Grünes Band 2. Etappe: Vom Wendland bis in den Harz

Grenzturm bei Luckau
Grenzturm bei Luckau

 

Wenn es nicht gerade ein sonniger 3. Oktober wäre, dann wäre im abgelegenen Hannoverschen Wendland sicher weniger los: Wir erfahren auf der Etappe, dass im Wendland eine touristisch starke Corona Saison zu Ende geht, dass die Fähre in Schnackenburg an der Elbe wohl für längere Zeit ausfällt und dass die Freude im Wendland groß ist, weil ein Atommüll-Endlager hier nach 43 Jahren der Irrungen und Castortransporte nun doch nicht gebaut wird.

 

← zur 1. Etappe

Ein paar Biker lehnen an ihrem Gespann und Solo-Maschinen in der Sonne, im Hintergrund pendelt die von einem Brückenneubau bedrohte Elbfähre ‚Tanja‘ pausenlos zwischen dem Hier und dem Amt Neuhaus hin und her. Die Sonne lädt ein zu einer Runde über den Flohmarkt, Corona- üblich mit Mundschutz und Adressenabgabe.

 


Abendstimmung am Elbe Fähranleger Lenzen

 

‚Tanja‘ ist neben Glückstadt-Wischhafen die größte Elbfähre, die den Strom überquert. Am anderen Ufer angekommen biegen wir stromaufwärts ab, um möglichst nah am Grünen Band und Elbe zu bleiben. Ein Eldorado für Zwetschgen-, Äpfel- und Birnen-Fans ist das orographisch rechte Elbe Ufer: Renette, Cox Orange oder ,Prinz Albrecht von Preußen‘ wachsen hier Seit an Seit´ – oder liegen schon reif im Straßengraben.

Über 6000 Bäume sollen es allein in der Gegend vom Amt Neuhaus sein. Dort befindet man sich im Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue sein. Die Elbuferstraße ist auf dieser Seite keine Berg- und Talbahn, wie im Moränen-geprägten Raum um Hitzacker. So fährt man durch die langen oft plötzlich abgewinkelten Alleestraßen bis nach Dömitz, nicht ohne vorher der ehemaligen Dorfrepublik Rüterberg einen Besuch abzustatten (siehe Kasten).

 

Wenig später werden wir noch eine andere Dorfrepublik erreichen, eine, die nur 33 Tage existierte…

 

Dorfrepublik Rüterberg: 300-Seelendorf (Früher: Wendisch Wehnigen Broda) war zu DDR Zeiten 22 Jahre lang von Sperranlagen umgeben. Nur ein Stahltor blieb als Zugang ins Dorf und wer hinein oder hinaus wollte, benötigte besondere Papiere. Um 22.00 Uhr wurden die Bewohner hinter ihrem Zaun eingeschlossen.
 

 
Einwohner von Rüterberg nach Auswegen, die sie mittels Gräben unterm Zaun hindurch fanden. 1988 war es damit aber auch vorbei. Die Sperranlagen wurden erneuert und alle Schlupflöcher geschlossen. Das kostete pro Kilometer rund 170.000 Mark, weil nur bester Edelstahl verbaut wurde, der aus der Produktion eines namhaften Herstellers im Westen Deutschlands stammte. Rüterberg war nun ganz eingesperrt. Aber Verzweiflung macht Mut, und so kamen die Dorfbewohner auf eine für DDR-Verhältnisse äußerst wagemutige Idee. Am 24.10.1989 wurde in Ost-Berlin völlig ordnungsgemäß eine Einwohnerversammlung beantragt. Das brachte nicht nur die Staatssicherheit auf Trab, sondern führte am 8. November zur Unabhängigkeitserklärung Rüterbergs. Der Ort war quasi souverän, ein eigener Staat.

 

Dömitz ist ein Festungsort mit mandelförmigen Altstadtkern und einer Elb-nahen Festung mit Wassergraben als Schutzgarant. Eine Attraktion neueren Datums entdecken wir im touristisch zurechtgemachten Hafen von Dömitz, den wir ansteuern, weil dort noch ein DDR-Überwachungsturm zu sehen sein soll.

Die Gastronomie hat dort mächtig aufgerüstet und es gibt sogar eine Bar mit Strand und Infinity-Pool.
Durch ein paar Wohngebietstraßen gelangen wir zu den nach gelegenen Binnendünen, von Klein Schmölen, die wie Dömitz auch im 5-km-Sperrgebiet der DDR-Grenze lagen. Die Obstbaumalleen reißen nicht ab und das kleine brandenburgische Dorf Breetz hat neben einem Café für Altes und Schönes noch unerwartet mehr zu bieten.

