglioni machte sein Veto geltend und wusste so zu verhindern, dass er die Mehrheit an MV verliert.

 

Daniele denkt auch das es für viele der einst 370-köpfigen MV Belegschaft eine Lösung geben wird, sicher wird man aber auch personell Federn lassen müssen, ähnlich wie vis-à-vis die Ex-Husqvarna Arbeiter, von denen nur knapp 60 wieder bei SWM arbeiten.

 

Die Voraussetzungen sein gut, MV habe moderne Produktionsanagen, in jüngster Vergangenheit gute Motorräder entwickelt, doch etwas pessimistisch meint Daniele Torresan, das seiner Ansicht nach nicht alle (italienischen) Marken überleben werden. Kurzarbeit und die Ungewissheit haben auch an seinem Selbstbewusstsein genagt, das ist Daniele anzumerken. Möglicherweise wird die Restbelegschaft auch noch länger mit dem mageren Cassa Integrazione Geld hingehalten. In Italien werden auch andere Beschäftigte in den Krisenbranchen Stahl und Textil so über Wasser gehalten.

 

Auf der EICMA 2016 war MV in Halle 2, auf einen geschrumpften Messestand zu sehen. Den Messeplan hatte Daniele noch ausgearbeitet. Dort soll für die Brutale 800, die F3 RC Replika, eine F4Z Zagato-Studie oder der Dragster 800 RR Promotion gemacht werden. Daniele tippt auch darauf, das MV das Customizing-Segment vergrößern möchte. 

 

In Schiranna (Varese) liefen im Sommer nach einer Art Notstandsplan nur die wichtigsten Betriebsteile. Derzeit werden aufs Jahr gerechnet ca. 2000 Motorräder hergestellt, schätzt Daniele, das ist wenig. Wenn Zulieferteile fehlen, ist zumindest umso mehr Zeit für die profitable Ersatzteilproduktion. Mit größeren Einschränkungen für MV Besitzer (als sie ohnehin gewohnt sind) ist derzeit nicht zu rechnen.

Das WSBK Team fährt weiter seine Rennen

Auch das italienisch-schweizerische WSBK Team fährt weiter seine Rennen. Da der Haupt-Sponsor Motul noch über ein Millionen Budget verfügt, ist dort akut kein Stillstand zu befürchten.

 

Verzockt oder: keiner will mit Giovanni Castiglioni?

 

In die Verhandlungen über Sponsoren und Businessplan ist ein Pressemann wir Daniele nicht involviert. Das ist absolute Chefsache zwischen AMG und Giovanni Castiglioni. Es gab aber Anzeichen, dass die Verhandlungen zwischen AMG und Castiglioni festgefahren waren: Womöglich, weil AMG in Zukunft wegen des Vetos nicht mehr mit Giovanni Castiglioni zusammenarbeiten möchte.

 

Wie es das benachbarte SWM Werk hält, mit chinesischer Hilfe profitable Motorräder zu einem annehmbaren Preis zu produzieren, hält Daniele für keine schlechte Idee. Damit könne man sich auf dem aktuellen Motorradmarkt etablieren, würde aber nicht so schnell zu einem Premiumhersteller wie KTM oder BMW werden. Daniele, vielen Dank für das Gespräch!

 

 

Eine geringfügig andere Version kommt von der derzeitig ‚kommissarisch‘ besetzte MVA Pressestelle: Matteo Maresi spricht im Oktober 2016 davon, dass bei MV fir ‚finanzielle Klippe‘ überwunden sei. Man sei nun in der ‚Gläubigervergleichs-Phase‘, die MVA es wieder erlaube, zu produzieren und abzuverkaufen. 

 

 

Bei MVA arbeiten derzeit ca. 200 Personen, die meisten 4-5 Tage in der Woche. Teile der Stammbelegschaft sind noch in Kurzarbeit, andere haben eine andere Arbeit gefunden, einige der sehr flexiblen Arbeiten werden derzeit über Leiharbeit abgedeckt. Die schwierigste Phase von Mitte März sei nun überwunden: MVA hat Zulauf an Komponenten, produziere und verkaufe wieder Motorräder. AMG ist nach wie vor Anteilseigner. Detailliertere Infos gibt Matteo nicht raus, er meint nur, dass an manchen Gerüchten etwas dran sein könnte.


Vor dem Gerichtshof in Varese bekommt MVA demnächst eine weitere Chance, ein Insolvenz abzuwenden. Ein Businessplan wird am 22.10. vorgelegt, der seitens der Gläubiger angenommen oder abgelehnt werden kann, so Matteo. Nach Prüfung wird erst mit einer endgültigen Entscheidung Anfang 2017 gerechnet. Einen Tag vor der EICMA plant MVA auch den 400 Händlern genauere Informationen an die Hand zu geben. Im Aftersale-Bereich arbeitet man daran Lücken zu schließen und Lager Rückstände aufzuholen. 

