25.12.2021 von Markus Golletz

Offroad fahren in Italien deutlich eingeschränkt

Respektvolles fahren?

Endurowandern in Italien nicht mehr legal?
Endurowandern in Italien nicht mehr legal?

 

Der Gesetzestext ist schwer zu verstehen, klar ist nur, das vielen Bauern, Naturschützern und Waldbesitzern dass das ungefragte Befahren ihrer Territorien mit Offroadfahrzeugen zunehmend auf den Geist geht. Italien hat ein Dekret vom 28. Oktober auf den Weg gebracht, das quasi allen außer Autorisierten, Einsatzfahrzeugen oder Instandhaltungsfahrzeuge mit Sondergenehmigungen das offroadfahren verbietet. Mit der Veröffentlichung im italienischen Amtsblatt am 1. Dezember (Gültig ab 16. Dezember) hat so das Dekret Wirksamkeit erhalten. 2018 (Decreto Nr. 34 vom 3. April) hatte Italien begonnen, dem zunehmend wilden 4x4 und Endurofahren entgegenzutreten und das Forst- und Bergstraßen ohne fester Oberfläche für den normalen Verkehr gesperrt, bzw. ausschließlich nur für Traktoren, Lastwagen und Arbeitsmaschinen reserviert. Anders als das Gesetz von 2018, das "vorbehaltlich der kommunalen Genehmigung" in kraft trat und damit die üblichen Grauzonen der italienischen Bürokratie anspricht, gilt dieses Gesetz nun unmittelbar und betrifft auch nicht motorisierte wie Mountainbiker und Mountainbikerinnen.

 

Widerspruch gab es von den Motor-Verbänden genug, aber alle Fristen sind nun abgelaufen, der neue 'Offroad-Paragraf' gilt in ganz Italien.

 

Betroffen sind alle Wege und 'Mulatiere' (Saumpfade), die schmaler als 2 Meter fünfzig sind, also keine offiziellen Straßen sind. Diese Wege und Verbindungen sind ab sofort passé für nicht Autorisierte, vor allem aber für Fahrzeuge jeglicher Art.

 

Der Ligurische Grenzkamm und die zahlreichen Militärpisten der italienischen Alpen sind davon vorerst nicht betroffen, wenn sie nicht sowieso schon reglementiert sind oder eben schmaler als 2,50 Meter sind.

 

Die Italienischen Verbände FMI und ANCMA arbeiten bereits daran, diese Regel zu korrigieren. Unterschriften wurden an die zuständigen Minister Stefano Patuanelli, Dario Franceschini sowie Roberto Cingolani übermittelt.

 

 

Zum einen erscheint die Lage verständlich, besonders wenn motorisierte Fahrzeuge in sensible Naturzonen eindringen, zum anderen auch übertrieben, wenn so jegliche Freizeit-Aktivitäten, ob motorisiert oder mit MTB von allen Fahrwegen ferngehalten werden. Kein Verständnis haben wir auch in der Redaktion für wildes Endurofahren. Dann, wenn die Natur nur als Parcours wahrgenommen wird, wenn die alpine Grasnarbe unter den Enduroreifen durch die Gegend fliegt, wenn eindeutig ausschließliche Wanderwege in den Alpen oder Mittelgebirgen in sportlicher Weise befahren werden. Doch das entdecken und erleben der Natur, möglichst emissionsarm, sollte erlaubt bleiben. Dazu gehört auch sinniges Mountainbike-fahren oder bedachtes Endurowandern.
Wir bleiben dran und halten euch mit den Entwicklungen auf dem Laufenden.

 

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Letzte Änderung: 20.03.2018
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