NEWS, Tests & Werksbesuche in Italien

Tour zu den Motorradwerken Italiens 2016, 2013 und 2009



In Norditalien liegen fast alle Produktionsstätten des italienischen Motoradbaus. Im 'Land der Motoren' (oder 'Silicon Valley') kommt man in Kontakt mit viel Leidenschaft, Herzblut und unkonventionellen Lösungen. Stolz und Lokalkolorit führen zu einer hohen Fertigungstiefe; die meisten Zulieferer kommen aus Italien. 2016 gibt es ein paar Änderungen, denn auch der Anteil von Zulieferern aus China steigt. Trotzdem werden die Motorräder in Italien gebaut.
Die Landkarte ist gepflastert davon, zwischendrin immer wieder auch noch eine Automobile Traumfabrik wie Ferrari oder Lamborghini und Maserati. 2009 machten wir uns das erste Mal auf, diesen Herstellungsorten einen Besuch abzustatten, 2013 war die Zeit reif, ein Update einzuholen. Dabei besuchten wir u.a. TM-Racing in Pesaro, Fantic, Umberto Borile und die legendären Vertemati Brüder. Im Juli 2016 fahren wir mit einer 650er SWM Enduro und einer 1200 Ducati Monster von Zupin (Chiemsee) zur heutigen SWM Produktionsstätte in Biandronno bei Varese und ziehen einen historischen Vergleich. Auf dem Weg besuchen wir weitere Zuliefer- und Motorrad-Zubehör Betriebe.

 

Hier zum Blog, bzw. der englischen Version von 2009:

[BLOG: Achtung, ggf. von unten nach oben lesen!]

 

Die vorherigen Werksbesuche von Markus Golletz und Jörg Jeske führten im Juli 2013 und zu Ostern 2009 (siehe Blog weiter unten) zu den Werken von Moto Guzzi, Husqvarna, Cagiva, Gilera, Vertemati, MV Agusta, Moto Morini, Ducati, NCR, Aprilia, Bimota, TM-Racing, Umberto Borile, Yamaha Italia und Benelli. Viel Spaß beim aktuellen Blog! 


Der »Italienische-Motorradwerke-Blog« als RSS-Feed  tl_files/templatepicts/feed.gif

 

Italienische Motorradnews, Blog seit 2009



02.05.2019 21:08 von Markus Golletz

Tacita eBike Enduro

Wassergekühlte E-Bikes mit Gangschaltung

Tacita E-Enduro Made in Italy
Tacita E-Enduro Made in Italy

 

Ungewöhnlich sind die Gangschaltung und der Wasserkühler an einem Elektrik Bike. Das soll ein eBike sein? Tatsächlich. Pierpaolo lässt mich einfach fahren, auf dem Expogelände in Hannover, ohne Absperrung, einfach so. Der Italiener aus Turin hat sich den e-Bikes verschworen, für Enduros schlägt sein Herz und die Tacita's sind einzigartig und angeblich auch bezahlbar. Seine Konstruktion ist besonders wegen der Gangschaltung und der Wasserkühlung. Eine hydraulische Kupplung wird per Daumenhebel am linken Lenkerende betätigt. Warum die Gangschaltung? Damit man im Gelände auch Spaß hat, sagt Pierpaulo. Trotz e-Bike Drehmoment will man es im Sand richtig krachen lassen und dazu braucht es auf Rallys und im Gelände eben eine Gangschaltung. Die Wasserkühlung dient dazu, die Performance auch beständig zu erhalten.

 

 
Tacita Fabrik nahe Turin

 

Pierpaolo Rigo ist früher Endurorennen gefahren daher schlägt sein Engagement für die Offroader. Sein Umweltbewusstsein ist die Triebfeder für die Entwicklung der Tacita Bikes. Ca 90% der Bikes gehen in die USA, dort gibt es eine gut gehende Filiale in Miami. Wahr geworden sind die e-Bikes mittels modernen CNC Maschinen und 3D-Druckern. Fast alle Teile stammen aus Italien, 50 Bikes wurden 2018 produziert und verkauft.Neustes Modell ist die leistungsfähige T-Cruise, ein der Diavel-Ducati nicht unähnliches e-Bike. Alle Bikes sind baukasten-mäßig mit verschiedenen Motorisierungen zu bekommen: 9, 18, 27 kWh, die Enduro soll es auch mit 34 kWh geben. Preise liegen zwischen 12- und 24.500€.

In Kürze mehr dazu auf Motorradreisefuehrer.de.

 


Kraftwerk: Wassergekühlter E-Motor mit 34 kw

 

Informationen

 

 

Besonderheiten:

  • 34 kw Motor mit gefrästen Teilen, Kupplung und Schaltgetriebe.
  • Verschiedene Akku-Varianten Lithium-Polymer verfügbar (19 kg)
  • Alles legal und homologiert
  • Rahmen ähnlich KTM
  • Marzocchi Gabel

 

 

Fahreindrücke:

Zwei Mappings: das Power-Mapping liefert volle Leistung. Durch den 19 kg Akku in Form eines Kühler-Lufthutzens etwas gewöhnungsbedürftig um die hohe Lenkachse herum. In Kombination mit der auf Kundenwunsch eingebauten schwereren Doppelscheibenbremse im Vorderrad zunächst etwas gewöhnungsbedürftig. Langsam fahren gelingt genau wie um die Kurve wetzen. Highlight ist tatsächlich die Schaltung und das dadurch mögliche noch leisere fahren. Macht Lust auf mehr. 

