Ortema – Sicherheit aus dem Sanitätshaus

Als Teil der Orthopädischen Klinik Markgröningen ist man bei Ortema individuelle Arbeit gewöhnt. Als Sanitätshaus hat es Ortema in der Offroad Szene wirklich zu etwas gebracht. Grund genug, sich einmal die aktuelle Sicherheitsausrüstung anzuschauen. Sie wird vor Ort in Handarbeit hergestellt.

 

Der P1 Light bietet minimalen Schutz, (Level 1) und wurde für den Trialsport entwickelt. Das Material ist einfach aufgebaut. Eine Protektoren Zertifizierung sucht man vergeblich, weil der Protektor lediglich dem Rückenschutz dient und ausschließlich die Wirbelsäule schützen soll. Damit fällt er nicht in die Prüfvorgaben für Rückenprotektoren (CE Prüfkreuz). Ein CE-Zeichnen im Hinblick auf den Herstellungsprozesses, Unbedenklichkeitsbescheinigungen der einzelnen Materialien etc. liegen Ortema natürlich vor und sind aufgedruckt. Die Schlagwerte des P1 Light sind von Ortema geprüft und entsprechen der Klasse 1. Wir fanden: eine Prima Ergänzung für viele Motorradjacken ohne mitgelieferten Rückenprotektor. In unserem Test auch sehr zufriedenstellend für einen Motocross Fahrer, der den P1 mit einem Brustprotektor ergänzte.

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Der ONB 3.0: ist einer der leichtesten seiner Klasse und wurde anhand von Dummy-Tests (bei BMW, und in den USA) erprobt. Neu ist die größere Bewegungsfreiheit zur Brust hin, weil es besser ist, die natürliche Abrollhaltung (Kopf nach vorne) zu unterstützen. Wenn an früheren Modellen von Leatt, Ortema oder Alpinestars noch eine Abstützung an der Wirbelsäule zu sehen ist, ist man heute völlig davon ab. Mittlerweile verteilt Ortema die Kräfte gabelförmig rechts und links der Halswirbelsäule. Vorne wird hingegen nur wenig und direkt in Halsnähe abgestützt. Auch viele aktuelle Neck Brace Systeme der Konkurrenten weichen in ihren neuesten Generationen genau in diesen Details von älteren Versionen ab: mit sicherheitsrelevanten Features, mit denen sie damals beworben wurden und zum Ärgernis von Kunden, die vor ein paar Jahren zugegriffen haben. Außer dem medizinischen Gesichtspunkt geraten Hersteller ein wenig in den Verdacht, dass auch modische oder rein monetäre Aspekte eine Rolle spielen. Natürlich sind auch alle vorhergehenden Systeme von Markenherstellern 'sicher'.

Preislich verortet sich Ortema mit den geforderten 349 EUR [2014] im Mittelfeld.

 

Unserem Tester fällt vor allem auf, dass das ONB 3.0 sich tragen lässt, ‚als hätte man gar keines auf‘. Kein Wunder, denn das ONB wiegt teils nur die Hälfte, wie ältere Modelle der Mitbewerber. Nach neustem Entwicklungsstand konzipiert ist es dabei sogar noch sicherer im Unfallfall. Beim Fahren fühlt man sich freier, weniger eingeengt und weniger vom Eigengewicht strapaziert. Lediglich die Aufkleber an unserem Tester ONB 3.0 lösen sich schon nach einiger Zeit ab. Das war sicherliche ein Einzelfall, sagt Ortema in einer Stellungnahme.

In Sachen aktiver Sicherheit des ONB 3.0 fällt unserem Tester auf, das so ein leicht zu tragendes Neck Brace, das nirgends anstößt, nicht kneift und zwickt (wie ältere Modelle der Mitbewerber) starke Auswirkung auf die Fahrsicherheit im Gelände haben: Man kann sich besser auf die Basics beim Motocross konzentrieren, als wenn ein Helm ständig gegen das Neckbrace stößt. Konsequenter Weise sollten Nechbrace, Panzerung und Helm aufeinander abgestimmt sein. Aus diesem Grunde stellt Dr. Leatt zurzeit seinen einen ersten Helm vor und bei Ortema kann man sich den Brustpanzer individuell anpassen lassen.

