25.02.2021 von Markus Golletz

Maira-Stura-Kammstraße nur noch unmotorisiert

Nachhaltiger und ohne Motor: Maira-Stura & Gardetta Hochebene

Zwischen Valcavera und Colle dei Morti
Zwischen Valcavera und Colle dei Morti

 

Es ist eine der schönsten Hochebenen im Piemont, die bisher größtenteils befahrbar war und zur Maira-Stura-Kammstraße gehörte. Lange Zeit war eine Verbindung der Täler Maira und Stura fehlerhaft in Landkarten eingezeichnet. Der Giro d'Italia erklomm sie regelmäßig und bog dann am 2421 Meter hohen Colle Valcavera ab zum Colle dei Morti (wo ein Denkmal der Radprofi-Legende Marco Pantani steht). Von dort oben leitet der legale Fahrweg auf Asphalt über den Colle d'Esischie ins Mairatal hinunter. Die Schotterpassage, von dem die Rede ist, beginnt an den Gipstrichtern des Colle Valcavera und leitet über die Gardetta Hochebene (Altopiano dell'Gardetta) hinüber in die Marmora (Colle del Preit) und von dort ins Mairatal. Ganz großes Kino, das man an Sommertage durchaus mit dem Motorrad fahren durfte.

 

Seit Längerem gab es Auflagen, ein Nachtfahrverbot und bestimmte Ferien und Wochenenden, an denen die Befahrung untersagt war. Die Gemeinde errichtete Schranken, um diese partiellen Sperrungen zu untermauern, doch sie wurden teilweise zerstört. Im Sommer 2020 gab es nun einen weiteren Erlass der zuständigen Kommune Canosio, der die Befahrbarkeit regelte.

 

Update Sommer 2021: Anscheinend wurde die Neuregelung der Befahrung für 2021 noch einmal beibehalten: Text im Original hier.
Für Fahrzeuge gesperrt 3.7.-15.9.2021 an Wochenenden und Feiertagen und zwischen 9. und 20.8 komplett. Vor dem Colle del Preit auch mit Ampel und elektronischer Schranke. Auch die Parksituation oben auf der Ebene ist dort geregelt. Wie am Grenzkamm wird das wahllose Parken auf Alpflächen nicht mehr toleriert. Zwischen Abzweig Gardetta und Colle Cologna ist Allrad gefordert. Nachtfahrverbot generell auf dieser Strecke zwischen 21 und 5 Uhr.

 

Zwei Artikel der Lokalpresse weisen nun darauf hin, das die Befahrung mit Verbrennern in Zukunft nicht mehr möglich sein wird. Europaverde (Cuneo) ist der Verbund/Partei, der sich zusammen mit der Gemeinde des Maira Tals gegen motorisierte Konzepte des Tourismus, so wie auf der LGKS (Via del Sale) betrieben, einsetzt. So wollen es auch die Reiseveranstalter, (das Valle Maira Tourist Consortium), das sich für einen respektvollen Umgang mit der Natur und gegen 4×4 und Enduros mit absoluter Mehrheit aussprechen. Grund ist auch ein langes Nachdenken in der Pandemie und nachhaltige 'Neustart'-Gedanken zum Thema Tourismus in dieser Region.

 

 

Der Präsident der Valle Maira Union Roberto Colombero hatte seit 2012 auch immer die teilweise Sperrung des Gardetta-Plateaus in den Monaten Juli, August und September salomonisch und kompromissreich verfügt, doch nun kann man ein Ende des motorbetriebenen Verkehrs dort oben absehen.

 

Auch lesen: Neuigkeiten aus den Seealpen

 

Über die temporären Sperrungen haben wir immer wieder aktuell berichtet (Randspalte LGKS). Jetzt hat man als Zeichen der Zeit erkannt, wie wertvoll die Kultur der Region ist, was man hat, an außerordentlicher unberührter Natur und wie man zukünftig und nachhaltig diesen Zustand bewahren möchte. Eine Argumentation, die man akzeptieren muss. Wenn wir ehrlich sind, haben wir jahrelang davon profitiert, das Piemontesische Behörden nicht konsequent solche Strecken gesperrt hatten, sondern einen Kompromiss für alle Nutzergruppen anstrebten. Nun bekommt nach langer Karenz die Natur den Vorrang.