 

 


Probegefahren: Leider nur auf dem Expogelände zu Hannover


13.02.2019 14:31 von Markus Golletz

Patentstreit zwischen Alpinestars und Dainese eskaliert (D)

Tech-Air vs D-Air
Tech-Air vs D-Air: Patentstreit

Zwei Statements machen in dieser Vorsaison von sich Reden: Dainese und Alpinestars haben sich in einem Patentstreit verbissen, der den Bikern überhaupt nichts bringt. Beide Produkte sind gut und wurden in vielen langwierigen Entwicklungsschritten zur Serienreife gebracht. Nun gibt es ein vorläufiges Urteil für Deutschland gegen das Alpinestars vor dem Bundesgerichtshof Berufung einlegen wird. Dainese behauptet, das hätte auch Konsequenzen für den Verkauf in Italien, Frankreich und Großbritannien.
Verbraucher werden das möglicherweise an den Preisen der Produkte zur spüren bekommen.

 

Dainese:

MÜNCHNER BERUFUNGSGERICHT: PATENTVERLETZUNGSENTSCHEIDUNG GEGEN ALPINESTARS

 

Nach einem langen Rechtsstreit bestätigte auch das Oberlandesgericht München (dem Urteil des Landgerichts München I vom August 2017 folgend) mit Berufungsurteil vom 7. Februar 2019, dass die Tech-Air Street Airbag Weste (für den Straßengebrauch) und die Tech-Air Racing Airbag Weste (für Rennfahren und Straßengebrauch), die von Alpinestars hergestellt und vertrieben werden, den deutschen Teil des europäischen Patents EP 2 412 257 B1 von Dainese verletzen.

 

Die Entscheidung erfolgte, nachdem das Bundespatentgericht zuvor bereits die Rechtsbeständigkeit dieses Patents in einem separaten Patentnichtigkeitsverfahren bestätigt hat; ein Urteil, gegen das Alpinestars Berufung eingelegt hat. Das nun erlangte Urteil des Oberlandesgerichts München im Verletzungsverfahren ist nur noch über eine Nichtzulassungsbeschwerde beim Bundesgerichtshof anfechtbar.

 

Das Oberlandesgericht München hat mit einem vollstreckbaren Urteil, mit dem es in den Kernfragen des Verfahrens zugunsten von Dainese entschieden hat, folgendes angeordnet:

 

  • Alpinestars muss die Vermarktung der Tech-Air Street Airbag Westen und Tech-Air Racing Airbag Westen in Deutschland ab sofort unterlassen.
  • Alpinestars muss die seit dem 1. Juli 2015 gelieferten Westen, die sich noch im Besitz von gewerblichen Kunden in Deutschland befinden, zurückzurufen.
  • Alpinestars soll Dainese alle Schäden ersetzen, die durch den Verkauf der patentverletzenden Westen in Deutschland seit dem 1. Juli 2015 entstanden sind.

 

Diese Entscheidung bedeutet einen großen Erfolg für Dainese in einem umfangreichen Patentstreit gegen Alpinestars in Italien, Deutschland, Großbritannien und Frankreich.

Alpinestars:

Erklärung zum Patentverletzungsurteil des Oberlandesgerichts München

 

Am 7. Februar 2019 erließ das Oberlandesgericht München ein Urteil, in dem die Behauptung bestätigt wurde, dass die Tech-Air®-Weste von Alpinestars das von Dainese S.p.A. gehaltene Patent EP 2 412 257 B1 verletzt. Alpinestars möchte klar stellen, dass dieses Verfahren niemals den Kern der Tech-Air®-Technologie von Alpinestars betraf; zu keinem Zeitpunkt, sei es in der Vergangenheit oder in der Gegenwart, betraf ein Verfahren oder eine Patentverletzung die elektronische Verwaltung, den Algorithmus oder den Auslösemechanismus oder einen anderen Teil von Alpinestars einzigartiger und fortschrittlicher Tech-Air®-Technologie.

 

Darüber hinaus beschränkt sich dieses Urteil nur auf das Gebiet Deutschlands. Es hat keinerlei Einfluss auf andere Gebiete innerhalb Europas oder des weiteren Weltmarktes, in denen Tech-Air® im gesamten Händlernetz von Alpinestars erhältlich ist.

 

Ursprünglich hat Dainese die Verletzung von drei Patenten in Deutschland behauptet. Keines dieser Patente bezieht sich auf die Tech-Air®-Technologie: Eine Klage wurde am 22. Dezember 2016 von Dainese zurückgenommen, die sich auf das Patent EP 2 373 188 bezog, nachdem dieses Patent durch das Europäische Patentamt widerrufen wurde. Die restlichen zwei Patente wurden in Deutschland angefochten. Das zweite, EP 2 373 190, das nur einige spezifische Merkmale des in der Tech-Air®-Weste verwendeten Luftsacks betrifft, wurde am 15. Mai 2018 vom Bundespatentgericht vollumfänglich für nichtig erklärt.

