Hochsommer mit dem Löwchen: Benelli Leoncino 500

 

Benelli Leoncino 500: Nach Jahren der Wartezeit ist er da. Am Motor hat es nicht gelegen, vielleicht waren es eher Probleme, die intern beim Benelli / Qianjiang Konzern zu suchen sind. Derzeit gibt Benelli Vollgas und bietet mehrere Modelle mit dem Halbliter Twin an.

 

Nicht identisch mit den ersten Designstudien, kommt der erste Löwe nun auf Pirelli Straßenreifen, nicht auf Grobstollern daher. Die sind der Version Trial vorbehalten, die ab Sommer 2018 lieferbar ist. Gleichzeitig wird dann die TRK 502 X, eine Reiseenduro-Version für nur 500€ mehr in den Läden stehen. Beim Leoncino ist nun auch eine Ausstattungsversion mit Speichenrädern lieferbar, sagt uns der Händler 'Der Mopedladen' in Hannover. Probleme gab es bisher nicht, Kleinigkeiten einmal ausgenommen: Bei einem Motorrad war der Tankgeber defekt, oder das Federbein ließ sich nicht richtig vorspannen. Die Fertigungsqualitäten von KSR-Moto (dem Vertreiber in Europa/Österreich), wird in jedem Fall übertroffen.

 

Logo der Qianjiang Group

Auf geht es in den Test:

Die Federung spricht normal an, die mächtige Upside-Down Gabel und die riesigen Brembo (Kopie) Radial-Zangen bringen etwas Gewicht an den Lenker, die Bremsen beißen aber auch ordentlich zu. Hinten geht es etwas härter zur Sache, die Funktion des Verstellmechanismus am hinteren Federbein (Federvorspannung per Handrad) ist sehr schwergängig, funktioniert aber mit etwas Kraftaufwand. Modern kommt hingegen das Cockpit daher, Ganganzeige, Temperatur und Tankbalken (4,5 l Reserve im 12,7 l Tank) sind auch dabei. Leider ist das ganze bei starker Sonneneinstrahlung nicht gut ablesbar. Solche Probleme hatte aber selbst Honda mit der Africa Twin CRF 1000.

Heute wird erstmal weiter eingefahren. Der Löwe ist erst 50 km ausgelaufen in seinem jungen Leben. Farbvarianten sind rot, silber und schwarz.

 

Blog-Tagebuch Benelli Leoncino 500

 

Soundcheck Benelli Leoncino 500

Benelli Leoncino Testfazit

Go Leo go!
Go Leo go!

 

Der Leoncino hat es auch nach 1850 km gut gemacht. Das Design gefällt vielen, seine technischen Daten sind okay. Viele verkaufen ihn bei der Kaufentscheidung mit der Honda CB 500F, die als Platzhirsch in der hart umkämpften 'Einsteigerklasse' antritt. Preislich ist da der Leoncino etwas im Vorteil, doch vielen ist die Frage des Services wichtig. Benelli oder Honda? Die Entscheidung sollten Zweifler vor Ort treffen. Habe ich einen kompetenten Händler in der Nähe, der mir die Entscheidung und die Partnerschaft auf Zeit mit dem Löwen schmackhaft macht?

 

Noch einmal zurück zum Motorrad: Auf jeden Fall ist der Leoncino ein Hingucker, bei dem Benelli einiges an Goodys in die Waagschale geworfen hat: LED-Ausstattung, überdimensionierte Bremsen und Gabel, ein taugliches Bosch ABS und einen moderaten Verbrauch von 4,3 Litern. Selbst die Serienreifen (Pirelli Angel ST) sind über jeden Zweifel erhaben.

Etwas mehr Pep würde man von dem Motor erwarten. Nachdem er eingefahren ist, läuft der Gleichläufer-Twin zwar etwas freier, auch an die 160 km/h, doch weder Charakteristik noch Höchstleistungen überzeugen sonderlich. Bergab bei 163 km/h geht der Motor im 6. Gang in den Begrenzer, ein Zeichen für eine gelungenen Gesamtübersetzung. Der Tacho zeigt dann 175 km/h. Am Ende ist man mit dem drehfreudigen, aber etwas trägen Zweizylinder flott unterwegs.

