Edel Enduro Test(-Blog): Husqvarna 701 anno 2018

Soundcheck Husqvarna 701 Enduro mit Akrapovic

Weissagungen für die 701 Zukunft 

701 im Blätterwald
701 im Blätterwald

 

Der Test ist nun zu Ende! Blogbeitrag, chronologisch von unten nach oben lesen!

Auch der 2019er Jahrgang der 701 Enduro wird sehr nah am aktuellen Standard bleiben. Elektronische Nachrüstungen wir Traktionskontrolle, Motorschleppmomentregelung und Kurven ABS bleiben nun erstmal wieder den neuen KTM 690 Enduro/SMC vorbehalten. 2020 ist mit größeren Updates auch bei der 701 Enduro zu rechnen. Wünschen würden wir uns vor allem eine konfigurierbare Traktionskontrolle, um Fahrten bei Regen mit Stollenreifen sicherer zu gestalten. Es dürfte klar sein, das ein 145 kg Motorrad mit 74 PS eine ordentliche Radierwirkung entfalten kann.

Die 701 ist nicht gerade ein Sonderangebot, doch wer sie besitzt, kann sich ihres steten Wertes gewiss sein. Fast 10.000€ werden für sie im Serientrim aufgerufen, mit Zubehör oder Reiseausstattung liegt man schnell über 11T Euro. Der Gebrauchtmarkt bietet aber fast nur Fahrzeuge um 8000 Euro [2018], nur die ersten Modelle mit mehr Kilometerleistung werden um 7000 gehandelt. Während sich die neue KTM 690 zu einem mehr reisetauglichen Allrounder mausern wird, kann man bei der 701 weiterhin auf ihre sportlichen Seiten wetten. Doch so weit liegen beide nicht auseinander. Der geniale Einzylinder eint beide.

Vorläufiges Fazit

 

  • Hoher Preis, (aber auch wertstabil), Grundausstattung leidlich vollständig
  • Kühlerlüfter springt schon bei 20°C öfter an 
  • Lichthupe und Drehzahlmesser fehlen, Spiegel mit Armaturen vergossen
  • Offroad ABS nur mit Dongle, keine Traktionskontrolle ('Reifenradierer')
  • Geschmackssache: Position des Zündschlosses, hakeliger Tankverschluss (und Position)
  • Nur über stabile Kofferträger reisetaugliche Gepäckunterbringuns­möglichkeiten am Heck
  • Auf serienmäßige Mappings (Map-Select: gedrosselte Leistung, schlechter Sprit, etc.) muss man ab 2017 verzichten

 

  • Bester Hochleistungs-Einzylinder ever, überragende Fahrleistung und Traktion
  • Leichtbau Enduro, die vielfältig taugt: Sport-Wald und Wiesen-Reise Enduro?
  • Fahrwerk: komplett einstellbar, lange Federwege
  • Top-Handling, aber auch guter Geradeauslauf
  • Akzeptabel verbesserter Lenkeinschlag gegenüber alten KTM 690 Modellen
  • Top Brembo Bremsen mit 5 mm dicken Scheiben
  • Kurzhub-Motor (ab 2017 mit 2. Ausgleichswelle) laufruhig und kaum 'abwürgbar'
  • Besonders empfehlenswert, ab Bj. 2017, mit neuem Zylinderkopf und 74 PS

 

 

Noch mal ins Gelände

 28.11.2018

Noch einmal ins Gelände: Testfahrer 2 sagt, der Motor erinnere ihn an einen Motocross-Motor, einem der leicht und ungehindert hochdreht. Tatsächlich fliegt die Erde nur so hoch hinter ihm und man hört, das die 701 zur Motorschonung auch einen Begrenzer hat. Was mehrere Testfahrer unabhängig voneinander sagen ist, das dieser Motor viel viel besser ist, als der erste KTM 690er Motor bevor 2016 das Update in der Super Duke 690 kam. 


