29.11.2021 von Markus Golletz

EICMA: Highlights 2021-22

CFMoto, Honda ADV 350, Benelli TRK 800, MV Lucky Explorer, Soriamo Motori

Benelli / QJ. TRK 800
Benelli / QJ. TRK 800

 

Die EICMA 2021 ist zu Ende und sie fand ohne BMW und andere (KTM, Husqvarna, Ducati, Harley-Davidson, Indian ...) große Aussteller statt. Daher war das Angebot der weltgrößten Motorradmesse in Mailand diesmal etwas kleiner. Die Veranstalter konnten aber angesichts geringerer Corona-Zahlen und eines Sicherheitskonzeptes die Veranstaltung sicher durchführen. 44 Nationalitäten und gut 4000 Journalisten und waren trotzdem da, die EICMA zieht eine gar nicht so schlechte Bilanz, vor allem, weil immer mehr online stattfindet oder verwertet wird.
 

Ein Highlight, das vorher vorgestellt wurde ist sicherlich die Tuareg 660. Warum ausgerechnet MV Agusta an ein von der Zigarettenindustrie gesponsertes Motorrad anknüpfen will, das zwar im selben Werk, aber unter Cagiva Ägide gebaut wurde, bleibt ein Rätsel. Doch die neuen Lucky Explorer 5. und 9.5 spielten in Milano bei den Neuerscheinungen eine Rolle. Mich erinnern sie irgendwie auch an das X-Cape Modelle von Moto Morini, das anscheinend den selben Motor wie die LE 5.5 in sich trägt.


Zwei neue 'Fröhliche Entdecker' von MV

Auf dessen Basis stellen wir uns den neuen Lucky Explorer den ‘Fröhlichen Entdecker’ vor der hier im Video zu sehen ist. Dort werden die ‘Parigi-Dakar’ Erfolge von Edi Orioli auf den Cagiva-Elefanten mit dem luftgekühlten 90°-Ducat-V Motoren thematisiert, mit dem das aktuelle Motorrad allerdings kaum etwas zu tun hat. Beim kleinen 'fröhlichen Entdecker' geht es um einen, ja, bei QJ in China gefertigten Zweizylinder mit 220 kg Trockengewicht. Die 5.5er Explorer kommt mit 19/17 Zoll Rädern daher (sieht sehr nach dem Motor der X-Cape aus), während die 9.5er auf dem hauseigen 930,63-cm³-Triple basierend mit einem 798-cm³ Dreizylinder ausgestattet ist und auf echten 21/18 Rädern rollt. Der Tourenfahrer hat das hier schön zusammengefasst.

 

 

 

Husqvarna Norden 901: Die neue 'Mittelklasseenduro' für 16.000 Euro. Preislich über das Ziel hinausgeschossen hat Husqvarna in Mattighofen hier auf das KTM 890 Aggregat zurückgegriffen. Uns gefällt das Setting, weil es ein schlichtes Designkonzept (jetzt wieder mit Rundscheinwerfer-Optik) und einem komfortabel abgestimmten Fahrwerk kombiniert. Zielgruppe: junggebliebene 50+, denen eine GS zu wenig individuell und überladen erscheint.

Sehr schön im Fahrbericht von MOTORRAD auf den Azoren dargestellt. Im selben Text auch die 'filigrane Elektro-Enduro von Caofen aus China, die ein Fun-Konzept von elektrisierendem Fahren im Gelände abbildet: zwischen eMTB und Motorrad.

 


 

Honda ADV 350

Hier ist ein Ableger des starken X-ADV Zweizylinder Roller geboren, den wir 2017 ausführlich testen konnten und für gut befunden haben. Erfreulich also, dass Honda das Konzept auf ein preisgünstigeres Niveau herunterbricht. Der ADV 350 hat den Antrieb des Einzylinders des Honda Forza-Rollers (79g/km Co2 kombiniert Euro 4, 3,4 L Verbrauch auf 100 km), V-Riemenantrieb mit Fliehkraftkupplung. Er rollt auf (v/H) 15 und 14 Zoll großen Rädern und wiegt trocken 186 kg, was nicht unbedingt ein Leichtgewicht ist. Der X-ADV Zweizylinder wog vollgetankt 236 kg.
48 Liter Volumen bietet ein Staufach unter der Sitzbank, es gibt ein Keyless- System. Ein Preis steht noch nicht fest.

