Sekundenschnelle Reparatur

Der Schwanheimer Klebekoffer

Schwanheimer: wenn es fest sein soll
Schwanheimer: wenn es fest sein soll

 

1958 kam von der Firma Kodak der erste Sekundenkleber auf den Markt. Heute sind diese sogenannten Cyanacrylat-Klebstoffe schon ziemlich günstig zu bekommen. Doch sind viele verschiedenen Kleber mit unterschiedlichen Eigenschaften im Umlauf. Der Schwanheimer Industriekleber im Kofferset besteht aus Sekundenkleber, Löser, Füller, Aktivator, Kit, Primer und Zubehör und scheint besonders für schnelle Motorradreparaturen geeignet. Eine beiliegende ausführliche Anleitung gibt Auskunft über die Besonderheiten des nicht ganz billigen Produkte-Sets (89 €). Das Kernstück, der Cyanacrylat-Klebstoff ist laut Prospekt lösemittelfrei, auf Ethylester basierend und kalthärtend. Mit der 20g-Flasche 1-Komponenten Klebstoff können z. B. Klebungen von Metall auf Plastik und andere, nicht leicht zu klebende Materialien vorgenommen werden. Diese Art von Sekundenkleber ist am besten geeignet für kleinflächige Klebeverbindungen, die nicht großer Hitze und Feuchtigkeit ausgesetzt sind.

Nach dem Auftragen findet eine Polymerisation statt, die den Kleber schnell aushärten lässt. Cyanacrylat-Klebstoffe sind anfangs meist dünnflüssig und bestehen im Gegensatz zu allen anderen Klebstoffen aus Monomeren, die erst im Fügespalt polymerisieren und dabei 'dick werden'. 'Normale Kleber' bestehen hingegen schon aus Polymeren, die in Lösungsmittel gequollen/gelöst sind. Erst nach dem Auftragen verdampft das Lösungsmittel. Die Haltbarkeit wird mit 3 Jahren angegeben. Die Klebstoffflasche hält im Kühlschrank gelagert noch etwas länger.

Sekundenkleber für den medizinischen Gebrauch. In den USA ist seit 1998 Cyanacrylat zur Wundbehandlung freigegeben. Chirurgen haben den Stoff (in abgeänderter Form) schon im Vietnamkrieg zur Wundbehandlung benutzt. Blutungen durch Schnittwunden können dadurch schnell gestoppt werden. Heute ist der Stoff zum Beispiel in Sprühpflastern vorhanden. Medizinische Klebungen lösen sich durch feucht-warme Umgebungsbedingungen allmählich wieder auf. In anderen Darreichungsformen sind Cyanacrylat-Klebstoffe mit verschiedenen Viskositäten und Eigenschaften im Handel.

Will man aus dem Schwanheimer Köfferchen das Maximale herausholen, lohnt sich ein Blick in die Klebeanleitung: Beim ersten Test soll eine mitdrehende Mutter an den Kunstoffteilen einer Sitzbank festgeklebt werden. Bei dieser Anwendung trägt man laut Anleitung den Schwanheimer Aktivator Plus einseitig auf. Nach einer Ablüftzeit von mindestens 20 Sekunden benetzt man die Metallseite mit Klebstoff und fügt die Teile zusammen. Bei Bedarf kann man anschließend noch einmal Klebstoff um die Klebestelle laufen lassen und mit dem pulverförmigen Füllstoff verstärken. Der Aktivator Plus erhöht nicht nur die Schnelligkeit, sondern auch die Festigkeit der Klebung. Zu beachten ist, dass alle Klebungen wesentlich mehr auf Zug, als auf Verdrehung oder Abscherung belastet werden können. Unter optimalen Bedingungen ist das Klebergebnis nach 5 Sekunden fest, ausgehärtet ist es spätestens nach 5 Stunden. Der Aktivator beschleunigt diesen Vorgang.

 

Handhabungsanleitung, bitte beachten!



1. Der weiße Deckel (dient als Transportsicherung) wird entsorgt. Sie öffnen die Tropfspitze (welche sich standardmäßig auf der Flasche befindet) und verarbeiten den Klebstoff. Nach Gebrauch säubern Sie diese von außen mit einem Tuch, verschließen diese mit flüssigem Kerzenwachs und lagern den Klebstoff im Kühlschrank. Sollte diese Tropfspitze verkleben, kann diese getauscht werden.

2. Der weiße Deckel (dient als Transportsicherung) wird entsorgt. Sie schneiden die Tropfspitze an dem Versatz ab und drehen die Micro-Kapillardüse (Feindosierspitze) auf diese Tropfspitze (konisch). Nach dem kleben „pumpen“ Sie diese Feindosierspitze durch mehrmaliges, leichtes Drücken auf die Flasche frei und wischen diese außen mit einem Tuch ab. Mit der dazugehörigen Verschlusshaube kann diese luftdicht verschlossen werden. Sollte die Micro-Kapillardüse verkleben, kann diese abgeschnitten oder getauscht werden.