 

 
Es ist die Burg Lenzen, die wir besuchen wollen, denn sie ist quasi BUND-Besucherzentrum für alles, was hier mit Ökologie und dem Grünen Band zu tun hat. Als Ergebnis kann man hier erfolgreichen ökologischen Hochwasserschutz samt Deichrückbau und die Aufforstung von Auwäldern präsentieren.

Die Elbfähre Schnackenburg wird wegen Maschinenschaden so schnell nicht mehr den Betrieb aufnehmen und so gibt es eine Extrarunde nach Lenzen und über die Elbe zum Höhbeck, wo der BUND einige Flächen aufgekauft hat. Die anthroposophisch angehauchte Familiendynastie der Völkel Mosterei hat hier ihren Hauptsitz, umgeben von Obstwiesen und Auwäldern und der 76 Meter hohen glazialen Erhebung des Höhbeck.

 


Freude im Wendland: Endlager Gorleben ist Geschichte (Oktober 2020)

 
Fast alles, was es im Anschluss im ehemalig abgelegensten Teil des Landkreises Lüchow-Dannenberg zu sehen gibt, ist der Wald der Grafen von Bernstorff, bekannt auch durch ihr Engagement gegen das geplante Atommüll-Endlager. Eine filmreif große Horde Schwarzwild, vielleicht 30 Stück, springen queren auf einer unbefestigten Waldstraße majestätisch vor und den Weg, ganz in der Nähe jenen Ortes an dem im Sommer 1980 Aktivisten (so hießen die damals noch nicht) auf einer abgebrannten Waldfläche ein Hüttendorf errichteten: Die Republik Freies Wendland wurde am Tiefbohrstelle‚1004‘ ausgerufen und im Juni pilgerten Atomkraftgegner von Nah und Fern hierher und richteten sich häuslich ein. Zwischen Hippie-Kult und beginnender Grünen-Bewegung entstand ein Ort freien Lebens, der kurze Zeit später brutal geräumt wurde. Heute, 40 Jahre später, wurde bekannt gegeben, dass all jene Recht hatten, die behaupteten, dass der Gorlebener Salzstock ungeeignet wäre für eine 1 Mio. Jahre dauernde Einlagerung des privaten Atom-Mülls der wohlhabenden Betreiber, die sich dieser Verantwortung entledigt haben. Was nun mit den 113 hoch-radioaktiven Behältern in der Castorhalle oder ‚Kartoffelscheune‘ (wie die Einheimischen sagen) passiert, wird wohl noch über Jahrzehnte ganz im Interesse der Atomindustrie ein unklares Provisorium bleiben.

„Nach der Grenzöffnung ging es hier bergab“

Schnackenburg ist heute ein Ort mit einer Handvoll älteren Anwohnern, sagt uns der 82-Jährige Herr, der im Grenzlandmuseum seinen Kassierer-Dienst schiebt. „Nach der Grenzöffnung ging es hier bergab“, sagt er zu unserer Verwunderung, denn es war ursprünglich die Elbschifffahrt, die Schnackenburg florieren ließ. Ca. 35 Schiffe pro Tag wurden in Cumlosen (DDR) und dann in Schnackenburg abgefertigt, das brachte Geld und Leben im Ort.

 


Grenzabfertigung in Schnackenburg um 1960 | Fotograf unbekannt | Quelle: Grenzlandmuseum Schnackenburg

 

Von mehreren Kneipen, Metzgereien und Lebensmittelgeschäften ist 2020 nichts mehr übriggeblieben, für reisende am Grünen Band oder auf dem Elbradweg gibt nicht mal ein Stück Kuchen zur Saison. Der Mann ist ein wandelndes Geschichtsbuch, fast interessanter als das Museum doch sind auch hier die Mittel knapp und das Museum ist von einer Schließung bedroht.

 

Wandelndes Lexikon mit 82 Jahren Lebenserfahrung: Empfang im Grenzmuseum Schnackenburg

 

Als wir abfahren kommt er noch einmal heraus, begutachtet die Motorräder und gibt uns Tipps für die Weiterfahrt. Zum aufgebockte DDR-Küstenboot vor dem wir parken, sagt er nur: „Die waren immer ein bisschen schneller als die Grenzschutz Bote des BGS!“

In der Alandniederung kommt man zur Gedenkstätte Stresow, ein Dorf das die Grenztruppen komplett geschleift hatten, weil es in der 500 Meter Zone lag.

