"Die Vierte Gewalt" von Richard David Precht & Harald Welzer

Harald Welzer (2015)
Harald Welzer (2015)

Kaum ein Buch hat vor Erscheinen für so viel Wirbel gesorgt 2022. »Die Vierte Gewalt« von den Autoren Welzer und Precht brachte es daher schnell auf Platz 1 der Spiegel-Bestsellerlisten. Bekannt wurde das Werk auch, weil sich Journalisten angegriffen fühlten. Dabei ist diese neue Empörungskultur (und wie sie entsteht) eine der Thesen des Buches.

Als ›Vierte Gewalt‹ wird landläufig die Kontrollfunktion der Medien eines demokratischen Landes bezeichnet. Mit den Anführungszeichen macht man deutlich, dass dies keine offizielle Bezeichnung der Gewaltenteilung in einem Staat ist. Genau daran knüpfen Harald Welzer und Richard David Precht an, indem sie dem Journalismus empirisch betrachtet ein Update empfehlen: zur mehr Ausgewogenheit, zu einer entschleunigten Diskussionskultur, statt der praktizierten hektischen Diskursverengung.

1. Die Vorgeschichte:

Die Aufreger:

Eine zentrale Aussage des Buches lautet, dass der Journalismus der Leitmedien über wesentliche Themen – Flüchtlingskrise, Pandemie, Lieferung schwerer Waffen an die Ukraine – nicht ausgewogen berichten. »Wie Mehrheitsmeinung gemacht wird, auch wenn sie keine ist«, lautet schon der Untertitel des Buches. Für einige Menschen, die darin eine Besudelung des gepriesenen deutschen Journalismus sehen, anscheinend eine Kampfansage. Welzer und Precht beschreiben den Vorgang als eine fast unbewusst ablaufende Veränderung, der besonders im Journalismus in Krisenzeiten (oder über Krisen) zutage tritt. Dazu liefern sie empirische Belege: Beeinflusst durch die immanente Urteilsschnelligkeit der Direktmedien – wie Twitter, Instagram oder Facebook – ist der klassische, auch leitmediale Journalismus enger an die Funktionsweise von Direktmedien herangerückt. Inwieweit man dabei von den Direktmedien sprechen kann, ist sicherlich Ansichtssache, unstrittig ist aber, dass die Macht des schnellen Urteils, die in soziale Medien fast in Echtzeit praktiziert wird, den klassischen Journalismus beeinflusst. Dadurch fehlt Zeit für eine entschleunigte, gesicherte Recherche, das Überprüfen von Sachverhalten, was wiederum zu einer Verengung des Diskurses führen kann. Von einer Meinung, die oft zitiert wird, wird nicht mehr so stark abgewichen. In den beschriebenen Fällen des deutschen Politik-Journalismus stellen die Autoren die Tendenz fest, dass die Regierungsmeinung öfter übernommen wird.

… einer barbarischen Reduzierung des demokratischen Handlungsraumes auf Freund-Feind-Logiken genauso wie mit der Rückkehr des manifesten Imperialismus …

Kritikern fiel anfangs der Begriff der (staatlichen) ›Gleichschaltung‹ ins Auge, der in der Verlagsankündigung anfangs zu lesen war. Vor Erscheinen des Buches, im September 2022, wurde der durch den prägnanteren Begriff der Selbstgleichschaltung bzw. Selbstanpassung ersetzt. Im Buch ist nicht die Rede davon, dass staatliche Akteure direkt in das Selbstverständnis des Journalismus eingreifen. Es ist eher das Gegenteil der Fall. Von einer Assoziierung mit dem NS-besetzen Begriff Gleichschaltung kann also im Kontext nicht die Rede sein. »Die Massenmedien in Deutschland sind keine Vollzugsorgane staatlicher Meinungsmache«, lautet die Aussage, sie seien »Vollzugsorgane ihrer eigenen Meinungsmache«, ist nun schon im Klappentext zu lesen. Und: Es gäbe in der leitmedialen Krisenberichterstattung einen »immer stärkerem Hang zum Einseitigen, Simplifizierenden, Moralisierenden, Empörenden und Diffamierenden.«

