Caramba: Wartung aus der Spraydose

3000 Rezepturen für Ölung und Pflege

Caramba! Caramba-Chemie ist ein großer Name, den Max Elb sich schon 1903 schützen ließ. Mittlerweile entwickelt und produziert die Duisburger Firma über 130 Präparate in zwei Produktlinien: die auf der Homepage gelb abgebildete Endverbraucher- und die schwarze Profi-Produktlinie. Die Profilinie bleibt den professionellen Anwendern in großen Firmen vorbehalten, doch recht neu ist die Motorrad Produktlinie (März 2010) bei Caramba Chemie, die sich auch am großen MR-Kettenspraytest beteiligt.

MR stellt die Firma und ein paar Motorrad geeignete Produkte für zuhause und unterwegs vor.
Unglaublich, wieviel Arbeitserleichterung das eine oder andere Präparat bei der Motorradpflege oder -reparatur bringt.
Beispielhaft seinen nur das Caramba Silikonspray oder der Felgenreiniger ‚Brilliant‘ genannt. Silikonspray macht Gummiteile geschmeidiger (hat das gesundheitsgefährdende Talkum in der Reifenindustrie fast abgelöst) und der Felgenreiniger erspart allerhand mechanisches Geschrubbe.
Ganz klar, Caramba steht nicht mehr für ein einziges Kriechöl, sondern hat für Biker jede Menge kleiner Helfer parat. Geforscht und produziert wird an verschiedenen Standorten und Laboren in Deutschland, z. B. in Duisburg, Bremen und Bad Kreuznach.

Wie der Name Caramba zustande kam? Ganz genau wissen das selbst die Fachleute nicht, nur so viel steht fest: Caramba steht für das erste Erstaunen beim Schraubenlösen. „Donnerwetter“ hätte man auch sagen können, als eine nicht zu lösende Schraube sich nach Einwirken eines Wundermittels wie von Geisterhand dennoch bewegte. So ist in den 1920er Jahren ein Produktname – für ein kolloidales Graphitsprühöl – entstanden.
Caramba war geboren und ist seitdem in aller Munde, oder besser: schützte vor Korrosion, schmierte die damals weit verbreitete Blattfeder oder konservierte Unterböden von Autos. Seine Stärke war die Kriechfestigkeit. Firmengründer Max Elb trug am 25.11.1903 schon ein Markenzeichen ein; die Firma wurde 1923 in die Max Elb AG umgewandelt. Zur damaligen Produktpalette gehörten die unterschiedlichsten Putz- und Poliermittel für Holz, Glas und Metall, welche Hausfrauen und Handwerkern die Arbeit erleichtern sollten.

In den Folgejahren verbreitete sich das Caramba Rostlöser- und Rostschutzprodukt immer mehr und wurde zur klassischen Herstellermarke entwickelt. In vielen Bereichen ist Caramba heute noch ein generischer Begriff, ein Name, der als Synonym für Rostlöser und Kriechöle steht, auch wenn einem heute bei der Frage danach schon mal alternativ eine Dose WD 40 gereicht wird. 1922 beteiligte sich die Rütgerswerke AG am erfolgreichen Unternehmen, die Firma wuchs weiter und es wurden viele Patente angemeldet: von Nahrungsmitteln über pharmazeutische und diätetische Präparate; Poliermittel für Holz, Leder, Metall und Glas, sowie für alle in der Hauswirtschaft vorkommenden Gegenstände, Fleckenreinigungsmittel u.v.m. Das Caramba Sprühöl kam erst 1929 auf den Markt.

Heute steht der Name Caramba Chemie nur noch zu einem geringen Teil für einfache Rostlöser, viel mehr für ein innovatives Programm von KFZ-Pflegeprodukten und Präparaten für den professionellen Einsatz in der Industrie. „Schmieren, Ölen, Lösen, Reparatur, Pflege und Schutz, Wartung, Reinigen und Veredeln“ sind die Hauptkategorien, unter denen die Caramba-Produkte angeboten werden. Fast allen gemeinsam ist die Darreichungsform in Spraydosen, die vor Gebrauch wirklich ordentlich geschüttelt (besonders bei Produkten mit Feststoffanteilen) und nach Gebrauch anständig entsorgt (gelbe Tonne) werden sollten. Werden alte Gebinde mit Spray-Resten entsorgt: bitte als Sondermüll zum Recyclinghof bringen.