An der WP Gabel gibt es vor allem einfache Einstellungsmöglichkeiten (Druck- und Zugstufe jeweils für beide Holme mit einem Einsteller). Das Federbein ließen wir unangetastet, weil es einfach passte. Zur Not gibt es ja noch den Preload-Adjuster, um grobe Fahrwerkseinstellungen zu bewerkstelligen.

 

Im Zubehör findet man übrigens noch einen auswaschbaren Luftfilter im Austausch zum originalen Papierfilter, um das Motorrad noch Geländetauglicher zu machen. Im lockeren Gelände empfiehlt es sich, das ABS auszuschalten, weil es sonst besonders am Hinterrad zu zu langen Bremswegen kommt.

 

Die Verschnaufpause lässt Zeit, noch einige Komponenten der 701 zu besprechen: hier wurde an nichts gespart: Magura Armaturen, White Power, DID ExcelDirtStar Felgen - das ist alles vom Feinsten. Der Akrapovic Auspuff gefällt auch durch dezenten, druckvollen Sound (nicht zu laut) und geringem Gewicht. Brembo Bremsen: Vorne naturgemäß nicht so griffig, wie bei der Supermoto Version, aber absolut okay.

 

701 Geläuf: die Landstraße

701 Geläuf: die Landstraße
Martin vom 'Tante Emma Laden' Augusthausen

 

Immer wieder fasziniert der Motor. Zwischen 90 und 120 km/h legt er eine schon Wankelmotor-artige Laufruhe an den Tag. Vibrationen sind kaum zu spüren, nur gelegentlich im Rückspiegel zu bemerken. hören kann man auch ein leichtes pfeifen der Steuer- oder Ausgleichswellenkette. Noch ein Phänomen: Den Motor kann man kaum abwürgen, selbst wenn man mit Bremse im ersten Gang ohne Kupplung fährt. Die Abstimmung ist für Enduro, Landstraße und Autobahn perfekt, die fehlenden Mappings (Map-Select Schalter der Vorjahrgänge KTM, nur an SM 701 vorhanden) werden nicht vermisst. Grundsätzlich fielen die auch weg, es gibt nur bei Tunningmöglichkeiten die Option, einen Mapping- oder Zündkurvenschalter am Lenker anzubringen. Zu Akrapovic Auspuffen werden entsprechende Mappings mitgeliefert, meist (immer?) ohne ABE.

Für den Antrieb samt Kettentrum, Ruckdämpfer und Antihopping Kupplung gibt es nur ein Adjektiv: kultiviert. Auch, wenn die ersten Kolbenschläge bei Kaltstart etwas metallisch klingen (hier spürt man wenigstens am Anfang den Hochleistungsmotor), der 701 Motor ist im 6. Gang ab ca. 55 km/h fahrbar (Drehzahl: unbekannt) und wie gesagt, untenrum im ersten Gang kaum abzuwürgen. Auch gut gelöst ist der Wendekreis von ca. 3,5 m, Trotz 49er USD Gabel: das reicht für die kleinste Landstraße. 

 

Die letzte Ausfahrt bei Minusgraden führte um Bückeberge und Deister herum, der Test und der milde Herbst 2018 gehen langsam dem Ende entgegen.

 


Obernkirchener Marktplatz, BEVOR der Weihnachtsmarkt aufgebaut wird

 

Knick-Knäck - Schlüssel ab!

Ein Problem liegt vor
Ein Problem liegt vor
21.11.2018

Die Odyssee mit dem Schlüssel: als hätte ich es geahnt: 0°C, Schneegegriesel, kalte Hände, sprödes Material. An der Tankstelle: Der Tank muss doch aufgehen! Ich stecke den (Zadi-)Zündschüssel der Husqvarna in das schwergängige Tankschloss. Eine Sekunde später dreht das Handgelenk ins Leere und der Schlüssel ist ab. 

