05.10.2021 von Markus Golletz

Rezension RIDE 10: Sardinien

RIDE 10. Sardinien!
RIDE 10. Sardinien!

 

Mit der ersten Ausgabe kam RIDE Anfang April 2019 auf den Markt, 8,90€, außen Hochglanz, innen ausgewählte Reise-Autoren: Dentges, Biebricher, Schäfer. Kein schlechtes Trio. Auf Gardasee folge Elsass & Vogesen, dann Dolomiten Teil 1, weiter ging es den Deutschen Alpen und der Schweiz gehen. Die Erscheinungsweise ist überwiegend vierteljährlich, sie tritt in die Fußstapfen von Motorrad Unterwegs und Unterwegs Spezial.

 

Aktuell erschienen ist das 10. Heft als Reise-Special zu Sardinien. Dazu hier eine Kurzrezension:

Sardinien: Schatzinsel für Biker

Während der Corona-Pandemie zeitweise 'geschlossen' konnte man die letzten beiden Sommersaisonen dort überwiegend sorgenfrei genießen. Das RIDE Team bestehend aus Dirk Schäfer, Claudia Werel, Markus Biebricher, Joe Pichler und Diana Richarz waren 2021 für das vorliegende Heft unterwegs und haben ein paar 'Stichproben' der Insel genommen. Entstanden sind dabei 9 überwiegend Rundtouren, die in reportageform gegossen die Lektüre sehr angenehm machen. Insgesamt hat man so einen aktuellen und spezifischen Motorradreiseführer zur Hand, der über reine Inspiration hinaus geht, weil RIDE auch jeden Menge Reisepraktisches liefert: Dazu getestet wird Reiseausrüstung und Bekleidung, es gibt Tipps und einige Themenspecials zu sardischen Themen.

Als Sardinien-Kenner (und selbst mal MOTORRAD Autor) kann ich nur sagen: eine tolle Idee und ein wertvoller 'Motorradreiseführer' ist dem Team gelungen. Der Blick in die Leseprobe zeigt auch das Inhaltsverzeichnis und damit die bereisten Teile der Insel. 'Man kann jede Straße nehmen, man kann nichts falsch machen' oder Korsika hat die höheren Berge, Sardinien aber die besseren Straßen', ist das Credo der Autoren, die fleißig mit der Kamera und der Drohne fast überall unterwegs waren. Insgesamt Stoff für gut 3 Wochen Touren schätze ich mal, wobei die Recherche sicherlich kürzer sein müsste.

Garniert sind die Touren außerdem noch mit wertvollen Anreisetipps (Lago die Como, Livigno), wobei hier die Anzeigenabteilung auch mit einigen allzu luxuriösen Objekten zugeschlagen haben muss ;o).

Ride gibt Fotolokationen der Doppelseiten gerne mit dem entsprechenden Geo-Koordinaten (oder Geotag) an: N 39° 56’20.1804 E 9° 42’36.3924. So bereitete das Auffinden der Spots im GPS-Zeitalter keine Schwierigkeiten mehr. Mich animiert das alles aber eher für eigene Entdeckungen und so ist die RIDE auch immer ein Inspirationsmagazin.
 


  Der Klappentext lautet das alles diesmal folgendermaßen: "Sardinien gilt als eigene Welt und zu Recht als eines der schönsten Motorrad- Paradiese in Europa."
Textinterpreten können im 'schönsten' und 'Paradies' schon eine werbliche Dopplung und Übersteigerung sehen, doch anscheinend ist im Marketing der inflationäre Gebrauch von Superlativen inzwischen normal.
Weiter im Anmachtext?
"Das liegt neben der vielfältigen Natur auch am imposanten Straßennetz der zweitgrößten Mittelmeer-Insel, welches von dynamischen Panorama-Routen über verwinkelte Bergsträßchen bis hin zu sandverwehten Pisten mit Wasserfurten reicht. Alle Straßen bestechen durch eine extreme Dichte an Kurven und überraschen mit bestem Grip.

RIDE 10 präsentiert auf 5000 Kilometern sieben sehr verschiedene Routen über ganz Sardinien (inklusive detaillierter Karten, Roadbooks und GPX-Daten zum Download). Diese führen entlang wunderschöner Südsee-Küsten, weißer Traumstrände, durch unberührte Wälder, hoch hinauf in schroffe Berge, über wilde Hochebenen, durch kleine Dörfer und quirlige Städte. Last not least punktet RIDE mit einem exklusiven Touristik-Teil, inseltauglichen Bikes, passendem Zubehör und einer finalen Traumreise durch Zentral- Amerika. Freuen Sie sich auf maximalen Motorrad-Genuss in faszinierender Umgebung!"
 