 

Dainese legte gegen diese Entscheidung Berufung ein. Das dritte, EP 2 412 257 B1, das sich auf die allgemeine Unterbringung einer aufblasbaren Luftsackkonstruktion in einer „Tasche“ eines Kleidungsstücks mit elastischen Einsätzen bezieht, betrifft den Punkt, zu dem der Patentverletzungsanspruch letzte Woche bestätigt wurde. Sobald das Gericht das vollständige schriftliche Urteil zugestellt hat, wird Alpinestars die Einzelheiten prüfen, bevor eine Entscheidung über die nächsten Schritte getroffen wird.

 

Alpinestars muss darauf hinweisen, dass ein Rechtsmittel gegen die Gültigkeit dieses Patents (EP 2 412 257 B1) beim Bundesgerichtshof eingelegt worden ist. Wie im Laufe dieser rechtlichen Verfahren durchgängig betont wurde, respektiert Alpinestars die geistigen Eigentumsrechte Dritter und hält diese in vollem Umfang ein und erwartet dies auch in Bezug auf seine eigenen geistigen Eigentumsrechte. Die hoch innovativen Tech-Air®-Produkte von Alpinestars basieren auf jahrelanger Forschung und Entwicklung im eigenen Haus, die von einem eigenen Team führender Forschungs- und Entwicklungsmitarbeiter durchgeführt wurden. Seit dem Beginn des Tech-Air®-Projekts, das im Jahr 2001 begann, war das von Alpinestars hartnäckig verfolgte Ziel die Freiheit, mit fortschrittlichsten Innovationen zum Leistungsschutz zu fahren, und das Ergebnis ist eine einzigartige fortschrittliche und leistungsfähige Technologie.

 

Tech-Air® ist der weltweit erste Airbag mit vollständigem Oberkörperschutz in einer übertragbaren Weste, die ein völlig unabhängiges elektronisches Managementsystem enthält, ohne auf externe Vorrichtungen (Sensoren oder GPS) angewiesen zu sein, um eine Unfallerkennung und vollständiges Aufblasen des Airbags vor dem ersten Aufprall zu ermöglichen, duales Laden für die Strecken- und Geländefähigkeit, wie bei der Rallye Dakar 2019 gezeigt wurde.Die Tech-Air®-Produkte von Alpinestars sind ein enorm innovativer Beitrag zur Erhöhung der Fahrsicherheit beim Motorradfahren.

 



26.12.2018 10:47 von Markus Golletz

SWM Varez 125-400 Impressionen (2019)

Neues aus Varese: SWM Modelle 2019

 

Anfang 2018 gab es bereits Gerüchte um Motoren, die SWM bei Moto Morini gekauft haben soll. Aktuell sind ganz andere Themen im Gespräch. Ein eigener Motor mit 300, 400, respektive 125 ccm in einem Motorrad namens Varez 400/125.

 

Varez 125
»Ein jugendlicher Akt mit sehr interessanten technischen Lösungen«, schreibt die lokale Motorradpresse. Formschöne Sitzbank, zentralisierte, schwerpunkt-günstige Massen, viel Platz für den Luftfilter unter dem Tank. Das alles wird demnächst Euro-5 konform werden müssen (2019 noch als EURO 4 ausgeliefert) was 2020 zur Pflicht wird. Als Motoren dienten die genialen 'bialbero' (DOHC) Motoren der RS/SM 125 cc & RS 300/500 RS. Die entstammen in den Grundzügen der italienischen SWM-Ära von Husqvarna ab 2014 SWM.

 

 


Quelle: InSella.it

 

Bei den VA:RE'Z-Modellen fällt die formschöne lange Aluminiumschwingeins Auge, der kleine Gitterrohrrahmen, an den die USD Gabel anschließt und die markanten Bremszangen. All das erinnert an die 395er KTM Modelle, die in Indien hergestellt werden. Vipilen auf italienisch?

Italienisch-Chinesische Freundschaft

Die SWM Varez 125 soll sogar schon ab Frühjahr 2019 mit ihrem wassergekühltem DOHC Motor in Italien lieferbar sein und dort 4.190 Euro kosten.

 

Terra di Moto

Der Serienname VAREZ soll eine Hommage an Varese, als das "Land der Motoren" sein und auf eine neu gegründete Allianz lokal ansässiger Unternehmen der Motorradbranche hinweisen. Das Z entspringt dabei einem lokalen Dialekt.

 

Erweitert wird die Baureihe umgehend noch um eine 300er und 400er Variante der VAREZ. Viel Lokalpatriotismus täuscht nicht darüber hinweg, dass bei vielen anderen Herstellern von 125er die Periode der Einbaumotoren aus China angebrochen ist. Viele 125er kommen von Zongshen, das ist bei Zündapp nicht anders als bei Mondial, Aprilia, Fantic oder neuerdings auch Malaguti (KSR Group). SWM ist bei den 125er noch eine Ausnahme, aber man hat ja auch die Klassik Eintöpfe Gran Milano, Silver Vase und weitere Modellvarianten mit dem 440er Eintopf von Chongqing Shineray Motorcycle im Programm. Shineray bleiben die großen Player im Hintergrund von SWM. Sie produzieren auch u. a. die Mash Motorräder für den Überseemarkt. 