 

Was hilft's, nach Hause schieben, Kind abholen, das sich stolz auf der Husky schieben lässt, interessierte Blicke von Passanten. Telefonieren, dann aber die Idee, selbst tätig zu werden: Mit dem Uhrmacher-Schraubendreher und der Spitzzange ist die Schlüsselspitze schnell aus dem Schloss gefummelt. Gedanken, an meinen Artikel über Ersatz-Zündschlüssel lassen kein gutes Gefühl aufkommen. Hat die 701 einen Transponder, gar eine Wegfahrsperre? Wird mir jemand schnell genug einen Ersatzschlüssel machen können? Ich gehe zum Schlüsseldienst meines Vertrauenes (38 Jahre Berufserfahrung, Laden bis unter die Decke voller Schlüssel-Rohlinge). Der Mann schaut sich das Schlüssel-Patchwork genau an, greift in seinen Fundus und 30 Sekunden später ist ein Schlüssel fertig. Ich solle 'mit Gefühl' probieren, denn der neue Schlüssel ist etwas länger.

 

Was soll ich sagen: es passt! Die 701 ist wieder manövrierfähig und ich gönne dem Tankschloss erstmal eine Spritze voll Silikonöl.

 

Was bleibt ist die Erkenntnis, das die 701 keine Wegfahrsperre hat, das man aber rechtzeitiger auf sein Gefühl hören sollte, wenn ein Schloss schwergängig ist. Von der Firma Zadi habe ich kein gutes Bild, da gab es schon mal an einer BMW XChallenge Probleme. Ich bin froh, das es weitergeht! (Nach zwei Tagen war ein neuer Schlüssel seitens Husqvarna da. Dankeschön!

 

 

 

Unterwegs bei herbstlichen Wetter

701 herbstlich
701 herbstlich
 19.11.2018

Eine Tour bei Temperaturen um den Gefrierpunkt lassen die Frage nach Heizgriffen aufkommen. Mit den serienmäßigen Griffschalen klappt es allerdings auch noch ganz gut. Es geht auf sandigen Waldwegen ins Wendland mit der 701. Das Fahrwerk spielt dabei mal wieder alle Trümpfe aus, sehr neutral verhält sich dabei auch die Full Cartridge Gabel, die zielgenau ihren Weg findet. Spurrinnen und sandige Abschnitte beeindrucken kaum, selbst im Sitzen geht es hier mit leichtem Reisegepäck sehr unprätentiös mittendurch. Gibt es mal 'ein Problem' ist der Motor jederzeit in der Lage das Vorderrad zu entlasten.

 

Bei 220 km wird jewels getankt, auch wenn der Sprit noch etwas länger reichen würde. Der hakelige Tankdeckel (komplett aus Kunststoff), der Zentral oben im Kotflügel sitzt, führt regelmäßig zu dem Gefühl, der Zündschlüssel könnte abbrechen. Sitzt man erstmal wieder im (harten) Sattel, starte mit dem Motor gleich wieder die Vorfreude auf das überlegene Fahrgefühl, das der kultivierte 701 Motor ausstrahlt. Auf der Autobahn-Rückreise kann man merken, das er auch dort gut funktioniert, durch Laufruhe glänzt und auch zwischen 130 und 160 km/h (nur testweise) noch richtig gut im Futter steht. 190 km/h ginge auch, möchten Einzylinder-Piloten ihrem Aggregat nicht wirklich längere Strecken zumuten. Bekannt ist auch, das ältere 690er Motoren-Jahrgänge sich dann gerne mal ein Schlückchen Motoröl genehmigen. Das konnten wir bisher bei dem 701er nicht feststellen. Überhaupt investiert Husqvarna viel Vertrauen in den Motor, was sich in den  relativ langen Inspektionsintervallen manifestiert. Motorschäden kommen normal häufig vor, oft sind Fehler im Ölkreislauf oder ein undichter Luftfilterkasten (bei Geländebetrieb) mit Schuld. Bescheinigen muss man dem 701 Antrieb in jedem Fall eine hohe Standfestigkeit und einen gelungenen Spagat zwischen Sportlichkeit und Alltagstauglichkeit.