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Auch die Ortema/Orthomax Protektorenjacke trägt sich besonders angenehm: Ihre Weichprotektoren haben einen mehrschichtigen Aufbau und schmiegen sich sehr gut an. Der Aufbau des Rückenprotektors erfolgt in mehreren absorbierenden Schichten. Er ist in der Vertikalen, entlang der Wirbelsäule besonders gearbeitet: dort gibt es Aussparungen, damit die Fortsätze der Wirbel Platz finden. Die Während Hartprotektoren die Sturz-Energie eher großflächig aufnehmen und verteilen, sollen Weichprotektoren à la Ortema diese Energie besser absorbieren. Die Angst vor spitzen Steinen fährt zwar mit, aber technisch sagt man, sind die von Ortema hergestellten Protektoren State of the Art. Alle Polster sind herausnehmbar und waschbar, allerdings manchmal etwas fummelig wieder an Ort und Stelle zu bekommen. Der Schnitt ist standesgemäß sehr körpernah, was bei weichen Protektoren aber im Gegensatz zu Hartprotektoren zu keinerlei Druckstellen o. ä. führt.

Im Langzeittest verlor das Material durch viel Schweiß und Staub an Reißfestigkeit. Ortema hat nun reagiert und bietet die Jacke mit einem anderen Material an. Wer noch in der Garantiezeit ist, sollte sich vielleicht mal beim Support melden.

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Auf der Vorderseite vermisst man wirkungsvolle Protektoren, die Ortema in einem Extra Brust- und Schlüsselbein­protektor liefert. Der muss hingegen individuell angepasst werden. Dabei gibt es 5 Grundmodelle und sogar 2 für Frauen-Passformen. Nach der Anfromung (direkt bei Ortema oder auf Veranstaltungen) passen ONB 3.0, Protektorenjacke und der Brust-/Schlüsselbeinprotektor perfekt zusammen. Man ist allerdings auch eine Stange Geld für die Sicherheit los. Die Anpassung ist im Kaufpreis inbegriffen, man muss nur einen Termin finden.

 

Zum Schluss ein Blick auf die Protektorenhose X-Pants LP: Es gibt sie in 5 Größen, LP steht für Long Protection. Damit entgegnet man dem Manko, das viele Cross Hosen keinen wirkungsvollen Hüftschutz haben. Wie der L1 Light kann man diese einer Radlerhose nicht unähnlichem Ausrüstungsgegenstand auch bei Onroad-Touren / Sumo-Trips oder Endurotouren empfehlen. Wer einmal Hämatome wegen eines Umfallers an der Hüfte hatte, weiß wovon die Rede ist. Die Hose ist elastisch, hat genoppte Protektoren an Oberschenkeln und Hüfte sowie einen Steißbeinprotektor. Eine Sitzpolsterung im Schritt wird wahlweise angeboten.

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Fazit:

Mit Ortema ist man auf dem Cross-Track und dem SUMO-Ring sicher unterwegs. Enduro-Ausflügler werden auch ab und an auch zu der neuerdings auch bequemen persönlichen Schutzausrüstung greifen. Ortema Ausrüstung ist aufwändig getestet und von Orthopädie-Fachleuten entwickelt und hergestellt. Der aktuelle Rundumschutz kostet allerding auch fast 1100 € (ohne Helm).

 

Preise & Infos [2014]

  • Protektoren-Jacket:      279€
  • ONB 3.0:          349€
  • P1 Light:           129,90€
  • X-Pants LP:      89€
  • Brust- und Schlüsselbein-Protektor:     245€ (inkl. Anpassung)

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Kommentar von Roczen | 05.07.2016

Cooles Review!

Kommentar von AutoGuru78 | 09.12.2016

Cool, dass du dir so viel Mühe gegeben hast. Echt klasse! :)

Antwort von Markus Golletz

Das freut mich. Wir nehmen auch gerne Anregungen entgegen!

Lieben Gruß, Markus

Letzte Änderung: 01.01.1970
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