Wissenswertes über Gaskartuschen

Bei den Gaskartuschen für Campingkocher hat sich in der letzten Zeit einiges verändert: Neue Mischungen und Techniken kommen auf den Markt, die europäische Normung erlässt weitere Sicherheitsvorschriften und lässt alte fallen. Was man über Kartuschen und Gas wissen sollte, klärt dieser Artikel. Wer eine aktuelle Kaufberatung braucht schaut hier beim MR Gaskochertest.

Kartuschenbauarten

Gängig sind ungefähr 4 Bauarten (nach EN 417): 

  • Die 190g Stechkartusche ist meist günstig und am weitesten verbreitet. Sie müssen neuerdings nach EN417:2012 mit einem innenliegenden, selbstdichtenden Mechanismus versehen sein (Gas-Lock-System), um versehentlichen Gasaustritt zu verhindern. Es sind leicht variierende Mischungen im Verhältnis Butan / Propanmischung 70/30 im Handel.
  • Ventilkartuschen mit Bajonett (auch Campingaz Easy-Click Kartusche, DIy-Kartusche). Outdoorhändler sind bisher angewiesen Kocher nur mit den für das Gerät zugelassenen Gaskartusche zu verkaufen. Dafür sorgten in der Vergangenheit eine Reihe an Normen und Gesetzten, bei denen es auch um Haftung geht. Für den Anwender erscheint das banal, den die passenden Kartuschen erscheinen alle gleich, wenn Sie nicht gar von selben Hersteller sind. Doch für Normung und Haftung zählt nur, wer für den ‚Mischbetrieb‘ verantwortlich zeichnet.
  • Die klassische Schraubkartusche mit dem speziellen 7/16″×28 UNEF-Gewinde findet man hingegen in jedem Outdoorgeschäft aber auch in jedem Baumarkt. Diese Ventilkartuschen sind nicht wiederbefüllbar und werden relativ teuer gehandelt (je kleiner die Füllmenge). Achtung, Gewinde immer nur handfest anziehen, sonst kann es zu Fehlfunktionen des Kochers kommen.
  • Kartuschen mit MSF1a Anschluss sind hierzulande relativ selten zu bekommen (manchmal beim Discounter oder im Bazar), lassen sich aber per Adapter auf Schraubkartusche umswitchen.

 

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Das Fremdkartuschenproblem

Die mehrsprachigen Aufdrucke auf Kartuschen werden kaum gelesen, doch sagen sie bis heute aus, die Brenner nur mit den Kartuschen des Brenner Herstellers betrieben werden dürfen. Dieses alte Verbot der Mischverwendung geht bisher auf haftungstechnische Regelungen zurück. Outdoorhändler waren oder sind angewiesen, Kocher nur mit den für das Gerät zugelassenen Gaskartusche zu verkaufen. Für den Anwender erscheint das banal, den die passenden Kartuschen erscheinen alle gleich oder sind es sogar. Doch für Normung und Haftung zählt nur, wer für den ‚Mischbetrieb‘ verantwortlich zeichnet. Es gibt Anzeichen, dass dieses Problem der Mischverwendung abgeschafft wurde, darauf weist Marcus Bauer von EOE-Equipment ausdrücklich hin: Schon 2011 sollen bestimmte TRG Normen gestrichen worden sein (z. B. TRG 201 Norm 280), worauf hin bei Mischverwendung keine rechtlichen Problem in Sachen Haftung und Gewährleistung mehr entstehen dürften.

Mit Gas kochen bei Kälte

Neuerdings werden immer mehr 'Plastikständer' für Gaskartuschen angeboten, die eine Verbesserung beim Gaskochen bei niedrigen Temperaturen bewirken sollen. Unter 5°C bläst nur ein müder Wind aus der Norm-Kartusche. Deswegen lässt man zusätzlich zum Gasdruck die Schwerkraft assistieren, um das Gas zum Brenner zu befördern.

Propangas erhöht die Kälte-Tauglichkeit

Wenn der Brenner ein Generatorröhrchen hat, sollte er vorher kurz warm gelaufen sein, ehe man die Kartusche vorsichtig im Ständer einhängt, sonst kann es zu Stichflammen kommen. 4-Season Gas-Mischungen bestehen bis dato meist aus Butan (70 %), Propan (20 %) und Isobutan (10 %). Propangas erhöht die Kälte-Tauglichkeit, braucht aber den höheren Druck um aus der Kartusche zu kommen.