Der sogenannte Cursor-Journalismus ist der Ausdruck dafür, dass die Bandbreite der Meinungen sich an dem kleinen Umkreis eines durch Direktmedien gesetzten Cursors orientiert. Nach einer ›Cursorsetzung‹ durch Leit- und Direktmedien, orientieren sich schnell auch alle anderen [Leitmedien] an der Meinung. Die Folge: Die Mehrheitsmeinung wird nicht unbedingt proportional reflektiert, sondern die eigene oder in Krisensituationen auch oft die Regierungsmeinung. Das ist nichts unbedingt neues, doch durch den Druck der Direktmedien wird diese Handlungsweise forciert.
Welzer und Precht stellen besonders im Zusammenhang mit der als Fallbeispiel untersuchten Flüchtlingskrise von 2015/16 fest, dass oft gar nicht mit den unmittelbar betroffenen Akteuren (Flüchtlinge, Helfende), sondern meist über Bundespolitiker:innen und Berliner Politik berichtet wurde: Einer Art von reimen Hauptstadt-Journalismus, der vieles unter den Teppich kehrt.

Wir beschreiben in diesem Buch, wie sich die Praxis der Leitmedien über die letzten 20 Jahre verändert hat

Eine weitere These von Precht/Welzer lautet, dass der leitmediale Journalismus zu nah an den wichtigen Politikern, nicht an der Basis agiere. Es fehle sozusagen an der viel zitierten professionellen Distanz zu Hauptstadt-Politikerinnen und Politikern. Im schlimmsten Falle greifen Journalisten sogar in dem politischen Geschehen an, wie der direkt angesprochene Robin Alexander (Welt), der sich rühmte, ›durchgestochene‹ Informationen von einem CDU/CSU-Parteitag weitergegeben zu haben. Damit mache er auf aktivistische, anmaßende, kaum kontrollierte Weise selbst Politik, wodurch der Journalismus selbst massiv an Vertrauen und Glaubwürdigkeit verliere. Gleichzeitig plappere dieser Journalismus die Narrative der Politik nach und lasse sich von der Wut und der Erregung in den sozialen Medien anstecken.

Die ersten Reaktionen auf Die Vierte Gewalt kamen prompt, auch wenn man das Buch noch gar nicht oder kaum gelesen haben konnte. Direkt angesprochenen fühlten sich einige Journalisten der Leitmedien von Welt, Spiegel, Fokus und weitere Titel des Springer-Verlags. Es kam zu empörten Reaktionen und dazu, dass die Medienkritik des Buches als Angriff, als ‚gefährliche Erzählung‘ gewertet wurde. Bernhard Pörksen zum Beispiel titelt in der Zeit: „Was man aus falschen Thesen lernen kann“, dann folgt ein 4-Akter, der voll von Behauptungen und auch Diffamierungen ist. Pörksen ist Professor für Medienwissenschaften an der Uni Tübingen und wird im Buch erwähnt.

Alles ganz prechtig

In der ersten Reaktion erfolgte vielerseits der Versuch einer persönlichen Demontage der Autoren: Precht wird Qualifikation als Philosoph aberkannt ›selbsternannter Fernsehphilosoph‹, Harald Welzer wird Arroganz und ein »eitles Unvermögen« unterstellt. Die Kritik bleibt substanzlos und wirkt sehr persönlich. Bei der Verunglimpfung machen auch die Leitmedien selber mit oder bieten eine Plattform:

Die Zeit: »Es ist nun ein anderes Problem, dass ›öffentliche Intellektuelle‹ in diesem deutschen Jahr eher ein Synonym geworden sind für Menschen, die auf das Selbstbestimmungsrecht osteuropäischer Völker pfeifen und aus German Atomangst, geopolitischer Besserwisserei und einem missverstandenen Antibellizismus Putin-Quatsch mit Soße zusammenrühren«.

