13.12.2018 09:29 von Markus Golletz

Fairer wohnen, campieren, reisen: Fairbnb

Overtourism in Europe

Fairbnb: ab 2019 online
Fairbnb: ab 2019 online

 

Vor dem Sommer 2019 soll ein neues, nicht wirklich kommerzielles Portal für Ferienübernachtungen online gehen. Fairbnb, der Name ist Programm. Er spielt an auf das kalifornische Unternehmen aus dem Silicon Valley, das den Markt der Ferienunterkünfte einst auf den Kopf stellte und à la Ebay versprach, allen möglichen Wohnraum adäquat unterzuvermieten. Doch die Zeiten haben sich geändert, das Sharing Economy-Portal Airbnb ist gigantisch groß geworden und in die Kritik geraten. Privater Wohnraum verschwindet zugunsten von profitableren Monteurs- und Ferienwohnungen. Ganze Straßenzüge in Berlin, München, Venedig, den USA und auch in europäischen Metropolen wie Barcelona (Tourist go home!) oder Paris werden 'entmietet' und gelten fortan als schicke Party-Unterkünfte. Normaler, erschwinglicher Wohnraum fehlt an allen Ecken.

»Wenn Sie 100 Wohnungen vom Markt nehmen, um sie teuer an Urlauber zu vermieten, verdoppelt sich der Mietzins für 100 andere Wohnungen.«1

Es gibt sogar Städte, die das zweckentfremdete und unsolidarische Vermieten zu 'Bestpreisen' gänzlich verboten oder reglementiert haben: z. B. Mallorca. Die Zweckentfremdung geschah nicht überall in dieser Intensität, doch die Folgen sind deutlich zu spüren: teurer Wohnraum für ganz normale Menschen, Untervermieter, selbst in WG's, die sich aus der Not und mit Hilfe von Airbnb 'etwas dazuverdienen'. Gesetze und Reglungen mussten und müssen her, um dem Quasi-Monopolisten Airbnb Einhalt zu gebieten und die normalen Mietpreise für Wohnraum zu stabilisieren.

Münchens Ex-OB C. Ude (71): freut sich, dass Airbnb endlich Daten offenlegen muss

Da wurde es Zeit, Fairbnb zu gründen. Fairbnb geht im Frühjahr für die Regionen Amsterdam, Barcelona, Bologna und Venedig online - das gesamte Angebot wird noch etwas auf sich warten lassen.

Fairbnb steht für Transparenz und Teilhabe, es gibt klare Regeln: u.a. darf nur eine Wohnung für maximal 60 Tage pro Jahr vermietet werden, und die Hälfte der Provision muss einem guten Zweck in der jeweiligen Stadt zugute kommen.

Die Pre-Register Phase erlaubt, Non-Profit und soziale Projekte in der eigenen Stadt vorzuschlagen uns sich schon mal als potentieller Vermieter anzumelden. Später will Gründer Sito Veracruz auch die Anwohner an der Kooperative beteiligen.

INFOS

 

 

Fair und privat Campen

Das world wide web macht es möglich auch hier Wünsche Gleichgesinnter zu bündeln. Es gibt einige Webseiten, die sich mit Privatvermietungen von Gärten, Feldern und Brachen beschäftigen. Meist liegen die sogar abseits des Troubels. Naturnahe Plätze, kleine Campingplätze, private Campingplätze 'a la ferme' oder Campingmöglichkeiten für verschiedenen Gruppen werden angeboten. Nicht vergessen, man kann auch selber etwas anbieten.

 

 

Habt ihr selber Tipps für coole Motorrad- oder Naturcampingplätze in Europa? Nutzt die Kommentar-Funktion!

 

 

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Kommentar von Joachim | 05.01.2019

Hi Markus,
... nach langer Zeit mal wieder ... auf der Suche nach Campingplatz POi bin ich auf diesen interessanten Artikel gestossen!
Viele Grüße aus dem winterlichen Bayern
Joachim Bardua

Antwort von Markus Golletz

Joachim!

freut mich und ja, ist schon lange her unsere Reise! 

Und: ich zelte ja auch gerne an schönen Orten, daher der Artikel. Mal schauen, was da geht.

Dir auch alles Gute und wusstest du, das ich jetzt zwei kleine Kinder habe (3 und 5)?

Lieben Gruß,

Markus

Kommentar von Peter M. | 19.12.2018

Danke für die neuen Info´s, kannte ich teilweise nicht...

Fairbnb... Airbnb in teuer, aber mit "gutem Gewissen"? Brauche ich nicht...