 

Die Anfrage von MR hat ergeben, das die Motoren weiterhin in Italien gefertigt werden. Bei unserem Werksbesuch 2016 hatten wir die Prototyepen schon am Werkstor gesichtet. Der Antrieb der VAREZ Moselle stammt also in den Grundzügen aus der Konzept aus dem Husqvarna-BMW Nachlass, bei den Federungselementen vertraut man weiterhin auf Fastace. Die Gewichte lauten 136 kg für die 125er und 144kg für die 300/400er.

 

 



24.09.2018 15:08 von Markus Golletz

Vespa Elettrica, MV Agusta Brutale RR

Vespa Elettrica 2018
Vespa Elettrica 2018

 

2018ist mal wieder ein Jahr der doppelt besetzen Motorradmessen: EICMA und INTERMOT finden in der selben Jahreszeit im Abstand von 30 Tagen statt. Da die EICMA die größte Zweiradmesse ist, werden die Hersteller ihre Highlights eher dort vorstellen. Zwei Italobikes haben wir uns rausgegriffen: Die Updates zu der Benelli Brutale RR 800 und die erste Elektro-Vespa von Piaggio, die noch in diesem Jahr ausgeliefert werden soll.

 

September 2018 ist der Produktionsstart der Vespa Elettrica in Pontedera / Toscana. Es ist kein großes Geheimnis, das bei Rollern die kleineren Hubräume der europäischen Marken schon längst aus dem entfernten Asien kommen. Doch welchen Hubraum hat so ein kleiner Stromer? Bei der Motorleistung werden Werte zwischen 2-4 Kw Spitzenleistung angegeben, (andere sprechen von 8 Kw), das Elektro-typisch hohe Drehmoment liegt bei satten 200 Nm. An einem E-Roller ist[ naturgemäß alles elektronisch, vor allem die Steuerung des Motormanagements. Von den Werten spielt die Elektrische Wespe eher in der 50 ccm Klasse, der Führerschein A1 (125 ccm) spricht eher für ein kleines Motorrad. Der Preis soll bei 6390€ liegen, wow.

Bei den detaillierten technischen Daten gibt sich Piaggio etwas bedeckt: Da ist werden 'Reifenhöhe' Führerscheinklasse (A1) und Fahrzeughöhe millimetergenau angegeben, echte Fahrzeugdetails erfährt man aber nicht. Die Elettrica wird 130 kg wiegen und auf 12 Zoll Räder rollen, mehr ist eigentlich auf den Datenblättern bisher nicht veröffentlicht. Das Chassis sieht nach Leichtmetall aus, Federungselemente simpel, so wie die hintere Trommelbremse. Vielleicht hat sie wenigstens einen LED Scheinwerfer, das hatte man am E-Roller iONEX von Kymco vermutlich 'aus Kostengründen' weggelassen. Geht auch, nur macht das ein Konzept, bei dem der Kunde nach Innovation und Reichweite fragt (und dabei viel Geld in die Hand nimmt) unglaubwürdig.

 


"Discover the Power ob Silence" Ob sich das durchsetzen wird?

 

Ab Anfang Oktober können die ersten Fahrzeuge bestellt werden. Die Bestellung erfolgt ausschließlich online, so wollen es die Vermarkter bei Piaggio. Die Elettrica wird laut Piaggio im High-End Segment angeboten, was bei Piaggio sicherlich bedeutet, das unter 5-6000€ nichts zu holen ist. Ein stolzer Preis, für einen kleinen Roller, der anscheinend für Hipster und die elektrische Avantgarde gemacht ist, obwohl andere Märkte bereits voll sind von kleinen Stromern.

Als Reichweite kann man von 100 km, das Hybridmodell Elettrica X soll es auf 200 km bringen. Geladen wird der Akku 4 Stunden lang an einer normalen Steckdose, dann soll 'vollgetankt' sein.

 

Infos Vespa Elettrica

 

Brutale 800 RR Sondermodell 'Pirelli'
Brutale 800 RR Sondermodell 'Pirelli'

 

MV Agusta 800 RR Modelle

6 verschiedene MV Agusta Brutale Dreizylinder bietet MV derzeit an. neben der 'einfachen' Brutale 800 sind die anderen eher Sondermodelle. Damit setzt der angeschlagene Konzern einen Trend fort, der nicht mehr auf Masse, sondern auf schon fast Custombike ähnliche Produktion abzielt. Neben dem Grundmodell für 13900€ 'Starting price' steigt der Anfangspreis bei den Sondermodellen schnell auf 20.000€. Zu den Sondereditionen gehören die Brutale 800 RR America, die Brutale 800 RR LH 44 oder die Brutale RC. Auch Pirelli sponsert eine Sondermodell.

 

Was es dafür gibt? Hier ein paar Details aus der Komponentenliste: Sachs- und Marzocchi Federungselemente, einen wunderschönen Gitterrohrrahmen, Brembo Radial-Stopper und ein Trockengewicht von 175 kg, wie es sonst nur Ducati zustande bringt. Der Dreizylinder leistet 103 PS und wurde komplett überarbeitet. Dabei kommt ein neues Getriebe zum Einsatz, elektronische Motorsteuerung und ein verbesserter 'Traktionskontrolle Algorithmus'.

 

 
MV Brutale America: 2018 und 1973

 

Designmäßig ist MV traditionell an vorderster Front. Die America Version knüpft an eine MV von 1973, die 750 S an, das macht was her.