Oder schon vorher: »Menschen, die nicht darauf klarkommen, wenn Virologinnen mehr zur Lage zu sagen haben als Sozialwissenschaftler, und sich dann als libertäre Bedenkenträger inszenieren, während medizinischer Notstand herrscht. Das hat aber nichts mit Ausbildung und Titeln zu tun, sondern mit Eitelkeit und dem Unvermögen, einfach mal den Schnabel zu halten.« (Die Zeit, Alles ganz prechtig von Joannes Schneider 8.10.22)

Oder weiter:

»… in der Frage des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine paradigmatisch Positionen des Querfrontspektrums zu bedienen weiß. Putin-Versteher und Kriegsschuldrelativierer durften sich jedenfalls bestätigt fühlen, als Guérot bei Lanz ausführte, dass ›der Schlüssel‹ für die Lösung des Problems in Amerika liegt, […] weil es doch Putin zentral darum geht, Sicherheitsgarantien zu bekommen. Die Leugnung, dass Wladimir Putins Tun offensichtlich einer imperialistischen Vernichtungsideologie folgt,
[Eine Stimme des Postfaktischen, Die Zeit, Ulrike Guérot]

Es sind eine Reihe von persönlichen Ressentiments, die die Autoren schon vor Veröffentlichung ihrer Schrift erleiden mussten. Dabei waren Welzer und Precht bis gerade eben noch Personen aus der Mitte der Gesellschaft – bis sie die Unverfrorenheit besaßen, eine Medienkritik zu formulieren, die auf empirische Beobachtungen basiert. Beide sind teils Medienschaffende, aber auch Wissenschaftler mit hoher Medienpräsenz, die wissen, worüber sie reden.

Precht und Welzer seien Nestbeschmutzer, die eine Meinung haben, die ‚gar nicht geht‘. Das wurde besonders auch an dem Punkt deutlich, in dem sich Precht und Welzer als Erstunterzeichner des (ersten) Offenen Briefes an Bundeskanzler Olaf Scholz outeten. Genauso wie Alice Schwarzer, Julie Zeh, Martin Walser, Svenja Flaßpöhler etc. gerieten sie in die Kritik, weil sie Bellizismus, das Durchsetzen von Politik mit Waffengewalt, im Falle der Beteiligung am Ukraine-Konflikt ablehnen. Besonders auch in Talkshows der Öffentlich-Rechtlichen Medien in Deutschland schlug ihnen diese ablehnende Meinung trotz mittlerweile 400.000 Unterzeichnern des Briefes entgegen. Eine weitere Kernthese lautet, wie der Untertitel des Buches, dass die Meinung in den Medien nicht der Mehrheitsmeinung der Bevölkerung entspricht, was mittlerweile als bewiesen gilt. Den Unterzeichnerinnen des Briefes schlug aber viel Ablehnung, Aggression bis hin zu Gewaltandrohung entgegen.

Hessenschau: Precht & Welzer bei Daniel Bouhs zur Frankfurter Buchmesse

2. Worum es geht

Das im September erschienene Buch »Die Vierte Gewalt« ist in erster Linie eine dezidierte Medienkritik, die sich auf wissenschaftliche Erkenntnisse der Corona-Krise, der Flüchtlings-Krise und in Ansätzen auf den Ukraine-Krieg stützt. In vorderster Reihe stehen Thesen zu der verändernden Macht der Direktmedien, wie Social-Media, Facebook, Twitter und anderen Text und Bildlastige Portalen. Diese schaffen den Druck in Echtzeit (oft: an nicht überprüfte) Behauptungen anzuknüpfen. Insbesondere haben die Autoren den Dienst Twitter im Visier, durch dessen Möglichkeiten oft Einfluss genommen wird.