 



20.11.2016 18:00 von Markus Golletz

SWM in MO Sonderheft Motorräder aus Italien

Mit SWM Report, Alpinestars und MV News

SWM im MO Sonderheft 22
SWM im MO Sonderheft 22

 

Wir waren wirklich da, haben uns das SWM Werk angeschaut. Unser Artikel darüber erscheint nun am 21. November im 22. MO Sonderheft Motorräder aus Italien. Außerdem in diesem Heft aus unserer (MR) Feder: Werksbesuch bei Alpinestars und eine News zu MV Agusta. Dazu später mehr auf diesen Seiten.

 

 

Kurze Zeit später veröffentlichte SWM dieses Image Video. Es verschafft einen kleinen Überblick über das Gelände und was sich heute in den Hallen verbirgt.

 

Auf der EICMA 2016 trat SWM im Garage Outfit auf. Auf dem Stand gab es nur italienisches Slow Food, wie wir aus sicherer Quelle wissen. Als Concept Studie wurde das Einzylindermodell 4.21 vom Designer Raffaele Zaccagnini präsentiert. 

 

  • Weitere Infos in Kürze bei SWM


11.10.2016 13:53 von Markus Golletz

Fantic in Deutschland wieder erhältlich

Neue 250 Enduro von Fantic
Neue 250 Enduro von Fantic

 

Fantic Motorräder kommen auch ohne Importeur nach Deutschland. Ein Mittelsmann hat sich gefunden. damit Sind die neuen Enduro 250er und Motard Modelle auch hierzulande verfügbar. Sie sind in jeweils in zwei traditionellen Farben lieferbar.

 

Auf der EICMA 2016 tauchte jetzt noch die Caballero 500 auf, die ab Juni 2018 in Deutschland ausgeliefert wird: Als Flat Tracker und Scrambler.

Seit 2003 haben wir die Marke zu neuem Leben erweckt und seit dem 11.000 Motorräder gebaut. Federico Fregnan

Die Unterschiede zwischen Enduro und Supermoto bestehen im wesentlichen im Lenker und in den Federelementen. Die homologierte Leistung liegt bei 11 kW bei 7.250 U/min, die offene Leistung hingegen 20,6 kW bei 9.000 U/min. Drehmoment soll schon bei niedrigeren Drehzahlen anliegen, was die Fantics auch für A1 Fahranfänger attraktiver und leichter fahrbar macht. In den Daten und auf den Bildern ist ein stabiler Rahmen mit geschmiedeten Komponenten, ein geschraubter Alu-Heckrahmen, so wie eine Aluschwinge zu sehen. Der Spritverbrauch wird mit gering angegeben. 2013 hat ein www.motorradreisefuehrer.de Team das Werk und den dem ehemaligen Eigner Federico Fregnan in Dosson di Casier bei Treviso besucht. Damals stand noch kein Importeuer für Deutschland fest. 2016 ist Patrick Porton in 53773 Hennef (Sieg) die Nabelschnur zwischen Hersteller, Werk und dem deutschen Markt. Fregnan hatte die Marke 2003 wieder zum Leben erweckt und seit dem 11.000 Motorräder verkauft. 2014 verkaufte er Namen und Produktionsstätten an Alberto Baban von VeNetWork.it.

Dazu auch die neue Homepage von Fantic Deutschland. Das Händlernetz umfasst derzeit 21 Händler

 

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Fantic Caballero Casa 250. Sie ist anscheinend auch in D zu bekommen

 

Die Verkaufspreise der 250er liegen in Deutschland zwischen rund 5500 und 6200 Euro (2017). Zu den Zulieferern gehören Arrow (Auspuff) und auch andere Italienische Marken. Damals sagte man uns, Fantic nutze auch Aprilia Restkapazitäten. Nun wird mehr bei Treviso in einer Assembling LIne gefertigt. Alle Teile werden zugeliefert. Bei Fantic sind auch eBikes und Fatbikes zu bekommen.

 

50er und 125er Motoren stammen von Yamaha / Minarelli, die 250er aus China

„Bei Fantic kommen die 50er und 125er Motoren von Yamaha / Minarelli und der 250er Motor wird von Zongshenmotors in China gefertigt. Bei Minarelli wird gerade auf Euro 4 umgestellt. Das Ergebnis wird man im November 2016 auf der EICMA sehen.