ISBN: 978-3-613-32008-6
160 Seiten, ca. 300 Abbildungen
Format: 215 x 280 mm
Preis: 8,90 €
Leseprobe

 

Allgemeines zur Reihe

Vor allem mit den hochwertigen Bildern und dem anspruchsvollen Layout werden Kaufanreize gesetzt, nicht zuletzt auch mit der guten Recherche. Das besondere an RIDE ist also auch die gute Lesbarkeit des Heftes, das mit Übersichtlichkeit viel Weißflächen und passablen (OSM-)Karten, sowie auch der hochwertigen Kartographie (zum herausnehmen) einen sammelwürdigen Eindruck macht. Auch vom Preis, der aber scheint für Sonderhefte üblich zu sein. Dafür bekommt man aber ein Hefte mit Erstveröffentlichungen, was in der Motorradbücher-Branche schon lange nicht mehr üblich ist.
 


 
Schwerpunkt-Themen zu europäischen Reisegebieten sind das Ziel, dazu kommen im Abspann auch immer noch eine exotischere Destination. Auf den je 164 Seiten findet man auch dezent unaufdringliche Werbung (IXS, Hotelguide, etc.), damit sich das Projekt trotz sinkender Printauflagen gegenfinanzieren lässt. Sicherlich gut die Hälfte des Inhalts ist dem Hauptreisegebiet gewidmet, auf den restlichen Seiten nimmt sich das Magazin auch anderen Reisetipps und Reportagen, oder den im Zielgebiet gefahrenen Motorrädern und der Ausrüstung an. In den ersten Heften steuerte auch der (ehem.) Chefredakteur Michael Pfeiffer gerne mal einen Motorradtest bei. Das jeweilige Autorenteam wird oft auch durch einheimische Fachautoren aus den bereisten Regionen ergänzt.

 

Die Ausgabe 4 erschien am 10. Dezember 2019 und hatte den Schwerpunkt Deutsche Alpen. Neben den festen Autoren Thorsten Dentges, Markus Biebricher, Fotograf Jörg Künstle, Dirk Schäfer oder der Layouterin Claudia Werel gibt es auch ständig wiederkehrende Autoren wie Ulrich Baumann, Eva Breutel, Daniel Lengwenus, Nico Streblow, Michael Schümann.

 


Ride No. 2: Elsass und Vogesen

 

Dolomiten

Im Dolomiten Heft (Teil 1) liegt der Schwerpunkt auf den Randgebieten der Dolomiten die größtenteils auch außerhalb der Saison bereist wurden. Das gibt Stoff für einen Teil II, der sich dann mit dem Kerngebiet der Dolomiten beschäftigen soll. Dort ist es zur Hauptsaison durchaus voll und daher raten die Autoren zwischen den Zeilen ab, dort im Sommer hinzufahren. Im aktuellen Heft Dolomiten wird auch der Anreise aus verschiedenen Teilen Deutschlands ein besonderes Kapitel gewidmet; Je eine Seite für Anreisende aus Richtung Berlin dem Ruhrgebiet und Hannover. Sehr schön auch im Dolomiten-Heft der Essay über das Gen des Reisens von Markus Biebricher. 

 

Online sind GPS-Downloads für die Strecken zu bekommen.

 

Schön für die Autoren ist, das sich hier jeder mit anspruchsvoller Fotografie austoben kann. Unser besonderes Interesse gilt Dirk Schäfer und Eva Breutel. Die MOTORRAD-Italien-Korrespondentin, die immer wieder sehr lokales und stimmungsvolles beisteuert (diesmal auch etwas kulinarisches, wie in der italienischen Motorpresse üblich), sowie Dirk Schäfer, der vielleicht der beste Fotograf unserer Zeit ist. Seine Texte sind ebenfalls extrem lesenswert und von Empathie geprägt. Auch die professionelle Fotografie von Jörg Künstle und die spitzen Federn von Markus Biebricher und Thorsten Dentges runden den Eindruck von RIDE ab: Hier wurde was absolut lesens- und sammelnswertes geschaffen.

 
Tipp: Anspruchsvoll, bitte kaufen!

 

Ride hatte beim Launch eine respektable Auflage von 45.000 Exemplaren.

 

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Letzte Änderung: 18.04.2019