 

Wichtige Modellpflege-Maßnahmen der 701 (LC4 690 Motor):

♦ Verbesserter Lenkeinschlag gegenüber 690 (vor 2011)
♦ Seit 2014 (KTM 690): Ride-By-Wire, Doppelzündung, ABS
♦ Inspektionsintervalle seit 2012: 10.000 km
♦ Full-Cartridge Gabel erst an der 701
♦ Unicam-Zylinderkopf mit zweiter Ausgleichswelle anstatt Auslass-Nockenwelle seit 2017 (2016 schon in der KTM 690 Duke R)
♦ Seit 2017: Der Mappingschalter (Bedienungsanleitung: Map-Select Schalter) entfällt
♦ Mit ABS Dongle: Offroad ABS (nur Vorderrad) möglich

 

 

Praktische Hinweise: Die Reserveleuchte leuchtet wenn ein Spritvolumen von 2,5 l erreicht ist. 50 km kommt man dann noch... Getankt wird Superbenzin, E 10 ist möglich, wenn es auch nicht empfohlen wird. Aussteigen würde der hochverdichtete Motor bei  Methanol Kraftstoffen, wie M85, das manchmal angeboten wird. Als Motoröl empfiehlt Husqvarna esterhaltige Synthetik-Öle von BelRay. Wer mehr Tankvolumen braucht, hat an der 701 mehrere Möglichkeiten. Viele Lösungen von der KTM 690 passen, Touratech hat einiges im Angebot oder es gibt Zubehör-Zusatztanks deren Einbau oft auf eine Verkleinerung des Luftfilterkasten herausläuft. Hier ein Beispiel für den 6 Liter Zusatztank für die 701 (ohne ABE).

 

Endurofahren & Reisen

 

Es ist immer wieder erstaunlich, wie sich so ein Einzylinder mit über 70 PS bewegen lässt. Erstaunlicherweise ist die 701 auch unten rum gar nicht so, wie man bei einem an Schwungmasse armer Hochleistungs-Einzylinder erwarten würde. Grund dafür ist die hardwaremäßige Änderung von Bohrung und Hub sowie im Vergleich zu den ersten KTM 690 Modellen veränderte Zylinderkopfbauweise. Trotz 4,5 mm kürzereren Hub und 3,0 mm größerer Bohrung ist die 701 elastischer geworden, als ihre Vorgänger bei den Orangenen es je waren. Dazu kommt die zweite Ausgleichswelle, deren Platz im Zylinderkopf geschaffen nach Vorbild von Hondas Unicam-Ventilsteuerung geschaffen wurde. Eine außermittig platzierte Nockenwelle betätigt die Einlassventile direkt und die Auslassventile über einen Gabelkipphebel- das ist kompakt, hält den Zylinderkopf flach und bringt ordentlich Leistung.

Vieles geht im Gelände und auf der Piste einfacher, wenn die Leistung so einsetzt wie bei der 701. Vorderrad hochheben? Ein Gasstoß. Auch das Fahrwerk steckt beim Wald- und Wiesen Enduro alles erdenkliche weg. Die 701 hat auch Wettbewerbs-Gene und trotzdem lange Wartungsintervalle (10.000 km).

 

Schlichtweg mehr Laufkultur bescheinigte schon die MOTORRAD dem aktuellen Husqvarna 701 (oder Duke-) Motor bei erscheinen anno 2014. Man könnte auch sagen, der 2018er 701 ist der Beste 690er Motor aller Zeiten. Besonders gefallen auch die geringen Lastwechselreaktionen. Das Zusammenspiel aus Motorsteuerung, Kettentrieb mit Ruckdämpfern im Hinterrad und gutem Fahrwerk führt zu einer fast untypischen Enduro-Gangart. Andererseits dreht der Motor, scheinbar ohne Loch und Limit hoch bis über 190 Stundenkilometer. Auch Schalten ohne Kupplung, wir greifen dem geplanten (und modischen) Quickshifter mal vor, verdaut das Getriebe ohne Murren.

