Haibike Flyon XDURO/NDURO 8.0 Testblog

Zum ersten Mal eBike Pedelec

Anstatt Endurostiefel Halbschuhe und nackte Beine? Die Corona Situation im Frühjahr 2020 brachte uns auf andere Ideen: Das Angebot vom Pressedienst Fahrrad in Göttingen ein Pedelec zu testen klang verlockend: Eine 'leichte' Enduro mit nur 28 kg und 120 Newtonmeter? Hier ein paar Daten.

 

Hier dazu die Blogposts:

 

MTB Fully, 27,5 Zoll, 180 mm Federweg | Battery: 630Wh

Abschließendes Resumee

eBike - geht doch!
eBike - geht doch!

 

Vielen Dank an den Pressedienst Fahrrad in Göttingen für diesen Test!
Das eBike oder Pedelec hat uns in Corona Zeiten neue Perspektiven eröffnet. Leises Enduro fahren, legal, dort, wo man mit Verbrennern sonst aufhören muss. Leises Endurofahren, wie es gerade wieder in Mode kommen wird, dadurch möglich. Leider ist der Preis für so ein Bike in der Anschaffung nicht wesentlich geringer, als bei einem mit Verbrennungsmotor. Doch man ist umweltfreundlicher und leiser unterwegs.

 

Das Haibike Nduro zeigte uns, das Offroad eine Menge geht: an der Steigung, auf dem Trail und im Sand ist so ein Antrieb Spitzenreiter.

Was nun noch zum Glück fehlt, ist ein Schnellladegerät (2. Akku optional erhältlich) und eine Art Recuperation, die aber mit Kettenschaltung nicht möglich ist. Diese elektrische Rückgewinnung ist nur mit starrem Kettenrad oder einem Radnabenmotor zu machen. Denn die Recuperation benötigt eine in beiden Richtungen belastbaren Antriebsstrang (oder eben den Radnabenantrieb). Gewichtsmäßig wäre das kein Problem, außer vom Schwerpunkt her. Denn hier kann es bei sportlicher Fahrweise von Nachteil sein, wenn der Antrieb nicht im Radschwerpunkt sitzt.

 

Highlights am Testbike sind insgesamt das Fahrwerk mit üppigen Federwegen, viel Sicherheit und dem Flip-Chip, der die Fahrwerksgeometrie empfindlich anpassen kann. Als technisches Wunderwerk wird der starke Flyon Motor gewertet, der Schwerpunkt-günstig konzentrisch um das Tretlager herum aktiv wird und sehr leistungsfähig ist.

 

Wir haben auch gemerkt, das die Reichweite ein sehr individueller Wert ist, der von vielen Faktoren bestimmt sind. Deswegen ist auch die Elektronik mit der Restreichweite überfordert, weil sich die zur Kalkulation herangezogenen Betriebsumstände fast alle ständig verändern können: Steigung, Fahrergewicht, Windverhältnisse, Last, Untergrund, all das spielt eine Rolle und kann von der Elektronik nicht 'vorhergesehen' werden.

Trotz alledem: Der Akku reichte immer!

 

 

Fahrstil und PDF

H. David Koßmann, Pressedienst Fahrrad
H. David Koßmann, Pressedienst Fahrrad

 

Den Pressedienst Fahrrad in Göttingen gibt es seit 2003. 7 Mitarbeiter schaffen dort, produzieren ein Radkulturmagazin und machen eine weitestgehend unabhängige Berichterstattung für die Branche. Das aktuelle Magazin heißt 'Fahrstil' (hier Cover)und ist in der 27. Ausgabe erschienen.