 

 

Das Fahrwerk geht sehr in Ordnung, die no-name Federungselemente geben gute Rückmeldung und machen den Leoncino zu einem guten Solo-Motorrad. Ein Sozius muss schon asiatisch klein sein, um sich bei den hoch angebrachten Fußrasten wohl zu fühlen. Wenigstens gibt es gute Haltegriffe, die auch zur Gepäcksabfertigung taugen. 

Schlussendlich ein Motorrad für ein wenig Extravaganz, das normale Fahrleistungen erbringt und vermutlich auch auf lange Zeit eine gute Performance bietet.

 

  • enger Kniewinkel für Leute über 1,80m
  • fehlerhafter Tankpegel-Sensor
  • bei Sonne schlecht ablesbares Display
  • kaum leuchtendes Rücklicht, helle Blinker und Bremslicht
  • mit 207 kg etwas schwer für die moderate Motorleistung von 48 PS 

 

  • moderate Wartungsintervalle (7000 km) und Verbrauch (4,3l)
  • italienisches Design
  • leichtgängig schaltbares Getriebe, auch im Stand
  • sehr gute (radial-Festkolbensättel) Bremsen & überdimensionierte 525er Kette
  • Zubehör schon verfügbar (Windschild, Kofferträger, etc.)
  • Mit Warnblinker und Ganganzeige serienmäßig
  • Ausstattungsvarianten (Speiche, Leoncino Tail Version) verfügbar
  • teilweise einstellbares Fahrwerk: Zugstufendämpfung und Federvorspannung hinten

Stadt, Land, Meer mit Leo

Martin vom 'Tante Emma Laden' Augusthausen
Martin vom 'Tante Emma Laden' Augusthausen

 

3-mal schon wurden wir von Wildfremden angesprochen: Was ist denn das für ein Motorrad? 'Das Design gefällt mir' oder: 'Darf ich mal fahren?' (fragten die Polizisten). Der Leoncino ist ein kleiner Kommunikator, der als Exot auffällt.

Mittlerweile ist er eingefahren und fährt auch etwas freier. 

Die Fahrt auf der Autobahn brachte Zeit für viele Blicke auf das Vorderteil: Der konifizierte Lenker ist gummigelagert, zum Öffnen der Gabelholme (Marzocchi Nachbau?) benötigt man einen Spezialschlüssel. Die Drosselklappenbetätigung ist desmodromisch und per 'wire'. Bei flotter Fahrt fließen schon mal knapp 5 Liter durch selbige, im Schnitt sind es aber 4,5l.

Sagenhaft gut ist auch der Kettenschutz. Die bleibt einfach geölt und sauber, aber im Sommer 2018 regnet es ja auch einfach nicht. Lob trotzdem, denn die Abdeckung ist einfach gut gemacht. Vmax sind nun 158 km/h, gemessen mit dem GPS: Zur selben Zeit zeigte der Tacho 175 km/h an. Leider geht nicht nur der Tacho, sondern auch der Kilometerzähler gut 10% vor. Bei Vollgas fängt dann das ganze formschöne Display an zu flackern und 'spinnen', was sehr selten vorkommt. Manchmal glaube ich, wird der Auspuff auch lauter, wenn der Motor heiß gefahren ist (Kühlwasser immer bei 78°- max. 90°C, wenn die Anzeige stimmt). Im Schiebebetrieb dann auch leicht prolliges Brabbeln. Wer diese Lametta fürs Ego braucht: bitteschön. 

 

Das Instrument bräuchte also mal ein kleines Update für die weiteren Serien. Totalausfälle (bis auf den Tankgeber) gibt es aber nicht.

Oben am Jadebusen treffe ich den Briten Martin (Bild oben) der als Tante Emma Ladenbesitzer den Leoncino auch ganz gut findet. Sein Laden in Augusthausen ist sehenswert.

 

Tante Emma Laden Augusthausen
Tante Emma Laden Augusthausen: Café

Leoncino an der Nordsee

 

Ausflug zum Benelli Bauern

Benelli Leoncino, made in Pesaro
Benelli Leoncino, made in Pesaro
15.07.2018

Die Anreise ist nicht weit, der Tacho des Leoncino zeigt auch schon mal 140 km/h, die Einfahrtzeit geht langsam zu Ende. Einen kleinen Defekt sollten wir nicht verschweigen, doch dazu später. 
Ob bei Regen oder Sonne, die Pirelli Angel ST Reifen verbinden sich stets kraftschlüssig mit dem Asphalt, bis 'Leo' und ich bei Mardorf am Steinhuder Meer beim Benelli Bauern Wilfried Blöthe aufschlagen. Hier ist der Leoncino in bestern Gesellschaft, denn außer den neuen Benellis kann man sich hier auch in eine impostante Ahnengalerie begeben: Gleich 4 Leoncinos treffen wir hier an. Es ist großartig und Wilfried Blöthe weiß wirklich alles. Seine Scheune(n) sind quasi das derzeitige Zentrum der historischen Benelli Welt, quasi das Welt-Ersatzteillager der Firma aus Pesaro schlummert hier am Steinhuder Meer!