Primus Winter GasTM

Die Zeiten für All-in-One Gas sind bei Primus vorbei. Künftig bietet Primus Gasmischungen für unterschiedliche Anforderungen: Summer Gas, Power Gas und natürlich Winter Gas. Das Geheimnis ist eine simple, aber wirksame Erfindung im Inneren der Kartusche: Ein Vapour Mesh genanntes saugfähiges Papier vergrößert die Oberfläche für den Verdampfungs-Vorgang. Dadurch kann das Flüssiggas seinen Aggregatzustand besser und schneller von flüssig zu gasförmig wechseln: der Kocher wird bis zu Temperaturen von –22° C besser mit Brennstoff versorgt als durch konventionelle Kartuschen. Primus Winter Gas kommt in neuen braunen Kartuschen mit 230 g oder 450 g Flüssiggas. Summer Gas: Bei Temperaturen von 15° C und mehr sorgen herkömmliche Gasmischungen dafür, dass die meisten Kocher durch die Brennstoffzufuhr überpowert sind und weniger effizient (ver)brennen: höherer Brennstoffverbrauch ist die Folge. Primus Power Gas besteht aus einer Mischung aus Propan und IsoButan, das bei den Temperaturen in Mitteleuropa vom Frühjahr bis spät in den Herbst geeignet ist. Die neuen Gaskartuschen kommen im Herbst 2014 auf den Markt.
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Sparen bei Gaskartuschen

Die Preisunterschiede reichen bei Gaskartuschen von fast 6€ für eine 100g Schraubkartusche bis zu nur einem Euro für eine asiatische 330g Typ MSF1a Kartusche. Übrignes stellt auch Primus die 'teuren' Kartuschen in Korea her. Um dem Problem zu begegnen sind eine Menge Adapter im Umlauf. Edelrid bietet den beliebten Stechkartusche zu Schraubkartuschen Adapter und ebenso kann man MSF1a Kartuschen zu Schraubkartuschen, oder CampingGaz Kartuschen zu Schraubkartuschen verwandeln. Legt man den Obi/Hornbach-Befüllpreis einer 11 kg Camping-Gas Flasche von derzeit 20 € zu Grunde, dürfe die Füllung einer 100 g Kartusche nur 18 Ct kosten. Der Rest ist PR, Werbung, Verpackung und ein dicker Gewinn für die Hersteller, der an die Tricks der Tintendrucker-Mafia erinnert. Findige Bastler denken deshalb sogar über das Wiederbefüllen ihrer Wegwerf-Schraubkartuschen nach, das aus Sicherheitsgründen natürlich nicht erlaubt ist. Warum in Korea abgefülltes 'Markengas' teurer ist, als Made in EU Flaschen aus dem Discounter, bleibt uns schleierhaft. Funktionieren tun die Kocher mit billig- oder Baumarkt-Gas genauso gut.

Dieser Artikel hier liefert ein paar legale Spartipps.

Originale und Plagiate

Billige Kopien und Originale sind heutzutage meist schwer zu unterscheiden. Oft gibt es nicht einmal Qualitätsprobleme. Schwierigkeiten tauchen erst bei Ersatzteil-Service, Garantie- oder Gewährleistung auf. Es liegt im Wesen des Plagiates, das es billiger angeboten wird. Der Preisunterschied lässt sich durch weniger Werbe- und PR Aufwand bewerkstelligen, durch Produktpiraterie und durch schlechtere Arbeitsbedingungen im Herstellerland. Das ist dann ungefähr das Gegenteil von Fairtrade. Der koreanische (philippinische?) Hersteller Kovea  und auch Maple-Fire werden gerne als ein solcher Kopierer bezichtigt, doch steht zu befürchten, das auch Firmen mit grün gewaschenen Image dort einkaufen oder das für den Endkunden überhaupt verschleiert wird, wo die Ware herkommt. Man braucht also etwas Feingefühl um herauszufinden, was man für sich verantworten kann.

 

Letzte Änderung: 17.01.2017
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