Bei beiden Varianten sollte im Fall einer verklebten Spitze nicht mit einer Nadel durchgestoßen werden, da hierbei der ausgehärtete Klebstoff in die Flasche gelangt und reagieren kann. Aber auch in diesem Fall ist der Klebstoff mind. 1 Jahr (im Kühlschrank auch 3 Jahre) lagerstabil. Beide Spitzen (Micro-Kapillardüse und Tropfspitze) können jederzeit mit Aceton (mind. 12 Stunden einlegen) gereinigt werden.



Den Primer Plus verwendet man nur bei den normalerweise nicht verklebbaren Kunststoffen wie Silikon, Teflon, PE, PP. Da diese paraffinhaltig sind, werden Sie mit dem Primer vorbehandelt (beidseitig, dabei wird die Oberflächenstruktur neutralisiert). Zum Reinigen verwendet man am besten Aceton, wobei meist keine Notwendigkeit besteht. Verwendet man den Schwanheimer Löser/Reiniger, sollte anschließend gemäß Gebrauchsanleitung mit Wasser gespült werden, damit die etwaige Lösungsmittelreste nicht auf der Oberfläche verbleiben. Der Löser/Reiniger ist auch (bedingt) zum Säubern der Finger geeignet.

Der mitgelieferte spezial Füllstoff kann in Verbindung mit dem Industriekleber zum Füllen von Rissen, Fugen, Spalten, Löchern, Überbrückungen, Verstärkungen und um Unebenheiten auszugleichen verwendet werden. Er wird schichtweise im Wechsel mit dem Klebstoff aufgetragen.
Der Schwanheimer Kit besteht aus 2-Komponenten knetgummiartiger Masse auf Epoxidharz-Basis. Der Kit funktioniert unabhängig vom Kleber, ist gut formbar und alterungsbeständig.

Universal-Löser: Löst Kleberrückstände von verschiedenen Materialien. Bei empfindlichen Materialien wird eine Verträglichkeitsprobe empfohlen. Zum Reinigen und Lösen von PVC oder Textilien kann der Löser 1:1 mit Wasser verdünnt werden. Er kann auch zum Lösen von Sekundenkleber verwendet werden. Der Löser funktioniert am besten zwischen +18 und 40°C.

Alternativ ist auch Aceton als Entfetter und Löser für Klebstoffe brauchbar. Allerdings kann Aceton im Gegensatz zum Schwanheimer Lösemittel die geklebten Materialien beschädigen und verfliegt schnell. Trotzdem erfüllt es den Zweck und ist sehr preisgünstig zu bekommen.

Im MR Test legten wir besonderen Wert darauf, wie der Industriekleber unter für diese Art von Klebstoff schwierigen Situationen abschneidet. Feuchtigkeit und hohe Temperaturen haben auf handelsübliche Cyanacrylatklebstoffe eine loslösende Wirkung. Beim ersten (unfreiwilligen) Test gelang es die Kleber-Dosierspitze vom Schraubverschluss mit ein paar Tropfen Wasser zu lösen. Das ist sicher nicht repräsentativ, aber sagt etwas darüber aus, dass Wasser einer der Feinde der noch nicht durchgehärteten Klebeverbindungen ist. In jedem Fall klebte der Schwanheimer Kleber schnell und unter Luftabschluss (leichter Druck) sehr fest. Bei Temperatureinwirkung, wie zum Beispiel an der Auspuffblende, kommt man auch mit dem Schwanheimer Industriekleber an seine Grenzen. Hier liegen die einzig zweifelhafen Aussagen des sonst guten Produkts: denn Cyanacrylsäure-Ester-Klebstoffe reagieren normalerweise mit Feuchtigkeit und Wärme. Auch wenn der Schwanheimer Industriekleber hier besser abschneidet, ist das Feucht-Warme nicht sein bevorzugtes Millieu. Laut Auskunft von Schwanheimer Industriekleber (SI) ist der Cyanacrylat-Anteil im Kleber nur etwa 3,5% (Vergleich andere Superkleber: 95%). Das hat Auswirkungen auf das Verhalten im Wasser und auch die Temperaturbeständigkeit, die SI mit bis 150°C angibt (andere: 45°C). Trotzdem, nach mehreren Jahren trocknet auch der beste Kleber in der Verpackung ein. Verdünnung ist nicht so ohne Weiteres möglich. Praktisch sind auch die Inektionsspritzen ähnlichen Kapilardüsen, die auf die Kleberflasche aufgesteckt werden kann. Damit dringt der Kleber zielgenau an die Klebestelle.

Ähnlich professionelle Klebeprodukte findet man auch bei der Firma Petec.

 

Vorteile:

  • wieder lösbar, härtet nicht unter Wärme oder Licht, sondern unter Druck und unter Kapillarwirkung aus
  • Für viele kleine Reparaturen auch von schwierig zu klebenden Komponenten geeignet
  • umfangreiches Set für viele Reparatur-Situationen am Motorrad

Nachteile:

  • Spröder Kleber, der nicht unter allen Bedingungen feuchtigkeitsfest ist, max. 3 Jahre lagerfähig
  • Hält nur mäßige Scherbelastungen aus und ist nicht für flächige Klebungen geeignet

 

Alle beschriebenen Kleber und Lösungsmittel sollten von Kindern fern gehalten werden, weil sie teils gefährliche Wirkungen haben. Der Klebstoff und der Trockenvorgang sind sehr feuergefährlich, besonders, wenn der Kleber in ein Gewebe geträufelt wird.