 

In unseren Tests (F4-Zylinder) fiel immer der Spritverbrauch der MV's unangenehm auf. Sonntagsfahrer und Racer machen sich nicht so viel Gedanken darüber, aber wenn man auf gleicher Strecke in Begleitung anderer Motorräder immer das doppelte tankt, wird's schon auffällig. Bei den F4 Modellen ermittelten wir um die 8 Liter (!) bei den 800er Dreizylinder sollen es laut Hersteller 6,7 Liter sein, die EURO 4-konform durch die Ansaugtrichter gurgeln. Mehr dazu nach den Messen EICMA (6.-11.11.2018, Milano) und Intermot (3.-7.10.2018) in Köln.

 



09.08.2018 10:32 von Markus Golletz

Brutale, F3 und RVS 2018 zurück in die Werkstatt

Zurück in die Werkstatt: Brutale, F3 und RVS
Zurück in die Werkstatt: Brutale, F3 und RVS

 

Die im Frühjahr gebauten Modelle  müssen zum Tausch von Gabelteilen zurück in die Werkstatt. Es handelt sich um ein Problem an der Steckachse. Betroffen sind nur Motorräder des Produktionszeitraumes zwischen 12. März und 30. April 2018. Weitere Infos: Bike & Business.



05.07.2018 12:06 von Markus Golletz

Benelli Leoncino 500 Test im Juli 2018

Italobike aus China

Leoncino, das 'Löwchen'
Benelli Leoncino, das 'Löwchen'

 

Seitgesten ist sie da, die lange angekündigte Benelli Leoncino. Benelli, das ist ein großer Name aus dem adriatischen Italien. Doch das 'Löwchen', genau das bedeutet Leoncino, ist eines der ersten Motorräder von Benelli, das komplett in China gebaut wird. Verkauft wird sie hier zu einem Preis, der mit einer 5 vor der Tausend anfängt. All das machte und neugierig, dem kleinen Löwen mal auf die Tatzen zu schauen.

News:

  • Die Benelli 752 S wird im Juni 2019 in den Handel geliefert, der Leoncino 800 / TRK 800 wird nach Auskunft von Benelli voraussichtlich erst 2020 auf den Markt kommen, genau wie die Brixton BX 500

 

Zum spät abendlichen LED Lichttest mit dem Leoncino gleich eine kleine Anekdote. Verkehrskontrolle (keine Papiere dabei, au weia). Dem einen Polizisten gefiel die Benelli so gut, das er gleich mal eine Runde um den Kreisel fahren wollte. Meine Frage, ob er einen Helm brauche, verneinte er.

 

Anscheinend gehen den kleinen Motorrad doch ein paar emotionale Reize aus. Auf den ersten Blick erkennt man ihre Anleihen an die Ducati Scrambler, unverkennbar jedenfalls das italienische Design. Alle Leuchten sind in LED ausgeführt, neben abschaltbaren ABS hat es sich dann aber mit Elektronik, sonst ist vieles Heavy Metal, das zeigt auch die Wage mit 207 kg. Selbst der augenfällige Nummernschildhalter besteht aus mehreren Stahlrohren. 

 

Vom Motor geht sofort ein sonores Twin-Brummen aus, die Auspuffanlage ist aus Edelstahl, Fern-Abblendlicht und Standlicht (kein TFL), sind akzeptabel und tageslicht-weiß.

 

Bei Benelli wächst die Flotte mit dem Motor des Leoncino oder der TRK 502 kontinuierlich, anscheinend hat man Vertrauen in die Motorbaukunst des Mutterkonzerns QJ (Qianjiang), einem großen Hersteller mit über 10.000 Beschäftigten.

2009 besuchten wir in diesem Blog das Benelli-Werk in Pesaro. Damals fand dort noch die Montage statt.

*Alles weitere im MR Benelli Leoncino 500 Testblog!*

 

 

 

Informationen und Links

 

 


Fahrbericht und Details von Motoreetto


04.10.2017 09:20 von Markus Golletz

Mondial Geschichte und neue 125er Motorräder

Schicke 125er mit italo-chinesischen Einbaumotoren

Mondial HPS 125i
Mondial HPS 125i

 

Eine alte italienische Motorradmarke bringt neuerdings stylische 125er auf den Markt. Ende 2016 übernahm die MSA GmbH den Vertrieb für die italienische Traditionsmarke F. B Mondial (F.B. = Fratelli Boselli). Die Marke wurde 1929 von den Boselli Brüdern (Pisanischer Adel) in Mailand gegründet. Es folgte ein Umzug nach Bologna. Ab 1940 etwa war eine erhöhte Produktion mit seinerzeit modernen Produktionsmitteln zu beobachten. 1943 wurde bei der Bombardierung des Bologneser Bahnhofs auch die Fabrik teilweise zerstört. Nach dem II. Weltkrieg setzen die beiden Familien Drusiani und Boselli nach Rekonstruktion des Gebäudes die Produktion fort. So wurde unter den Marken FB Mondial und später Mondial Moto in Folge Motorräder bis 250 ccm gebaut. Piloten wie Nello Pagani, Carlo Ubbiali, Walter Villa, Bruno Ruffo und Tarquinio Provini gewannen auf ihnen (Mondial 48 SS 3M) Titel in den unterschiedlichsten Rennen. Ende der 1950er Jahre, als sich Gilera und Moto Guzzi aus den Wettbewerben zurückzogen, brachte es Mondial auf 10 internationale Rennerfolge.

