Nordisk Finnmark PU / SI 2

Finnmark 2 Si / PU: für 2
Finnmark 2 Si / PU: für 2

 

DasNordisk Finnmark ist in zwei Materialvarianten zu haben, einmal überwiegend aus Polyester, einem mit einem silikonisierten Außenzelt. Beide Zelte sind ansonsten baugleich. Schön ist das robuste Innenzelt mit dichten Wänden und Netzhimmel, der Zeltboden (8000 mm) scheint robust genug, ihn nicht zwingend mit Footprint nutzen zu müssen. Gefallen tut auch das stabil dimensionierte Gestänge, bei dem die Buchen (Innenrohre) nicht verrutschen können. Bei einfachen Konstruktionen führ das oft zu gesplissenen Stangen, ergo Stangenbruch.

Im Außenzelt unterscheiden sich die beiden Varianten und dadurch auch deutlich im Preis. Die PU-Variante, die wir testen ist sogar die robustere, bessere Resistenz gegen Sonne bietet die SI (Silikon) Variante.

Das Zelt in 'Sierra Leone' Bauweise hat zwei Apsiden und zwei Lüfter, ausreichend Abspannpunkte und wird mit sechseckigen Universal-Heringen geliefert. Zeltschnüre sind reflektierend, so das man im Dunklen nicht übersehen wird. Zeltfarben sind lediglich rot (SI) und grün (PU).

Der Aufbau geht schnell, das Innenzelt wird mit robusten Plastik-Rohrklemmen eingehängt. Die Zeit der Schlauchtunnel als flächige Gestängeaufnahme, scheint eher vorbei zu sein. Der Aufbau wäre fummeliger bei Feuchtigkeit, aber auch stabiler, formgebender.

Bei der Gewichtsreduktion machen beide Zelte keine Punkte, hier geht es eher um Stabilität. Daher sind auch alle Zeltmaterialien eher robust ausgelegt, auch an Lüftern wurde nicht gespart, wie es so oft an Leichtgewichtszelten der Fall ist.

 


Ups & downs

  • Magnetische Zeltverschlüsse um Apsiden zu öffnen (am PU- Zelt nicht vorhanden)

  • Footprint dabei (100% Oxford-Polyester,Garnstärke: 150D)

  • Stabiles Gestänge

  • Große Eingänge für aufklappbare Schlafumgebung
  • Ersatzstangen, Zeltunterlage und Zelthimmel optional
  • Zahlreiche Belüftungsmöglichkeiten

 

  • insgesamt wenig innovativ
  • Apsiden Reißverschlüsse mittig, das ist ungünstig zum öffnen von innen und gibt bei Regen immer eine kleine Dusche

 

Fazit: Wer etwas robustes, universelles für die Reise sucht, ist hier bei Nordisk richtig. Extravagant sind die Gummischlaufen und die Plastikhaken, in die die großen D-förmigen Eingangstüren eingehängt werden können. Die lassen sich aber nicht immer einhändig öffnen. Für Camping im Sand sollte man gleich ein paar Sandheringe mit ordern. Das PU-Zelt ist die Heavy Duty Ausführung der Silikonvariante: Wenn es auf das Gewicht nicht so ankommt, die robustere Wahl. Wir waren damit wild Zelten und auf Motorradtreffen und schätzen immer den einfachen Aufbau und die Stabilität. 

 

 

Gestänge & Maße:

2 Personenzelt für Trekking und Motorradtouren

Gestänge: 3 Stangen a  Ø 9,5 mm (1250g)
Größe Überzelt (LxBxH): 240 x 300 x 120 cm
Größe Innenzelt (LxBxH): 230 x 150 x 115 cm
Gesamtgewicht ohne Packsack: 3500g
Packmaß : 15 x 55 cm
Im Windtest widerseht das Zelt 15m/S 
Weiteres Zubehör hier

Preis: 299€, 549€ die SI Ausführung

Zeltmaterialien [+]

Besonderes Augenmerk verdient das Gestänge bei Zelten, wenn sie der härteren Gangart ausgesetzt werden. Das Gestänge muss flexibel aber auch bruchfest und dabei leicht sein. Es sollte dem Wind etwas nachgeben, dem Zelt aber seine nachhaltige Form bewahren und bisweilen eine beachtliche Schneelast aushalten.