Herausragendes Beispiel sind für mich die Vorgänge in der Flüchtlings-Krise 2015/16 (›Wir schaffen das!‹), um die Ereignisse der bekannt gewordenen Silvesternacht auf der Kölner Domplatte. Dieses Ereignis wird allgemein als Wendepunkt in der Flüchtlingspolitik gesehen. Die Beschreibung der Autoren geht dahin, dass sie beweisen können, dass viele unüberprüfte Ereignisse zu einer kippenden Stimmung führten, die durch Twitter übermittelt wurden und (ungeprüft) von vielen Rezipienten, aber eben auch Multiplikatoren der Meinungsführer-Medien übernommen wurden. Das alles passierte so schnell, dass es die Wirklichkeit veränderte. An die 600 Anzeigen, wegen Übergriffen, teils sexuell, durch die vermeintlichen frisch eingereisten Asylbewerber, die in ausgelassener Stimmung feierten, sollen schuld gewesen sein. Eine nachträgliche Evaluation würde zumindest ein anderes Bild abgeben. Das sei aber egal, denn durch das Antizipieren von Journalisten und Polizei Tatsachen geschaffen wurden. An dieser Stelle also ein Plädoyer für den langsamen, überprüften und entschleunigten Journalismus, gegen vorschnelle Twitter-Abstimmungen.

Eine weitere wichtige These ist die der Diskursverengung, der gegenseitigen Beeinflussung wegen einer zu großen Nähe von Journalismus zur Politik, besonders auf Bundesebene.

Häme und persönliche Betroffenheit

Kurzum, es hatte auch Nachteile, so im Rampenlicht zu stehen, wie die beiden Autoren. Häme und persönliche Betroffenheit, besonders bei Positionen zum Ukraine-Krieg, merkt man den beiden an. Sie wurden von Lanz, Maischberger, Botschafter Melnyk, etc. abseits von gängigen Kommunikationsregeln in die Mangel genommen, teils beleidigt oder als ‚umstritten‘ abgestempelt. Sodass sie eine gewisse persönliche Betroffenheit in ihren Erklärungen zum Buch nicht verheimlichen können. Das spricht mehr für Publizisten, als für Wissenschaftler, ist aber im wahrsten Sinne des Wortes ein ‚Nebenkriegsschauplatz‘.

Eklatant ist gerade bei der ‚Kriegsberichterstattung‘ der Leit- und Qualitätsmedien der Verlust an Multi-Perspektive oder der Willen zu einer Einigung durch Verhandlungen zu kommen. Die Autoren kritisieren in diesem Zusammenhang die punktuelle Verweigerung einer Dialektik, die ja nur zu einer Synthese kommen kann, wenn beide, These und Antithese vorhanden sind.

These: Direktmedien wie Twitter erzeugen eine Erregungskultur mit großer Einhelligkeit: Der Cursor-Journalismus ist eine Folge davon.

Unser Buch ist keine Kampfschrift

3. Hegemoniale Erzählung

Voraussetzung für die Diskursverengung ist oft die Einführung eines Gut-Böse-Schemas, wie es z. B. gerne auch bei ‚Lanz‘-Shows in Ukraine-Fragen eingeführt wurde. Das ist argumentativ hilfreich bei Verunsicherungen, auf die man keine einfachen Antworten oder Informations- und Komplexitäts-Defizite hat und eignet sich daher als binäres System hervorragend.

Wenn dann bei der Besetzung von Talkshows mit dem Thema Ukraine-Krieg immer wieder der Welt-Redaktion-Vize Robin Alexander oder die amerikanische Anne Appelbaum auftauchen, geht es oft um inquisitorisches Fragen, bei denen sich die Fragestellenden sich selber nicht beschmutzen. Durch den Druck (und die Einhelligkeit) der Leitmedien wurden so im Kasus Ukraine-Krieg vor allem führende Politiker zu einem öffentlichen ‚Schuldeingeständnis‘ genötigt. Zusammen mit Springer-Chef Döpfner & Co gelingt so den Akteuren, die öffentliche Inszenierung von Fremdschämen meistens perfekt. Während Steinmeier erfolgreich genötigt und diffamiert wurde (auch von Botschafter Melnyk), bekennen sich Springer Reporter zu den ‚Guten‘. Neuerdings ist die Meinungsvielfalt auch im öffentlich-rechtlichen Qualitätsmedien enorm wenig weit gefächert in Fragen, in den es um ein westliches Meinungsbild geht. Mein Eindruck ist auch, dass Redaktionsstatute (Unternehmensgrundsätze) z. B. die Gebote des Springer Verlags, wie die grundsätzliche Solidarität mit den USA, hier in die Argumentationen der amtierenden Medien hineinspielen.