 

Bei dem Relaunch der Marke 2002/3 wurde ein Modell namens Piega 1000 (Mit Honda VTR 1000 bzw. HRC 1000 SP1 Motor) als Prototyp auf der EICMA vorgestellt, darunter auch die Varianten Piega Evo, RZ Nuda e RZ Starfighter. 2004 musste die Mondial Piega Spa Konkurs anmelden.

 

 zum Test

 

Piero Caronni und später Cesare Galli nahmen sich der Markennamen "Mondial" und "F.B Mondial" an. Seit 2014, so ist beim Importeuer MSA Motor zu lesen, entwickelt und produziert F.B Mondial wieder Motorräder. Zum Start präsentiert MSA zwei neue, Modelle der italienischen Marke: Mondial HPS 125i und SMT 125i. Beide Fahrzeuge bieten feinstes Motorrad-Design im klassisch italienischen Stil und modernste Technik.

 

Mondial SMX 125

 

Die beiden italienischen Webseiten bilden die unterschiedlichen Bauperioden ab:

Mondial Piega von 1998 - 2012 findet man auf der Seite www.mondialmotors.it und die historischen Modelle bis 1998 auf der Seite www.fbmondial.com. Die beiden aktuell in Deutschland lieferbaren Modelle auf der Seite www.fbmondial.de

 

Der deutsche Importeur MSA Motor Sport Accessoires GmbH in Weiden ist neben Kymco und Hyosung auch für Marken wie Quadro, Shad und Fahrrad (Helm) Marken zuständig.

 

Die aktuellen 125er Modelle werden von Vierventil Einspritz-Einzylindern (11 kW) angetrieben und kosten ab 3500€. Die Motoren werden in Italien entworfen und in China gefertigt. Der Name HPS leitet sich von "Hipster"ab. Die Motoren sind eine Lizenzproduktion von Piaggio und werden an identischen Produktionsstätten hergestellt, wo auch Aprilia die RS 125 Modelle und Zündapp seine Einzylinder herstellen lässt. Bei der SMX 125 sind Ähnlichkeiten zur Zündapp ZXM 125 bei Rahmen, Auspuff und Motor kaum zu übersehen. Für 2018 ist ein 250er Einzylinder-Modell zu erwarten, soviel gibt MSA schon bekannt.

 

Infos



20.09.2017 09:06 von Markus Golletz

Benelli TRK 502 und 302R

Chinesische Flitzer und Reisemotorräder

302R

 

Soeben hat Benelli die neue 302R vorgestellt. Für uns kommt das fast überraschend, aber man wird in Zukunft mehr auf Überraschungen aus China gefasst sein müssen. Auch diesen Sommer kam die TRK 502 auf den Markt, ein Motorrad, das einer Ducati Multistrada sehr ähnlich sieht, allerdings nur über einen 500 ccm Zweizylinder Motor verfügt und unter 6000€ zu haben ist. Die TRK 502 ist in Deutschland sogar Stufenführerschein tauglich (48 PS bei entsprechenden Leistungsgewicht).

 

Die neue 302R drückt 38 PS bei 10.000 U/Min auf die Straße, leistet 27,4 Nm bei 9000 Umdrehungen und schaltet per 6 Gang Getriebe. Ihr Gewicht: 190 kg fahrbereit. 14 Liter Tank, 2-Zylinder-Reihenmotor DOHC flüssigkeitsgekühlt, ABS. Alle weiteren Informationen hier.

Interessant ist, das Benelli nun schon das zweite Motorrad vorstellt, das nicht in Pesaro, sondern beim Mutterkonzern QJ (Quijiang) in China hergestellt wird, einem großen Hersteller mit 10.000 Beschäftigten.

 

 



01.06.2017 13:14 von Markus Golletz

Die SWM SuperDUAL 650 ist da!

SWM Super DUAL: T und X - Ausführung

Wie am letzten Wochenende in Biandronno bekannt wurde, wird es die SWM SuperDUAL 650 in 2 Ausführungen geben, T wie Touring und X wie Offroad-Enduro. Damit wäre die Reifenfrage geklärt, die X rollt auf 21/18 Zoll Enduro-Rädern, die T auf 19/17 Zoll Felgen, beide wie auch bei der RS aus Aluminium. Unklar bleibt, ob das Hinterrad einen Ruckdämpfer spendiert bekommt.

 

 

 

 

Hier weitere Details:

Motor: 600 ccm, 54 PS, wie SWM RS 650 R, EURO 4,

Gabel: Fast Ace ø45 mm USD Gabel mit 220 mm Federweg, Zugstufe einstellbar, Federung hinten: ZF Sachs Federbein (Soft Damp), voll einstellbar, inkl. hydraulischer Federverstellung, Federweg: 270 mm,

T-Version: Arrow (Carbon?) Doppelauspuff, geänderte Auspuffführung gegenüber der X-Version: Edelstahl, wie RS 650 R.

Einscheibenbremsen (Ø 300, 220 Brembo) mit ABS,

Hauptständer, Gepäckbrücke und die für den Fahrer leicht konturierte Sitzbank (Sitzhöhe 890 mm) und eine Scheibe gehören bei beiden Versionen zur Grundausstattung dazu, das Leergewicht liegt bei 169 kg.