Kommentare zum Test

Kommentar von Mirco S. | 01.10.2013

Also ich klebe sowohl privat (Motorradverkleidungen, etc.) als auch in unserem Geschäft (KFZ Werkstatt) fast täglich mit den Schwanheimer Produkten. Ich habe auch schon sämtliche anderen Klebstoffe probiert, aber die Schwanheimer Produkte sind einfach die Besten!

Kommentar von Rudolf Mitsch | 22.07.2014

Hallo zusammen,
ich habe schon sehr viele Klebstoffe ausprobiert und war sehr unzufrieden...Aufgrund dieses Testberichts habe ich mir vor 2 Wochen die Schwanheimer Produkte bestellt. Diese wurden prompt binnen 2 Tagen geliefert und ich habe schon etliches geklebt (Porzellan, Leder, Holz, Metall). Und ich muss sagen: Der beste Klebstoff, den ich jemals verwendet habe! Diese Produkte sind wirklich jeden Cent wert.

Kommentar von Ronny Maier | 01.02.2017

Schwanheimer Kleber ist für Motorradverkleidungsteile einfach unschlagbar. Alles was ich bisher an meinem Motorrad geklebt habe (das ist nicht wenig :-) ) hält bombenfest und dauerhaft. Sehr empfehlenswert!

Kommentar von Gövert | 13.03.2017

Leider kann ich das Produkt nicht weiterempfehlen und Reklamationen werden vom Hersteller abgelehnt.

Kommentar von Lutz Weber | 22.03.2017

Ich bestelle die Schwanheimer Produkte schon seit über 10 Jahren und habe schon sehr viel damit geklebt! Dazu kommen sehr nette Mitarbeiter, welche bei technischen Fragen jederzeit sehr kompetent zur Seite stehen! Ich habe auch schon viele Freunde von den Produkten überzeugt.

Kommentar von Rainer Matzenauer | 31.03.2017

Großes Lob von mir für den Schwanheimer Kleber und den Füllstoff. Habe letzte Woche eine gerissene Aprilia-Verkleidung mit dem Zeug geklebt und es hält bombe! Die ltzten Tage schon über 500 Km damit gefahren. Es ist fast unheimlich...

Kommentar von Robert Meier | 12.05.2017

Auf Empfehlung von einem guten Freund habe ich die Produkte vor einem Monat direkt bei Schwanheimer geordert. Ware wurde sehr schnell geliefert und nach mehreren Klebungen kann ich nur sagen: Der weltbeste Kleber auf dem Markt!! An meinem Motorrad habe ich damit schon mehrere 100€ gespart

Kommentar von Schmitt, Andy | 05.09.2017

Ich kann euch aus Erfahrung sagen, dass dieser Klebstoff tatsächlich extrem gut ist. schon zigmal Teile an meiner Verkleidung damit geklebt und es hält dauerhaft. Gruß

Kommentar von Hans Dieter Weck | 23.03.2018

Habe meine Motorradverkleidung geklebt alles andere voher war Mist. Der Schwanheimer klebstoff klbt wie Bombe

Kommentar von Peter | 06.08.2018

Ich vermute einfach, dass Schwanheimer von der Rezeptur einfach ein CA-LO Klebstoff ist. Diese härten etwas langsamer aus. Durch diese langsamere Reaktion, greift der Klebstoff auch nicht Materialien wie Filz oder Styrol an. CA-Klebstoffe können von den Eigenschaften je nach Anwendung unterschiedlich eingestellt werden. Mehr ist es nicht.
Über die Preise kann man daher geteilter Meinung sein, aber die Rezeptur ist gut!
Peter

Letzte Änderung: 24.07.2018
LETZTE NEWS   Alle News als RSS-Feed

22.03.2019 17:35

Intelligente Blinkrelais

CR4 von Kellermann und m.relay+ von motogadget.

Weiterlesen …

16.03.2019 11:46

Neue Bücher: Piemont Krimi, durch Afrika, Harald Welzer

Ein Krimi aus dem Südpiemont, als Frau durch Afrika, Harald Welzers Bestseller ...

Weiterlesen …

07.03.2019 11:33

Lichtneuheiten: Positionslichter, Blinker, Nebelscheinwerfer

Stylisches von Paaschburg & Wunderlich, Motogadget, SW-Motech & Kellermann.

Weiterlesen …

01.03.2019 17:39

Motogadget m.view: ohne Glas

Spiegel ohne Glas, wie geht das?

Weiterlesen …

01.03.2019 09:34

News von der Motorräder 2019 in Dortmund

Was gibt es auf der Dortmunder Motorräder 2019 zu sehen?

Weiterlesen …