 

 

Zahnradbahn im Harz: Drehmoment zählt doch

Sandhöhlen NDuro
Sandhöhlen NDuro

 2. Juni 2020

Einmal zum Wurmberg hinauf, den Grenzweg entlangfahren und dann entspannt absteigen. Als Endurofaher kann man es genießen mit so einem eBike unterwegs zu sein. Vieles ist erlaubt in der Natur und mit dem Testbike geht es wie mit der Zahnradbahn die Falllinie hinauf. Für den alten Grenzweg, der DDR-Grenzstreifen (oder heute 'Grünes Band') ist das ein großer Vorteil. Die Akku-Reichweite langte immer. Dann kam das Intermezzo im Sand: Kaum ein anderer Biker traut sich in den Sandkasten der Sandhöhlen bei Blankenburg, denn dort bleibt man sonst hemmungslos stecken. Selbst das NDuro Haibike benötigte die höchsten Fahrstufen High und Xtreme, um das maximale Drehmoment in den Sand zu drücken, aber dann ging es einfach bergauf. Das Hinterrad schaufelt schon fast wie bei einer Enduro, den Lenker fest im Griff. Erstaunlich was geht. Die Schaltung klingt unter Last schon mal etwas brutal und auch frage ich mich, was man in solchen Momenten den Flyon Motor zumutet.

 

 

Freilich führt die wahrheitsgemäße Beantwortung nach dem Preis des Rades gerade im Osten zu stetigem Kopfschütteln. So lässt sich der Preis für so ein Fahrrad auch senken, wenn man eine Hardtail-Variante oder eine einfachere Motorisierung wählt. Nur stehen dann im Sand statt 125 Nm vielleicht nur 75 Nm, wie bei dem kleineren Bosch Motor an. Doch auch hier liegt das Fahrzeuggewicht oft um die 23 kg.

 


Der Rahmen in Größe L passt zwischen 170 und 180 cm Körpergröße ganz gut. Die 27,5 Zoll Radgröße ist ein guter Kompromiss.

Das Fahrwerk

Flip-Chip: Cooles Fahrwerks-Tuning
Flip-Chip: Cooles Fahrwerks-Tuning

 

180 mm Fahrwerke mit 27,5 Zoll Rädern und entsprechenden Rahmen sind noch gar nicht so lange auf dem Markt. Die Radgröße setzt sich aber genauso wie die 29 Zoll Räder durch und im Haibike spielt alles wunderbar zusammen. Der Faktor, an den wir uns als Novizen am meisten gewöhnen müssen, ist das Gewicht. Ist es in Bewegung, merkt man nicht alle Pfunde, außer beim Schieben oder, wenn man auf der Seite liegt.

Als sehr angenehmes Feature erachten wir den Flip-Chip, der mittels Inbusschraube die gesamte Fahrwerksgeometrie beeinflusst. Der Dreh- und Anlenkpunkt des Federbeines wird damit verändert und damit auch der Anstellwinkel der Schwinge, vor allem aber der Nachlauf der Gabel wird damit beeinflusst. Einmal mehr für Downhill (mehr Nachlauf), einmal mehr fürs normale Fahren oder fürs bergauf fahren. Das alles in ist minutenschnelle gemacht.

Von den Dämpfer-Einstellungen ganz zu schweigen, die sind bisher lediglich auf unsere Fahrweise und das Gewicht eingestellt, biten aber noch eine Menge mehr.

 


Päuschen im Ith Klettergebiet

40 km Runde, 950 Höhenmeter

40 km Runde, 950 Höhenmeter
40 km Runde, 950 Höhenmeter

 17.05.2020

Bei einer 40 km Runde, mit gut 950 Höhenmetern Aufstieg gab es einige interessante Begegnungen. Außer, das es viel Spaß machte war die Routenauswahl auch genau die Richtige: Exakt am Ziel war der Akku leer. Gar 3 Mal wurden wir angesprochen wegen unserem FlyOn Haibikes, hier die Statements:

 

Begegnung Nummer 1 (mit einem Haibike Besitzer): der Vorderreifen hält über 7000 km, hinten nur 2500. Sein Haibike von 2016 kostete 4000 Euro und hatte noch einen Yamaha Motor (80 Nm, 700 Hm). Seine Statements: Ein rares, gutes Pedelec, das seinen Preis hat. Unser Testmodell soll einen verstärkten Rahmen haben (da der Prototyp sonst keine Zulassung bekommen hätte und es gab wohl Probleme mit der Beleuchtungseinrichtung). Soviel aus der Rubrik unüberprüfte Gerüchte und Erfahrungen.