Ausstattung (optional): Givi Trecker Koffer und Givi Kofferträger, diverse Sturzbügel, LED Zusatzscheinwerfer, Motorschutzblech.

Lieferbar soll die SWM SuperDUAL schon ab Juli 2017, der im Video erwähnte Preis ab 7490 €, 8390€ mit Touring Kit (in Italien), Zupin als Deutschland Importeur wird man dazu noch interviewen müssen.

Gerüchte über Moto Morini

Letzte inoffizielle News, auch zur EICMA 2017 ist, das SWM die von Franco Lambertini konstruierten Moto Morini V2 Motoren der Corsaro aufgekauft haben könnte. Als falsch stellt sich im Januar 2018 auch heraus, das Shinerey bei Moto Morini eingestiegen ist. Man wird also die Saison 2018 abwarten müssen, was es bei Moto Morini zu sehen gibt.

Moto Morini tritt derzeit mit dem Solagen "100% made in Italy" auf. Neben den 1200 Modellen wird auch eine limitierte Serie von E-Bikes angeboten. Unter Oneoff bietet Moto Morini in Kleinserie auch 'Customizing ab Werk' an. Zu sehen ist dort eine Art Corsaro Scrambler 1200.

 



01.12.2016 12:49 von Markus Golletz

Interview: MV Agusta

Daniele Torresan, MVA, Matteo Maresi

Daniele Torresan | MVA 2016
Daniele Torresan | MVA 2016

News: aktuelle Situation bei MV Agusta 2016/2017:

 

Interview mit Daniele Torresan am 5.10. 2016 auf der Intermot.

 

Sein letzter Arbeitstag 2016 war der 30. Januar, kurz darauf kamen die Meldungen über eine vermeintliche MV Pleite. Erfolg und Niedergang liegen oft nahe beieinander, denn das Giovanni Castiglioni geführte Unternehmen (25% Mercedes-AMG Anteile) hatte noch vor 3 Jahren die Produktion stark erhöhen können. Ein Vergleichsantrag wurde im Frühjahr gestellt, für die Belegschaft tritt seit dem der Italienische Staat in Form eines Überbrückungs- oder Kurzarbeitergeldes (Cassa Integrazione) ein. Das beträgt allerdings maximal 1000 € pro Monat, doch ein Großteil der Belegschaft muss mit wesentlich weniger Vorlieb bringen, wie uns Daniele erzählt. Erst nach einem Jahr, wenn das Kurzarbeitergeld ausläuft, ist ab Januar 2017 mit weiteren wirtschaftlichen Entscheidungen zu rechnen. Doch noch im November 2016 erklärte MV, man habe einen russischen Investor der Black Ocean Group als neuen Teilhaber und Geldgeber gewonnen.

 

Dünne Finanzdecke

 

MV muss nun einen mehrjährigen Business-Plan vorlegen und aufzeigen, wie eine Pleite wirkungsvoll abzuwenden ist. Vermutlich war es soweit gekommen, da MV die Produktion weiter aufstockte, aber nicht genug abverkaufte, um die Zulieferer zu bezahlen. Es entstand ein Millionenausstand der schließlich zum Produktionsstillstand führte. Zulieferer wir Brembo waren z.B. nicht bereit, als Schadensersatz schon gelieferte Bremsenteile wieder zurück zu nehmen.

Businessplan: Pleite wirkungsvoll abwenden

Laut Daniele ist die Ersatzteilversorgung für Endkunden aber gesichert, allein schon, weil bei MV Motorrad- und Ersatzteileproduktion parallel läuft müsste das Lager gefüllt sein. Wer und wann bei MVA von Kurzarbeit betroffen ist, hängt stark von der individuellen Tätigkeit, den aktuellen Erfordernissen und der Abteilung ab. Bei unserem Besuch im Juli kamen wir nur bis zum Pförtner doch am Werkstor und auf dem Parkplatz ging es gespenstisch ruhig zu.

 

MVA: Krisengeschüttelt auch in der Vergangenheit

 

Es wäre nicht die erste Krise, die MV (Meccanica Verghera) übersteht, denn es gab schon einige in der Firmengeschichte. Nur die Krisenintervalle werden immer kürzer: ob 1980, 2004, 2008, 2011 oder 2014, immer sind auch namenhafte Firmen wie Proton, Piaggio oder Harley-Davidson involviert. Was 1992, als Claudio Castiglioni die Namensrechte an MV kaufte begann, und 1997 mit der F4 750 und von Massimo Tamburini kulminierte, wird Anfang 2017 eine weitere Nagelprobe bestehen müssen.

 

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Vor der AMG-Ära setze MVA auf attraktive Dreizylinder-Volumenmodelle, deren Entwicklung viel Geld verschlang. Glaubt man der Firmenleitung, dann waren die Auftragsbücher noch gut gefüllt. Im letzten Jahr wurden unter AMG-Einfluss vermehrt teure Sammlerstücke und Sondereditionen gebaut. Gleichzeitig mussten neue Kredite aufgenommen werden. Man sprach von 40 Millionen Schulden bei Zulieferbetrieben, eine Rechnung, die langfristig nicht aufgehen kann. Am 22.3.2016 ging Giovanni Castiglioni für einen Vergleichsantrag vor Gericht. Seitdem wird bei einer On-Off-Produktion nach einem weiteren Investor gesucht. Gleichzeitig wird mit den Gläubigern über einen Teilerlass der Schulden verhandelt. Auch Mercedes-AMG zeigte sich zwischenzeitig willig, ihr Kapital zu erhöhen, aber Giovanni Castiglioni machte sein Veto geltend und wusste so zu verhindern, dass er die Mehrheit an MV verliert.

