Gute Zeiten & schlechte Zeiten für Zündapp

13 Zündapp Geschichten

Das Zündapp Buch von Andy Schwietzer handelt von den Fahrzeugen der einst renommierten deutschen Marke Zündapp. Obwohl seit 1984 vom deutschen Markt verschwunden, eilt dem ehemals einzigen deutschen Zweiradvollsortimenter ein guter Ruf hinterher.

Sehr engagiert arbeitet Andy Schwietzer die Firmenhistorie anhand von 13 Modellen auf: Die Nürnberger Jahre (1922-1958) und die Periode von 1953 bis 1984 mit dem Standort München – bis zum Konkurs. Die Produktionsanlagen wurden Mitte der 1980er Jahre nach China verschifft. In der Zeit zwischen 1953 bis 1958, als beide bayrischen Standorte produzierten, gab es sogar so etwas wie eine belebende Konkurrenz zwischen den beiden Standorten. Im gesamten Spektrum beschreibt das Buch exemplarisch und anhand der Modelle alle Phasen von der Entwicklung bis zu Rennerfolgen, von den Leuten, die sie fahren bis zu Steib-Seitenwagennachbauten und darüber, wie Motorräder zur Legende werden.

„Glück und Unglück dieser großen bayerischen Motorradmarke über fast 70 Jahre hinweg und ihre wichtigsten Maschinen sind in diesem Bildband festgehalten.” ist in der Ankündigung zu lesen.
Vom legendären ’Grünen Elefanten‘ Zündapp KS 601 bis zum Zündapp Bella Motorroller sind besonders typische Zündapp Fahrzeuge im Buch verewigt. Der Bella Roller ist ein Gefährt, das man eher dem Piaggio Konzern mit seiner Marke Vespa zugetraut hätte. Mit seiner Pressstahl-Optik wirkt er sehr markant, aber auch wie ein Kinderspielzeug - durchweg in Blech umgesetzt und mit erstaunlich runden Formen.

Das legendäre Nachkriegsgespann KS 601 „Grüner Elefant“ mit 28 PS wird ausführlichst in einem anderen Kapitel beleuchtet. Das Gespann wurde von Ernst Schmidt konstruiert und bestach durch seine Robustheit und Zuverlässigkeit. Das Elefantentreffen trägt noch heute seinen Namen. Das Fahren erforderte vor allem eines: Viel Kraft bei jedem Manöver.

So bietet der erlebenswerte und aufwändig gemachte Bildband auf 160 Seiten allumfassenden Stoff der Marke Zündapp. In 13 Kapiteln wird dabei die Firmenära zwischen 1930 bis 1984 beleuchtet. Auch die heutigen, meist älteren, stets liebenswürdigen Besitzer kommen dabei zu Wort. Man merkt dem Buch an, das es eine Quintessenz jahrelanger Arbeit mit Zündapp-Fahrzeugen und ihren Besitzern ist. Nur eines ist es nicht: ein Nachschlagewerk mit Tabellen, „sondern ein Erzähl- und Bilderbuch, was nicht heißt, dass die berichteten Fakten erdichtet sind.“, so der Verfasser. Erfreulich auch, das die in heutiger Zeit sehr unpopulären kleineren Hubräume Erwähnung finden. Den Titel ziert sogar eines der letzten und kleinsten Zündapp Motorräder, eine Zündapp KS 80.

Interview mit Andy Schwietzer

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Andy Schwietzer
ist ein bekannter Autor im Metier der Oldtimer Motor-Presse. Regelmäßig schreibt er für die Zeitschriften Oldtimer Markt, Motorrad News oder MO.
Motorradreisefuehrer.de (mr) wollte Genaueres zu den Büchern und seinen Plänen wissen:
? mr: Was sind deine nächsten Projekte Andy?
! Andy Schwietzer (A. S.): Derzeit bindet noch ein größeres Projekt über die Rennmaschinen einer alten deutschen Marke meine weiteren Veröffentlichungen, aber ich schreibe dieses Jahr noch ein paar interessante Artikel für die Oldtimer Markt. Reisen wird es leider nur wenige geben dieses Jahr. Vielleicht kommt mein Kreidler-Typenkompass noch in diesem Jahr in einer überarbeiteten Auflage auf den Markt.
? mr: Bei deinen Reisen, wohin soll es da gehen?
! A. S.: Nach Triest in Norditalien und im Mai ein etwas größeres Projekt: Mit zwei Retro Triumph’s in das Katharerland nach Narbonne und in die Corbières. Eine Geschichtsträchtige Tour bei der es auch um den Albigenserkreuzzug vor 800 Jahren gehen wird.
? mr: Du hast vor geraumer Zeit deinen eigenen Verlag gegründet, wie läuft es damit?
! A. S.: Das ist der Bodensteiner-Verlag. Übrigens feiert der dieses Jahr sein 10 Jähriges. Grund war vor 10 Jahren ein Manuskript, für das ich keinen anderen Verlag gefunden habe. Die Sache läuft nicht schlecht. Wer signierte Bücher von mir haben will, sollte über meine Webseite bestellen. Leider muss ich bei dem Zündapp Buch einen Betrag von 4 EUR für das Porto als Unkostenbeteiligung nehmen. Wegen der Größe kann man es nicht mehr als Büchersendung schicken.
? mr: Welche Geschichten gefallen dir aus dem Zündapp Buch am besten?
! A. S.: Es war mir ein besonderes Vergnügen den grünen Elefanten fahren zu dürfen. Auch die Geschichte mit der Zündapp Elastik war sehr erquicklich, da hatte ich es mit einem über 70 Jährigen Besitzer zu tun. Eine sehr intensive Erfahrung war auch, dass ich es bei allen Zündapp-Artikeln mit sehr aufgeschlossenen Menschen zu tun hatte: sehr positive Menschen, keine ‚Spinner‘, wenn ich das mal so sagen darf.
? mr: Gab es auch Probleme bei der Buchproduktion?
! A. S.: Leider ja. So musste ich feststellen, dass die Druckvorstufe meines Verlages nicht mehr so gut mit Dias umgehen kann. Nicht alle Fotos sind mit gleichguter Qualität gedruckt. Das liegt aber auch hauptsächlich daran, dass den Verlagen allmählich das Know-How über die sachgemäße Verarbeitung von Dias in digitaler Qualität verloren geht.
? mr: Vielen Dank Andy Schwietzer!
M.G.

Kommentare

Kommentar von Ugur Celtikli | 13.11.2014

mein erstes Moped war ein Zündapp model ZS 25 in Blau

Letzte Änderung: 01.01.1970
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