 


Akkureichweite: vergleichsweise beträchtlich, sehr Höhenmeter-abhängig. Hier: 40 km

 

Begegnung Nummer 2 mit dem Techniker Markus, der auch Eigenbau Pedelecs sein eigen nennt: Das NDURO 8.0 mit dem FlyOn Motor ist schon der Traum von vielen: Die Entwicklung von TQ dauerter Jahre und in diesem Bike ist er zum ersten Mal im Serien-Einsatz. Die Konstruktion eines Mittelmotors, die um das Tretlager herum gebaut ist, ist ebenso genial wie neu. Sie erinnert an Radnabenmotoren von E-Rollern und hat viele Vorteile im Fahrrad.

 
Thema Ladetechnik: Viele Ladegeräte sind für die entsprechenden Lithium Akkus schnelladefähig. Nur müssen Li-Io Zellen ausbalanciert werden. Der Ballancer Vorgang wird mit günstigen Ladegeräten oft nur mit 50 mA durchgeführt, weswegen es am Ende länger dauert, den Akku voll zu bekommen. Modellbau Ladegeräte schaffen das teilweise in 30 Minuten. 180 mm Fahrwerke wie dieses von Fox sind noch gar nicht so lange auf dem Markt. Haibike schafft es in 3 Stunden den 630 Wh Intube Akku zu füllen. In einer Stunde können mit einem speziellem 10 Ah Ladegerät bis zu 80% erreicht werden.

 

Das vollständige Aufladen des auf 0% gegangenen Akkus dauerte dann zu Hause gut 3 Stunden. Bei 20 und 10% gab es jeweils eine Warnung, ab 10% kann nur noch die Stufe Eco benutzt werden. Eine vollständige Ladung kostet bei einem derzeitigen Strompreis von 27 Cent je kw/h ca. 17 Cent.

 

eConnect App und und Trails fahren

15. Mai 2020

Der erste Offroad-Ausflug machte den Novizen wirklich Spaß: Auf einmal bekommt das Berauffahren der Trails eine ganz neue Bedeutung.

Übrigens: die Kabelbinder am Rahmen dienen nicht dazu, das Bike zusammenzuhalten, sondern sie sind teil einer improvisierten Flaschenhalterung. Uns war entgangen, das der Rahmen einen abgedeckten Schlitz hat (HAIBIKEModular Rail System MRS), um spezielle Halterungen zu montieren, das wird bald nachgeholt.

Fahrwerk und besonders die 180 mm FOX Gabel (komplett einstellbar) begeistern und werden von uns Endurofahrern nicht annähernd ausgereizt.

 

Eien kleiner Exkurs in den Bordcomputer in Zusammenhang mit der Smartphone App klärt ein Missverständnis auf. Der Support schrieb uns folgendes:

 

"Leider können Sie ihr Smartphone nicht mit Bluetooth verbinden. Die Bluetooth-Funktion in der App kann nur mit dem Key genutzt werden, dieser Key wurde allerdings 2018 aus dem Sortiment genommen. Das heißt, Sie können nur den manuellen Diebstahlschutz nutzen und Sie müssen somit die App öffnen um diesen zu aktivieren, bzw. zu deaktivieren. Auch ist leider eine direkte Koppelung der eConnect App mit dem Bordcomputer Display nicht möglich. Die Anzeige einer Route im Display ist derzeit aber in der Planung, wir können aber noch keinen Termin nennen, wann das der Fall sein wird."

 

Die Offroad-Tauglichkeit und die Reichweite testen wir am Wochenende aus.

 

Laden und Ladung

Klappt nicht: Laden mit der Powerbank
Klappt nicht: Laden mit der Powerbank

 12.05.2020

Das Laden mit dem Pearl Powerbank-Inverter klappt nicht. Vermutlich muss ein stärkeres Gerät mit einer höheren Ausgabeleistung als 100 Watt her. Außerdem müsste man dann das etwas zu groß geratene aber leichte Ladegerät plus der Inverter-Powerbank im Rucksack haben. Angesichts der Dichte der Ladestationen und der Bike-freundlichen Café-BesitzerInnen, sollte das in Deutschland überflüssig bleiben. Die Erfahrung fehlt noch: wo kann man für wieviel nachtanken?

 


Die Karte zeigt: es gibt extreme regionale Unterschiede: Im Spessart, im Fränkischen oder in touristischen Gebieten gibt es vom Anbieter Bike Energy massenhaft Lademöglichkeiten.