Dort gibt es eine originalgetreu nachgebaute, befahrbare Grenzanlage zu besichtigen.

 

Wir fahren wir einen Stück Kolonnenweg, hart and der Grenze geht es zu einem markanten Ort des Grünen Bandes, den der BUND besonders hergerichtet hat: die Wirler Spitze liegt an der Grenze des ausgedehnten Gartower Forstes. Hier trifft man sich zur Wolfswanderung oder um die Binnendüne zu besichtigen, die spitze Ecke des geraden Grenzstreifens markiert. Der hier durchgehend Heide bestandene Grenzstreifen läuft in der Ferne auf einen Fluchtpunkt zu, lohnenswert ihn einmal zu Fuß oder mit dem Rad abzustrampeln.

 Wendlandbräu

Wendlandbräu Bierbrauer Mathias Edler erzählt uns später noch von der der alten Gipsie-Route, die durch tiefen Wald am Forsthaus des Grafen von Bernsdorff im Wirler Forst vorbeiführte. Hier traf man früher auch mal Roma-Familien mit überladenen Mercedes /8 und langen Wohnwagen im tiefen Sand der endlosen Waldwege…

 

Ein paar Kilometer hinter uns liegt der 53 Meter tiefe für Zugvögel bedeutende Arendsee, der aus Einbrüchen des darunterliegenden Salzstockes entstand.

 

An der Grenzlinie kann man noch ein paar Wachturm-Relikte besichtigen, Hoyersburg oder wieder bei Luckau im Wendland. Wir fahren in die alte Salz- und Hansestadt Salzwedel um uns für die nächste Etappe vorzubereiten.

 

Am nächsten Tag drehen wir eine kleine Runde entlang der Wustrower Dumme jahrzehntelang im Schatten des Eisernen Vorhangs gelegen und sehr unberührt Tommi ist mittlerweile auch eingetroffen. An der Dumme geht es mit Sicherheit per Verbrenner nicht weiter und so begleitet uns Mathias noch ein Stück zu den Grenzsicherungsanlagen von Schmölau. Wir treffen auf Zäune und einen Graffiti übersäten Turm (Bild ganz oben), der sogar noch begangen werden kann. Die meisten Türme sind heute gesperrt, verschlossen oder in Privatbesitz.

 

Grenzschutz: ungeplanter Naturschutz

 

Während sich die letzten Elbstorche auf den Heimweg machen tuckern wir weiter entlang der ehemaligen DDR-Grenze, dem heutigen Grünen Band. Zwischen Gifhorn und Osterwieck bis zum Harz ist die Natur fest in der Hand der Bördebauern, auch bei Helmstedt und dem ‘große Bruch’ oder großen Graben haben intensiv genutzte Agrar-Landschaften das Grüne Band durchbrochen, fast unkenntlich gemacht.

Marienborn & Transitstrecke: "Der ganz normale Wahnsinn der 1980er Jahre"

Der Genz Lehrpfad nahe des teilweise geschleiften Dorfes Zicherie-Böckwitz ist aufgrund einer Privatinitiative entstanden, die Anwohner wollten zuerst nicht an die Jahrzehnte der Teilung erinnert werden. Hier ist zu sehen, wie die DDR-Grenze einst gesichert wurde und welche Veränderungen es bei Zäunen, Gräben und Türmen im Laufe der Jahre gab.


Blau: DDR Grenze, Grün: Grünes Band, Rot: Hauptroute, Dunkelrot: Wendland/Elbe-Tour

 

Die DDR-Kontrollstellen Marienborn (Autobahn-Abfertigungsanlage) und Hötensleben an die ich mich noch erinnere, halten die Erinnerung wach, wie die Transitstrecke A2 und der ganz normale Wahnsinn funktionierte. In der DDR sprach auch von strikt geheim gehaltenen ‚Schleusen‘, durch die man Agenten, Funktionäre der KDD und SED oder Propagandamaterial in den Westen schleusen konnte. Auch das Ministerium für Staatssicherheit unterhielt solche Zugänge für nachrichtendienstliche Zwecke. Marienborn ist eine riesige Anlage, die Gedenkstätte meist leer: Autobahnfahrer wollen hier ihre Fahrt nicht lange unterbrechen. Sie hat aber auch einen Zugang von der Landstraße, was Durschreisende nicht wissen. Der Mann am Eingangstor macht uns auch auf das Grenzdenkmal Hötensleben aufmerksam, das noch ungefähr 150 Meter voll intakte Grenzanlagen und Dokumentationstafeln zu bieten hat.

