Schubert S2: Der Crossover-Helm

Angenehmer Begleiter

Wer einen rein sportlichen Helm, wie den S1 vermutet, sieht sich getäuscht: Der S2 ist eine Neukonstruktion, die sich vieler bewährter aber auch innovativ neuer Elemente bedient. Das Visier vom C3 passt auch auf den S2, er ist leicht, komfortabel und aerodynamisch optimiert. Der S2 erscheint deswegen wie eine Synthese aus dem Klapphelm C3 und einem Allrounder, der für multipurpose Einsätze geeignet ist.

 

Laut Schuberth ist der neue S2 ein ‚Alleskönner‘ was wir im Alltagseinsatz und auf Reise bestätigen können. Die Sicherheit des Helmes können wir nicht abschließend beurteilen, Tatsache ist nur, dass Schuberth alles derzeit Machbare unternommen hat (inkl. des hauseigenen Anti-Roll-Off-Systems) und die vorgeschriebene ECE-R 22.05 Norm erfüllt.

 

Unsere Empfehlung lautet, das mitgelieferte PinLock Innenvisier nur im Winterhalbjahr oder bei entsprechenden Witterungslagen zu montieren. Am Rande des Visiers kann es bei Dunkelheit und ungünstigen Bedingungen zu unangenehmen Spiegelungen kommen, außerdem schluckt eine doppelte Scheibe bei gutem Wetter unnötigerweise mehr Licht.

 

Das Thema aerodynamische Optimierung verdient beim S2 eine besondere Würdigung: Man vergisst den Helm einfach, wenn man ihn auf hat. Es gibt quasi keinerlei Auftrieb, keine Pendelneigung und auch die Geräuschbelastung ist – je nach Motorrad – angenehm ruhig. Letztendlich hängt die Geräuschbelastung viel mehr von der Aerodynamik des Motorrades und er Fahrergröße ab, als vom Helm. Schuberth gibt 85dB (a) bei 100km/h an, fairerweise bei einem unbekleideten Motorrad. Bei denen sind die Helminnengeräusche meist niedriger als bei Motorrädern mit halbhohen Scheiben, weil dort die Verwirbelungen oft direkt auf dem Visier und der lärmrelevanten unteren Abrisskante auftreffen. Schuberth bietet deswegen noch ein Akustikpaket mit Windabweiser an, das ähnlich wie bei Baehr-Helmen dort am effektivsten wirkt, wo nervige Windgeräusche entstehen.

 

Auch beim An- und Abstreifen ist der Schuberth S2 ein angenehmer Begleiter, die erlesene und funktionelle Innenausstattung ist nachgiebig, komfortabel und macht einen langlebigen Eindruck. Wie alle Schubert-Helme ist auch der S2 für Brillenträger gut geeignet.

Die Zeiten, in denen bestimmte Helmmarken nur auf bestimmte Köpfe passten, scheinen bei Schuberth auch Geschichte zu sein. Knöpfe und Belüftungssystem wurden gegenüber dem C3 ebenfalls verbessert.

Tadel? Wir tun uns schwer damit: Der Grundpreis von knapp 500 EUR könnte ruhig etwas moderater ausfallen, aber Know-How, Entwicklung, Made in Germany und erlesenste Materialien wollen bezahlt sein.

 

 

 

 

Plus

  • easyChange-Visiermechanik und Pinlock Doppelscheibenvisier
  • COOLMAX, Thermocool, Interpower-Beschichtungen in der Innenausstattung ermöglichen einen guten Feuchtigkeitsabtransport und bei Bedarf: Kühlung
  • Geringer Luftwiederstand, hohe Richtungsstabilität
  • Mico-Lock Ratschenverschluss: schnell zu öffnen und sicher zu schließen
  • Reflex-Pads im Nackenbereich

 

Minus

  • Preis: 399,95€ (Louis Angebot 2017)

 

Informationen:

 

Zubehör:

Insbesondere Visiere: Light Smoke, Dark Smoke, Iridium, bzw. Ersatz für das originale Sonnenvisier (80% getönt), Wangen- oder Kopfband-Polster und das neue SRC-System

 

Außenmaterial: glasfaserverstärktes S.T.R.O.N.G.-Fibre, 2 Helmschalen für verschiedenen Größenbereiche

Größen: Größen XS bis XXL (52 bis 63 cm)

Preis: ab 399,95 EUR

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Kommentar von J.Koppenhöfer | 23.01.2015

Hallo,

keine Ahnung hinter welcher grossen Windschutzscheibe ihr den Schuberth S2 gefahren seit. Ich finde diesen Helm eine Zumutung. Ich fahre seit sehr vielen Jahren den Schuberth S1 der sehr gute Dienste geleistet hat. Der S2 sitzt zwar sehr gut doch die Geräusche ab 50...60 Km/h sind auf meiner Triumph Speed Triple 1050, Baujahr 2006, kaum auszuhalten. Würde es als andauerndes wummern beschreiben das mit zunehmender Geschwindigkeit weder weniger noch mehr wurde.
Auch die Lüfung empfand ich als sehr unangenehm. Zugig um die Augen.

Bin den Helm bei 2 Händlern Probe gefahren was immer mit dem selben Ergebnis geendet hat.
Ich bin kein Fan von Klapphelmen doch aus neugier bin ich den C3 und C3 Pro Probe gefahren. Empfand beide trotz minimalster Pfeiffgeräusche, man musste schon sehr auf dieses Geräusch achten, waren um einiges angenehmer zu fahren. Schade das meine Ohrspitzen etwas wenig Platz in dem Helm hatten...sonst hätte ich mich eventuell doch für einen Klapphelm entschieden.

Man mag jetzt schmunzeln...doch das "Feature" das man das Visier bei einem S1 einen kleinen Spalt öffnen kann als sehr angenehm. So kann man locker 120 Km/h fahren ohne dass das Visier flattert oder einem der Wind in die Augen bläst bei maximaler Lüftung. Beim S2 ist die Visierrastung zu grob und bei der ersten Rastung des Visiers kann man unmöglich damit fahren. Bläst einem übelst der Wind in die Augen.

Schade Schuberth...interessant das im Raum HN und LB sich sehr viele Händler von Schuberth distanziert haben. Wundert dann auch keinen wenn ein S2 für 370€ "verschärbelt" wird wobei das immer noch zuviel für das Angebotene ist.

2 Finger zum Gruß

Antwort von Markus Golletz

Hallo Lunchbox,

unsere Tester (also meistens ich) sind zwar feinfühlig, aber nicht immer zimperlich. Mit den Augen und mit Zug hatte ich noch nie Probleme bei einem Helm, eher schon mit der Verkleidung des Motorrades. Aussagen zur Lautstärke unter dem Helm und Zug sind daher immer schwer zu machen. Jedenfalls, wenn sie gleichermaßen auf Speedtriple und Einzylinder-Enduro gelten sollen. Schuberths Preispolitik ist schon sehr hochpreisig angesetzt. Dafür bekommt man im Zweifel aber einen guten Service. Den Testen wir auch ganz gerne mal mit. So richtig viel bin ich mit dem S2 die letzte Zeit nicht mehr gefahren, weil ich auch lieber Klapphelme benutze, aber im Schnitt hat ein Helmhersteller mehr mühe einen Klapphelm leise zu bekommen als einen, aus einer einteiligen Helmschale. Der Tipp, den Helm mal auf einem anderen Motorrad eine Chance zu geben hilft Dir sicher nicht weiter. 

Viel Glück und ich hoffe, unsere Tests haben Dich nicht zu sehr enttäuscht,

Markus

Letzte Änderung: 06.02.2017
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