Zweckentfremdung?

  10.05.2020

Das machen die richtigen Profis bestimmt nicht, aber wir haben zwei Kinder im Anhänger hinter das Rad gehängt und dann ging es endlich mal entspannt in der Gruppe ab:


Das erste mal vorne fahren: 30 Kilometer mit Kindern waren kein Problem. Leider ist der Rahmen nicht für Anhänger-Nutzung freigegeben.


Auch andere eBike-Novizen sind begeistert. Im Gelände und wenn es eng wird besser mit Helm. Die Grundausstattung wurde um Klingel, Flasche und Telefonhalter ergänzt. Dem Bordcomputer haben wir noch keine Karte entlocken können, bei der Bluetooth-Verbindung hakt es noch. Mit der Haibike eConnect App hadern wir noch.

MR goes electric

  6.05.2020

Bärenstark soll sich der E-Motor gebärden, 120 Nm kann er beisteuern, besonders wenn man eine Steigung hinauf fährt. Bei 25 km/h ist Schluss, so will es der Gesetzgeber, daher gibt es auch keine Helmpflicht, die aber wärmstens ans Herz gelegt wird. Biker wissen das, dass man aufgrund seiner schmalen Silhouette und der Geschwindigkeit schnell übersehen wird.


Anlieferung ins Homeoffice, Danke!

Das Haibike XDURO 8.0 kam im Frühjahr 2019 auf den Markt und sorgte seinerseits für Furore: da es sehr kompromisslos gehalten ist, und auch aus Motorradsicht einige Enduroeigenschaften vereint: Lange Federwege, kraftvoller Antritt und leider, wie so manche Serienenduro, systembedingt auch einiges an Übergewicht: Mit 28 kg ist so ein Haibike kein Leichtgewicht, aber solange Kondition und der der Motor (auf Basis TQ HPR 120S) mit antritt, soll es ordentlich vorangehen. Es gibt sogar Varianten, die auch enduronäßige Reifendimensionen mit einbringen, das XDUROALLMtn 8.0 beispielsweise rollt auf DHF 29×2,5″ / DHRII 27,5×2,8″, unser Testrad begnügt sich mit der neuen Radgröße 27,5 Zoll.


Aufgehängt: XDURO mit 11-Gang Shimano XT Schaltwerk und dem TQ Mittelmotor

1500 Höhenmeter sollten drin sein mit einer Akkuladung, für uns als Enduristen sind das bisher noch böhmische Dörfer aber im Verlauf des 2-wöchigen Tests werden wir das mit vitalen Daten füllen. 40 Km Reichweite bei höchster Unterstützungsstufe, das könnte (hoffentlich) auch bedeuten, dass man in der mittleren der 5 Fahrstufen die 80 bis 100 km Etappe gut bewältigt. Insgesamt sollten bis zu 200 km drin sein, wenn man den Ecomodus bemüht. Zur Not gibt es noch eine elektronische Schiebehilfe (Walk), die bergan wirklich was bringt.

Der Akku sol in 60 Minuten bis zu 80 % schnell aufladbar sein (Kapazität von 630 Wh), wir hoffen, das man im Cafe (so es wieder geöffnet ist) für ein gutes Trinkgeld ein paar Kilowatt absaugen kann. Zur Not gibt es noch Ladestationen, oft gehen auch die, die für die automobile Elektromobilität gerade neu entstehen.

Video: Test des Vorgängers

Test des Vorgängers mit Bosch Motor (anstatt Flyon), mit reinem Aluminiumrahmen. Unser Testbike hat einen Hauptrahmen aus Carbon

Kommentare zum Test

Kommentar von Klimax | 19.05.2020

Hallo
Nicht nur Haibike baut den TQ Motor ein. m1 Spitzing und Sterzing bieten S pedelec Varianten an und eine Variante bis 75 km/h. Da werden die Möglichkeiten des TQ ausgereizt. Schade das es die mal angekündigte S Pedelec Variante von Haubike (noch) nicht gibt. Dann würde ich mein jetziges Haibike S Pedelec abgeben. Moppeds in zwei und dreirädriger Variante hab ich auch noch.

Letzte Änderung: 07.07.2020
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