Um die Schönheit der Gardetta Hochebene zu genießen (das ist eben nicht verboten!) muss man sich nun ein Quartier im Vallone dell'Arma oder in der Marmora suchen um dann zu Fuß oder per Pedes das Altopiano zu erklimmen. Viel Spaß dabei!

 

 

Ostern Ade, erneuter Lockdown in Frankreich

Eine andere Frage ist die, wie und ob ein Italienurlaub im ersten Halbjahr 2021 überhaupt möglich sein wird. Italien erlaubt derzeit die Einreise mit negativen COVID-19 Test. Anscheinend wird auch der Transit und den Orangenen Zonen Italiens toleriert, obwohl Einheimische per Dekret auf ihre Region oder einen 30 km Radius festgenagelt sind. Auch in Frankreich gilt noch die Ausgangssperre ab 18 Uhr und diese im Februar wurden die Maßnahmen noch einmal verschärft. Auf der Rückreise aus einem Risikogebiet ist bei der Einreise nach D eine mehrtägige häusliche Quarantäne angeordnet, die man durch einen negativen Test nach 5 Tagen (+2 Tage für die Auswertung eines negativen Testergebnisses)von 10 Tagen auf eine Woche verkürzen kann. Näheres über die Webseite des Auswärtigen Amtes. Die Region PACA (zu der die Alpes Maritimes gehören), weißt ende Februar 2021 eine 7-Tages Inzidenz zwischen 588 und 700 auf. Hier wurde der Aktionsradius der Menschen neben der nächtlichen Ausgangssperre aktuell auf 1 Kilometer verkleinert. Frankreich steht im März 2021 vor einem erneuten landesweiten Lockdown.

 

Infos und Reisebestimmungen

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Kommentar von Walther | 06.06.2021

Danke für die Info - eine Frage bleibt:
Was ist der Unterschied zwischen "...zu Fuß oder per Pedes"?
;-)

Antwort von Markus Golletz

Kleiner Denkfehler der Nicht-Lateiner: Ich dachte Pedes wäre mit Fahrrad gleichzusetzen ;o).

Per Pedalos also!

Kommentar von Andreas Rothballer | 05.03.2021

Hallo Markus,

heist das ab sofort verboten - oder wird nur darüber nachgedacht ???
Wir wollten im July....2021...dorthin....

Gruß Andy

Ballerrosso

Antwort von Markus Golletz

Andy Ballerrosso,

Ich hab die Info aus zweiter Hand, habe die Artikel übersetzt und denke, die machen Ernst, dieses Jahr. Die Regelung ist aber noch nicht veröffentlicht. Bisher waren es ja bestimmte Tage und Wochenenden in der Saison. Um den 15.8. (Ferragosto) ganz schlecht, da sind ja alle unterwegs in Italien.

Außerdem sollte dann ja nicht die komplette Strecke gesperrt sein, man wollte vornehmlich die Natur schützen (Nachtfahrverbot) und dann eben den 'Durchgangsverkehr' stoppen. Also man kommt da oben noch drauf, vielleicht nur Sackgassenartig von zwei Seiten (Marmora oder Demonte oder Granatal). Also einfach vorher noch mal informieren, Italienisch lernen ;o) oder die Wirte und Malga-Wirtschaften direkt ansprechen. Massentourismus-tauglich ist das da sowieso nicht und ein paar Schritte zu Fuß mit Endurostiefeln, sind vielleicht auch drin. Man kann sogar die Rocca la Meja besteigen...

Lieben Gruß,

Markus

(Vielleicht einfach mal vorher hier anrufen: www.campingloudahu.com)

Letzte Änderung: 18.04.2019