 

Die Schlaglichter der Motorradgeschichte sind hier aufgebaut, der Benelli Quattro oder 254 Motor mit 231 ccm und 4 Zylindern, vermutlich immer noch der kleinste und geilste 4-Zylinder aller Zeiten, die Benelli SEI 750 mit markanter 6 in 6 Auspuffanlage und oberhalb der Kurbelwelle liegender Lichtmaschine - alles in Luftgekühlt, versteht sich! Mittendrin eine in leuchtendem italian racing red strahlende Renn-Leoncino, das ist das höchste, was Leoncino Rider anno 2018 erleben können. 

 

In einer hinteren Ecke steht auch die Benelli Einzylinder Enduro, die von den Vertemati Brüdern entwickelt, aber von Benelli nie auf dem Markt gebracht wurde. Dann die vielen annähernd baugleichen Modelle von Benelli und Moto Guzzi aus den 1970er Jahren, aus der Alessandro de Tomaso Ära. Oder der Mojave-Einzylinder Prototypen für die USA, an die Altmeister und Bildschirmheld Steve McQueen höchstselbst den Designstift anlegte. Der Besuch lohnt auf jeden Fall.

 

Steve McQueen lässt grüßen!

 

Leichtes ruckeln, dann bleibt die Motorkraft weg, die Tankuhr zeigt aber noch halbvoll. Der Blick auf den Tageskilometerzähler zeigt aber 250 km an, ein Indiz dafür, das längst eine Warnleuchte hätte glimmen sollen - tut sich aber nicht, der Tankgeber ist kaputt, zeigt nur noch Blödsinn an. Tatsächlich rollen wir auf die Rampe der nächsten Tankstelle und schaffen es noch gerade so. In den 'trockenen' Tank passten dann beim Nachtanken nur 11,2 Liter. Der Einfahrverbauch liegt also bei 4,3l auf 100 Kilometer. 

 

Lassen wir die Bilder sprechen, hier ein Schwank aus der Benelli Bauer Scheune:

 

Löwe, komm doch!

Löwe, komm doch!
Löwe, komm doch!
 13.07.2018

Als Schalldämpfer wird ein genieteter Resonanzschalldämpfer aus Edelstahl verbaut. Das ist im Serienmotorradbau noch nicht lange üblich. Chinesische Auspuffanlagen bekamen in letzer Zeit ob ihrer optischen Verarbeitungsqualität etwas Kritik. Wenn man sich aber nichts vormacht, sieht jede Anlage nach ein paar hundert Kilometern so oder so ähnlich aus. Fest steht, das die Anlagen dicht sind und vermutlich wegen ihres Materials auch lange halten werden. Schwer sind heutzutage alle Serienanlagen, um Rost Einhalt zu gebieten und um Euro Vorschriften einzuhalten (großer Sammler). 

 

Der formschöne LED Scheinwerfer bietet im Abblendlicht einen schmalen, nach oben eine sehr trennscharf abgeriegelte Lichtkante mit taglichtfarbenen Lichtspektrum (3-4000 Kelvin geschätzt). Das Licht entscheidet selbst, wann es aus- oder angeht (Zündschlüssel-Stellung- und Rotation der Räder abhängig). Ein kleines U-förmiges LED-Standlicht imitiert Tagfahrlicht, ist aber eben keins. Das Fernlicht ist ebenso zweckmäßig, die Lichteinstellung erfolgt rechts am Scheinwerfer.

 

Zubehör

Für längere Touren könnte ein Windschild sinnvoll sein. Auch Givi bietet schon eine handvoll sinnvoller Ausrüstung für Tour und Reise: Sturzbügel, Koffer, Kofferträger, Universalwindschild, LED-Zusatzscheinwerfer, Toolbox, etc.