Die Enduro und Motard-Versionen sind jeweils in einem Typ zusammen homologiert, d. h. es gibt für die Enduro eine wahlweise Ausrüstung mit 21 + 18 Zoll bzw. mit 2 x 17 Zoll Rädern. Die Wettbewerbs-Enduros bringen es auf 300 mm Bodenfreiheit, 900 mm Sitzhöhe wiegen unter 140 kg. Da solche Enduros nicht der kommenden ABS-Pflicht unterliegen, geht Euro 4 hierbei ohne CBS Kombibremse bzw. ABS in Ordnung,(Patrick Porten, Fantic und Mash Importeur in D).

 

 

Caballero 125 mit Conti ABS: lieferbar ab Weihnachten 2017

 

125er // 500er Caballero

Die neuen 125er Fantic’s werden grundsätzlich als 2-Sitzer und wahlweise mit 17 Zoll Rädern (Flat Track) oder mit 21 und 18 Zoll Rädern (Scrambler) ausgeliefert. Verbaut werden bei den 125er Minarelli Motoren. Der höhere Preis von ca. 5000€ bedingt sich durch Komponenten wir Alu Schwinge, 15 Liter Tank und Arrow Auspuffanlage. Lieferbar ab Dezember 2017.

 

Dis sportlichen Fantic Modelle werden in den drei Varianten Performance, Casa und Competizione angeboten. Die preiswertere Performance ist mit Telegabel und Stahlrohrschwinge bestückt, während die Casa als mittlere Variante über USD – Gabel und Alu-Schwinge verfügt. Mit der Competizione bietet Fantic die jeweils hochwertigste Ausführung seiner Modelle an. 

 

Die Vergasermotoren leisten offen 28 PS und sollen auch so belastbar sein, dass sie im dual-use Betrieb (Gelände-Straße) bewegt werden können.

 

Die Auslieferung der 500er Caballero-Modelle (Flat Track, Scrambler und Soft-Enduro) ist für Juni 2018 vorgesehen (MR Test angefragt und zugesichert).

Auch die Caballero 125 waren erst zum Jahresende 2017 zur Auslieferung bereit. Die Produktion hatte sich etwas verschoben, da es beim Zulieferer für das ABS System einen Wechsel gab: satt einem CBS System komm nun das ABS von Conti. 

 

 



29.08.2016 19:31 von Markus Golletz

SWM Enduro Test

Unterwegs in Meck-Pom
Unterwegs in Meck-Pom

 

Der Zündschlüssel und auch der Tankdeckel erinnern noch sehr an das Husqvarna-Logo, doch nun ist es eine SWM! 5000 km sind wir mit der SWM Enduro gefahren: bei der Motorradwerketour 2016, durch das Weserbergland und bei einem langen Enduro Wochenende in Mecklenburg-Vorpommern. Unzählige Male wurde sie dabei (bei Foto Stopps) mit dem E-Starter zum Leben erweckt und auch die Reaktion von spontanen Betrachtern ist immer ähnlich: Entweder kennen sie SWM 'irgendwoher' von früher noch oder sie sagen: "Oh, hat die aber einen langen Radstand!" Und das stimmt auch (1505 mm), denn kaum eine Enduro fährt so gut geradeaus, wühlt sich auch in tiefen Spurrinnen stoisch vorwärts oder kommt so selten ins Schlingern, wenn es schwierig wird.

 

Die RS 650 R ist der 2011er Husqvarna TE 630 sehr ähnlich, doch wurde ihre Alltagstauglichkeit verbessert. Ein Teil der Federwege (jetzt 210/270 mm) fielen dem zum Opfer, doch gewichtsmäßig leichter (149 kg) und vom Tankvolumen her (12l) blieb alles beim Alten.

 

Der Motor mit Mikuni Einspritzung steht mit 40 Kw, 54 PS ganz gut im Futter, kommt mit einem ausgewogenen Mapping aus und überträgt per Regina-Kette ohne Ruckdämpfer zum Hinterrad. Das funktioniert sehr gut, außer wenn bei Regen auf Asphalt die Haftung nachlässt, gibt es aus Versehen manchmal einen Drift. Die SWM SuperDual wir übrigens mit dem gleichen Motor, mit Ruckdämpfern und mit 19 Zoll Vorderrad ausgeliefert werden. Ähnliches hört man von der hier getesteten RS 650 R: In der Schweiz soll es angeblich, so ein Leser, noch eine ABS EURO 4 Version geben. Zupin spricht aber von einem Modell mit den kleineren Reifendimensionen 19/17 Zoll. All das werden wir auf der Intermot 2016 in Köln mal in Erfahrung bringen.

Lafranconi ist für den Edelstahl-Sound aus der 1-in-2 Anlage verantwortlich

Das Fahrwerk agiert dezent und unauffällig und bring mit Marzocchi und Sachs Italia Markenware an den Mann. Auf dem Edelstahl-Aluminium Lafranconi Doppelauspuff steht eine E13, die auf eine Zulassung in Luxemburg hinweist. Auch das ist heute normal. Der entweichende Sound ist ansprechend, aber nicht aufdringlich. Sound-Engineering gelungen!