Geocampr und en.campspace habe ich mir mal angesehen...
Erstens nicht günstig, zweitens die günstigen Campingplätze, die ich bei google.maps gefunden (und ausprobiert habe), sind nicht mal drin.

Billige Campingplätze in Europa heißen meistens "Camping municipal", in Frankreich, Spanien, Portugal bei google maps als Suchbegriff, schon gefunden.
Das fängt bei 2,90€ (Nebensaison) an und geht selten über 12-13€. 
Bei google+ habe ich 500 Fotos und 40 Rezensionen für von mir besuchte Campingplätze eingestellt. Die wurden mehr als 700.000 mal angeklickt. 
Leider wird google+ ja nächstes Jahr eingestellt... dann ist alles weg! ;-(

Wenn ich unterwegs kein Internet habe, nutze ich Archiescampings POI´s auf meinem Garmin Navi. Funktioniert aber auch auf anderen Geräten. Leider gibt´s bei Archies keine näheren Info´s zu den Plätzen, ist also immer ein Glücksspiel.
Tolle Plätze, miese Plätze, oder auch gerne mal gar nichts... alles ist möglich!

Antwort von Markus Golletz

Hallo Peter,

Vielen Dank. Deine Meinung zu Airbnb muss ich wohl so stehen lassen. Danke aber auch für die Camping-POI Sammlung!

Nur noch so viel:

Bei Fairbnb und anderen Anbietern geht es um soziale Verantwortung, nicht um den günstigsten Preis. Fairness bedeutet zumindest ein Mindestmaß an Gerechtigkeit, die vor Kapitalinteressen steht. Wer sich bei Fairbnb anmelden wird und welche Preise dort aufgerufen werden ab 2019, kann man daher heute noch gar nicht sagen. Es geht nur viele an, was da passiert. Der kommerzielle Rahmen und damit die mögliche Gewinnspanne, wird durch die Preise für privaten Wohnraum und die möglichen Preise für Ferienhäuser abgesteckt. Ich wohne auch in einem für solche Spekulation interessanten Stadtteil und ich würde mich sehr ärgern, wenn mein Vermieter (übrigens ein Investment Fond) mir zugunsten regelmäßiger Airbnb-Vermietungen kündigen würde. Tatsächlich steigt dadurch auch der Mietspiegel, wie übrigens in allen Links oben dokumentiert. Es fehlen dringend Regulierungsmöglichkeiten für Airbnb und andere. Das liest man aus allen aktuellen Artikeln zum Thema heraus. Wenn nun ein Anbieter auf Provisionen verzichtet oder sie sinnvollen Projekten zuführt, ist das zumindest einmal eine freiwillige Verpflichtung, die die aktuelle Problematik mit der Wohnraum- Zweckentfremdung anerkennt.

 

 

Hinter Airbnb verstecken sich mittlerweile Abertausende professionelle Vermieter, die nur sich selbst am nächsten sind. Die AGB von Airbnb lässt es anscheinend zu, das Wohnraum massenweise zweckentfremdet wird. Als internationales Unternehmen hat man es manchmal etwas leichter, nationales Recht zu brechen.

In München ist die durchschnittliche Miete für Neuvermietungen schon über 17€ pro Quadratmeter angekommen. Das liegt nicht nur an der Share Economie von Airbnb, aber Airbnb ist zu einem der Monopolisten aus dem Silicon Valley geworden, dem wir durch Airbnb Buchungen weiter füttern und unsere Daten geben. Airbnb gehört über CapitalG, TCV zu Alpahbet, dem Google Mutterkonzern.

Die gezielte Google Maps Suche bringt einiges zum Vorschein. Oft sind es nicht die Anbieter oder in unserm Falle die kleinen Campingplätze selber, die sich da eintragen, sondern viele von Google rekrutierten Local Guides, die da kartografieren. Schwarmtechnologie oder Nutzer gepflegte Sites bringen einiges zum Vorschein.

Municipal heißt bei Campingplätzen in Frankreich nur, das sie städtisch geführt sind. Das bringe oft eine Vorteil weil sie dort nicht zwingend kostendeckend arbeiten müssen. Spannend, das es die in Spanien und Portugal auch gibt!

Kannst du Deine Rezensionen retten oder wie finden wir die? Unter Deinem Namen? 40 Rezensionen sind schon sehr stattlich, Respekt.

Lieben Gruß,

Markus

Kommentar von Peter | 18.12.2018

Lühesand! (https://www.luehesand.de/) Sollte man sich mal anschauen. Gerade ist Winterpause. Bei Stade, absolute Ruhe. Das Mopped bleibt auf dem Festland!
Peter

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