Der 'alte' 690er LC4 Motor sah am Zylinderkopf noch deutlich anders aus und ging etwas ruppiger an die Arbeit:

Weitere Details, siehe auch obenstehende Foto-Galerie: Wave-Brembo-Scheibenbremsen vorne und unten (Schwimmsattel) mit abschaltbaren ABS (dann erlischt die ABE im Straßenverkehr!), LED Blinker und Rücklicht (Blinker leider nicht dicht), Alu Motorschutz mit Gummi Aufpralldämpfern, Gefräste Deckel für Bremsflüssigkeit (Zubehör), Acrapovic Sportauspuff (leise, aber leicht), Ordentliche Kettenführung und Abschraubbare Alu Soziusrasten, schwergängiger Tankdeckel an ungünstiger Position (für reisewillige), H4 Klarglasscheinwerfer mit guter Lichtausbeute (brennt leider immer, wenn Zündung an), Schaltereinheit links (ohne Lichthupe). Noch ein Hinweis: das Bordwerkzeug befindet sich unter der linken 'Tankatrappen-Verkleidung', also vorne.

 


Husqvarna-Kolben für die ∅105er Bohrung (hub: 85 mm)

 

Fahrwerkseinstellung und Bodywork 701

Es werde Licht
Es werde Licht
13.11.2018

 

DerOriginal Zubehör Seitentaschenträger (271€) ist sehr üppig dimensioniert und eignet sich vorerst nur für Koffer mit Dreipunkt-Aufnahme. Die einfachen Seitentaschen (mit wasserdichtem innen Sack, 271€) sind aber für die große Tour nicht unbedingt belastbar. Alternativ gibt es da ein weiteres Anbauset für Softtaschen (407€ mi Träger). Ansonsten muss man für die große Tour den erweiterten Zubehörhandel bemühen, Softbags gibt es bei Enduristan, Koffer auch bei Touratech und anderen, wie Givi oder Batanga.

 

 

Fahrwerk

Neben Gitterrohrrahmen und Poyamid Heckrahmen samt Tank sogt auch die 3,9 kg leichte Schwinge und die 4CS Closed-Cartridge-Federgabel (275 mm Federweg) von White Power für excellenten Komfort. Sie hat beide Einsteller oben, so das bequem abgestimmt werden kann. Hinten kommt ein WP Federbein ähnlicher Güte samt Umlenkhebeln zum Einsatz. Dabei wird auch ein 'Preload-Adjuster' verbaut, der diese Arbeit ohne Hakenschlüssel oder ohne Federbeinausbau möglich macht.

 

Das Fahrwerk sollte auf Fahrer(in) bzw. auch den Reifen abgestimmt werden. Bei den langen Federwegen und zu lascher Zugstufe gäbe es sonst unangenehme Ausrutscher, besonders mit dem nicht sehr nässefesten Conti TKC 80. Der ist gut im Gelände (auch, wenn es matschig wird), ist aber aufgrund des Alters seiner Gummimischung für Fahrten bei Regen nicht sonderlich empfehlenswert.

 

Neben dem spartanisch anmutenden schmalen Cockpit-Instrument (fehlen tut tatsächlich nur ein Drehzahlmesser) vermisst man auch den Mappingschalter am Lenker. Wir vermuten, dass der im Modelljahr 2019 nicht nur bei KTM 690 nachgerüstet wird, sondern auch bei Husqvarna. Bisher befindet sich der Einsteller unter der Sitzbank. Dort geht es übrigens rallyemäßig aufgeräumt zu. Die AGM-Batterie sitzt im Edelstahlgehäuse, die Blackbox und die Steckerverbindungen haben hohen automotiven Standard.

 

Erfreulich auch das gute Licht, das trotz betagter H4 Lampe recht hell und gleichmäßig Kegelförmig aus dem Klarglasscheinwerfer herausflammt. Klar, das man aufgrund der langen Federwege beim starken Bremsen mal schnell auf Fernlicht umschalten sollte, weil sonst ein Blindflug anstünde.