 

Von hier aus machen wir uns auf zum Forschungsmuseum Schöningen, das 2013 am Rande eines gigantischen Braunkohle Tagebaus errichtet wurde:

Paläon: Forschungsmuseum Schöningen
Spiegelbau: Vor dem Forschungsmuseum Schöningen
Spiegelbau: Vor dem Forschungsmuseum Schöningen

 

Die Steinzeit ist schon lange her, doch erst 1994 gab es ca. 300.000 Jahre alte Funde, die Belegen, das Menschen im heutigen Bereich von Schöningen lebten und Jagten. Der Fund kam überraschend im Helmstedter Braunkohlerevier unweit des Kraftwerks Buschhaus zum Vorschein. Ein archäologischer Fund, der um die Welt ging.

Wir sprachen mit dem kommissarischen Leiter des ehemaligen Paläon, Dr. Henning Haßmann.

 

Speere und Tagebau: Forschungsmuseum Schöningen | Paläon

 

Dr. Henning Haßmann ist derzeit neben seiner Arbeite als Denkmalpfleger (NDL) in Hannover auch kommissarischer Leiter des Forschungsmuseums, das bis Juni 2019 Paläon hieß und privat von einer Gmbh geführt wurde.

 

 

Der Name Paläon bezieht sich auf das Paläolithikum, der Steinzeit auf der Erde. 1994 wurden im Braunkohletagebau im Helmstedter Revier steinzeitliche Speere gefunden (insgesamt 20 einzelne archäologische Freilandfundstellen mit Artefakten und Werkzeugen aus Stein), die 300.000 Jahre alt sind. Das ist weltweit mit Abstand der älteste Fund aus dieser Zeit, der in der Archäologie einiges auf den Kopf stellte. Nahe der Fundstelle baute man 2013 ein Erlebniszentrum, das von einer privaten GmbH betrieben wurde. Ein Museum wegen ein paar Fichtenspeere? Es ist doch weit mehr doch das Marketing der privaten Betreiber GmbH funktionierte nicht so gut, so dass die Niedersächsische Denkmalpflege das „Erlebniszentrum“ übernahm. Das Paläon ist nun ein Forschungszentrum und zertifiziert als außerschulischer und überbetrieblicher Lernort. Eine Reise dorthin ins Braunschweiger Land lohnt auf jeden Fall, auch wegen der Einrichtung eines Geopark-Informationszentrums.

 

Die Geschichte:

 

Im Zeitraum zwischen 1994 und 1998 wurden am Rande des Helmstedter Braunkohletagebaus bei archäologischen Grabungen verschiedene Holzartefakte aus der Altsteinzeit entdeckt, darunter die berühmten Speere, die über 300.000 Jahre alt sind und somit zu den ältesten Jagdwaffen der Menschen zählen. Die Speere, so erklärt mir Hennig Haßman, sind aus damals 60 Jahre alten Fichtenholz gefertigt. Ihrem Aussehen nach handelt es sich aber um Holz, das damals nur 15 Jahre alt gewesen sein müsste. Das Holz stammte wahrscheinlich aus den Höhenlagen des Harzes, in denen Holz langsamer wächst, dafür aber wesentlich belastbarer ist. Die Speere entsprechen der heutigen Ballistik von Wettkampspeeren, sie sind perfekt geformt und ausbalanciert, außermittig angeschliffen, wegen der spezifischen Eigenschaften des Kernholzes.

 


Dr. Henning Haßmann

 

Draußen, in Sichtweite des Paläon sind die Ausgrabungen im Gange, initiiert von Hartmut Thieme, der erste Funde unter einer 10 bis 15 Meter starken eiszeitlichen Sediementschicht machte. Seitdem ist Schöningen weltweit interessant für Geologen und Paläontologen. Dem Forschungsmuseum gelingt es aber auch, die Wissenschaft auf einen allgemeinverträgliches, lernorientiertes Maß herunterzubrechen. Auch der Standort, am Rande des 6 Quadratkilometer messenden, mittlerweile renaturierten Tagebaus ist interessant und spektakulär. Die freigelegte Schichtenfolge im Erdreich zeigt, dass der Klimawandel extrem Fahrt aufgenommen hat und klimatische Umwälzungen extrem beschleunigt im Gange sind so Haßmann, was an klimatischen Veränderungen in der Vergangenheit 11.000 Jahre dauerte, schafft die industriell geprägte Gesellschaft in 100 Jahren…