Caramba Firmenhistorie Schritt für Schritt

  • 1903: Max Elb AG, Dresden, wird erste Eigentümerin der Marke Caramba
  • 1922: Beteiligung der Rütgers-Werke, Frankfurt
  • 1929: Deutsche Glühstoff, Dresden, Produktions- und Vertriebsgesellschaft, bringt Caramba auf den Markt
  • 1948: Neubeginn in Duisburg: Abtlg. Autochemie (Rütgers)
  • 1975: Caramba Chemie, Duisburg

Caramba-Cocktail: Caramba-Produkte zur Auswahl


Felgenreiniger ‘Billant’: Teufelszeug für die Felge.
Nach dem Auftragen entwickelt sich ein intensiv-scharfer Geruch und die Melange changiert zu Kaliumpermanganat lila – nach 10 Minuten kann man auch übelst angesetzte Kettenfettreste einfach abspülen. Laut Caramba sind in der Industrie-Produktreihe noch härtere Mittel (mit kürzerer Einwirkzeit) im Umlauf. Auf jeden Fall ist der Caramba Felgenreiniger etwas für die ganz harten Fälle. Die Lösung ist trotzdem ph-neutral und säurefrei und auch für Lackflächen, Bremsscheiben, Gummi- und Kunststoffteile geeignet.

Silikonspray
Mit 100%igem Silikonanteil schmiert das Caramba Silikonspray fettfrei viele Stellen am Motorrad. Deutlich erkennbar ist dessen regenerative Wirkung auf Gummiteile: eine dünne Schicht auf Manschetten oder auf die Gabelsimmerringe (Staubkappen) kann nicht schaden. Gefügig machen kann man auch einen aufzuziehenden Reifen, den Schlauch pflegend einsprühen oder auch Kunststoffteile aufpolieren. Auf Metall angewendet verträgt dieses Silikon sogar Temperaturen bis 200°C. Schmutz haftet schlechter an den behandelten Flächen und Silikon ist auch nicht so gesundheitsgefährlich wie Schmierstoffe auf Mineralölbasis.

Caramba Super Plus
Caramba Super wurde 1972 entwickelt und als Nachfolger vom legendären Caramba Universalrostlöser auf den Markt gebracht. Das Super Plus ist nun ein "5-in-einem-Multifunktionsöl", das Korrosion löst, schmiert, als Kontaktspray dient und Teile reinigt. Es ist sprühsicher bis weit unter den Nullpunkt, geruchsneutral, silikon- und säurefrei und es verharzt nicht. Motocrosser haben im Kampf gegen verschleißfördernden Staub und Matsch gute Erfahrungen mit dem Multiöl gemacht: Eine flächendeckende Vorbehandlung (kurz Ablüften lassen und nicht am Auspuff anwenden) lässt den Schmutz erst gar nicht anhaften. Bei jedem Sprung wird das Motorrad sauberer…

Zur Handwaschpaste ‚Allerhand‘ muss man keine großen Worte verlieren, sie gehört in jede Werkstatt und hilft auch gegen klebrige Teer-, Wachs- und Lackreste.

PTFE Spray
Dieses Spray ist nun im Caramba Profibereich angesiedelt und gilt als druck- und hitzebeständiger  synthetischer Festschmierstoff. Es ist geeignet für die Pflege von Schienen, Schlössern, Scharnieren und Gelenken am Motorrad, aber auch eine Alternative als Kettenspray im Offroad Einsatz. Immer dann, wenn starker Dreck an einem stark haftenden Schmierfilm hängen bleiben würde, spielt das PTFE Spray seine Vorteile aus. Es verringert deutlich die Reibewerte, ist gut beständig gegen Wasser, bildet eine widerstandsfähige Gleitschicht und verträgt Temperaturen von -30°C bis +260°C. Einzig die Kriechfähigkeit konnte nicht genau untersucht werden. PTFE Spray kann außerdem zum Schmieren von Kunststofflagern, als Trennmittel (Reifenwechsel) oder als Bowdenzug-Spray (auch Teflon beschichtete Züge, den PTFE (= Polytetrafluorethylen) ist der chemische Name für Teflon.

Magic Wonder
Das ist ein Kunstprodukt aus der Caramba-Forschung. Es ist besonders geeignet für die Reinigung zwischendurch, weil es ohne Wasser auskommt. Aufsprühen, kurz einwirken lassen, abwischen, fertig. Erstaunlich, dass auch alte Farbreste und eingetrockneter Schmutz schnell verschwinden. Anwendbar auf Lack, Kunststoff, Scheinwerfern, Aluminium, lackiertem Holz oder der Lederkombi. Danach glänzt es wieder…

Ölfleck Entferner
Er gehört in jede Werkstatt und ergänzt sich gut mit Abstreuprodukten. Der flüssige Ölfleckentferner beseitigt Schmier-, Motor- und Getriebeöl, Heizöl und Diesel, auch von saugenden Untergründen.

Kommentare zum Test

Letzte Änderung: 04.02.2017
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