 

Konzeptvergleich 690-701

Päuschen im Harz
Päuschen im Harz
12.11.2018

Solange noch noch Blätter an den Bäumen hängen, bewegen wir die 701 lieber. Doch hier noch einige Anmerkungen: Vom Motor her ist KTM/Husqvarna seit langer Zeit unangefochtene Spitze im Einzylinderreigen. Trotz 74 PS ist die Fahrbarkeit gut und daran ist auch die Technik des Einlassresonators mit beteiligt,der den Einlassdruck der angesaugten Luft bei Teillast reguliert. Beim neuen KTM 690 Modell ist deren noch mehr an Bord. Zum Beispiel eine Motorschleppmoment Reglung, die die serienmäßige Antihoppingkupplung in kritischen Situationen (Runterschalten bei Glätte) weiter unterstützt und das Fahrwerk ruhig hält.

 

Gespannt darf man sein, wie KTM und Husqvarna die Fortentwicklung beider Modelle, die ja die gleiche Basis haben, vorantreiben wird. Nur eines vorweg, Sonderangebote muss man beim Technologieführer vorerst nicht erwarten. Die Preise der 701 Enduro liegen derzeit um 10.000 und könnten 2019 noch weiter ansteigen.


Mehr elektronische Assistenz, kürzere Federwege, beste Gewichts- und Leistungsdaten: KTM 690 2019

 

Die 701 ist wegen der neuen 690er nicht in die Tage gekommen. Optional werden dort Zubehörangebote erfolgen, sie wird auch weiterhin die sportlichere Variante bleiben, während die KTM vielleicht noch mehr auf Alltags- und Reiseeignung abzielt.

 

Grund für die tollen Daten bei den 690er / 701er sind der leichte Gitterrohrrahmen und das Heck, mit selbsttragenden Tank, das ohne Metallverstärkung auskommt. Am Motor sind es eine Reihe von Details, die ihn zu einem Hochleistungsaggregat für Straße und Gelände machen, ohne eine zu kurze Haltbarkeit aufzuweisen, wie es bei reinen Sportenduros und Crossern der Fall ist. Kompakter Motorbau, leichter Kolben und fortschrittliche Einspritztechnik in den Kipp-Schlepphebel-Zylinderkopf mit Ausgleichswelle und stabiler Zahnkette sind zwar nicht ganz billig, aber bringen seit 2008, dem Jahr der Vorstellung der ersten KTM 690 (mit damals 49 kW/138 kg). Mattighofen realisiert das alles auch ohne Probleme oder Leistungseinbußen in EURO 4. EURO 5 lässt noch bis 2020 auf sich warten.

Mattighofen nun mit Husky 701 und KTM 690 Enduro R am Start

Avanti HQV 701!
Avanti HQV 701!
08.11.2018

Die 701 Enduro ist zum Test eingetroffen. Erste Reisen gingen in den Kyffhäuser Kreis und in die Mittelgebirge rund um Hannover. Zeitgleich wurde auf der EICMA in Mailand nach kurzer Abstinenz wieder eine KTM 690 ENDURO R vorgestellt. Ihre Werte liegen nah beieinander: Federwege schrumpften auf 250 mm und damit auch die Sitzhöhe. Elektronisch wurde aufgerüstet: Motorschleppmomentreglung, Traktionskontrolle MTC und Quickshifter sind neben Fahrmodi (am Lenker einstellbar) nur ein paar der Veränderungen. Die 701 hat außer ABS und Fahrmodi diese elektronischen Goodys nicht, fährt aber auch wunderbar - sportlich!
Ausgestattet ist sie mit einem robusten original Kofferträger und zwei kleinen Softboxen. Wetterschutz gibt es nicht, aber das wäre für eine sportliche Enduro auch etwas zu viel des Guten. Als gut passend erweist sich auch der GIVI GRT705 20-Liter Tankrucksack.

