Motorradwerke Tour 2016: Fahrbericht Ducati Monster 1200

Ducati Monster 12: auch soziustauglich!
Ducati Monster 12: auch soziustauglich!

Die Monster ist das japanischste Motorrad was ich je gefahren bin. Auch das Fahrwerk hat mich in den 2000 Alpenkilometer überzeugt. Der Federungskomfort ist ‚trocken-sportlich‘, wenn man das alles unter den Gesichtspunkt Komfortabel betrachtet. Wenn`s denn doch mal pressiert, dann müsste man an der Gabel die Schräubchen für die Dämpfung bemühen und auch noch die Feder mehr vorspannen. Das hintere Federbein hat mich bei allen Beladungszuständen (auch mit Sozius) überzeugt, so dass nicht mal Abweichungen von der Standardeinstellung justiert werden mussten. Überhaupt hat mir die Monster unerwartete Seiten von Ducati gezeigt: Ob ich Solo mit Sozius oder mit Gepäck gefahren bin, das Fahrverhalten hat sich kaum verändert. Ich bin überrascht, wenn ich das z.B. mit meiner Monster S2R vergleiche. Der Soziussitzplatz ist komfortabel, zumindest im Vergleich zum S2R, da hat sich wirklich in den letzten 10 oder sollte man eher 30 Jahren sagen (?) viel getan. Deswegen: Für‘s Fahrverhalten und Ergonomie: Daumen hoch!

 

Von dem Motor war ich zuerst enttäuscht. Ruckliges, rappelndes Fahrverhalten im Stadtverkehr. Die Leistungsabgabe bis 6000 1/min war enttäuschend, besonders, wenn man sich auf einem 135 PS Bike wähnt. Durch ein bisschen Spielerei an der Mappingauswahl (intuitiv zu bedienen) konnte ich den Motorlauf ein wenig mildern. Die Mapping-Auswahl ist auf den ersten Blick übersichtlich, auf den Zweiten doch sehr umfangreich. Bei den Mappings Sport, Touring und Urban kann man jeweils noch zwischen Soft, Medium, und Hard wählen kann. Dabei sind die Unterschiede deutlich zu spüren nur die Urban-Einstellung erscheint mir ziemlich überflüssig. Die macht kein Spaß man fühlt sich wie auf einer gedrosselten Honda CX 500.

 

Ich frage mich sowieso, warum die Hersteller 135-PS-Raketen (und mehr) auf die Straße bringen, wenn mir dann eine SWM 650 auf kleinen Straßen um die Ohren fährt. Meine bevorzugten Verkehrswege sind nun mal kleine Straßen, auch mal Ortsverkehr, und da hat man mit Einzylindern auf alle Fälle mehr Spaß. Anders herum ist es auch schon ein Erlebnis, den Ducati-Motor mal an seinem Leistungszenit zu kitzeln – wow. Was da passiert ist schon atemberaubend, nur nicht unbedingt Straßenverkehrsordnung kompatibel. Der Sound macht einfach Spaß – wenn man auf V2 steht – ist aber schon grenzwertig laut. 

 

Die Sitzposition ist wie für mich wie gemacht, auch wenn ich mich am Anfang darüber aufgeregt habe, dass meine Knies an Rahmen-Stöpsel stoßen. Beim Fahren kommt man darüber komplett hinweg.

 

 

 

Eine Ducati Monster ist für ein italienisches Motorrad inzwischen total unproblematisch zu handhaben, was aber für mich auch ein wenig der Faszination von Ducati Motorrädern genommen hat, denn dann kann ich ja wirklich gleich ein japanisches Motorrad fahren. Dafür gab es auf unserer Motorradwerketour ein Bike, was mich wirklich fasziniert hat. Es hört auf den Namen SWM Grand Milano. Mit diesem kleinen Teil kann man wirklich Spaß haben. Endlich mal wieder ein Motorrad, mit betörenden Einzylinder Sound. Man kann ordentlich Vollgas geben, ohne gleich in den Orbit katapultiert zu werden. Ich könnte mich stundenlang in der Werkstatt an den feinen Details satt sehen – von wegen Chinakracher! Wenn ich dann noch auf das Preisschild schaue, kann ich mir gut vorstellen, eine SWM in die Garage zu stellen, vor allem dem Fahrspaß zu liebe.

 

Josh Jeske

 

Kommentare zum Test

Letzte Änderung: 01.08.2017
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