 


Leoncino mit Givi-Ausstattung

 

Modifikationen zur Enduro TRK 502 X

Benelli Enduro Version TRK 502 X (235 kg)
Benelli Enduro Version 2018: TRK 502 X (235 kg)

 

Mit dem gleichen Motor kommt die TRK 502 X auf den Markt. Anders als am Leoncino sind die Plastics, Federbein und Gabel und der Preis. Der liegt um kaum 500€ höher. Dafür gibt es Hauptständer, Alu-Bodenplatte, Handprotektoren, Windschild, Gepäckbrücke und Metzeler Endurobereifung und eine geänderte Schwinge, die vermutlich nicht aus Aluminium ist. Das Bosch ABS lässt sich hinten abschalten, was zum guten Ton unter den Offroad-ABS gehört. Auch Schalldämpfer und Cockpit (analog Drehzahlmesser) sind grundlegend anders gestaltet.

 

Aussehen: zwischen Enfield Himalayan und Ducati Multistrada

Markant seitlich hervorstehende Sturzbügel geben der TRK ein Aussehen zwischen Enfield Himalayan und Ducati Multistrada und BMW 1200 GS. Die Motorseitendeckel kommen auch in einem grauen Farbton. Auspuff und Fahrwerk (auch 19/17 Zoll Speichenräder) sind damit die gröbsten Unterschiede zur TRK 502 (ohne X). Als größtes Manko bleibt bei 48 PS das Gewicht von 235 kg, wie Eva Breutel für die MOTORRAD auf Testfahrt in Pesaro feststellt. Viel zu meckern gibt es da nicht. Auch bei der Serienausstattung mit den Metzeler Tourance Reifen geht Benelli kein Risiko ein. 

 

 

Was sagt unser Leoncino dazu? Das es bei Benelli nun rasche Fortentwicklung gibt und das die Wunschliste für Motorräder aus China, 'engenineered in Italy' länger wird. Jetzt müssen nur noch die Pfunde fallen und das Händlernetz erweitert werden. In Italien hat man weniger Berührungsängste mit den Italo-Chinesen, dort feiert man Benelli bereits auf den vorderen Plätzen der Zulassungsstatistik!

 

Fahrwerkseinstellung Leoncino

Zugstufen-Einsteller oben am Federbein
Zugstufen-Einsteller oben am Federbein
10.07.2018

Die Fahrwerkseinstellung: Neben der erwähnten Federvorspannung (schwergängig) ist an beiden Federungselementen die  die Zugstufe einstellbar. Am Federbein liegt der Einsteller, etwas fummelig Zugängig, oben an der Federbeinaufnahme. Problem: Wie kommt man daran? Zieht man den rechten Seitendeckel vorne aus seinem Gummiklipp (hinten verschraubt), kann man ihn soweit aufbiegen, das sich mit zwei Fingern die Zugstufe verstellen lässt. Die mittlere Werkseinstellung ist zur Wiedererkennung mit Filzstift markiert. Auch an der (FastAce?) Gabel finden wir oben eine Schlitzschraube als Einsteller. Näheres dazu in der Bedienungsanleitung (pdf 10 Mb). Tatsächlich bietet der Löwe veritable Rückmeldung auf die KLicks und Umdrehungen. Die Werkseinstellung ist aber für den Solobetrieb gut getroffen. Durch das kleine Vorderrad und die aufwändige Bremsanlage wünschte man sich einen kleinen Lenkungsdämpfer, den langsam durchfahrenen Bodenunebenheiten schlägt der Löwe am Lenker schon mal zurück. Das wird aber nie bedrohlich.

 

Leoncino Trail
Leoncino Trail: Speichenräder, Pirelli Rally STR Reifen, Kühlerschutz (?), Wave Bremsscheiben, 145 mm Federweg (h), 15 Liter Tank

 

Nach Zubehör haben wir auch gefragt. Von Benelli gibt es eine Gepäckbrücke mit Kofferträger, Plastikkoffer, Topcase, Windschild und eine Rückenlehne für den Sozius. Nebenbei ist zu erfahren, dass das Lieferdatum für den Leoncino Trail noch nicht fest steht.
Leoncino (207 kg) und auch TRK (-235 kg)  müssten einfach etwas leichter sein. SWM macht es mit den Klassik Modellen vor, hier kommen bei 440 ccm und Euro 4 nur 145 kg auf die Wage.