 

Bei 100 km/h zeigt das Kombiinstrument in LCD anzeige 4600 U/min, bei 120 sind es 1000 Umdrehungen mehr. Leichte Vibrationen dringen dann an den Lenker, wichtige Fahrwerksschrauben sollte man ab und an nachziehen.

preisgünstig Enduro mit Sport-Genen

Nach unserer Endurotour in Meck-Pom war eine Kontrolle des Luftfilters notwendig. Auch hier wird der flache, aber voluminöse TwinAir Filter der TE 630 verwendet. Alles im grünen Bereich, angesaugt wird unter dem Seitendeckel neben dem rechten Schalldämpfer.

Für das Geld bekommt man viel Enduro. Vielleicht sogar etwas Sportenduro, dafür aber mit sehr guten Straßeneigenschaften. Einziges Zugeständnis sind unter Umständen die Wartungsintervalle. Alle 5000 km sollte mach schon genauer gucken, das Öl wechseln und die Steuerkette im Auge behalten. Wir hatten zwischen den Ölwechseln bisher keinen Ölverbrauch (wie es etwa einige Baujahre der KTM 690 Enduro haben). Dazu gibt es ein passendes Mapping viel Fahrspaß und eine Sound, denn man im Zubehör kaum zu kaufen bekommt.

 

Für 2017 hört man bei SWM an der Endurofront folgendes: Die Produktion der RS 650 R mit Euro 4 beginnt zwischen März und April, dann wird auch der neue Mono-Auspuff aus dem SWM Power Part Programm vorgestellt. Die SUPERDUAL wird mit Euro 4 und einem anderen Instrument im Cockpit, einem mit Kühlwasseranzeige ausgeliefert. 

 

Kurzum, eine kleine Zusammenfassung:

 

Minus

  • Bisher serienmäßig nur Golden Tyre Bereifung (gut im Gelände, aber auf der Straße…).
  • Seitenständer biegt sich durch, klappt eignentätig hoch und ist gewöhnungsbedürftig. Abhilfe naht in Form von SWM Power Parts.
  • Das Multiinstument mit genauem Tacho hat bei den Kontrollleuchten ab und an kleine Aussetzer und wird vom Fahrer als unzuverlässig eingestuft. Tachomagnet verabschiedet sich des öfteren, Keine Ölwarnleuchte, keine Kühlwasseranzeige (Kann bei Louis (und hier) nachgerüstet werden)
  • 520er Regina Kette mit Kettenschloss: leicht ungleichmäßig gelängt nach 3000 km, etwas Mau für eine Enduro mit 54 PS
  • Die 3 mm dünne Bremsscheibe vorne macht gelegentlich lautere Geräusche als die Hupe. Upsite-down typischer leicht eingeschränkter Lenkeinschlag, kein serienmäßiger Motorschutz, Deko-Hebel ist bei uns gebrochen (Plastik), Frontscheinwerfer Reflektor (Klarglas) ist okay, bietet aber nur einen mäßig definiertes Lichtbild
  • Luftfilterkasten: Beim 2. mal reinigen alle Schrauben ausgebohrt wegen Gammel!

 

Plus

  • Angenehmes, sehr neutrales Fahrverhalten, langer Radstand, guter Geradeauslauf
  • Sehr gut ausgewogenes Fahrwerk, geringes Gewicht, passable Sitzbank
  • Ausgewogenes Mapping: für Straße, Enduro und SuMo geeignet.
  • Nummernschild mit 2 Muttern abnehmbar, auffändige Doppelauspuffanlage von Lafranconi
  • Federbein-Umlenkhebel mit Schmiernippeln
  • Geringer Verbrauch (4,4 l), gelungenes Gesamtkonzept.
  • Üppige 14 Ah Yuasa MF Batterie, (die schnell durch eine wesenlich leichtere LiIo-Batterie ersetzt werden könnte)
  • Gutes Feedback der Federung (Marzocchi/Sachs) strammere Abstimmung als TE 630
  • Cooler Sound serienmäßig mit Lafranconi Doppel Auspuff. Mono-Flöte in Vorbereitung

 

 Meck-Pomm-Sand: von der SWM aufgenommen.

Infos

  • Den Testeindrücken aus der MCE 7/2016 schließen wir uns ebenfalls an
  • BedienungsanleitungTE 630 (engl. von SWM haben wir keine gefunden)
  • Hier im Bild die SWM SuperDual 650 mit Givi Gepäckträger und 19 Liter Alu Tank.
  • Aussagekräftiger Vergleichstest XT 660 / SWM RS 650 R (MOTORRAD)

 

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Letzte Änderung: 09.08.2018
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