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Am besten kann das ein hochwertiges Aluminiumgestänge. Renommierte Hersteller sind DAC Featherlite und Easten Alloy. Deren Gestänge verschiedener Durchmesser sind hohl und weisen verschiedene Steckverbindungen auf. DAC Featherlite hat z. T. hülsenlose Übergänge zwischen den Segmenten, damit es sich leicht durch Gestängekanäle schieben lässt. Easton Alloy zeichnet sich durch hochwertiges Material aus.

Anhand der Werkstoffbezeichnung lässt sich das Herstellungsland und die Härte ablesen: 7075 T6 kommt meist aus Europa, 7001 T6 wird oft in Korea gefertigt. Die Zahl hinter dem T (im Zeltbau meist zwischen T6 und T9), gibt Auskunft über die Härte, Steifigkeit und Elastizität, bzw. die Art der Wärmebehandlung. Je nach Anwendung und Radius, in dem die Stange eingebaut wird kann der T-Wert variieren.

Überzeltmaterialien: Nylon oder Polyester?

Aus welchen Material das Überzelt sein soll ist nicht einfach zu beantworten. Einfache Polyestermaterialien sind meist preisgünstiger als veredeltes Nylon. Frage man den Chemiker, so schneidet im direkten Vergleich und in Reinform Polyester ‚besser‘ ab. Im Zeltbau liegen die textilen Stoffe aber in stark abgewandelter Form vor, weswegen sich die Eigenschaften stark abhängig von der Veredelung sind.

 



Sprach man Polyester eine Unverrottbarkeit, geringe Dehnung und geringe UV-Empfindlichkeit zu, hatte Nylon beinahe gegenteilige Eigenschaften. Nylon, das für Zelte verwendet wird ist meist die RipStop-Ausführung, die dadurch reißfest und durch aufwändige Slikonisierung UV-unempfindlicher geworden ist.
MR-Empfehlung: günstige und leichte Polyesterzelte sind für den Sommer ganz praktisch, weil sie leicht sind und schnell trocknen. Wenn der Aufenthalte mehr in kühlere Gefilde und Aufenthalte außerhalb von Campingplätzen führt, sollte man über die Anschaffung eines silikonisierten Nylon-Zeltes nachdenken. Das silikonisierte Nylonzelt kann selbstverständlich auch im Sommer benutzt werden, denn die Silikonbeschichtung wirkt der Versprödung von Nylon entgegen. Regentropfen verbleiben ziehen nicht in das Gewebe ein, verbleiben aber manchmal etwas länger auf der glatten Oberfläche, weswegen das Zelt etwas langsamer trocknet.

Materialinfo zusammengefasst:

Nylon (Markenfaser aus Polyamid): höchste Reiß- und Scheuerfestigkeit, Nachteil: Dehnung und UV-Empfindlichkeit, wenn nicht beschichtet. Die RipStop Verarbeitung und Silikonbeschichtung erhöht die Reißfestigkeit und minimiert die Nässedehnung. Eine Silikonbeschichtung (Mehrfachbeschichtung mit Si-Elastomer) minimiert zwar die Wassersäule, erhöht aber die UV-Beständigkeit – den größten Feind des Zeltes.

 

  • UV-Beständigkkeit
  • Reißfestigkeit
  • Veredelt sehr robust

 

Polyester: gute allround-Eigenschaften, wenig Wasseraufnahme (trocknet schnell) allerdings wegen statischer Aufladung zum Teil schmutzempfindlich. Günstig und leicht, wenig Nässedehnung, hohe UV- und Verottungsbeständigkeit. Flattergeräusche sind lauter als bei anderen Zeltmaterialien.

 

  • Preisgünstig
  • Geringe Entflammbarkeit
  • Schnelltrocknend

 

Letzte Änderung: 20.07.2019