 


Smart, aber bei direktem Licht mäßig ablesbar | linker Gabelholm:  Zugstufen -instellschraube sichtbar

 

Design aus Italien

Italo-Check mit Wolfgang
Italo-Check mit Wolfgang
09.07.2018

Ein Freund und Italo-Bike Kenner sagte folgendes nach der Probefahrt: Sound, Design-Linie und Rahmengestaltung sein sehr an frühere Benelli angelehnt - das habe man gut hinbekommen. Selbst das leichte Schleifen der Brembo (Nachbau-) Festsättel an den schwimmenden Bremsscheiben kenne er von früher. 

 

 

Gefallen tun auch die runden Formen insgesamt: Benelli folgt bei den formschönen ovalen LED Blinkern (Gummi-gelagert) nicht dem 'immer kleiner Trend', sondern verwendet Dimensionen, die zum Motorrad passen und auch noch der Sicherheit zuträglich sind. Auch der LED Scheinwerfer und ovales LED Rücklicht passt glänzend zum Gesamtkonzept. Bravo, Centro Stile! Etwas zu gut gemeint hat man es bein stählernen Gitterrohr-Kennzeichenhalter, der einige Pfunde auf die Wage bringt. Eine Augenweide war das historische Vorbild des Leoncino, die Benelli Leoncino Corsa 125 von 1956.

 


Benelli Corsa 125 (1955/56)

 

Der Motor / il Motore

Die Leistungsabgabe des Gleichläufers mit 4 Ventilen (Tassenstößel)  und 2 kettengetriebenen Nockenwellen ist sehr gleichmäßig, ohne Spitzen und Löcher.  Das größte Drehmoment liegt um 600 U/Min an. Feine Vibrationen werden um die 6000 U/Min spürbar. Von der Motorleistung hingegen - wir fahren immer noch ein - fühlt sich das an wie 35 PS, nicht wie knapp 50 (mitlterweile hat sich das gegeben, der Motor läuft nach dem Einfahren deutlich freier). Motorseitendeckel erinnern von der Form an Harley Davidson, auch vom Gewicht fällt der robuste Block eher in diese Klasse. Nur eben vom Hubraum nicht.

 

Gut funktionieren tut auch das Fahrwerk und die Geometrie. Die Federwege sind aber eher kurz (v/h: 125/128 mm) und würden einen Scrambler, die bald erscheinende Trial-Version, etwas zu schaffen machen. 50er USD-Gabel und die beiden radialen Festsättel-Zangen (ø 320er Scheiben) hingegen wirken bei 48 PS maßlos überdimensioniert. Auch das Bosch ABS funktioniert gut und relativ feinfühlig, auch auf Schotter. Das Kombi-Instrument ist zweckmäßig und einigermaßen übersichtlich. Ganganzeige, Außentemperatur und Kühlwassertemperatur fehlen nicht, beim digitalen Drehzahlmesser gibt die Skala nur eine Genauigkeit von +/- 500 Umdrehungen her. Ein schönes Instrument, nur bei direkter Sonneneinstrahlung ist es kaum abzulesen. Da fehlt ein Helligkeitssensor.

 

Es wäre sicher spannend, parallel einen 'echten' Ducati Scrambler zu testen. Der Leoncino kostet immerhin nur ungefähr die Hälfte einer Ducati Dessert Sled.

 

Brief aus Pesaro (Benelli Press office)

Rücklicht
Rücklicht
08.07.2018

Hier noch einmal ein paar Daten über die Entstehung und das Zustandekommen des Leoncinos. Ich frage in Pesaro an, ob dort noch produziert wird und wie die Arbeit der Designabteilung aussieht (Centro Stile). Heute kam die Antwort:

 

Leoncino and TRK 502 X is produced in China. Here in Pesaro, Italy, we work for design and engineering process working day by day with our China colleges. Then the production will be in China. When the bike will arrive in Europe, we will organize for quality check, before the shipment to the dealershops.

About CentroStile Benelli is our designing department and it is in Pesaro, in Benelli. They start to work on the Leoncino Project, in 2015, and then in all the future projects of Benelli. 

For any kind of question, I'm at your disposal!

All the best

Alice

 


Fette Kette: 525er mit Benelli Stanzung

 

 

Kommentare zum Test

Letzte Änderung: 02.08.2018