03.01.2014 17:39 von Markus Golletz

Tribute to Mitas E09 and Metzeler Karoo3

Mitas und Metzeler Ensemble

mixed: vorne Karoo 3 hinten Mitas E09
mixed: vorne Karoo 3 hinten Mitas E09

Sowas macht man eigentlich nicht: 2 verschiedenen Reifen auf einem Motorrad. Nach dem Platten vor Reisebeginn hatten wir keine Wahl: vorne ein Metzeler Karoo 3 in 21 Zoll, hinten die 140er Mitas E09-Walze in 18 Zoll, gefahren auf einer KTM 690 Enduro in Marokko. Dieses Motorrad ist bekannt für einen überdimensionalen Reifenverschleiß, weil bei nur 139kg Leergewicht über 63 Pferde am Reifen ziehen. Um das amtliche Endergebnis vorweg zu nehmen: Die beiden Reifen harmonierten auf Marokkos Pisten aufs Trefflichste. 

 

Der Karoo 3 ist eine Neuentwicklung, die alte Karoo-Typen ersetzt. Aus unserer Sicht ist der Reifen für Endurofahren in Europa mit einem hohen Offroad-Anteil konzipiert. Dabei kommt der Reifen äußerst leicht und mit ordentlichem Negativprofil daher. Seine Abrollgeräusche sind gleich Null, seine Präzision und Nasshaftung sehr gut. Ein weiterer Platten, in Kontakt mit dem sprichwörtlich spitzen Stein auf einer der marokkanischen Hamada-Pisten machten aber auch die Grenzen deutlich. 6500 km auf dem Vorderrad zeigten hingegen noch nicht viel Verschleiß.

 

Ganz anders der Mitas E09, ein deutlich rauerer Gesell, denn es für Extremisten auch mit dem Kürzel ‚Dakar‘ zu kaufen gibt. Schon in der Normalausführung merkt der geübte Monteur beim händischen Aufziehen, das man es hier mit einem robusten Reifen zu tun hat. Negativprofil und 90° quer zur Fahrtrichtung verlaufende Profiblöcke schaffen die Traktion eines Schaufelbaggers, bringen aber im Vergleich zum Karoo auch ein paar Abrollgeräusche mit sich – Onroad, versteht sich. Wir kennen keinen Reifen, der den Geradeauslauf der KTM aus der Ruhe bringt, so auch nicht die beiden groben Testanten. Der angesprochene extreme Reifenverschleiß der 690er zeichnete auch den harten Mitas E09, Schlizte, Dorneneinstiche und fast schon ein fein gegilstertes Narbenbild konnten dem Mitas nichts anhaben. Nach Ablauf der Testdistanz auf dem Hinterrad hat er deutlich an Profil verloren, ist aber noch gut für 1-2000 Kilometer. Im Sand leistete er gute Arbeit, wenn man ordentlich Luft ablässt.

 

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Insgesamt überzeugte uns diese ‚Reifenmischung‘ vollends, gerade im Vergleich zu den Mitfahrenden Heidenau Scouts, die zwar kaum an Profil verloren, aber besonders im Sand keine gute Traktion mehr an den Tag legten.

 

Wir empfehlen auch für die BMW F 700/800 GS beide Profile und Hersteller, den Mitas für die Geländegänger, die Plattensicherheit brauchen und sich von ein paar Abrollgeräuschen nicht einschüchtern lassen und den Metzeler Karoo 3 für die europäischen Leisetreter, die einen technisch up-to-date Reifen mit guten Nasshaftungs-Qualitäten in heimischen Gelände bewegen wollen. Mitas ist übrigens Sponsor des Reisepreises des Motorrad Reise Treffens (MRT) 2014.

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