 

Kommentare zum Test

Kommentar von Svendura | 13.11.2018

Ein tolles Motorrad! Könnt ihr bitte eine Verbrauchsmessung einfließen lassen nach der Maßgabe: "wenn ich konstant skandinavisch 90 fahre"? Der Verbrauch ist mir deshalb so wichtig, weil die blöde Lage des Tankverschlusses unter der Gepäckrolle *flache Hand an die Stirn klatsch* mich so selten wie möglich an die Tanke fahren lassen will. Sonst finde ich die Husky nämlich super zum Endurowandern.

Antwort von Markus Golletz

Hallo Svendura,

ja, leider etwas blöde, das der Tankdeckel noch da oben sitzt. Er hat nur ein neues Design erhalten. Wenn er etwas seitlich sitzen würde, wie bei der 800er/650er GS wäre es super. 
Husqvarna preist den Verbrauch als sparsam an. Tatsächlich ist er das auch, wenn man die Leistungsausbeute dazurechnet. Aber es ist wie bei vielen aktuellen Einzylindern: 4 Liter sind möglich, meist sind es um die 4,5 und die Autobahn-Eskapaden treiben ihn etwas in die Höhe. Bei 13 Liter Tankvolumen sind also 288 km, sprich 250 km-Etappen möglich. Eine Warnleuchte gibt es auch.

Markus

Kommentar von Svendura | 14.11.2018

Danke Markus. 250 km Etappen bedeuten, dass ich bloß einmal am Tag mein Gepäck an der Tanke abbauen müsste. Das ist durchaus noch akzeptabel.
Ja, ein seitlicher Tankverschluss wie einst bei der BMW 800GS wäre klasse.

Kommentar von Svendura | 22.11.2018

Puh, das ist ja noch mal gut gegangen mit dem abgebrochenen Schlüssel. Meine Güte. Ich hab auf jeder Tour einen Ersatzschlüssel mit, aber eben nur auf Touren, nicht in Kiel. Nützt aber auch nix, wenn das Zündschloss kaputt ist. Hmpf...
Aber schieben lässt sie sich sicher ganz gut, schlank und leicht wie sie ist.

Kommentar von Svendura | 27.11.2018

Bei mir war es tatsächlich die Lage des Tankverschlusses, die den Kauf von vornherein ausgeschlossen hat. Sonst wäre das genau MEINE Reiseenduro. Ein schöneres Instrument mit Drehzahlmesser wäre nett, aber darauf hätte ich noch am ehesten verzichtet. Schade, dass es den Ingenieuren nicht gelungen ist, den Tankverschluss hinten SEITLICH herauszuführen. Aber vermutlich hätte das zuviel Volumen gekostet.
Dennoch: Die behalte ich im Auge. Eine Adventureversion wäre toll, aber das werden sie wohl nicht machen, um die 790er Adventure von KTM nicht zu kanibalisieren.

Antwort von Markus Golletz

Hallo Svendura,

Das mit den Tankverschluss ist ärgerlich, wird sich wohl aber nicht so schnell ändern. Ehe ich jetzt aber in den tragenden Hecktank ein Loch für einen alternativen Einfüllstutzen bohren würde, würde ich vielleicht lieber einen Zusatztank montieren. Da gibt und gab es diverse Möglichkeiten und Angebote und damit ist man auf den hinteren Tank (der in damaligen Touratech-Variante mit dem vorderen verbunden ist) nicht mehr zwingend darauf angewiesen. Für die KTM 690 gab es noch Safari Tanks (14l), die eigentlich auch an die 701 passen müssten.

Lieben Gruß,

Markus

 

Kommentar von Thomas D | 29.11.2018

Hi Svenja, hi Markus,

das tanken am Heck ist halb so wild. Ich reise mit meiner KTM 690 mit nur einem Rackpack über dem Einfüllstutzen. Befestigt ist es mit Rockstraps. Mancher (schlecht konstruierte) Tankrucksack braucht mehr Aufwand.
Natürlich nicht zu toppen mit dem seitlichen Einfüllstutzen der GS aber durchaus gut zu machen.
Grüße.

Letzte Änderung: 12.12.2018