09.07.2013 14:09 von Markus Golletz

Vertemati's neuer Motor

Die Vertemati Brüder sind nicht mehr die Jüngsten. Das manifestiert sich auch auf der angestaubten Homepage. Vor 4 Jahren hatten Sie uns abblitzen lassen, nun sind wir anscheinend willkommen. Die Mail Kommunikation klappte sehr gut und empfangen werden wir im Geburtshaus und der anliegenden Werkstatt in Triuggio bei Milano directamente. Interessanterweise schicken Guido und Alvaro Vertemati seine neuen Gehilfen vor. 4 Jungs, frisch von der Uni, präsentieren uns, dass es in der Motorenentwicklung der Vertemati’s auch anders geht.

 

 

Mit Computer, CAD Zeichnungen und jeder Menge High-Tech. Guido gesellt sich dazu und wir bewundern einen neuen Motor, der ungemein klein baut, 2-Zylinder hat und bei dem alles, was den Liter Hubraum leistungsfähig macht aus dem Vollen gefräst ist. Sogar der Rahmen oder das Motorgehäuse, das aus nur einem einzigen Stück bestecht. Die Vertematis sind ja traditionell Meister des herausnehmbaren Kasettengetriebes, das auch hier seinen Platz finden wird. Fotos sind von diesem Motor trotzdem unerwünscht, denn er wird für einen Privatier und Mäzen exklusiv gebaut. Vielleicht fällt eine Kleinst-Serie dabei ab. Zu sehen kriegen wir nur altes Eisen: besser: Kleinserien der bisher verkauften Einzylinder Modelle.

 

Die Vertematis zeigen, was sie eigentlich können: Motoren bauen, und zwar von Kindesbeinen an. Alles weitere, was Vermarktung, Serienfertigung, wie damals bei VOR oder auch was Werbung angeht scheint bisher nicht der Gebrüder Metier. Zu schwedischen Zeiten hatten die Gebrüder Erfahrungen als italienischer Husaberg-Importeuer gemacht, doch das ist lange her. Die Enduro- und Motard-Modelle (BX), die Sie 2006-2009 für Benelli konstruiert hatten, gingen nie in Serie, auch wenn er in Pesaro oder auf der EICMA in den Showräumen gezeigt wurde: Guidos kurzer Kommentar: Die Chinesen halt. Interessanterweise fanden wir 2018 die Prototypen Motorräder in unserer Nähe wieder: Beim Benelli Bauern Wilfried Blöthe am Steinhuder Meer. 

 

Guido erklärt uns, warum ein leistungsfähiger Einzylinder auch nur eine Nockenwelle braucht: Kipp- und Schlepphebel so wie ein Unicam Motor haben weniger Reibung und sind im kritischen Drehzahlbereich um 7-8000 U/Min noch nicht überfordert. Sie sind zwar teurer zu fertigen, machen den Motor aber niedriger und schaffen so mehr Platz.

 

Wie es weiter geht? Die Welt darf gespannt sein auf den neuen (und ersten?) Vertemati Zweizylinder-Renner, wenn er denn je gebaut wird. Gut aussehen tut er ja, leicht ist er auch und reichlich mit Edlem und Carbon geziert und fast aus dem Vollen hergestellt. Man wird ihn in der italienischen Presse bald zu sehen bekommen, doch vorerst wird es beim Träumen bleiben: Über Preise haben wir nicht geredet …

 


Guido Vertemati erklärt Motoren

 

Schön jedenfalls zu sehen, das die Vertematis generationsübergreifend arbeiten können: Hier steht ein Alter mit Kittel und kurzen Hosen an der Drehbank, dort kommt eine Frau mit Haushaltsschürze und serviert etwas, mittendrin die Mittzwanziger, die anscheinend gut am Computer und im Design sind. Organisiert wirkt das alles weniger, typisch italienisch sind eher die gewachsenen Strukturen eines Kleinbetriebs.

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Kommentar von instant auto insurance quote comparison | 06.07.2017

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Letzte Änderung: 20.03.2018
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