Die Frankenstraße – zu Fuß!

Schade, dass man die Via Francigena nicht mit dem Motorrad fahren kann – oder kann man es doch? Die Route ist jedenfalls Megainteressant: vom Ärmelkanal durch das Rhonetal zum Genfersee und den Großen St. Bernhard ins Aostatal, nach Pavia, überquert den Apennin nach Lucca, führt über San Gimignano und Siena in die südliche Toskana und anschließend an den Vulkanseen vorbei über Sutri nach Rom. In den letzten Jahren, so die Autorin Renate Florl, wurde die Via Francigena („die in Frankreich beginnende“) touristisch aufgewertet. Eine braune Ausschilderung (Italien) und eine Pilger-Symbolik weisen relativ zuverlässig den Weg. Von Canterbury nach Rom sind es dann stramme 1800 km.

 

 

Das Buch beschreibt ausführlich, aber auch sehr reisepraktisch Geschichte und vor allem alle 52 Etappen auf dem langen Weg vom hohen Norden in die warmen Gefilde bis nach Rom.

 

Die Via Francigena war im Mittelalter (seit 990 n. Chr.) eine Hauptschlagader, die Italien (Rom) mit dem nördlichen Europa verband. Dabei war das Wallfahrtswesen wurde von den damals Herrschenden geschützt und geregelt. Vom 9. - 13. Jh. war die Frankenstraße der Weg für Pilger- und Handelsleute nach Rom. Im Christentum wurde Rom neben Jerusalem und Santiago de Compostela (Jakobsweg) das wichtigste Pilgerziel.

 

1994 ernannte der Europarat die Via Francigena zur Europäischen Kulturstraße. Seither erlebt die auch als „Frankenweg“ bezeichnete Route eine touristische Wiederentdeckung, gerade auch, weil sie die landschaftlich und kulturhistorisch interessantere Alternative zum mittlerweile überlaufenen Jakobsweg bietet. 

 

Das Buch ist sehr ambitioniert geschrieben und mit der herausragenden Rother Kartografie ausgestattet. Einziger Makel: Die Fotos leiden bedingt durch das Hosentaschenformat unter der Abbildungsgröße. Letztlich dient dem geneigten Motorradfahrer das Buch als Anhaltspunkt für detaillierte Informationen, wenn man diesen Interessanten Pilgerweg einmal kreuzt.

 

Der detaillierte Verlauf der Via Francigena in Italien:

Vom Aostatal nach Vercelli (westlich von Mailand), Pavia nach Piacenza. Hier verband er sich mit dem aus Frankreich kommenden Ast (über Mont Cenis, Susa, Turin, Asti). Gemeinsam führte er nun weiter über Parma, den Cisa Pass, Massa, Lucca, Poggibonsi (mit Abweichungen über San Gimignano), Siena, San Quirico d’Orcia (Südtoskana nahe Pienza), Bolsena Montefiascone (der Fugger, der den Est-Est-Est fand, war auch auf dem Weg nach Rom), Viterbo und schließlich erreichte man die ewige Stadt Rom.

Infos:

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Letzte Änderung: 24.01.2017
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