Husqvarna‘s Crossover Supermoto-Scrambler SMQ

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In Husqvarnas „Centro Stile“ entstand in der Zusammenarbeit von BMW-Werksleiter Rainer Thoma und unter der Leitung von Raffaele Zaccagnini eine Studie mit dem Namen SMQ.

Mittlerweile ist Husqvarna in Biandronno/Varese Geschichte. Raffaele arbeitet nach wie vor an der selben Stelle für die neue Marke SWM, die sich 2013 um die Rest-Belegschaft von Husqvarna und Ampelio Macchi (Jahrgang 1958, 1987 bis 2002 Chefentwickler bei Husqvarna) gründete und nun in Deutschland mit Zupin zusammenarbeitet.
 
Mit der SMQ schufen sie ein Motorrad einer neuen Klasse, das stark polarisiert, vor allem aber Fahrfreude für Jedermann vermitteln soll. Extravagantes Windschild, ein aufgeblasener Auspuff, eine schlanke Tank-Sitzbank-Linie: das ist die SMQ. Ein Motorrad, das leicht und luftig wirkt, das keine Ambitionen macht, Gepäck aufzunehmen, dafür aber ein schlankes Heck hat. Will man Retroelemente sehen, so ähnelt die SMQ am ehesten an einen Scrambler der 1950er und 60er Jahre. Gerade mal 140 kg soll sie auf die Waage bringen. Die SMQ rollt auf breiten Reifen und wird mit dem starken 450 ccm Einzylindermotor aus der BMW G 450 X befeuert. Bei Husqvarna verweist darauf, dass die SMQ lediglich ein Konzept sei, um vorzusondieren, wie Motorradfahrer auf so etwas Ungewöhnliches reagieren.“

 

Interview dem Leiter des ‘Centro Stile’ bei Husqvarna: Raffaele Zaccagnini

Name: RAFFAELE ZACCAGNINI
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Date: June 9, 1968
Nationality: Italian
Designs:
2000 > Husqvarna 570 NOX
2004 > Aprilia 450/550 V Motor und Modelle SXV / RXV / MXV



MR: Welche Ideen wollen Sie mit dem SMQ realisieren?
RZ: Grundidee war die Initiierung einer völlig neuen Art von Motorrad, einen wirklichen Bruch zu allen anderen Husqvarna Motorrädern zu schaffen. Klare und scharfe Linien zusammen mit zielstrebigem Design sind maßgebliche Elemente der Husqvarna-Linie. Eine ausgewogene Mischung von alten und modernen Geschmack, zusammen mit ungewöhnlicher Technik wurde der SMQ mit auf den Weg gegeben. Lassen Sie mich sagen, ein ‚Vintech-Look‘. Das Bike sollte auch einen, lassen sie mich sagen ‚frechen‘ Auftritt haben.

MR: Was sind die wichtigsten Aussagen des SMQ-Konzepts?
RZ: Husqvarna ist eine coole Marke, Husqvarna ist eine erstaunliche Marke, Husqvarna ist ein nonkonformistische Marke – Husqvarna ist ein breit aufgestellte Marke. Dies waren die zentralen Botschaften.

MR: Wird aus der SMQ ein serienreifes Motorrad werden?
RZ: SMQ hat eine starke Aufmerksamkeit und gegensätzliche Meinungen in der Öffentlichkeit bewirkt. Obwohl schon auf der EICMA 2008 von uns präsentiert, bekommen wir auch heute noch zahlreiche Zuschriften. Das Interesse am SMQ scheint gar noch zu wachsen. Wir sind immer dabei, ihre Markt-Chancen auszuforschen. Für uns ist es eine Art Ideen-Werkstatt und die Kunden partizipieren in den nächsten zwei Jahren von dieser Arbeit.

MR: Welche Rolle spielt neben der Linie die Farbgebung in Ihren Studien?
RZ: Husqvarna hat eine starke Vision von einer selbständigen Design-Identität. Deshalb folgen wir einen paar einfachen und klaren Regeln, die wir ‚Stilemi‘ nennen. Es bedeutet nicht, dass das Ergebnis immer gleichförmig sein wird, es bedeutet viel mehr, dass wir neue Formen erfinden, neue Lösungen und neue Ideen entwickeln, die in konsistenter Weise zu unserer Design Geschichte passen. Ich glaube, dass diese Design-Konsistenz besonders für eine Marke wie Husqvarna die richtige Entscheidung ist. Layout-, Trimm- und Farben sind ebenfalls sehr wichtig. Verkleidungseile und Farbgebung in den Farben rot / weiß / schwarz soll unseren Kunden und Fans unsere Renn- und Wettbewerbs-Leidenschaft vermitteln und das wir einen prestigevollen Hintergrund in unserer Geschichte haben. Als Fahrer soll man sich zu Husqvarna zugehörig fühlen.

MR: Worin sehen Sie den Einsatzzweck eines Motorrades wie der SMQ? Geht es dabei um ein reines Spaß-Motorrad, eine Supermoto oder auch ein Motorrad, mit dem man zur Arbeit und in die Stadt fahren oder gar auf Reisen gehen soll? Handelt es sich um eine neue Motorrad-Gattung?
RZ: Zunächst wollten wir ein geradliniges Konzept entwickeln. Ein Concept-Bike, das in der Stadt Aufmerksamkeit erregt, war der Hauptgedanke der SMQ. Einfach leichter zu sein, agiler, ein ‚360°-Bike‘ mit dem aktuellen 450 ccm BMW-Motor. Spannend und einfach zu fahren, mit extremen Handling. Jeder soll die Testrunde mit de SMQ genießen können, denn sie hat eine niedrige Sitzhöhe, eine schlanke Linie und ein sehr interessantes Leistungsgewicht.

MR: Wie werden bei Husqvarna Reaktionen auf Konzeptstudien ausgewertet?
RZ: Hauptsächlich erhalten wir Informationen über Zielgruppen aus Internet-Foren, von Händlern und Importeuren aber auch von Stand-Besuchern auf den wichtigsten Messen.

MR: Wovon lassen Sie sich beim Entwerfen einer neuen Design-/Konzept-Studie beeinflussen?
RZ: Da gibt es wirklich viel zu sagen: Um ein ungewöhnliches Motorrad zu bauen braucht es eine gründliche Markt Analyse und die Suche nach neuen Lösungen für altbekannte Konstruktionsdetails. Man sollte sich immer vor Augen halten, dass die Funktionalität im Vordergrund steht, denn schlussendlich will Husqvarna mit seinen Bikes auch Rennen gewinnen. Einer meiner Hauptgedanken und meines Teams ist, dass Husqvarna-Motorräder sich von anderen abheben müssen, so aussehen sollen, wie kein anderes zuvor!
 
MR: Wie oft baut Husqvarna solche Prototypen?
RZ: Die Forschung ist ein permanenter Prozess! Studien und fortgeschrittene Prototypen erlauben es uns rechtzeitig zu testen, ob alle Anforderungen an eine Serienproduktion gegeben sind. Jedes Jahr arbeiten wir an einem neuen Konzept-Bike, das macht Spaß und nur so geht es voran!
MR: Vielen Dank Raffaele Zaccagnini!

Letzte Änderung: 06.01.2017