 

Daniele denkt auch das es für viele der einst 370-köpfigen MV Belegschaft eine Lösung geben wird, sicher wird man aber auch personell Federn lassen müssen, ähnlich wie vis-à-vis die Ex-Husqvarna Arbeiter, von denen nur knapp 60 wieder bei SWM arbeiten.

 

Die Voraussetzungen sein gut, MV habe moderne Produktionsanagen, in jüngster Vergangenheit gute Motorräder entwickelt, doch etwas pessimistisch meint Daniele Torresan, das seiner Ansicht nach nicht alle (italienischen) Marken überleben werden. Kurzarbeit und die Ungewissheit haben auch an seinem Selbstbewusstsein genagt, das ist Daniele anzumerken. Möglicherweise wird die Restbelegschaft auch noch länger mit dem mageren Cassa Integrazione Geld hingehalten. In Italien werden auch andere Beschäftigte in den Krisenbranchen Stahl und Textil so über Wasser gehalten.

 

Auf der EICMA 2016 war MV in Halle 2, auf einen geschrumpften Messestand zu sehen. Den Messeplan hatte Daniele noch ausgearbeitet. Dort soll für die Brutale 800, die F3 RC Replika, eine F4Z Zagato-Studie oder der Dragster 800 RR Promotion gemacht werden. Daniele tippt auch darauf, das MV das Customizing-Segment vergrößern möchte. 

 

In Schiranna (Varese) liefen im Sommer nach einer Art Notstandsplan nur die wichtigsten Betriebsteile. Derzeit werden aufs Jahr gerechnet ca. 2000 Motorräder hergestellt, schätzt Daniele, das ist wenig. Wenn Zulieferteile fehlen, ist zumindest umso mehr Zeit für die profitable Ersatzteilproduktion. Mit größeren Einschränkungen für MV Besitzer (als sie ohnehin gewohnt sind) ist derzeit nicht zu rechnen.

Das WSBK Team fährt weiter seine Rennen

Auch das italienisch-schweizerische WSBK Team fährt weiter seine Rennen. Da der Haupt-Sponsor Motul noch über ein Millionen Budget verfügt, ist dort akut kein Stillstand zu befürchten.

 

Verzockt oder: keiner will mit Giovanni Castiglioni?

 

In die Verhandlungen über Sponsoren und Businessplan ist ein Pressemann wir Daniele nicht involviert. Das ist absolute Chefsache zwischen AMG und Giovanni Castiglioni. Es gab aber Anzeichen, dass die Verhandlungen zwischen AMG und Castiglioni festgefahren waren: Womöglich, weil AMG in Zukunft wegen des Vetos nicht mehr mit Giovanni Castiglioni zusammenarbeiten möchte.

 

Wie es das benachbarte SWM Werk hält, mit chinesischer Hilfe profitable Motorräder zu einem annehmbaren Preis zu produzieren, hält Daniele für keine schlechte Idee. Damit könne man sich auf dem aktuellen Motorradmarkt etablieren, würde aber nicht so schnell zu einem Premiumhersteller wie KTM oder BMW werden. Daniele, vielen Dank für das Gespräch!

 

 

Eine geringfügig andere Version kommt von der derzeitig ‚kommissarisch‘ besetzte MVA Pressestelle: Matteo Maresi spricht im Oktober 2016 davon, dass bei MV fir ‚finanzielle Klippe‘ überwunden sei. Man sei nun in der ‚Gläubigervergleichs-Phase‘, die MVA es wieder erlaube, zu produzieren und abzuverkaufen. 

 

 

Bei MVA arbeiten derzeit ca. 200 Personen, die meisten 4-5 Tage in der Woche. Teile der Stammbelegschaft sind noch in Kurzarbeit, andere haben eine andere Arbeit gefunden, einige der sehr flexiblen Arbeiten werden derzeit über Leiharbeit abgedeckt. Die schwierigste Phase von Mitte März sei nun überwunden: MVA hat Zulauf an Komponenten, produziere und verkaufe wieder Motorräder. AMG ist nach wie vor Anteilseigner. Detailliertere Infos gibt Matteo nicht raus, er meint nur, dass an manchen Gerüchten etwas dran sein könnte.


Vor dem Gerichtshof in Varese bekommt MVA demnächst eine weitere Chance, ein Insolvenz abzuwenden. Ein Businessplan wird am 22.10. vorgelegt, der seitens der Gläubiger angenommen oder abgelehnt werden kann, so Matteo. Nach Prüfung wird erst mit einer endgültigen Entscheidung Anfang 2017 gerechnet. Einen Tag vor der EICMA plant MVA auch den 400 Händlern genauere Informationen an die Hand zu geben. Im Aftersale-Bereich arbeitet man daran Lücken zu schließen und Lager Rückstände aufzuholen. 

 

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Letzte Änderung: 18.04.2019
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