 

Caofen China: Enduro einmal anders

Elektromobilität:

Mein Kollege Motoreetto aus Italien schreibt auch über die neue Firma Soriano Motori, die mit ihrem 'Jaguar' Motorrad auf der EICMA zu sehen ist. Großer Auftritt, aber was ist dahinter, fragt er sich in einem Artikel. Fact ist, dass viele 'neue' Marken auf den in Zukunft mehr und mehr lukrativen Markt strömen. Nicht alle leisten das was sie ankündigen, nicht alle sind seriös, so eine Schlussfolgerung. Die Einschätzung zu einer Modellauswahl von Motoreetto aus italienischer Sicht findet ihr hier.

 

Soriamo Motori

 
Der Soriamo 'Jaguar Prototyp* kommt mit 255 kg (davon 80 kg Akku, der nicht weiter spezifiziert wird) und einer typisch futuristischen Optik daher. Wie gewöhnlich übertrifft die Leistungsfähigkeit des E-Antriebes (2 Motoren und 5-Gang-Getriebe und Flüssigkeitskühlung (vgl. Tacita) alles bisher Dagewesene. Mit der Bremsscheibe die mit der Felge am Vorderrad verschraubt ist, erinnert der Auftritt ein wenig an Buell. Die Gabel, die futuristische Vorderradfederung erinnert an etwas zwischen Telelever, Achsschenkel und Playmobil. Irgendwie 3D-Drucker. Dubios wird es mal wieder bei der Finanzierung, hinter der laut Motoreetto ein New Yorker Hochfinanzmann steckt. Die Firma kann auf keinerlei Erfahrungen im Bau von Zweirädern, sei es mit Verbrenner oder E-Motor zurückgreifen. Anscheinend hat man mit einem weißen Blatt Papier angefangen, wie Motoreetto schreibt und den Ingenieur Brioschi beauftragt. Seine Videos wirken bisher arg improvisiert:

 

 

Zahlen kann man dann die 33.000 Euro in der Pre-order auch mit Bitcoin oder Kreditkarte. Schauen wir mal, wer sich traut. Man weiß dann immer noch nicht, wo das Motorrad herkommt, aber bestimmt nicht von der Terre di Motori, nicht aus Bologna und nicht aus der Emilia und nicht aus der Lombardei.

 

Sicherlich Erfolgs gekrönt werden die schon lange erwarteten neuen Modelle von QJ. bzw. Benelli. Benelli, das kommt mittlerweile nur noch im Namen vor, die neuen Modelle stammen aus China.

 

Die TRK 800 wird sicherlich in Italien ein Hingucker und Preisschlager, sie ist der Nachfolger der gut verkauften TRK 502. Hierzu in Kürze noch einmal etwas ausführlicheres nach Absprache mit dem Benelli Bauern Willfried Blöthe. Nur soviel: Benelli / QJ. stellen die TRK 800 noch als Concept Bike vor, das 2022 kommen soll. Auch hier spielen Lieferengpässe eine Rolle. Avisiert ist ein Preis von 10.000€. Eine Überraschung ist das Gewicht, das unter dem der kleinen TRK liegen soll!

 

 

In einem ähnlichen Kontext wie Lucky Explorer, Norden 901 oder TRK 800 muss auch die Marke CFMoto (KTM Produktionspartner) gesehen werden, die mit dem Modell 800MT Touring in das Revier der vorgenannten und der Yamaha Ténéré 700 eingreift. Touring lässt darauf schließen, dass eine Offroadvariante noch in der Pipeline ist. Bisher heißen die Varianten Touring und Sport. Auch hier wird ein Preis in Europa von vielleicht nur 9.000 angepeilt. Dafür bekommt man einen 790er Motor von KTM. Vertrieb in Italien über Padana Sviluppo, die auch Kymco Partner sind. In Deutschland und Österreich ist es die KSR Group.

CFMoto mit 800MT

 

Übrigens, Youtube-Videos ohne Cookies einbauen geht so!

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Letzte Änderung: 18.04.2019
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