Durch die Besetzung von Talkshows (Welzer Beispiel: Ukraine-Talk) bei denen ein Gegner der »schweren Waffen Lieferungen« gegen 3–4 Befürworter anzutreten hat, entsteht seitens der Talkshow-Mehrheit eine ‚hegemoniale Erzählung‘, die impliziert eine Öffentlichkeit abzubilden, die nicht den Umfragewerten zum Thema entspricht und dadurch zu einem Vertrauensverlust in die Medien selbst führt.

Haben sich viele der Leitmedien hier verrannt?

Obwohl die Leitmedien selbst dabei waren, als z. B. die Gas-Abhängigkeiten geschlossen wurden, thematisieren sie ihre Rolle als Mittäter oder Mitwisser seinerzeit nicht. Was Welzer und Precht zu dem Satz »Die Kritiker der Elche, waren selbst selber welche«, hinreißen lässt. Auch schließen sich die Leit- und Qualitätsmedien angesichts von Krisen immer öfter der Regierungsmeinung an.
Schränkt sich die ‚Vierte Gewalt‘ durch Selbstanpassung freiwillig in ihrem Wächteramt über die Demokratie-Gepflogenheiten ein? Übt sie ihre ausgewogenen Informations- und Integrationsfunktionen nicht mehr richtig aus? Lässt sie durchgehen, wenn Meinungen monopolisiert, Meinungspluralismus verhindert werden? Welzer und Precht betonen im Buch immer wieder, dass es sich hier um eine selbst gewollte Einengung handelt, nicht um eine staatlich auferlegte.

Die Kritik am Buch durch Betroffene zeigt, dass die Autoren mit ihren Thesen den Nagel auf den Kopf getroffen haben. Das Ranking in der (Spiegel-)Bestsellerliste auch. Kritik sollte sachlich bleiben. Und Irren in Details ist menschlich. Beide sind lernfähig und gegenüber fundierter Kritik aufgeschlossen. Das zeigt sich, wie anfangs erwähnt, in der Korrektur des Gleichschaltungs-Begriffes.

Halten wir fest: Es ist nicht Aufgabe der Medien, jemanden ein Bekenntnis abzunötigen, es ist nicht Aufgabe der Medien, in der Politik selbst als Akteur direkt oder indirekt tätig zu werden. Die Autoren vertreten einen unangepassten, investigativen Journalismusstil. Besonders in Krisenzeiten zeigt sich, wie stabil und ausgewogen so ein Journalismus ist, was er zulässt oder was er (unzulässig) prä-judiziert. Kommentar, Meinung, nicht nachprüfbare Tatsachen-Behauptungen müssen als solche kenntlich gemacht werden – das lernt jede und jeder Journalist. In Krisenzeiten geht das, besonders, wie die vorauseilende Kriegsbericht-Erstattung zeigt, teils unkenntlich durcheinander.

Gerade wenn Leitmedien sich mit der Geschwindigkeit der Echtzeit-Bereichterstattung der Direktmedien messen, sollten sie beachten, dass ihre Stärke nicht die Schnelligkeit, sondern die echte Recherche ist. Direktmedien unterliegen keiner Qualitätskontrolle und so sollten Qualitätsmedien, nur weil sich Reichweitensteigerungen erwarten lassen, wenn man mit dem vermeintlichen Mainstream schreibt, nicht vorschnell Positionen übernehmen. An welchen Stellen es genau hakt, benennen Precht und Welzer in ihrem verdient populärem Buch.

Man muss aber auch sagen, dass die Kritik an dem Buch nach einiger Zeit differenzierter geworden ist, hauptsächlich wohl deshalb, weil die späteren Rezensentinnen und Rezensenten es auch gelesen haben

WEr hatte das Buch überhaupt vorher gelsen? Welzer & Precht bei Lanz am 29.9.22

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