 

„Erst ab 1992, als der Schaufelradbagger über zehn Meter tief in die Erde eingegriffen hatte, kam das Grabungsteam auch an pleistozäne Schichten und paläolithische Fundstellen heran,“, ist im Denkmalpflege Magazin zu lesen, was die Dramaturgie zwischen Archäologie und wirtschaftlicher Ausbeutung trefflich beschreibt. Der Tagebau steht auch im Schatten des umstrittenen und in Sichtweite liegenden Braunkohlekraftwerk Buschhaus, das mit seinem 307 Meter hohen Schornstein weit sichtbar den Niedergang der klimafeindlichen Braunkohleverstromung symbolisiert. Es ging seinerzeit ohne Filter ans Netz. Bis zu seiner Abschaltung 2016 (gleichzeitig mit der Stilllegung des Helmstedter Tagebaus) wurden hier jährlich 2,2 Millionen Tonnen CO2 emittiert – Damals an der Zonengrenze gelegen wurde es mit einem extra hohen Schornstein ausgestattet, der bei stetigem Westwind die Emissionen weit in die DDR trug. Bis nach Berlin wird gemunkelt. Proteste dagegen gab es in Ost und West. Buschhaus diente nach seiner regulären Abschaltung noch bis zum 30. September 2020 als stille Reserve und wird nun aufwändig zurückgebaut.

 

Das Helmstedter Revier: Bergbau über den Zaun

 

Umfasst 27 qkm. Die 6 qkm des benachbarten Abbaufeldes wurden in Suchschnittraster unterteilt und abgeplaggt, damit man mittels Archäologie per Luftbild Bodenverfärbungen erkennen konnte. Auf diese Art tauchten mehrere Fundstellen und Gebäude im Suchraster auf.

 

 

Henning Haßmann stellt fest, dass (ähnlich wie beim Schieferbergbau in Lehesten /Thüringen) auch im grenzübergreifenden Tagebau Ost- und Westarbeiter ‚über die Grenze arbeiteten‘, zumindest bis 1952 und nach 1975, wie Abkommen und ‚situative Grenzverschiebungen‘ beweisen. Es wurde als trotz Grenze gemeinsam von Ost und West ausgebeutet, der größere Teil des ursprünglichen Reviers lag in Sachsen-Anhalt, im Westen war die BKB, Braunschweiger Betreibergesellschaft beteiligt.

 

 

Nachsatz Grünes Band

 

Am 'Paläon Forschungsmuseum' führt das Grüne Band quasi zwischen Hötensleben und Schöningen direkt vorbei. Der kleine Umweg lohnt. Auch die Gedenkstätte Marienborn und das einmalige Grenzdenkmal Hötensleben liegen in unmittelbarer Nachbarschaft.

 

Informationen

 


Gesichtskontrolle, Stempel rein, dann ging es auf den Transit

 

Die Luft riecht nach frisch gepflügter Erde, die Felder reichen in der Magdeburger Börde bis zum Horizont, so freuen wir uns, als der Brocken und Wernigerode am Horizont auftauchen. Die Bikerschmiede Zilly sollte man nicht versäumen, wenn man auf DDR Nostalgische Fahrzeuge steht, das Gespräch mit Wilfried oder Tilo Niebel (siehe Bilder rechts) ist immer sehr erfrischend. Morgen steht noch ein anderes Harzer Fahrzeugmuseum auf dem Plan, dazu mehr bei der 3. Etappe.

Im Harz verläuft das Grüne Band über große Distanz nur unterhalb Norddeutschlands höchsten Berges, den wir östlich umfahren. Im Harz ist es immer ein paar Grad kälter als in der Niederung und so freuen wir uns auf eine überdachte Behausung in Braunlage mit einem kleinen Wellness Angebot. Dazu im nächsten Teil!
 

→ zur 3. Etappe (ab 15.10.)

Schreib einen Kommentar:

Letzte Änderung: 07.04.2021
LETZTE NEWS   Alle News als RSS-Feed

02.12.2021

Harald Welzer: Nachruf auf mich selbst

Harald Welzer: Nachruf auf mich selbst. Die Kultur des Aufhörens.

Weiterlesen …

29.11.2021

EICMA: Highlights 2021-22

Die EICMA ist gelaufen. Was die Light-Version brachte lesen sie hier.

Weiterlesen …

15.11.2021

Drucken: Fotodrucker von Canon

Canon Selphy und Pixma G6050 im Homeoffice-Test ;o)

Weiterlesen …